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Deutsch-Französischer Krieg


Deutsch-Französischer Krieg

Hausruine in Saint-Cloud, Fotoaufnahme zur Dokumentation der Kriegsschäden, um 1871 im Pariser Atelier von Adolphe Braun entwickelt
Datum 19. Juli 1870 bis 10. Mai 1871
Ort Frankreich und Rheinpreußen
Ausgang Deutscher Sieg. Während des Krieges treten die vier süddeutschen Staaten dem Norddeutschen Bund bei (Kaiserreich)
und das Französische Kaiserreich wird zur Französischen Republik
Territoriale Änderungen Frankreich tritt den Großteil des Elsass und einen Teil von Lothringen ab
Konfliktparteien

Norddeutscher Bund Norddeutscher Bund
Königreich Bayern Bayern
Wurttemberg Württemberg
Baden Baden
Großherzogtum Hessen Hessen
Deutsches Reich Deutsches Reich (ab 1. Januar 1871)

Französisches Kaiserreich
Dritte Französische Republik (ab 4. September 1870)

Befehlshaber

Norddeutscher Bund Wilhelm I.

Zweites Kaiserreich Napoleon III.
Louis Jules Trochu
Léon Gambetta

Truppenstärke
519.000[1] Mann bei Kriegsbeginn (insgesamt mobilisiert: 1.400.000 Mann) 336.000[2] Mann bei Kriegsbeginn (insgesamt mobilisiert: 1.600.000 Mann)
Verluste

44.781 Gefallene
89.732 Verwundete[3]

138.871 Gefallene[4]
143.000 Verwundete
474.414 Gefangene[5]

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870 bis 1871 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens sowie den mit ihm verbündeten süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt andererseits. Seine wichtigsten Ergebnisse waren die deutsche Reichsgründung und das Ende des Zweiten französischen Kaiserreichs. Aufgrund seiner Niederlage musste Frankreich die später als Reichsland Elsaß-Lothringen bezeichneten Gebiete an das Deutsche Reich abtreten. Dies wiederum hatte die Vertiefung der bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts währenden „Erbfeindschaft“ zur Folge. In dem Krieg kamen über 180.000 Soldaten ums Leben, mehr als 230.000 wurden verwundet.

Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und dem Deutschen Krieg 1866 war der Konflikt mit Frankreich der dritte und letzte der deutschen Einigungskriege. Noch während seines Verlaufs traten Baden, Bayern, Württemberg und Hessen-Darmstadt dem Norddeutschen Bund bei. Damit und mit der Verfassung vom 1. Januar 1871 entstand das Deutsche Kaiserreich. Ebenfalls noch während des Krieges schaffte Frankreich die Monarchie ab und konstituierte sich als Dritte Republik.

Auslöser des Krieges war der Streit zwischen Frankreich und Preußen um die spanische Thronkandidatur des Prinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen. Entgegen Napoléons III. Erwartung traten die vier süddeutschen Staaten in den Krieg ein. Währenddessen blieben die übrigen europäischen Mächte neutral, da sie Frankreichs Angriff als unbegründet ansahen. Innerhalb weniger Wochen im Spätsommer 1870 besiegten die deutschen Verbündeten große Teile der französischen Armeen. Nach der Schlacht von Sedan in Nordfrankreich, am 2. September, ging Kaiser Napoléon III. selbst in Gefangenschaft. Daraufhin bildete sich in Paris eine provisorische nationale Regierung, die die Republik ausrief und den Krieg fortführte. Aber auch die neue Regierung vermochte es nicht, das Blatt zu wenden. Nach dem Fall von Paris fand sich die französische Regierung im Februar 1871 zum Vorfrieden von Versailles bereit. Offiziell endete der Krieg am 10. Mai 1871 mit dem Frieden von Frankfurt.

Inhaltsverzeichnis

Bezeichnung und Einordnung


Der Deutsch-Französische Krieg ist im deutschsprachigen Raum auch unter der Bezeichnung Krieg von 1870/71[6] bekannt. In Frankreich und im englischsprachigen Raum wird die Auseinandersetzung nach der Gewohnheit, den Angreifer zuerst zu benennen, Guerre Franco-Allemande (Französisch-Deutscher Krieg) bzw. Franco-Prussian War[7] (Französisch-Preußischer Krieg) genannt.

Der Deutsch-Französische Krieg fand im industriellen Zeitalter statt. Daher wurde er ähnlich wie zuvor der Krimkrieg (1853 bis 1856), der Sardinische Krieg (1859), der Amerikanische Bürgerkrieg (1861–1865) und der Deutsche Krieg (1866) mit waffentechnisch erweiterten Möglichkeiten geführt. Dies fand seinen Ausdruck in hohen Opferzahlen. Im gesamten Deutsch-Französischen Krieg fielen 190.000 Soldaten.[8] Chassepotgewehr, „Langblei“ – ein Projektil in Form eines langgestreckten Tropfens – und Granaten fügten den Soldaten neuartig schwere Verwundungen zu. Knochenverletzungen, der Verlust der Gliedmaßen und Austrittswunden (verursacht durch Projektile) erreichten eine neue Dimension.[9]

Vorgeschichte


Entwicklung bis zum Deutsch–Deutschen Krieg

In Frankreich wirkte die Erinnerung an die Niederlage des napoleonischen Kaiserreiches fort. Die territoriale Zurückstufung von 1814/1815 wurde als schwere Demütigung empfunden.[11] Der öffentlichen Erwartung einer Rückgewinnung des alten Einflusses konnte die Bourbonen-Dynastie und die Julimonarchie nicht gerecht werden. Die enttäuschten Hoffnungen auf eine Wiederherstellung der alten Machtposition Frankreichs trug im Jahr 1848 schließlich zur Präsidentenwahl von Louis Napoleon bei, der sich vier Jahre später als Napoleon III. zum Kaiser der Franzosen krönte. Sein außenpolitisches Ziel hatte Napoleon III. bereits während seiner Exilzeit formuliert. In der Schrift Idées Napoléoniennes sah er vor, Russland und Österreich zu schwächen oder aufzulösen. Napoleon III. wollte an ihre Stelle liberale, von Frankreich abhängige Nationalstaaten setzen.[12] In den 1850er Jahren konnte Napoleon III. noch außenpolitische Erfolge (Krimkrieg und Sardinischen Krieg) in dieser Hinsicht vorweisen.[13] In den 1860er Jahren häuften sich dann jedoch die außenpolitischen Rückschläge (die Französische Intervention in Mexiko und der Deutsche Krieg von 1866).[14]

Im Vorfeld des Deutschen Krieges versuchte der preußische Ministerpräsident Bismarck eine französische Neutralität auszuhandeln. Napoleon III. zeigte sich dem nicht abgeneigt, brachte aber als Gegenleistung für das militärische Stillhalten Gebietserweiterungen ins Gespräch (etwa Teile Belgiens, die Saarregion und die Pfalz). Bismarck gab Napoleon III. jedoch keine verbindlichen Garantien für territoriale Kompensationen.[15] Mit Österreich schloss Napoléon III. einen Geheimvertrag, der als Gegenleistung für seine Neutralität vorsah, Frankreich das preußische Rheinland zu überlassen. Napoleon III. und sein Beraterkreis erwarteten einen längeren Krieg zwischen Österreich und Preußen. Daher verzichteten sie darauf, die französischen Truppen für eine schnelle Intervention zusammenzuziehen. Angesichts dieser Lage versuchte Napoleon III. diplomatischen Druck auf Preußen auszuüben. Einen Monat nach der kriegsentscheidenden Schlacht bei Königgrätz forderte er von dem siegreichen Preußen Unterstützung für französische Gebietsgewinne ein. Die Pläne sahen eine Rückgewinnung von Territorien vor, die Frankreich im Ersten Pariser Frieden von 1814 noch hatte behalten dürfen und erst nach der Schlacht bei Waterloo von 1815 an deutsche Staaten hatte abtreten müssen.[16]

Der schnelle Friedensschluss mit Österreich beugte letztlich einer französischen Intervention vor. Gleichzeitig verschob sich das machtpolitische Kräfteverhältnis: Preußen annektierte die norddeutschen Staaten Königreich Hannover, Kurfürstentum Hessen-Kassel, Herzogtum Nassau und die Freie Stadt Frankfurt. Die restlichen norddeutschen Staaten traten 1867 dem neu gebildeten Norddeutschen Bund bei, wodurch das politische Gewicht Preußens weiter anstieg.[17] Noch im Jahr 1860 hatte Preußen weniger als 50 % der französischen Bevölkerungszahl erreicht. Der Norddeutsche Bund von 1867 zählte nun 30 Millionen Einwohner, was der französischen Einwohnerzahl von 37 Millionen näher kam. Darüber hinaus war die Armee des Norddeutschen Bundes aufgrund der allgemeinen Wehrpflicht um ein Drittel größer als ihr französisches Gegenstück.[18] Der Ruf nach „Rache für Sadowa“ (französischer Name der Schlacht von Königgrätz) kam in Frankreich auf. Gemeint war die Enttäuschung in Frankreich, nicht ausreichend für die Neutralität im Deutschen Krieg belohnt worden zu sein. Der französische Kriegsminister kommentierte die französische Wahrnehmung mit dem Satz: „Wir sind diejenigen, die tatsächlich bei Sadowa geschlagen worden sind“ („C’est nous qui avons été battus à Sadowa“).[19]

Zumindest bewirkte Frankreich, dass Preußen nur nördlich der Mainlinie den Bundesstaat gründen durfte.[20] Die süddeutschen Staaten Württemberg, Baden und Bayern bewahrten zunächst ihre staatliche Unabhängigkeit. Aus französischer Perspektive war dies nicht unwesentlich. Die drei süddeutschen Länder konnten in einem potenziellen Krieg weitere 200.000 Soldaten aufbieten und grenzten zum Teil direkt an Frankreich.[21] Die nationalstaatliche Ausklammerung von Süddeutschland war jedoch letztlich politisch wertlos, denn noch im August 1866 war es Bismarck gelungen, geheime Schutz- und Trutzbündnisse (gegenseitige Verteidigung im Falle eines Angriffskriegs) mit Bayern, Württemberg und Baden abzuschließen. Grund für die Verträge waren die neuen Grenzziehungen, welche die um ihre staatliche Souveränität bangenden süddeutschen Regierungen in eine Notlage brachten. Sie befanden sich geographisch zwischen den Großmächten Österreich, Frankreich und dem Norddeutschen Bund. Die erstarkende Nationalbewegung ließ nur eine außenpolitische Orientierung an den Norddeutschen Bund zu.[22]

Luxemburgkrise und Annäherung zwischen Frankreich, Österreich und Italien

Nachdem im August 1866 die preußisch-französischen Verhandlungen über umfangreiche territoriale Kompensationen gescheitert waren, wich die französische Regierung von ihrer ursprünglichen Zielsetzung ab. Sie forderte von Preußen nun, es bei der Annexion des Großherzogtums Luxemburg zu unterstützen.[23] Im März 1867 nahm die französische Regierung Verhandlungen mit dem über Luxemburg herrschenden niederländischen König auf. Wilhelm III. zeigte sich damit einverstanden, Luxemburg gegen eine finanzielle Entschädigung (5 Millionen Gulden) Frankreich zu übergeben. Er machte den Verkauf aber auch von der Billigung des preußischen Monarchen Wilhelm I. abhängig.[24] Bismarck ließ daraufhin die bisher geheimgehaltenen Schutz- und Trutzverträge mit den süddeutschen Staaten im Preußischen Staats-Anzeiger drucken. Die Veröffentlichung des Bündnisses stärkte in den deutschen Staaten eine nationalistische Empörung gegenüber Frankreich. Davon beeindruckt weigerte sich der niederländische König, den Vertrag mit Frankreich zu unterzeichnen. Bismarck appellierte zusätzlich an die anderen europäischen Großmächte, sich für eine friedliche Beilegung der Luxemburgkrise einzusetzen. So kam es im Mai 1867 zu einer Konferenz in London. Frankreich musste im Zuge dessen seine Ansprüche auf Luxemburg dauerhaft aufgeben. Preußen war dazu gezwungen, seine Garnison aus der Festung abzuziehen.[25]

