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Deutsches Zentrum für Infektionsforschung



Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) ist ein deutschlandweiter Forschungsverbund, der der Prävention, Diagnostik und Therapie von Infektionskrankheiten dient. Mehr als 500 Ärzte und Naturwissenschaftler arbeiten gemeinsam an neuen Methoden zur Prävention, Diagnostik und Therapie von Infektionskrankheiten[1]. Das 2012 als Verein gegründete Zentrum wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den sieben beteiligten Bundesländern gefördert. Sitz der Geschäftsstelle ist Braunschweig.

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben


Vereinszweck im Bereich Forschung ist die Translation: die effektive Überführung von Forschungsergebnissen in die Klinik und umgekehrt. Das DZIF hat dafür neun Schwerpunkte definiert, in denen sich wichtige Forschungsfragen stellen. Da sind zum einen die großen Infektionserkrankungen HIV/AIDS, Malaria, Hepatitis und Tuberkulose sowie die Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, die jeweils viele Millionen Menschen betreffen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt kümmert sich um neu auftretende Infektionskrankheiten, die oft von Tieren auf den Menschen überspringen (Zoonosen). Das Dengue-Fieber, das MERS-Coronavirus und auch Ebola oder Zika gehören in diese Kategorie. Relevant sind die drei problembezogenen Forschungsschwerpunkte: „Krankenhauskeime und Antibiotika-resistente Bakterien“, „Infektionen im immungeschwächten Wirt“ und „Neue Antibiotika“.

Service-Einrichtungen für Wissenschaftler

Acht „Translationale Infrastrukturen“ stehen den Wissenschaftlern im DZIF zur Seite. Fragen zur Zulassung und zu klinischem Bedarf beantworten beispielsweise die Experten der „Produktentwicklung“. Die Einheit „Klinische Studienzentren“ koordiniert klinische Studien an Probanden für die Infektiologie. Probenmaterial aus Geweben, Körperflüssigkeiten oder Zellen können die Wissenschaftler über DZIF-eigene „Biobanken“ erhalten. Definierte Bakterien-Stämme werden von der „Pathogenbank“ gesammelt und analysiert. Auch international stehen Experten und Einrichtungen zur Verfügung: Mit den Afrikanischen Partner-Institutionen können DZIF-Kollegen Infektions-Krankheiten vor Ort erforschen, die es hierzulande seltener gibt.

Internationale Zusammenarbeit

Dass Infektionsforscher international vernetzt denken und handeln sollten, wird durch stetig neu auftretende Krankheitserreger wie Zika-, Ebola- oder MERS-Viren deutlich: Erreger kennen keine Landesgrenzen. Mit Partner-Institutionen in Afrika und Europa arbeitet das DZIF schon von Beginn an zusammen. Mit dem französischen Institut INSERM (Institut national de la santé et de la recherche médicale) kooperiert das DZIF in der AIDS- und Hepatitis-Forschung. Außerdem ist es eine von neun Gründungsorganisationen der CARA-Initiative (Conscience of Antimicrobial Resistance Accountability)[2] und engagiert sich in der Impfstoff-Initiative Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI)[3] Auch an der Etablierung des neuen „Global Antimicrobial Resistance Research and Development Hub“[4] mit Sitz in Berlin ist das DZIF beteiligt. Seit Anfang 2019 ist es außerdem einer von zehn Partnern im Accelerator-Netzwerk von CARB-X[5]. CARB-X beschleunigt weltweit Projekte zur Entwicklung neuer Medikamente im Kampf gegen Antibiotika-resistente Keime.

Nachwuchsförderung im Bereich Infektionsforschung: Die DZIF-Academy

Nach Ansicht des DZIF gab es nur wenig Unterstützung für die Forschung an der Schnittstelle zwischen Labor und klinischer Infektiologie. Die DZIF-Academy schafft deshalb Anreize für junge Naturwissenschaftler, sich der Infektionsforschung zu widmen und vergibt Stipendien an Mediziner, um sich stärker in der Forschung engagieren zu können. So vergibt die Academy Clinical-Leave-Stipendien, die junge Ärzte unterstützen, wenn sie zeitweise den Klinikalltag zugunsten der Forschung ruhen lassen. Maternity-Leave-Stipendien sollen jungen Eltern den Wiedereinstieg in die Forschung ermöglichen. Darüber hinaus vergibt die DZIF-Academy weitere Stipendien und Preise. Die wissenschaftliche Fort- und Ausbildung der Nachwuchswissenschaftler wird zudem über Schools, Workshops und Coaching gefördert.

Organisation


Das DZIF hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Derzeitiger Vorstandsvorsitzender ist Hans-Georg Kräusslich.[6] Das Institut ist eines von sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es bündelt die Kapazitäten von ca. 500 Wissenschaftlern in 35 Einrichtungen an sieben Standorten:

Weblinks


Einzelnachweise


  1. Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (2019): Jahresbericht 2018. Braunschweig: Deutsches Zentrum für Infektionsforschung. Online abrufbar unter: https://www.dzif.de/system/files/document/DZIF-JB18-WEB-barrfrei-DE-2019-10-18.pdf
  2. Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (2016): Führende globale Gesundheitsorganisationen gründen Allianz zur Unterstützung der UN-Resolution gegen antimikrobielle Resistenzen. Pressemitteilung vom 21. September 2016. Online abrufbar unter: https://www.dzif.de/de/fuehrende-globale-gesundheitsorganisationen-gruenden-allianz-zur-unterstuetzung-der-un-resolution.
  3. CEPI - New vaccines for a safer world. Abgerufen am 28. Oktober 2019.
  4. Global Coordination of Antimicrobial Resistance Research and Development. Abgerufen am 28. Oktober 2019 (englisch).
  5. Combating Antibiotic-Resistant Bacteria Biopharmaceutical Accelerator. Abgerufen am 28. Oktober 2019 (englisch).
  6. http://www.dzif.de/ueber_uns/organisation/vorstand/





Kategorien: Verein (Braunschweig) | Mikrobiologisches Forschungsinstitut | Gegründet 2012 | Medizinisches Forschungsinstitut | Virologisches Forschungsinstitut | Forschungseinrichtung in Braunschweig



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