Die Luxemburgkrise bewirkte eine Annäherung zwischen Frankreich und Österreich. Beide Großmächte versuchten, ein gegen Preußen gerichtetes Bündnis ins Leben zu rufen. Die französische Diplomatie sah zeitweise eine Erweiterung der geplanten Allianz um Italien vor. Allerdings traten unüberwindbare Interessengegensätze zwischen den drei Mächten zu Tage. So forderte Florenz den Rückzug französischer Truppen aus Rom, die den Kirchenstaat vor einer italienischen Annexion schützten. Des Weiteren beanspruchte die italienische Regierung österreichische Gebiete wie das Isonzotal und Triest für sich. Wien wiederum misstraute Paris. Es war nicht bereit, französische Gebietserweiterungen in den Raum des ehemaligen Deutschen Bundes zu unterstützen.[26] Die französische Regierung hoffte ihrerseits, dass – obwohl ein Bündnisvertrag mit Österreich und Italien letztlich nicht zustande kam – sie Rückendeckung in einem möglichen Krieg gegen Preußen erhalten würde. Diese Einschätzung ermutigte Paris darin, in der Frage der spanischen Thronfolge einen diplomatischen Konfrontationskurs mit Preußen zu suchen.[27]

Spanische Thronfolgekrise und Kriegserklärung

Zum unmittelbaren Auslöser des Deutsch-Französischen Krieges entwickelte sich die Frage um die spanische Thronfolge. Im September 1868 putschte das Militär Königin Isabella II. vom spanischen Thron. Die Führer des Putsches suchten anschließend bei den europäischen Herrscherhäusern nach einem neuen König für Spanien. Nach mehreren Absagen aus Italien und Portugal wandte sich der spanische Regierungschef Juan Prim im Februar 1870 schließlich an die Sigmaringer Linie der Hohenzollern.[28] Die Entscheidung fiel auf Prinz Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen, den Sohn eines ehemaligen preußischen Ministerpräsidenten und Angehörigen der katholischen Nebenlinie des in Berlin regierenden Königs von Preußen.[29] Berlin und Madrid sahen ursprünglich vor, ihr gemeinsames Projekt gegenüber der Öffentlichkeit geheim zu halten. Erst nach der Bestätigung Leopolds als König durch das spanische Parlament sollte das politische Paris über die Königskandidatur in Kenntnis gesetzt werden.[30] Die Strategie schlug fehl, da sich bei der Entschlüsselung einer Telegrafiebotschaft aus Berlin ein Fehler einschlich. Die spanische Regierung ging nun fälschlicherweise davon aus, dass die parlamentarische Abstimmung über die Königskandidatur erst am 9. Juli 1870 stattfinden sollte. Vorgesehen war aber eigentlich schon der 26. Juni – ein Termin zwei Wochen früher. Der Dechiffrierefehler hatte zur Folge, dass die Regierung das Parlament verfrüht in die Sommerpause entließ. Als Juan Prim von dem Missverständnis erfuhr, musste er das Parlament zurückrufen. Bei diesem Anlass rechtfertigte er seine Entscheidung mit der spanischen Thronkandidatur, wodurch die Angelegenheit öffentlich bekannt wurde.[31]

Eine mögliche Inthronisation Leopolds als spanischer König weckte in Frankreich Ängste vor einer neuen dynastischen Umklammerung, wie sie durch Habsburger-Monarchen im 16. und 17. Jahrhundert schon einmal bestanden hatte.[32] Angesichts einer ohnehin starken Opposition der Republikaner im Parlament mussten der Kaiser und seine Regierung ihren Sturz befürchten.[33] Am 6. Juli 1870 hielt der französische Außenminister Gramont eine Rede vor der gesetzgebenden Versammlung, dem Corps législatif. Er beschuldigte die preußische Regierung hinter dem spanischen Projekt zu stehen und erklärte, dass dies einer Ehrverletzung Frankreichs gleichkäme. Obwohl Gramont mit keinem Wort direkt von Krieg sprach, ließ sich seine Rhetorik als Kriegsdrohung an Preußen interpretieren.[34] Am 7. Juli 1870 ordnete Gramont die Reise des französischen Botschafters in Preußen, Vincent Graf Benedetti, nach Bad Ems an. In der Stadt hielt sich König Wilhelm I. und seine höfische Gefolgschaft zur Kur auf. Benedetti sollte den König darum bitten, die Kandidatur Leopolds zurückzuziehen.[35] Am 9. Juli 1870 erklärte Wilhelm I. dem französischen Botschafter, die Kandidatur lediglich als Oberhaupt der Hohenzollern, nicht aber als preußischer König unterstützt zu haben. Es sei eine rein dynastische Angelegenheit.[36] Das Geständnis Wilhelms I. stärkte Gramonts diplomatische Position in Europa. Er konnte nun nach außen zweifelsfrei beweisen, dass die preußische Regierung mit Bismarck an der Spitze in dem spanischen Projekt involviert war.[37] So ließ etwa Prinz Reuß, der preußische Botschafter in Russland, Wilhelm telegraphisch mitteilen, dass Zar Alexander II. ihm empfahl, die Kandidatur aufzugeben. Am 10. Juli 1870 schickte Wilhelm I. schließlich einen Sondergesandten nach Sigmaringen. Dessen Aufgabe bestand darin, Karl Anton von einem Verzicht zu überzeugen. Am 12. Juli verzichtete Karl Anton stellvertretend für seinen Sohn auf die spanische Krone. Paris hatte damit einen großen diplomatischen Erfolg vorzuweisen.[38]

Gramont reichte der diplomatische Sieg nicht aus. Die unterzeichnete Verzichtserklärung verschwieg nämlich jede preußische Teilhabe an dem spanischen Thronfolgeprojekt. Aus diesem Grund forderte Gramont eine öffentliche Entschuldigung Preußens.[39] Botschafter Benedetti sollte dem preußischen Monarchen die verbindliche Zusage entlocken, auch in aller Zukunft keine spanische Hohenzollern-Kandidatur mehr zu fördern. Am 13. Juli 1870 suchte Benedetti den Monarchen auf der Bad Emser Kurpromenade auf.[40] Wilhelm I. reagierte auf die Forderung zwar höflich, aber wies sie doch entschieden zurück. Er fürchtete einen Gesichtsverlust für Preußen. Solange nur ein nicht-regierendes Mitglied der Hohenzollern-Dynastie die Kandidatur öffentlich zurückzog, konnte die Krise nicht das Ansehen des gesamten preußischen Staates diskreditieren. Anders verhielt es sich, hätte er selbst als Monarch eine entsprechende Erklärung offiziell abgegeben. Wilhelm I. war nicht bereit, „auf immer und ewig“ die Thronbesteigung eines Hohenzollern in Spanien zu untersagen.[41] Als Benedetti Gramont über die Zurückweisung der französischen Forderung in Kenntnis setzte, ordnete der Außenminister noch am selben Tag eine weitere Unterredung mit Wilhelm I. an. Der Monarch verweigerte dem französischen Botschafter allerdings eine weitere Audienz und ermächtigte das preußische Außenministerium damit, sowohl die Presse als auch die preußischen Botschafter über seine Begegnung mit Benedetti zu informieren.[42] Wilhelms Ablehnung, und die Art, wie Bundeskanzler Bismarck diese in der Emser Depesche veröffentlichte, löste Empörung in Frankreich und nationale Begeisterung in Deutschland aus.

Noch am Abend des 14. Juli 1870 versammelten sich tausende Menschen auf den Straßen und Plätzen von Paris, um für den Krieg zu demonstrieren. Chöre wie „Nach Berlin“ und „Nieder mit Preußen“ waren zu hören.[43] Am 15. Juli 1870 votierten die Abgeordneten des französischen Parlaments nach einer elfstündigen Debatte mit 245 gegen 10 Stimmen für die Aufnahme von Kriegskrediten. Vier Tage später, am 19. Juli 1870, erklärte Frankreich Preußen den Krieg.[44] In der Kriegserklärung rechtfertigte die französische Regierung ihr Handeln damit, dass „das Projekt, einen preußischen Prinzen auf den spanischen Thron zu erheben, als eine gegen die territoriale Sicherheit Frankreichs gerichtete Unternehmung“ sei.[45]

Außenpolitische Ausgangslage und Kriegsziele


Süddeutsche Staaten

Das diplomatische Geschehen in Bad Ems bewirkte in den süddeutschen Staaten einen Stimmungsumschwung zu Gunsten Preußens. Die Öffentlichkeit zeigte sich mehrheitlich empört über die aus ihrer Sicht zu weitgehenden französischen Forderungen an den preußischen König.[46] Die bayerische und württembergische Regierung ließen dennoch zunächst offen, ob sie in dem bevorstehenden Krieg ihren vertraglichen Bündnisverpflichtungen gegenüber dem Norddeutschen Bund tatsächlich nachkommen würden. Nur die Regierung des Großherzogtums Baden sprach von Beginn an Preußen seine militärische Unterstützung aus.[47]

In Bayern führte der Ministerrat am 14. Juli 1870 – nur fünf Tage vor der französischen Kriegserklärung – eine hitzige Debatte über die Rolle des Landes in dem sich abzeichnenden Krieg. Einen Tag später einigte sich die Regierung in München dann doch darauf, auf preußischer Seite zu kämpfen. Am 16. Juli 1870 befahl der bayerische König Ludwig II. die Mobilmachung der Armee. München hoffte durch die aktive Beteiligung an dem Waffengang möglichst wenig Souveränitätsrechte abtreten zu müssen.[48]

Der bayerische Außenminister Bray-Steinburg fasste die politischen Optionen Bayerns wie folgt zusammen:

„Gehen wir mit Preußen und gewinnt dieses den Krieg, so ist Preußen gezwungen, den Bestand Bayerns zu achten. Unterliegt Preußen, so verlieren wir vielleicht die Pfalz, aber mehr kann uns nicht geschehen, denn Frankreich muss die Selbständigkeit der deutschen Einzelstaaten immer begünstigen; das Gleiche tritt ein, wenn wir neutral geblieben sind und Frankreich siegt. Siegt aber Preußen, obwohl wir es gegen den Vertrag im Stiche gelassen haben, dann erwartet uns das Schicksal Hannovers.“[49]

Auch die württembergische Regierung hegte Vorbehalte gegen einen Kriegseintritt: Während der Krise in der spanischen Thronfolge hatte der württembergische Ministerpräsident Karl von Varnbüler mit der Hilfe des französischen Botschafters in Stuttgart noch versucht, auf die französische Regierung mäßigend einzuwirken. Diese sollte davon abgebracht werden, die rein dynastische Angelegenheit zu einem nationalen Vorfall zu machen. Erst die weitere diplomatische Zuspitzung in Bad Ems veranlasste Varnbüler in Absprache mit der bayerischen Regierung zu einer Anerkennung des Bündnisfalls. Auch auf Druck der Straße ließ König Karl I. daraufhin die württembergische Armee mobilmachen. Das Parlament stimmte den Kriegskrediten fast einstimmig zu.[50]

Das Großherzogtum Baden grenzte direkt an Frankreich. Die Regierung in Karlsruhe war daher darum bemüht, Paris während der spanischen Thronfolgekrise nicht zu reizen. Nachdem sich der Krieg aber abzeichnete, schienen nur Preußen und dessen norddeutsche Verbündete in der Lage, eine französische Besetzung des Landes zu verhindern. Seit der preußischen Niederschlagung der Badischen Revolution im Jahr 1849 stand die badische Dynastie überdies den Hohenzollern sehr nahe. Bereits am 15. Juli lief die badische Mobilmachung an. Für Empörung gegen Frankreich sorgte auch der Kommentar von Gramont, Baden sei lediglich eine „Zweigstelle Berlins“, die politisch zerstört werden müsse.[51]

Europäische Großmächte

Die Emser Depesche erfüllte den von Bismarck beabsichtigten Zweck: Frankreich stand isoliert als Aggressor da, denn in den Augen der Weltöffentlichkeit war der Kriegsanlass nichtig, und Frankreich hatte sich durch überhöhte Forderungen unnötig in Zugzwang gebracht. Diese Einschätzung spiegelte sich auch in der Londoner Times. Diese schrieb am 16. Juli 1870: „Über das Eine kann gegenwärtig kein Zweifel herrschen, dass aller Welt Sympathien sich jetzt dem angegriffenen Preußen zuwenden“.[52]

Bei Kriegsbeginn stand Frankreich so weiterhin ohne einen echten Bündnispartner da. Österreich – der Verlierer von Königgrätz – verhielt sich neutral. Dies lag auch an der für Wien ungünstigen außenpolitischen Konstellation zwischen Sankt Petersburg und Berlin: Russland setzte sich 1870 über den Dritten Pariser Frieden hinweg, der es Russland seit dem Krimkrieg verbot, eine eigene Schwarzmeerflotte aufzubauen. Bismarck versprach der russischen Regierung, deren Aktivitäten im Orient diplomatisch zu unterstützen. Im Gegenzug duldete Sankt Petersburg nicht nur den preußischen Waffengang gegen Frankreich, sondern erhöhte auch den Druck auf Österreich, ebenfalls neutral zu bleiben.[53] Zar Alexander II. teilte der österreichischen Regierung mit, andernfalls Truppen ins österreichische Galizien zu entsenden. Mit Wilhelm I. von Preußen sah sich der Zar dynastisch verbunden. Der preußische König war immerhin sein Onkel. Darüber hinaus ging Sankt Petersburg davon aus, dass ein französisch-österreichischer Sieg Unabhängigkeitsunruhen in den von Preußen und Russland besetzten polnischen Gebieten nach sich ziehen würde.[54]

Wien war schon rüstungstechnisch nicht auf einen Krieg vorbereitet. Die schnellen Erfolge der verbündeten deutschen Armeen in Frankreich machten Überlegungen für eine österreichische Mobilmachung noch in den ersten Kriegswochen obsolet.[55] Die Bemühungen um ein österreichisch-französisches Bündnis waren zu diesem Zeitpunkt gescheitert. Im Juni 1870 – noch vor der französischen Kriegserklärung an Preußen – reiste zwar der französische General Barthélémy Louis Joseph Lebrun nach Wien, konnte aber der österreichischen Regierung kaum Zusagen abringen. Kaiser Franz Joseph erklärte nur dann militärisch einzugreifen, wenn für Österreich die Chance bestünde, von den süddeutschen Regierungen als Befreier wahrgenommen zu werden. Genau jenes Szenario trat allerdings nicht ein; die süddeutschen Staaten bekannten sich im Juli 1870 zu ihrem Bündnis mit dem Norddeutschen Bund.[56] Die österreichische Neutralität ermöglichte es, alle deutschen Truppen an die französische Grenze zu verlegen. Die einzige Ausnahme hiervon bildete die preußische 17. Division, welche die schleswig-holsteinische Küste gegen französische Attacken von See verteidigen sollte.[57]

Mit militärischer Hilfe konnte Paris auch von Italien nicht rechnen. Streitpunkt war weiterhin die sogenannte Römische Frage: Um sich die Sympathie der katholischen Bevölkerung und der Geistlichkeit in Frankreich zu sichern, bestand Napoleon III. auf den Fortbestand des päpstlichen Kirchenstaates. Die Regierung in Florenz pochte dagegen auf die Inbesitznahme Roms durch italienische Truppen. Rom sollte ihrer Meinung nach die Hauptstadt Italiens werden. Diesem Ziel standen allerdings die französischen Schutztruppen im Weg, die die politische Souveränität des Papstes sicherstellten.[58] In dem sich abzeichnenden Deutsch-Französischen Krieg bot sich Italien plötzlich die Chance, Rom zu besetzen: Noch kurz vor ihrer Kriegserklärung an Preußen einigte sich die französische Regierung darauf, die Truppen aus dem Vatikan abzuziehen. Damit machte Paris ungewollt den Weg für die italienische Eroberung Roms frei.[59] Die französisch-italienische Diplomatie im Vorfeld des Krieges wirkte sich auch deshalb nicht für Frankreich in dem gewünschten Umfang aus, da der italienische König Viktor Emanuel II. Paris nur versicherte, keine Verhandlungen mit anderen Mächten aufzunehmen. Die französische Regierung sah hierin fälschlicherweise eine Beistandserklärung. Italien griff jedoch, anders als erwartet, nicht in den Konflikt ein.[60]

Großbritannien war zu dieser Zeit kaum daran interessiert, sich an einem bewaffneten Konflikt auf dem europäischen Festland zu beteiligen. Bedrohlicher als die bisherigen Erfolge Preußens wurde in London die veränderte geopolitische Lage in Nordamerika wahrgenommen. Dort hatten erst 1867 die Vereinigten Staaten von Amerika dem russischen Zarenreich Alaska abgekauft, was potenziell die Interessen der britischen Kolonie Kanada tangieren konnte. Außerdem sah das politische London in Preußen ein mögliches Gegengewicht zu den expansionistischen Ambitionen Frankreichs.[61] Mit einem möglichen französischen Sieg verband die britische Politik die Furcht vor einer erneuten Vorherrschaft von Paris in Europa, ähnlich wie zur Zeit Napoleons I. London schreckte daher vor einem militärischen Eingriff zu Gunsten Frankreichs, des ehemaligen Partners im Krimkrieg, zurück.[62] Die größte Sorge der liberal dominierten britischen Regierung betraf die aufgrund des Krieges zu erwartende Störung des Handels. Sie bemühte sich daher zunächst darum, eine Abrüstung beider Länder zu erreichen. Hierfür wurden auch die dynastischen Verbindungen des britischen Königshauses zu den Hohenzollern genutzt. Kronprinz Friedrich war immerhin mit einer Tochter von Königin Victoria von Großbritannien verheiratet. Die Vermittlungsversuche schlugen allerdings fehl, was nicht zuletzt an der abgerüsteten und vergleichsweise begrenzten Truppenstärke Großbritanniens lag.[63]

Dänemark und Belgien

Wie Großbritannien entschied sich auch Dänemark für die Neutralität. Obwohl Kopenhagen im Krieg von 1864 die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an Preußen und Österreich verloren hatte, wollte es nicht das Risiko eines Revanchismus eingehen.[64] Die dänische Regierung fürchtete, dass in einem solchen Krieg gegen Preußen deutsche Truppen noch vor dem Auftauchen der französischen Verstärkung Jütland einnehmen würden. Anfangs auf sich gestellt hätte Dänemark den deutschen Vorstoß mit den eigenen militärischen Kräften nicht stoppen können. Neben diesen Bedenken spielte auch außenpolitischer Druck eine Rolle für die Neutralität Dänemarks: Der russische Zar sprach sich gegen einen dänischen Kriegseintritt aus, denn ein französisch-dänischer Erfolg an der Küste hätte womöglich Aufstände in Polen nach sich ziehen können.[65] Neben der dänischen Neutralität trugen aber auch der Umstand einer schnellen Bindung der französischen Kräfte im eigenen Land zu einer Beschränkung des Seekrieges bei. Für den Verlauf der Auseinandersetzung sollte der Kriegsschauplatz in Nord- und Ostsee militärisch völlig bedeutungslos bleiben.

Belgien war seit dem Londoner Protokoll 1831 zu einer Neutralität in Europa verpflichtet. König Leopold II. von Belgien hielt an diesem Standpunkt fest. Um Verletzungen der Neutralität begegnen zu können, wurden die belgischen Truppen mobilgemacht. Der Umstand, nicht in den Deutsch-Französischen Krieg verwickelt worden zu sein, trug dazu bei, dass die belgische Öffentlichkeit 1914 bei dem Beginn des Ersten Weltkrieges irrtümlicherweise abermals auf die Sicherheit ihrer Neutralität vertraute.[66]

Kriegsziele

Mit dem Krieg verfolgte Paris aus machtpolitischen Beweggründen das Ziel, eine deutsche Einigung zu verhindern. Preußisches Machtstreben sollte künftig eingedämmt werden und Frankreich die vorherrschende Nation auf dem europäischen Kontinent bleiben. Gleichzeitig schien der Krieg für die Regierung Napoleons III. ein Mittel zu sein, um die innenpolitische Opposition mit einem militärischen Erfolg zum Schweigen zu bringen.[67]

Zu Beginn des Krieges wurden auch die territorialen Kriegsziele Frankreichs festgelegt. So sollte das von Preußen annektierte Königreich Hannover wiederhergestellt, Südschleswig an Dänemark zurückgegeben und der Deutsche Bund wiedererrichtet werden. Vor allem aber wurde auf den Besitz von Teilen der preußischen Rheinprovinz für Frankreich gepocht (Rheingrenze).[68]

Im Prager Frieden von 1866 hatte Frankreich noch einen Beitritt der deutschen Staaten südlich der Maingrenze zu dem Norddeutschen Bund verhindern können. So spekulierte Bismarck bereits 1866 darauf, „im Kriegsfall mit Frankreich sofort die Mainschranke [zu] durchbrechen und ganz Deutschland in den Kampf [zu ziehen]“. Ein erfolgreicher Waffengang gegen Paris würde außerdem die vorhergegangenen Eroberungen des Deutsch-Dänischen Krieges und des Deutschen Krieges absichern.[69]

Im August 1870 – bereits im Krieg mit Frankreich – einigte sich das Große Hauptquartier um König Wilhelm I. auf die Annexion des Elsass und Lothringens.[70] Hintergrund dieser Entscheidung war es, Frankreich machtpolitisch dauerhaft schwächen zu wollen und zum Schutz Süddeutschlands vor möglichen künftigen französischen Feldzügen eine Pufferzone zu schaffen. Die Forderung nach Gebietsabtretung, welche Bismarck am 19. September 1870 dem französischen Unterhändler vortrug, wurde von diesem zunächst noch zurückgewiesen. Die preußischen Kriegsziele verlängerten damit den Krieg.[71] Mit wirtschaftlichen Interessen beziehungsweise dem Zugriff auf die reichen Erzressourcen und Eisenindustrie Lothringens wurde die Eingliederung erst am Ende des Krieges vermehrt gerechtfertigt. Entscheidender war das historische Argument einer jahrhundertelangen Zugehörigkeit der Gebiete zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Gegen die Annexion sollten im Reichstag lediglich Sozialdemokraten und ein Abgeordneter der dänischen Minorität stimmen.[72]

Verlauf


Strategische Planungen im Vorfeld (1867–1870)

Auf der Seite des Norddeutschen Bundes und der süddeutschen Staaten galt nominell König Wilhelm I. als oberster Befehlshaber. In der Praxis überließ der Monarch jedoch dem Chef des Generalstabes, Helmuth von Moltke, die Planung der militärischen Operationen.[73] Moltke hatte sich bereits seit 1867 mit Planungen für einen möglichen Krieg gegen Frankreich beschäftigt. Der Generalstabschef sah vor, die zahlenmäßige Überlegenheit an Truppen zu nutzen. Eine rasche Mobilisierung sollte verbunden mit den Transportkapazitäten der Eisenbahnlinien den Feldzug möglichst schnell auf französischen Boden verlagern. Zwischen Metz und Straßburg wollte er dann eine schnelle Entscheidungsschlacht erzwingen.[74] Moltke erwartete, dass Frankreich versuchen würde, Richtung Main vorzustoßen und so einen Keil zwischen den Norddeutschen Bund und seine süddeutschen Verbündeten zu treiben. Um dieses Szenario zu verhindern, ließ er drei deutsche Armeen in der Pfalz zusammenziehen. Ein Truppenteil marschierte schließlich in Richtung Trier, ein zweiter in Richtung Saarbrücken und ein dritter in Richtung Landau.[75]

Auf französischer Seite waren strategische Konzepte immer wieder verworfen und nicht weiter ausgearbeitet worden. Noch während der Luxemburgkrise 1867 hatte zuerst Marschall Niel einen offensiven Plan vorgelegt. Er wollte an der Front zwischen Thionville und Trier nach Osten vorstoßen und Preußen von seinen süddeutschen Verbündeten abschneiden. Das Vorhaben hätte aufgrund der vorhandenen Eisenbahnstrecken und französischen Festungen in der Umgebung gute Aussichten gehabt. Allerdings wurde Niels Plan nach dem Ende der Luxemburgkrise nicht weiterverfolgt.[76] Der französische General Charles Auguste Frossard brachte 1868 eine andere, defensive Überlegung ins Spiel. Truppenteile sollten in die Städte Straßburg, Metz und Châlons verlegt werden und von dort zunächst einen preußischen Angriff abwehren.[77]

Im Februar 1870 änderte dann Napoleon III. auf Anraten von General Lebrun die militärische Strategie Frankreichs erneut, da er nach dem Besuch des österreichischen Feldmarschalls in Paris mit einer militärischen Rückendeckung durch Österreich rechnete. Einen Teil seiner Armee verlegte Napoleon III. daher nach Metz, den anderen nach Straßburg. Der Kaiser hoffte vor allem von Straßburg aus Süddeutschland besetzen und deren Regierungen auf seine Seite ziehen zu können. Danach würden die französischen Soldaten – so die Überlegung – von Truppen des österreichischen Kaisers verstärkt werden.[78] Bei Kriegsausbruch wurde schließlich versucht, auf Elemente aller drei Pläne zurückzugreifen. So spaltete Napoleon III. seine Armee im Wesentlichen in drei Truppenverbände auf. Die Rheinarmee wurde von ihm selbst geführt und bezog Stellung in Metz. Die beiden anderen Truppenteile hatten ihren vorläufigen Stützpunkt im Elsass und Châlons.[79] Die unzureichende Vorbereitung des Feldzuges bremste das Tempo des französisches Aufmarsches. Die zahlenmäßig überlegenen Kräfte der deutschen Armeen erhielten so genug Zeit sich zu formieren. Die geplante Offensive der französischen Armee über den Rhein war unter diesen Voraussetzungen nicht mehr ohne Weiteres möglich.[80]

Aufmärsche (Juli, August und September 1870)

In dem Deutsch-Französischen Krieg kam es wesentlich darauf an, hunderttausende Soldaten, Pferde, Ausrüstung und Verpflegung an die Front bewegen zu können. Im Laufe des Krieges wurden auf beiden Seiten nahezu 3 Millionen Soldaten eingezogen. In den deutschen Staaten galt dabei die aktive Wehrpflicht. Im Alter von 17 bis 45 Jahren konnte theoretisch jeder männliche Bürger für den Kriegsdienst verpflichtet werden. Aufgrund fehlender Kapazitäten der Wehrstellen entschied jedoch ein Losverfahren über den tatsächlichen Einsatz. Sozial besser gestellte Personen konnten sich häufig von ihrem Dienst freikaufen.[81] Die französische Armee setzte sich hauptsächlich aus Berufssoldaten zusammen. Eine allgemeine Wehrpflicht existierte nicht. Die französischen Soldaten waren wegen ihres Einsatzes im Krimkrieg und dem Sardinischen Krieg kampferfahren und mit dem hocheffizienten Chassepotgewehr ausgestattet.[82]

Allerdings zählte die französische Armee zu Beginn des Krieges nur 336.000 Soldaten. Sie war zahlenmäßig unterlegen. Aufgrund der geringeren Einwohnerzahl Frankreichs konnten die deutschen Staaten langfristig etwas mehr Soldaten rekrutieren.[83] Bereits am 31. Juli 1870 standen auf deutscher Seite 460.000 Männer in Grenznähe bereit. 900 Züge waren notwendig gewesen, um sie zu ihren Zielorten zu schaffen.[84] Insgesamt transportierten 1500 Züge innerhalb von nur drei Wochen bis zum 12. August 640.000 Soldaten, 170.000 Pferde und beinahe 1600 Geschütze an die Front.[85] Auf französischer Seite waren kaum Vorkehrungen für die bevorstehenden Truppenverlegungen getroffen worden. Es fehlte zunächst an Unterbringungsmöglichkeiten und Zelten. An Lebensmitteln stand den Soldaten anfangs nur ihre selbst mitgebrachten Rationen zur Verfügung. Zwar transportierten 900 Züge die Einheiten rasch an Rhein und Mosel, jedoch befand sich die erforderliche Ausrüstung noch in den Depots. Die Waffenmagazine verteilten sich im ganzen Land, sodass die Reservisten, welche die Ausstattung zu ihren Einheiten bringen sollten, zuerst quer durch Frankreich reisten. Anschließend mussten sie noch ihre jeweiligen Einheiten an der Front finden. Selbst als die Kampfhandlungen bereits begonnen hatten, fehlten den französischen Truppenverbänden teilweise noch im September 1870 Ausrüstung und Männer.[86]

Die Eisenbahn spielte besonders zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges eine wesentliche Rolle. Ihr Potenzial als Transportmittel hatte die preußische Seite bereits früh erkannt. Seit den 1840er Jahren band das preußische Kriegsministerium sie in militärische Planungen mit ein. Seit den 1860er Jahren war die Eisenbahn bereits ein fester Bestandteil von Truppenübungen. 1869 gründete sich innerhalb des Generalstabes eine Eisenbahnabteilung, welche über Kontakte zu den Eisenbahngesellschaften verfügte. Auf diese Weise lagen bereits im Frühjahr 1870 Fahrpläne nach Frankreich vor. Derartige Absprachen zwischen der militärischen Leitung und den Eisenbahngesellschaften wurden auf der französischen Seite nicht getroffen. So kam es vor, dass Züge trotz des besser ausgebauten französischen Eisenbahnnetzes unterwegs wieder umkehren mussten, weil die ihnen zugeordneten Truppenteile noch nicht vollständig zugestiegen waren.[87]

Abwehr des Angriffs und Weg nach Sedan

Die Kampfhandlungen begannen am 2. August 1870 mit einem Vorstoß französischer Truppen unter General Frossard. Sie nahmen das strategisch eher isolierte und nur von wenigen preußischen Truppen geschützte Saarbrücken ein. Am 5. August räumte Frossard Saarbrücken, da er starke gegnerische Truppenverbände in der Nähe vermutete. Diese schlugen ihn am 6. August in der Schlacht bei Spichern.[88] Mit seinem Rückzug ging die Initiative auf die drei deutschen Armeen über, geführt von Karl Friedrich von Steinmetz, Prinz Friedrich Karl Nikolaus von Preußen und Kronprinz Friedrich Wilhelm. Weitere französische Niederlagen in den Grenzschlachten von Weißenburg am 4. August und der Schlacht bei Wörth bannten vorerst die Möglichkeit einer französischen Invasion. Es zeichnete sich ab, dass Frankreich zum Hauptkriegsschauplatz werden sollte.[89]

Die ersten Siege waren mit hohen Verlusten verbunden. Allein in Wörth kamen mehr deutsche Soldaten ums Leben als in dem Krieg von 1866 gegen Österreich.[91] Die deutschen Offiziere befahlen den Fußtruppen am Anfang des militärischen Konfliktes häufig noch traditionelle Frontalangriffe auf die Stellungen der Franzosen. Dabei setzten sie die Soldaten dem Beschuss durch das Chassepotgewehr aus. Da die preußischen Zündnadelgewehre nur eine halb[92] so große Schussweite wie ihre französischen Gegenstücke aufwiesen, mussten die deutschen Truppen mehrere hundert Meter zurücklegen, ehe sie das Feuer erwidern konnten.[93] Die an Schussfrequenz und Reichweite überlegene deutsche Artillerie wurde zu Beginn des Krieges häufig erst eingesetzt, nachdem ihr die Infanterie unter hohen Verlusten eine günstige Position verschafft hatte.[94]

Die von der Grenze zurückgedrängten Truppenteile der Franzosen marschierten nach Nancy und Straßburg, um sich dort neu zu formieren. Die von Marschall François-Achille Bazaine geführte Rheinarmee hielt ihre Stellung weiterhin in Metz.[95] Um die Stadt herum sollte es zwischen dem 14. und 18. August zu drei Schlachten kommen: Die erste Begegnung mit der Rheinarmee bei Colombey-Nouilly (14. August) endete unentschieden. In der zweiten Schlacht bei Mars-la-Tour (16. August) gelang es den deutschen Truppen, Bazaines Armee den Weg in das schwer befestigte Verdun abzuschneiden. Damit war eine Vereinigung mit der Armee Napoleons III. vereitelt worden.[96] Am 18. August kam es bei Gravelotte zu der größten und verlustreichsten Schlacht des gesamten Krieges. Die Rheinarmee zog sich in Folge der Schlacht hinter die Festungsmauern von Metz zurück und konnte so letztlich eingekesselt werden. Die eingeschlossene Rheinarmee – immerhin der größte Truppenverband Frankreichs – war somit nicht mehr in der Lage, eine Verteidigung des Landes zu gewährleisten.[97]

Um die Belagerung von Metz aufzuheben, wurden die unter dem Kommando von Marschall Mac Mahon im Lager von Châlons zusammengezogenen Verbände in Marsch gesetzt. Allerdings setzten die III. Armee des preußischen Kronprinzen und die Maasarmee Mac Mahon nach. Nach der verlorenen Schlacht bei Beaumont (30. August) nahm der französische General vorerst endgültig Abstand von dem Plan, die Festung Metz zu entsetzen. Er ließ seine Armee weiter in Richtung der belgischen Grenze abdrängen, nach Sedan.[99] Die Stadt liegt in einem Tal, umgeben im Osten und Norden von Anhöhen. Diese Erhebungen machten es der deutschen Artillerie am 1. September möglich, die Stadt und Festung von oben herab zu bombardieren.[100] Zum ersten Mal im Deutsch-Französischen Krieg fungierten Geschütze als die Hauptwaffe. Nicht mehr nur feindliche Artillerie wurden unter Beschuss genommen, sondern systematisch vor allem die gegnerische Infanterie.[101] Die Kapitulation der nun ebenfalls eingekesselten Armée de Chalons und die Gefangennahme Napoleons III. in Sedan führte in Paris am 4. September zwar zur Absetzung des französischen Kaisers und Ausrufung der Republik, war aber unter rein militärischen Gesichtspunkten nicht kriegsentscheidend. Die neue, republikanische Regierung setzte den Waffengang fort. Die folgenden Monate bis zum Friedensschluss musste der entmachtete Napoleon im Exil, in Schloss Wilhelmshöhe bei Kassel, verbringen.[102]

Fortsetzung des Krieges

Den formalen Gepflogenheiten des Kabinettkrieges entsprechend war Frankreich nach der Schlacht von Sedan besiegt. Die französische Berufsarmee geriet größtenteils entweder in Kriegsgefangenschaft (Sedan) oder blieb zunächst in der belagerten Festung von Metz eingeschlossen. Die provisorische Regierung in Paris sah sich trotzdem nicht im Stande, Frieden zu schließen, denn dies hätte bedeutet, den inzwischen von der deutschen Seite erhobenen Forderungen nach einer Abtretung des Elsass und Lothringens zuzustimmen. Ein solcher Gebietsverlust hätte erneute Unruhen in Paris ausgelöst und wohl zu dem Sturz der neuen Regierung geführt. Verhandlungsgespräche zwischen Bismarck und dem französischen Außenminister Jules Favre scheiterten daher. Die neue Regierung setzte auf eine Massenaushebung in den unbesetzten Landesteilen und versuchte so neue Armeen aufzustellen. Faktisch wurde damit die Wehrpflicht in Frankreich wieder eingeführt.[103]

Der deutsche Generalstab seinerseits plante den Krieg durch einen Vorstoß auf Paris zu beenden. Die französische Hauptstadt konnte am 19. September 1870 eingeschlossen werden. Für eine Erstürmung der Stadt waren jedoch nicht genug Truppen vorhanden. Gegen eine Erstürmung sprachen auch die massiven Festungsanlagen von Paris und ein zu erwartender Straßenkampf. Moltke hoffte, dass die Vorräte in der belagerten Stadt nach 8 Wochen aufgebraucht sein würden und die französische Regierung dann um Frieden bitten müsse.[105] Tatsächlich aber gelang es der Regierung noch etwa eine Million Männer zu rekrutieren. An der Loire, im Nordwesten und Südosten Frankreichs bildeten sich zur geplanten Befreiung von Paris neue Armeen, wenngleich unzureichend ausgebildet und schlecht bewaffnet. Der Generalstab konnte auf diese Entwicklung erst nennenswert reagieren, nachdem sich die Festung von Metz am 27. Oktober 1870 ergeben hatte und die I. und II. Armee abgezogen werden konnten.[106]

Derweil startete der Pariser Festungsgouverneur Louis Jules Trochu mehrere Versuche, den Belagerungsring der Deutschen zu durchbrechen. Dies war etwa am 30. September bei Chevilly, am 13. Oktober bei Châtillon und am 28. Oktober im Vorstadtdorf Le Bourget der Fall.[108] Die Aktionen waren jeweils schlecht organisiert und blieben erfolglos. Den Einwohnern von Paris machten im Winter 1870 zunehmend Hunger, Seuchen (Typhus, Ruhr, Pocken) und Kälte das Leben schwer. Insbesondere für die ärmeren Schichten war kaum noch Brennholz zum Heizen der Häuser verfügbar. 40.000 Pariser sollten die verschärften Lebensbedingungen in der Stadt nicht überleben. Hinzu kamen seit dem Jahreswechsel 1870/1871 noch Opfer durch Artilleriebeschuss. In drei Wochen schlugen 7000 Granaten in Paris ein.[109] Der Beschuss der französischen Hauptstadt erfolgte auf Drängen von Bismarck, der die Kapitulation Frankreichs beschleunigen wollte. Als Kanzler des Norddeutschen Bundes fürchtete er, dass die anderen europäischen Großmächte im Falle eines sich lange hinziehenden Krieges einen Friedenskongress einberufen könnten. So sprach der britische Premierminister William Ewart Gladstone von einer „tiefen Schuld gegenüber Frankreich“, die Preußen und seine Verbündeten auf sich laden, wenn sie tatsächlich das Elsass und Lothringen annektieren würden. Der Beschuss von Paris beförderte zudem den Widerstandswillen in der Stadt und schadete dem Ruf der deutschen Entscheidungsträger im Ausland.[110]

Eine unmittelbare potenzielle Gefährdung der Pariser Belagerung ging von den drei neu aufgestellten französischen Armeen aus: der Loirearmee, der Ostarmee um Besançon und der Nordarmee um Rouen. Moltke musste an verschiedenen Fronten Abwehrkämpfe führen. Besonders an der Loire, in der Region um Orléans, fanden mehrere Schlachten statt. Am 10. Oktober 1870 zwang ein von Paris abgezogenes bayerisches Korp in dem Gefecht bei Artenay französische Kräfte zum Rückzug. Orléans wurde am Tag darauf besetzt. Die zahlenmäßig deutlich unterlegene Truppe setzte sich jedoch am 9. November in der Schlacht bei Coulmiers nicht gegen die Loirearmee unter der Führung von General Paladines durch. Orléans fiel vorerst wieder in die Hände der französischen Truppen. Am 3. Dezember traf deutsche Verstärkung, die aus Metz abgezogene 2. Armee, in der Region ein und versprengte die Loirearmee.[111] Bei Le Mans wurde die Armee schließlich vom 10. bis 12. Januar 1871 vollends geschlagen. Damit bestand de facto kaum noch die Möglichkeit einer Befreiung von Paris.[112]

Auch von anderen Regionen aus vermochten es die militärischen Operationen der Franzosen nicht, den Pariser Belagerungsring zu erreichen: Moltke schickte Mitte November 1870 die 1. Armee unter dem Kommando des Edwin von Manteuffel in die Region nördlich der Somme. Die Truppen sollten dort gegen die kampffähig gewordene Nordarmee vorgehen. In der Schlacht bei Amiens kam es am 27. November 1870 zu einem ersten Zusammentreffen zwischen den neu aufgestellten französischen Einheiten und der Armee Manteuffels. Die unzureichend vorbereitete französische Armee wurde zurückgedrängt, nicht zuletzt auch aufgrund des auf deutscher Seite weiterreichenden Artilleriefeuers. Die deutschen Truppen rückten kurz darauf auf Rouen vor und besetzten die Stadt am 5. Dezember 1870.[113] Der geplante Vorstoß bis nach Le Havre scheiterte allerdings, da es dem inzwischen von der französischen Regierung zum Oberbefehlshaber der Nordarmee ernannten Louis Faidherbe gelang, die Festung in Ham zurückzuerobern. Damit kontrollierten die französischen Einheiten kurzzeitig wieder die Eisenbahnlinie von Reims nach Amiens, was die Nachschubwege von Manteuffels Armee in Richtung Rouen unterbrach. Durch die Siege in den folgenden Schlachten an der an der Hallue – einem Nebenfluss der Somme bei Amiens – und bei Saint-Quentin konnte Manteuffel jedoch letztlich die französische Nordarmee von Paris weiter abdrängen.[114]

Zivilisten im Krieg

Im Deutsch-Französischen Krieg kämpften nicht nur reguläre Armeen gegeneinander. Auf französischer Seite griffen auch Zivilisten in die Kampfhandlungen ein. Sie schlossen sich Freischärlerverbänden, sogenannten Franc-tireurs an. Noch die kaiserliche Regierung Napoleons III. hatte ihre Bildung aus Schützengesellschaften angeregt. Aus Verbitterung über Einquartierungen und Verpflegung der deutschen Besatzer verstärkten weitere französische Zivilisten bald die Verbände. In den von den deutschen Armeen besetzten Gebieten Frankreichs führten sie Aktionen durch, die erstens die Versorgung der gegnerischen Soldaten beeinträchtigen und zweitens deren Kampfmoral treffen sollte. Attackiert wurden hauptsächlich kleinere Abteilungen, Posten und Kuriere, aber auch Eisenbahn-, Telegrafen- und Brückenverbindungen. Die militärische Wirkung hielt sich in Grenzen. „Nur“ etwa 1000 deutsche Soldaten starben in Auseinandersetzungen mit den Freischärlern.[115]

Die deutschen Offiziere und Soldaten erkannten die bewaffneten Zivilisten nicht als Kombattanten bzw. rechtmäßige Kampfteilnehmer an. Der rechtliche Status der Franc-tireurs war faktisch kaum geregelt, da die Erste Genfer Konvention von 1864 sich im Wesentlichen nur auf den Schutz verwundeter Soldaten beschränkte. Diese rechtliche Lücke begünstigte schwere Ausschreitungen auf beiden Seiten. Neben der Teilnahme von nicht uniformierten Verbänden an den Kämpfen ereigneten sich Fälle des „Missbrauch[es] von Geiseln als menschliche Schutzschilder und […] Hinrichtungen widerspenstiger Zivilisten“ (Heidi Mehrkens). Die Exzesse des Krieges begünstigten eine Erweiterung der Genfer Konventionen in den folgenden Jahrzehnten.[116] Zu besonderer Berühmtheit brachten es Kämpfe um Bazeilles bei Sedan. Am 1. September 1870 erschossen bayerische Soldaten in dem Dorf über 30 Einwohner und brannten den Ort nieder.[117] General von Senden ließ im Dezember 1870 in einer Proklamation folgenden Wortlaut verkünden:

„Jede Person, die nicht zur regulären Truppe oder zur Mobilgarde gehört und unter der Bezeichnung Freischärler oder einem anderen Namen mit Waffen angetroffen wird, in dem Augenblick, wo sie bei der Ausübung von feindseligen Handlungen gegen unsere Truppen in flagranti gefasst wird, als als Verräter angesehen und ohne jedes weitere Prozessverfahren gehängt oder erschossen […] alle Häuser oder Dörfer, die den Freischärlern Unterschlupf bieten und in deren Schutz diese die deutschen Truppen angreifen, werden in Brand gesteckt oder beschossen […]“[118]

Die Furcht vor Franc-tireurs blieb in der militärischen Führung noch lange nach dem Deutsch-Französischen Krieg präsent. So rechtfertigte das deutsche Militär während des Ersten Weltkrieges präventive Maßnahmen gegen die Zivilbevölkerung in Belgien und Frankreich damit, einen angeblichen „Franctireurskrieg“ unterdrücken zu müssen.[119]

Reichsgründung, Pariser Kommune und Kriegsende

Die gemeinsam auf den Schlachtfeldern errungenen Erfolge begünstigten einen nationalen Einigungsprozess. Bismarck ließ sich zwar von der öffentlichen Meinung generell nicht leiten, arbeitete aber spätestens seit dem Herbst 1870 – noch während des Krieges – auf die Gründung des Deutschen Kaiserreiches hin. Dafür waren mehrere Gründe ausschlaggebend. Nur ein Beitritt der süddeutschen Staaten zum Norddeutschen Bund würde, so Bismarcks Kalkül, Frankreich von einem zukünftigen Revanchismus abschrecken. Zudem war die Regierung an einer Etatbewilligung durch den Reichstag interessiert. Die Erhebung von Wilhelm I. zum deutschen Kaiser versprach die notwendige Unterstützung im Parlament sicherzustellen.[121] Bismarcks langandauernde Verhandlungen mit den süddeutschen Regierungen zeigten schließlich Erfolg, auch wenn er einige Zugeständnisse machen musste. In den Novemberverträgen verpflichteten sich die süddeutschen Staaten einem Deutschen Bund (so die offizielle Bezeichnung) beizutreten. Im Gegenzug behielten sie ihre Selbstverwaltung im Post-, Telegraphen- und Bahnwesen. Der bayerische König blieb in Friedenszeiten Oberbefehlshaber der Armee seines Landes.[122]

Am 10. Dezember 1870 stimmte der Reichstag für den Vorschlag in der neuen Verfassung statt des Begriffes Präsidium des Bundes den Titel Kaiser einzuführen. Der Deutsche Bund wurde in dem gleichen Akt zum späteren Deutschen Reich erklärt. Die Verfassung trat formal aber erst am 1. Januar 1871 in Kraft. Symbolisch bekräftigt wurde die Reichsgründung am 18. Januar durch die Ausrufung Wilhelms I. zum deutschen Kaiser im Spiegelsaal des Schlosses zu Versailles nahe Paris. Der 18. Januar erinnerte an die Königsaufwertung von Friedrich I. genau 170 Jahre zuvor. Bezeichnenderweise durften nur Fürsten, Prinzen und hohe Offiziere der Zeremonie beiwohnen. Vertreter des Parlamentes waren nicht eingeladen.[123] Die französische Öffentlichkeit empfand die Proklamation in Versailles, dem einstigen Machtzentrum Ludwigs XIV., als nationale Demütigung. Am 28. Juni 1919 – nach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg – sollte die deutsche Delegation den Friedensvertrag von Versailles im gleichen Raum unterzeichnen müssen.[124]

Am 23. Januar 1871 rang sich die französische Regierung gegen den Willen des Innenministers Gambetta zu dem Beschluss durch, Waffenstillstandsverhandlungen einzuleiten. Hierbei hatte sich die Position des französischen Außenministers Favre durchgesetzt, welcher eine weitere politische Radikalisierung im eingeschlossenen Paris vermeiden wollte. Am 26. Januar 1871 begannen die Gespräche mit den preußischen Entscheidungsträgern. Am 28. Januar ergab sich die französische Hauptstadt formal und es trat ein auf 21 Tage befristeter Waffenstillstand in Kraft, der allerdings für Departements im Südosten Frankreichs noch nicht galt. Das Ende der Kämpfe im restlichen Frankreich ermöglichte am 8. Februar Wahlen zur Nationalversammlung. Die Wähler begünstigten Friedensbefürworter und sicherten vor allem den Monarchisten Sitzplätze im Parlament.[125] Nachdem am 12. Februar 1871 die Nationalversammlung in Bordeaux ihre Arbeit aufgenommen hatte, gelang bis zum 26. Februar der Abschluss eines Vorfriedens in Versailles. Der Vertrag sah die Abtretung eines Großteils des Elsass und eines Teils von Lothringen vor. Zudem sollte Frankreich eine Kriegsentschädigung bis zum März 1874 abbezahlen. Die französischen Diplomaten bewirkten nur wenig Abweichungen von den Forderungen der Deutschen. So wurde die Kriegsentschädigung von 6 auf 5 Milliarden Goldfranc heruntergehandelt und die elsässische Festungsstadt Belfort blieb Frankreich erhalten.[126]

Nach langwierigen Verhandlungen in Brüssel und Frankfurt am Main kam am 10. Mai 1871 schließlich ein endgültiger Friedensvertrag mit Frankreich zustande. Die französischen Unterhändler hatten zuvor lange versucht, die Verhandlungen hinauszuzögern. Die Taktik sollte die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sich andere europäische Großmächte noch zu Gunsten Frankreichs diplomatisch einschalten. Allerdings gab die französische Regierung diese Pläne nach dem Beginn der sogenannten Pariser Kommune auf. Für die gewaltsame Niederschlagung des revolutionären Stadtrates in Paris benötigte die Regierung die Duldung der deutschen Besatzer. Daher waren die französischen Diplomaten bereit, die Friedensbedingungen nun zu unterzeichnen.[127]

Der Bildung der Pariser Kommune waren Spannungen zwischen der von Monarchisten dominierten Nationalversammlung und republikanisch gesinnten Hauptstadt vorausgegangen. Regierung und Nationalversammlung tagten seit dem 10. März 1871 in Versailles, dem einstigen Zentrum des Ancien Régime. Dies rief in Paris Ablehnung hervor. Das Komitee der Pariser Nationalgarde strebte daraufhin die Errichtung einer autonomen Republik an. Der Protest der Pariser steigerte sich noch, als am 18. März 1871 Regierungstruppen versuchten, Kanonen auf dem Montmartre zu konfiszieren. Die Aktion schlug fehl und löste einen offenen Aufstand aus. Am 26. März 1871 wählten die Pariser einen Stadtrat, der in den nächsten Monaten die Macht übernahm und der Versailler Regierung die Anerkennung verweigerte. Die sogenannte Kommune verabschiedete eine Reihe von Beschlüssen, darunter die Abschaffung von Mietschulden, ein Nachtbackverbot und die Konfiszierung von Ordensbesitz.[128] Für die Niederschlagung der Kommune erlaubte Bismarck die Vergrößerung der französischen Regierungstruppen und ließ Kriegsgefangene entlassen. Nach zwei Monaten gelang Mac-Mahon die Einnahme von Paris. Rund 20.000 Kommunarden fielen dabei den Kämpfen in der „Blutwoche“, dem „semaine sanglante“, zum Opfer.[129]

Kriegsfolgen


Deutsche Besatzungstruppen in Frankreich

Für den Osten Frankreichs bedeutete das Ende des Krieges noch keine sofortige Rückkehr zur Normalität. Wie im Versailler Vorfrieden vereinbart blieben bis zur Begleichung der geforderten Reparationssumme deutsche Besatzungstruppen in zeitweise 19 Departements stationiert. Aus Gebieten links der Seine zog sich das deutsche Militär dagegen zurück. Im Berliner Abkommen vom 12. Oktober 1871 erreichte die französische Diplomatie eine Beschränkung der Besatzungstruppen auf 50.000 Mann und 6 Departements. Frankreich bezahlte die Raten zur Reparation schneller ab als erwartet, sodass im Juli 1873 mit dem vollständigen Truppenabzug aus Frankreich begonnen werden konnte.[130] Auch der Wiederaufbau einer französischen Armee schritt rasch voran: Schon im Dezember 1871 erklärte Staatspräsident Thiers auf eine Truppenstärke von 600.000 Mann hinzuarbeiten. Als Reaktion hierauf begann Moltke 1872 einen möglichen Präventivkrieg gegen Frankreich vorzubereiten. Bismarck lehnte solche Vorhaben jedoch ab und hielt an seinem neuen Kurs fest, Frankreich bündnispolitisch zu isolieren. Auf diese Weise sollte Paris von einem möglichen Revanchekrieg abgehalten werden.[131]

Verlust des Elsass und Lothringens für Frankreich und Mokrani-Revolte

Teile des Elsass und Lothringens fielen mit dem Frankfurter Frieden offiziell an das Deutsche Reich. Eine Volksabstimmung zur Eingliederung erfolgte nicht. Das Reichsgesetz vom 9. Juni 1871 schloss die beiden Gebiete zu dem neu geschaffenen Reichsland Elsaß-Lothringen zusammen, welches bis 1918 bestand und die „deutsch-französische Erbfeindschaft“ vertiefte.[133] Die Frage, inwieweit die erzwungene Abtretung des Elsass und Lothringens Grundlagen für den Beginn des Ersten Weltkrieges legte, ist hoch umstritten. Christoph Nonn meint, dass die Annexion „die Möglichkeit einer Aussöhnung der Kriegsgegner von 1870/1871 verbaute“.[134] Klaus-Jürgen Bremm verweist hingegen auf Äußerungen prominenter Politiker und Publizisten in Frankreich, die einer solchen Einschätzung widersprechen. So bezeichnete der Schriftsteller Remy de Gourmont das Elsass und Lothringen als „vergessene Länder“. Frankreich habe in den folgenden Jahrzehnten vielmehr – so Bremm – versucht, durch koloniale Besitzergreifungen den Verlust der beiden Provinzen zu kompensieren.[135]

Während des Ersten Weltkrieges gehörte die Rückgabe des Elsass und Lothringens dann zu den Kriegszielen Frankreichs. Darüber hinaus forderte Paris die Bildung eines Staatengürtels an seiner Ostgrenze, welcher zukünftige Invasionen durch den deutschen Nachbarn erschweren sollte. Auch als Revanche für die Reparationsleistungen von 1871 bis 1873 kamen hohen Entschädigungszahlungen ins Gespräch.[136] Der Versailler Vertrag – sowohl seine Inhalte als auch die Art seines Zustandekommens – von 1919 war von französischem Revanchebedürfnis geprägt und legte Grundlagen für die tiefgreifende Krise der jungen Weimarer Republik und den Aufstieg des Nationalsozialismus. Anlässlich des Krieges kam es in Algerien zur Mokrani-Revolte der algerischen Bevölkerung gegen die Kolonialherrschaft, die bis 1872 niedergeschlagen wurde.[137]

Aufstieg des Deutschen Kaiserreiches

Bismarck zementierte mit der von ihm betriebenen Reichsgründung ein Deutsches Reich unter Ausschluss Österreich-Ungarns. Die Bildung des kleindeutschen Reiches veränderte das Machtgefüge in Europa nachhaltig. Deutschland löste Frankreich als die bedeutendste Kontinentalmacht ab, weshalb der ehemalige britische Premierminister Disraeli die Reichsgründung als folgenreicher bezeichnete als die Französische Revolution.[138] Im Jahr 1871 umfasste das Deutsche Kaiserreich über 500.000 Quadratkilometer und hatte etwa 41 Millionen Einwohner. Flächen- und einwohnermäßig war es damit der zweitgrößte Staat Europas. Wenige Jahre später sollte Deutschland auch wirtschaftlich mit zu der Weltspitze gehören. Der kriegerisch vollzogene Aufstieg der neuen Macht weckte in vielen europäischen Staaten allerdings die Befürchtung einer noch weitergehenden Expansionspolitik Berlins.[139] Das preußische Modell der allgemeinen Wehrpflicht bei kurzer Dienstzeit verbreitete sich rasch weltweit.[140]

Die französischen Reparationen waren einer der Auslöser des deutschen Booms der Gründerzeit. Die französischen Zahlungen gaben dem deutschen Kapitalmarkt zusätzliche Impulse und verstärkten die Investitionsbereitschaft des Bürgertums. Zwischen 1871 und 1873 entstanden etwa 928 Aktiengesellschaften. Profiteure waren insbesondere die Eisenbahn sowie die Stahl-, Kohle- und Maschinenbauindustrie.[141] Nach dem Krieg war Frankreich hingegen geschwächt. Es hatte hunderttausende Gefallene und Verwundete zu beklagen, büßte mit der Abtretung von Elsaß-Lothringen 2 Millionen seiner Einwohner ein und verlor einen großen Teil seiner bisherigen Eisenerzversorgung.[142]

Militaristische Tendenzen

Die Wahrnehmung des Militärs in der Zivilgesellschaft wandelte sich durch den Deutsch-Französischen Krieg. Die Armee galt in Deutschland nun als Geburtshelfer der nationalen Einheit. Kritik an dem Vorgehen während des Krieges, wie sie von einigen sozialdemokratischen Politikern geäußert wurde, war in der Bevölkerung nicht mehrheitsfähig.[143] Viele militärische Normen und Verhaltensweisen flossen in den Alltag ein. Selbst in Schulen wurde ein militärischer Geist gepflegt. Zugleich beanspruchten Militärs für sich eine größere Rolle in der Politik. Ranghohe Generäle trugen häufig Forderungen nach einer weiteren Aufrüstung der Armee und Präventivkriege an die Regierung heran.[144] Den prominentesten Platz im Alltag nahm jährlich der sogenannte Sedantag am 2. September ein. Er erinnerte an die Schlacht bei Sedan und die Gefangennahme Napoleons III. Obwohl sich der Sedantag nie zu einem amtlich bestätigten Nationalfeiertag entwickelte, fanden in Preußen an seinem Datum festliche Veranstaltungen an Universitäten und Schulen statt. Die Kriegervereine hielten Paraden auf den Straßen ab.[145]

Rezeption


Wahrnehmung und Gedenken in der breiteren Öffentlichkeit

Aufgrund der persönlichen Erlebnisse und der großen politischen Veränderungen blieb der Krieg stark im Bewusstsein der Zeitgenossen verankert. Zahlreiche Denkmäler und Gedenkstätten, die an die Gefallenen erinnern, entstanden in Frankreich, in Deutschland, dem ehemals deutschen Eupen in Belgien sowie in der Schweiz. Besonders in Deutschland wurden zahlreiche Straßen und Plätze nach Offizieren und Orten der Schlachten umbenannt. Die noch größere Dimension an Gewalt in den beiden Weltkriegen ließ die Erinnerung an den Krieg von 1870/1871 jedoch verblassen.[146] Große Sonderausstellungen zum Deutsch-Französischen Krieg zeigten das Musée de l’Armée in Paris (2017) und das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden (2020).[147]

Nach 1870 erschienen in Deutschland und Frankreich zahlreiche Kriegsromane, Autobiographien und historiografische Texte. Insbesondere bei den französischen Werken lassen sich häufig die Genre nicht strikt voneinander abgrenzen. Ob das Erzählte fiktionaler Natur ist oder auf tatsächlich erlebte Erfahrungen zurückgeht, bleibt meist offen. Zu den erfolgreichsten Werken der französischen Kriegsliteratur gehörte Émile Zolas La Débâcle (Der Zusammenbruch). Rund 190.000 Exemplare wurden bis 1897 verkauft.[148] Die populären französischen Kriegsromane rücken unter anderem „den verzweifelten Heroismus der französischen Truppen, die Leiden der Pariser Bevölkerung während der Belagerung der Stadt [und] die Übergriffe der fremden Besatzung“ in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Andere französische Kriegsromane spielten in der Zukunft und propagierten eine kriegerische Rückeroberung des Elsass und Lothringens.[149] Nur wenige Forschungsergebnisse liegen bisher zur deutschen Kriegsliteratur vor. Ausnahmen stellen lediglich Untersuchungen zu Veröffentlichungen von Karl May (Die Liebe des Ulanen) und Theodor Fontane dar.[150] Fontane war als Kriegsberichterstatter aktiv. Als er das nicht von preußischen Truppen besetzte Domrémy-la-Pucelle, den Geburtsort von Jeanne d’Arc, erkundete kam er in französische Kriegsgefangenschaft. Sein Erlebnis verarbeitete der Schriftsteller in der Autobiographie (Kriegsgefangen). Nach dem Ende des Krieges besichtigte Fontane 1871 das teilweise von deutschen Truppen noch besetzte Frankreich erneut. 1872 erschien hierüber sein Reisebericht Aus den Tagen der Okkupation.[151]

Historiografie vor dem Ersten Weltkrieg

Der Deutsch-Französische Krieg war eine Herausforderung für die Historiografie in Frankreich, denn es mussten mehrere in den jeweiligen politischen Lagern hoch umstrittene Aspekte verarbeitet werden. Aus republikanischer, konservativer, monarchistischer oder laizistischer Perspektive wurde der Wechsel von dem napoleonischen Kaiserreich zur Republik und die Pariser Kommune sehr unterschiedlich bewertet. Es existierte kein einheitliches, wirkmächtiges Deutungsmuster.[152] Republikanisch gesinnte Historiker um Gabriel Monod und Ernest Renan machten die schlechte Organisation der Armee und eine zu wenig patriotische Erziehung an Schulen und Universitäten für die französische Niederlage verantwortlich. Frankreich müsse, so ihre Ansicht, nach dem verlorenen Krieg einen ähnlichen Reformkurs einschlagen wie Preußen nach der Niederlage gegen Napoleon I.[153]

In der der propreußische Geschichtsschreibung schien der Deutsch-Französische Krieg eine Einheit mit dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 und dem Deutschen Krieg von 1866 zu bilden. Die Konflikte wurden als Etappen auf dem Weg zu dem preußisch-deutschen Nationalstaat angesehen, als sogenannte Deutsche Einigungskriege. Dem Deutsch-Französischen Krieg fiel in dieser Bewertung eine besondere Rolle zu, da in seinem Verlauf der französische „Erbfeind“ überwunden worden sei und die Reichsgründung erfolgte.[154] Diese galt Historikern wie Treitschke, Sybel und Droysen „als Höhepunkt deutscher Geschichte“.[155] Leopold von Ranke sah in dem Krieg eine Brechung der französischen Hegemonie, die seit Ludwig XIV. den europäischen Kontinent geprägt habe. Preußenkritische Darstellungen hatten während des Kaiserreiches keinen Erfolg, was den Schweizer Kulturhistoriker Jacob Burckhardt zu der Bemerkung kommen ließ, dass „die ganze Weltgeschichte von Adam an siegesdeutsch angestrichen“ werde. Großen Anteil an einer solchen Geschichtsschreibung hatte vor allem Treitschkes Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert.[156]

Historiografie im Zeitalter der Weltkriege und Nachkriegszeit

Laut Klaus Jürgen–Bremm „vernachlässigte die historische Forschung in Deutschland den Krieg von 1870/1871 seit der Weimarer Republik aus nachvollziehbaren Gründen lange“.[157] Ein Grund dafür bestand darin, dass viele Ergebnisse des Deutsch-Französischen Krieges durch die beiden Weltkriege rückgängig gemacht wurden. Die 1871 begründete Kaiserherrschaft der Hohenzollern fand 1918 genauso ihr Ende wie die Zugehörigkeit Elsass-Lothringens zum Deutschen Reich. Im Zuge der Deutsch-deutschen Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Deutschland vorübergehend seine nationale Einheit. Auch nach der Wiedervereinigung überlagerten die „Katastrophen des 20. Jahrhunderts“ das Interesse an dem Deutsch-Französischen Krieg.[158] Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Verantwortlichkeit Deutschlands für den Ersten Weltkrieg entstand Hermann Onckens Schrift Die Rheinpolitik Kaiser Napoleons III. von 1863 bis 1870 und der Ursprung des Krieges 1870/71. Hierin versuchte der Historiker 1926 zu beweisen, dass 1870 Frankreich und nicht Preußen an dem Beginn des Deutsch-Französischen Krieges Schuld hatte.[159]

Aspekte im Fokus der neueren Forschung

Kriegsschuldfrage

Die Meinungen der Historiker gehen noch heute in der Frage auseinander, welchen Anteil die beiden Kriegsparteien an dem Beginn der Eskalation hatten. In seiner 1970 erschienen Monografie Der Kriegsausbruch 1870 vertrat der Historiker Eberhard Kolb die These, dass Bismarcks Vorgehen im Vorfeld des Deutsch-Französischen Krieges eher defensiver Natur war. Während der Spanischen Thronfolgekrise hätten, so Kolb, auf Seiten der französischen Regierung „irrational-emotionale Faktoren eine dominierende Rolle“[160] gespielt. Die französische Überreaktion auf die Hohenzollernkandidatur, welche in die französischen Kriegserklärung mündete, sei für Bismarck so nicht vorhersehbar gewesen.[161]

Zur Frage nach Bismarcks Motivation im spanischen Thronfolgeprojekt vertreten Historiker wie Otto Pflanze die These, Bismarck habe die Krise von vornherein mit dem Ziel hochgeschaukelt, eine französische Kriegserklärung zu provozieren. Dieser Interpretation folgend arbeitete Bismarck auf einen Krieg mit Frankreich hin, um die deutsche Einigung zu vollenden. Auch innenpolitische Motive hätten hierbei eine Rolle gespielt: Die anstehenden Verhandlungen über den Militäretat sollten durch eine angefachte nationalistische Begeisterung erleichtert werden. Christoph Nonn argumentiert dagegen, Bismarck könnte das spanische Projekt vor allem zur Friedenssicherung betrieben haben. Immerhin hätte ein Hohenzollern-König auf dem spanischen Thron Frankreich vor einem Krieg mit Preußen zurückschrecken lassen können oder Frankreich zumindest zusätzlich dazu gezwungen, Truppen zum Schutz seiner Südwestgrenze zusammenzuziehen.[162] In der Monografie Duell der Giganten. Bismarck, Napoleon III. und die Ursachen des Deutsch-Französische Krieg 1870–1871 beschreibt der US-amerikanische Historiker David Wetzel die Vorgeschichte des Deutsch-Französischen Krieges als eine personengeschichtliche Konfrontation zwischen dem Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes und dem französischen Kaiser. Neben den beiden für Wetzel zentralen Protagonisten (Bismarck und Napoleon III.) spielte aber auch deren Umgebung eine wichtige Rolle für die Auslösung des Krieges. Der Autor nennt hier vor allem den preußischen König Wilhelm I., die französische Kaiserin Eugénie, den französischen Ministerpräsidenten Émile Ollivier und den französischen Außenminister Gramont. Vor allem Ollivier und Gramont werden als die für den Krieg hauptverantwortlichen Akteure angesehen. Bismarck arbeitete – so die Einschätzung von Wetzel – nicht auf einen Krieg mit Frankreich hin. Vielmehr habe Bismarck mit der Spanischen Thronkandidatur versucht, Frankreichs Aufmerksamkeit von seiner deutschen Einigungspolitik abzulenken. Die französische Regierung habe auf das spanische Projekt weit aggressiver reagiert als es Bismarck vorhersehen konnte. Steffen Bruendel wirft Wetzels Darstellung vor, strukturelle Faktoren (z. B. die öffentliche Meinung) zu sehr außen vor zu lassen.[163]

Totalisierung des Krieges

Inwieweit der Deutsch-Französische Krieg mit dem Ersten Weltkrieg vergleichbar war, ist in der Forschung noch Gegenstand von Debatten. In seiner Dissertation Die Heimatfront 1870/71. Wirtschaft und Gesellschaft im deutsch-französischen Krieg stuft Alexander Seyferth den Deutsch-Französischen Krieg als eine Etappe auf dem Weg zu den totalen Kriegen des 20. Jahrhunderts ein. Er begründet diese Charakterisierung mit der besonderen Rolle der Heimatfront – also einer intensiven Einbeziehung der Zivilbevölkerung jenseits der Front. Seyferth zeigt, dass der neue deutsche Staat durchaus ein Interesse daran haben musste, die öffentliche Stimmung zu kontrollieren: Da die militärische Auseinandersetzung auch nach der Gefangennahme von Napoleon III. nicht beendet war, regte sich durchaus Kriegskritik.[165] Hierauf musste, so Seyferth, die preußisch-deutsche Politik reagieren und legte damit bereits Grundlagen für eine moderne Kriegspropaganda. Der Deutsch-Französische Krieg traf auch das Wirtschaftsleben hart. Wegen des Fronteinsatzes der wehrpflichtigen Soldaten fehlten vielfach Arbeitskräfte und erhöhten sich die Produktionskosten. Die Historikerin Christine Krüger kritisiert an Seyferths Ansatz unter anderem, dass die Heimatfront nur ein Kennzeichen des totalen Krieges unter vielen sei. Zudem spreche der humane Umgang mit Kriegsgefangenen gegen eine völlige Entrechtlichung im Krieg. Es sei den Konfliktparteien im Vergleich zu den Weltkriegen gelungen, die Konfrontation nach relativ kurzer Zeit wieder zu beenden und eine weitere Radikalisierung somit einzudämmen.[166]

In ihrem Werk Statuswechsel. Kriegserfahrung und nationale Wahrnehmung im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 untersucht die Historikerin Heidi Mehrkens, inwieweit die im Deutsch-Französischen Krieg gesammelten Erfahrungen eine nationale Identifikation bzw. nationale Feindbilder begünstigten. Sie beleuchtet dies vor allem am Beispiel von sogenannten „Statuswechselern“. Darunter versteht sie Menschen, deren Stellung sich im Krieg wandelte – etwa Kriegsgefangene, Partisanen, Spione, Flüchtlinge, Geisel und Verwundete. Einerseits, so Mehrkens, sei der Nationalismus auf beiden Seiten durch den Krieg verschärft worden. Hierfür seien insbesondere Kämpfe mit bewaffneten Zivilisten, die Artilleriebombadierung von Paris und Geiselnahmen verantwortlich. Andererseits wurden Kriegsgefangene und Verletzte durchaus nach den Maßstäben des damaligen Kriegsrechtes behandelt. Die nationalistische Aufladung des Deutsch-Französischen Krieges sei insbesondere durch die Presse propagiert worden und habe sich selbst auf die Korrespondenz der kämpfenden Soldaten ausgewirkt.[167][168]

Ursachen der französischen Niederlage

In seinem Buch The Franco-Prussian War. The German conquest of France in 1870–1871 analysiert der US-amerikanische Militärhistoriker Geoffrey Wawro die Ursachen der französischen Niederlage. Er betont das Zögern und die Planlosigkeit der französischen Militärführung. Die hohen Offiziere hätten es nicht verstanden, den Hauptvorteil der französischen Armee, das neuartige Chassepotgewehr, auszuspielen. Entscheidend für den deutschen Erfolg sei die quantitative Verfügbarkeit an Soldaten gewesen (circa 850 000 französische Einsatzkräfte gegen 1,3 Millionen deutsche Soldaten). Im späteren Verlauf trug, so Wawro, auch die Stärke der deutschen Artillerie zur französischen Niederlage bei. Dem taktischen Geschick der preußischen Militärführung in den Schlachten misst er eher weniger Bedeutung bei.[169]

Jüdische Beteiligung

Die deutschen Juden waren bemüht, ihren Patriotismus durch ihre Teilnahme unter Beweis zu stellen. Es standen ca. 14.000 Soldaten jüdischen Glaubens auf preußisch-deutscher Seite im Feld, auch deshalb, weil sich für diesen Einsatz als Gegenleistung weitere Emanzipationsschritte fordern ließen.[170] Auch in der französischen Armee kämpften Juden. In der Allgemeinen Zeitung des Judenthums wurde der Krieg daher als jüdischer „Bruderkrieg“ bezeichnet. Ein innerer Konflikt entstand dadurch, dass sie in dem Kriegsgegner Frankreich ein Land bekämpften, das eine Vorreiterrolle in der Emanzipation der Juden einnahm und das ihnen daher seit der Französischen Revolution als Vorbild galt.[171]

Bildende Kunst

In Frankreich spielten auch Schlachtenmalereien für die Aufarbeitung der Niederlage eine wichtige Rolle. Die Bilder propagierten häufig die Erzählung, dass lediglich die Fehlentscheidungen der Regierung und Truppenkommandanten oder die Unterzahl an Soldaten einen sicheren französischen Sieg vereitelt hätten. Dementsprechend wurden meist nicht der Kaiser, seine Entourage und Feldherren dargestellt, sondern wenige Soldaten. Deren Kampf stilisierten die französischen Schlachtenmaler zu einem „glänzenden Zeugnis von der Tapferkeit und der heldenhaften Gesinnung [ihres] Volkes“ (Frank Becker). Die bedeutendsten Akteure dieser Malrichtung waren Alphonse de Neuville und Jean Baptiste Édouard Detaille.[173]

Im Unterschied zu den französischen Malereien befindet sich bei den deutschen Gemälden die militärische Führungselite häufig in der Bildmitte oder im Vordergrund. Viele der kommandierenden Offiziere und Fürsten luden Schlachtenmaler wie Georg Bleibtreu und Anton von Werner in ihre Hauptquartiere ein. Die Bilder hatten damit die Funktion „ihr Prestige und ihren Nachruhm“ sicherzustellen. Die kriegerischen Erfolge der deutschen Nation sei – so das Narrativ vieler Gemälde – den Leistungen ihrer Anführer zu verdanken.[174] Die Fotografie spielte sowohl in Deutschland als auch in Frankreich für die Erinnerung an den Krieg eine untergeordnete Rolle. Die langen Belichtungszeiten machten es nur möglich, tote oder posierende Soldaten zu zeigen, nicht aber das bewegte Kampfgeschehen selbst. Als ausstellbare Kunstform hatte sich die Fotografie im Vergleich zur Malerei noch kaum etabliert.[175]

Quellen


Literatur


Allgemeine Überblicksliteratur

Vorgeschichte

Rezeption und Erinnerung

Frage nach der Totalisierung des Krieges

Zu einzelnen Schauplätzen des Krieges

Heimatfront

Einzelne Armeen

Friedensschluss

Weblinks


Commons: Deutsch-Französischer Krieg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71, Lemo des Deutschen Historischen Museums, Berlin 2014.
  2. Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71, Lemo des Deutschen Historischen Museums, Berlin 2014.
  3. Michael Clodfelter: Warfare and armed conflicts: a statistical reference to casualty and other figures, 1500–2000. Mc Farland, Jefferson NC, 2002, ISBN 0-7864-1204-6, S. 210.
  4. Frédérick Nolte: L'Europe militaire et diplomatique au dix-neuvième siècle, 1815–1884. E. Plon, Nourrit et ce., 1884, S. 527 (französisch).
  5. Nolte: L’Europe militaire et diplomatique. 1884, S. 526–527.
  6. Diese Bezeichnung findet sich beispielsweise als Titel bei einem Sammelband von Eberhard Kolb (Hrsg.): Europa vor dem Krieg von 1870. Mächtekonstellation – Konfliktfelder – Kriegsausbruch (= Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien. 10). Oldenbourg, München 1987. Siehe auch: Frank Kühlich, Die deutschen Soldaten im Krieg von 1870/71. Eine Darstellung der Situation und der Erfahrungen der deutschen Soldaten im Deutsch-Französischen Krieg, Lang, Frankfurt/Main 1995.
  7. Diese Bezeichnung findet sich beispielsweise als Titel bei einer Monographie von Michael Howards: The Franco-Prussian War. The German Invasion of France, 1870–1871. Dorset, New York 1961. Siehe auch: Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War. The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2003,
  8. Nikolaus Buschmann: Einkreisung und Waffenbruderschaft. Die öffentliche Deutung von Krieg und Nation in Deutschland 1850–1871. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2003, S. 56.
  9. Tobias Arand: 1870/71. Der Deutsch-Französische Krieg erzählt in Einzelschicksalen. Osburg, Hamburg 2018, S. 161.
  10. Eintrag in der Bilddatenbank des Museo Napoleonico in Rom.
  11. Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War: The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 8.
  12. Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War: The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 9.
  13. Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War: The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 11.
  14. Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War: The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 26.
  15. Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War: The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 14.
  16. Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War: The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 17–18.
  17. Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War: The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 16–17.
  18. Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War. The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 19.
  19. Michael Epkenhans: Die Reichsgründung 1870/71. Beck, München 2020, S. 44.
  20. Ulrich Kühn: Der Grundgedanke der Politik Bismarcks. (Dissertation) Döttelbach 2001, S. 262.
  21. Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War. The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 19.
  22. Ulrich Kühn: Der Grundgedanke der Politik Bismarcks. (Dissertation) Döttelbach 2001, S. 262–263.
  23. Eberhard Kolb: Bismarck. Beck, München 2009, S. 81.
  24. Eberhard Kolb: Bismarck. Beck, München 2009, S. 82.
  25. Gerd Fesser: Sedan 1870. Ein unheilvoller Sieg. Schöningh, Paderborn 2019, S. 16–17.
  26. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 30.
  27. Christoph Nonn: Bismarck. Ein Preuße und sein Jahrhundert. Beck, München 2015, S. 180.
  28. Eberhard Kolb: Bismarck. Beck, München 2009, S. 85.
  29. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 33.
  30. Eberhard Kolb: Bismarck. München 2009, S. 85.
  31. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 39.
  32. Michael Erbe: Napoleon III. 1848/52-1870. In: Peter C. Hartmann (Hrsg.): Französische Könige und Kaiser der Neuzeit. Von Ludwig XII. bis Napoleon III. 1498–1870. Beck, München 2006, S. 422–452, hier S. 450.
  33. Christoph Nonn: Bismarck. Ein Preuße und sein Jahrhundert, Beck, München 2015, S. 184.
  34. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 40.
  35. Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War. The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 35.
  36. Gerd Fesser: Sedan 1870. Ein unheilvoller Sieg. Schöningh, Paderborn 2019, S. 23.
  37. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 41.
  38. Gerd Fesser: Sedan 1870. Ein unheilvoller Sieg. Schöningh, Paderborn 2019, S. 23.
  39. Eberhard Kolb: Bismarck. Beck, München 2009, S. 87.
  40. Gerd Fesser: Sedan 1870. Ein unheilvoller Sieg. Schöningh, Paderborn 2019, S. 24.
  41. Christoph Nonn: Bismarck. Ein Preuße und sein Jahrhundert, Beck, München 2015, S. 185.
  42. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 43.
  43. Gerd Fesser: Sedan 1870. Ein unheilvoller Sieg. Schöningh, Paderborn 2019, S. 27.
  44. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 45. und Gerd Fesser: Sedan 1870. Ein unheilvoller Sieg. Schöningh, Paderborn 2019, S. 27.
  45. Gerd Fesser: Sedan 1870. Ein unheilvoller Sieg. Schöningh, Paderborn 2019, S. 27.
  46. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 43–44.
  47. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 226.
  48. Hermann Rumschöttel: Ludwig II. von Bayern. München 2011, Beck, S. 59.
  49. Hermann Rumschöttel: Ludwig II. von Bayern. Beck, München 2011, S. 59.
  50. Tobias Arand: 1870/71. Der Deutsch-Französische Krieg erzählt in Einzelschicksalen. Osburg, Hamburg 2018, S. 118.
  51. Tobias Arand: 1870/71. Der Deutsch-Französische Krieg erzählt in Einzelschicksalen. Osburg, Hamburg 2018, S. 118–119.
  52. Michael Epkenhans: Der Deutsch-Französische Krieg 1870/1871. Reclam, Stuttgart 2020, S. 28.
  53. Lothar Höbelt, Revanche pour Sadowa? Österreich und der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 in: Jan Ganschow, Olaf Haselhorst, Maik Ohnezeit (Hrsg.): Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte, Verlauf, Folgen. Ares, Graz 2009, S. 178–189, hier S. 179.
  54. Tobias Arand: 1870/71. Der Deutsch-Französische Krieg erzählt in Einzelschicksalen. Osburg, Hamburg 2018, S. 122.
  55. Lothar Höbelt, Revanche pour Sadowa? Österreich und der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. In: Jan Ganschow, Olaf Haselhorst, Maik Ohnezeit (Hrsg.): Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte, Verlauf, Folgen. Ares, Graz 2009, S. 178–189, hier S. 179.
  56. Lothar Höbelt, Revanche pour Sadowa? Österreich und der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. In: Jan Ganschow, Olaf Haselhorst, Maik Ohnezeit (Hrsg.): Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte, Verlauf, Folgen, Ares, Graz 2009, S. 178–189, hier S. 180.
  57. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 76.
  58. Tobias Arand: 1870/71. Der Deutsch-Französische Krieg erzählt in Einzelschicksalen. Osburg, Hamburg 2018, S. 82.
  59. Tobias Arand: 1870/71. Der Deutsch-Französische Krieg erzählt in Einzelschicksalen. Osburg, Hamburg 2018, S. 179.
  60. Tobias Arand: 1870/71. Der Deutsch-Französische Krieg erzählt in Einzelschicksalen. Osburg, Hamburg 2018, S. 121.
  61. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 24–25.
  62. Anselm Doering-Manteuffel: Die deutsche Frage und das europäische Staatensystem 1815–1871. München 1993, S. 50.
  63. Gabriele Metzler: Großbritannien – Weltmacht in Europa. Handelspolitik im Wandel des europäischen Staatensystems 1856–1871. De Gruyter, Berlin 1997, S. 296.
  64. Michael Epkenhans: Der Deutsch-Französische Krieg 1870/1871. Reclam, Stuttgart 2020, S. 28.
  65. Maik Ohnezeit: Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte, Ursachen und Kriegsausbruch. In: Jan Ganschow/Olaf Haselhorst/Maik Ohnezeit (Hrsg.): Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte – Verlauf – Folgen. Ares, Graz 2009, S. 17–82, hier S. 81.
  66. Denise Geng: Monarch und Militär. Zum Verhältnis von politischer und militärischer Führung im 19. Jahrhundert. Preußen–Deutschland im Vergleich. Lit Verlag, Berlin 2013, S. 181–182; Luc de Vos: Belgien. Operationsplanungen und Taktik eines neutralen Landes, in: Hans Ehlert/Michael Epkenhans/Gerhard P. Groß (Hrsg.), Der Schlieffenplan. Analysen und Dokumente, Schöningh, Paderborn u. a. 2006, S. 293–310, hier S. 299.
  67. Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen. Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reichs bis zum Untergang der Weimarer Republik. Beck, München 2000, S. 203; Wilfried Radewahn: Europäische Fragen und Konfliktzonen im Kalkül der französischen Außenpolitik vor dem Krieg von 1870. In: Eberhard Kolb (Hrsg.): Europa vor dem Krieg von 1870. Oldenbourg, München 1987, S. 33–64, hier S. 41.
  68. Maik Ohnezeit: Das Ende des Deutsch-Französischen Krieges, die Reichsgründung und die Annexion Elsaß-Lothringens. In: Jan Ganschow, Olaf Haselhorst, Maik Ohnezeit (Hrsg.): Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte – Verlauf – Folgen. Ares, Graz 2009, S. 190–228, hier S. 221; Michael Epkenhans: Die Reichsgründung 1870/71. Beck, München 2020, S. 78.
  69. Christopher Clark: Preußen. Aufstieg und Niedergang. 1600–1947. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2007, ISBN 978-3-421-05392-3, S. 626.
  70. Maik Ohnezeit: Das Ende des Deutsch-Französischen Krieges, die Reichsgründung und die Annexion Elsaß-Lothringens. In: Jan Ganschow, Olaf Haselhorst, Maik Ohnezeit (Hrsg.): Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte – Verlauf – Folgen. Ares, Graz 2009, S. 190–228, hier S. 221.
  71. Stig Förster: General-Feldmarschall Helmuth von Moltke und die kriegsgeschichtlichen Folgen des deutsch-französischen Krieges. In: Philippe Levillain; Rainer Riemenschneider (Hrsg.): La Guerre de 1870/71 et ses Consequences. Actes du XXe colloque historique franco-allemand organisé à Paris par I’Institut Historiquw Allemand en coopération avec le Centre de Recherches Adolphe Thiers, du 10 au 12 octobre 1984 et du 14 au 15 octobre 1985. Bouvier, Bonn 1990, S. 86–96, hier S. 89–90.
  72. Maik Ohnezeit: Das Ende des Deutsch-Französischen Krieges, die Reichsgründung und die Annexion Elsaß-Lothringens. In: Jan Ganschow, Olaf Haselhorst, Maik Ohnezeit (Hrsg.): Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte – Verlauf – Folgen. Ares, Graz 2009, S. 190–228, hier S. 224.
  73. Tobias Arand: 1870/71. Die Geschichte des Deutsch-Französischen Krieges erzählt in Einzelschicksalen. Osburg, Hamburg 2018, S. 154.
  74. Stig Förster: General-Feldmarschall Helmuth von Moltke und die kriegsgeschichtlichen Folgen des deutsch-französischen Krieges. In: Philippe Levillain; Rainer Riemenschneider (Hrsg.): La Guerre de 1870/71 et ses Consequences. Actes du XXe colloque historique franco-allemand organisé à Paris par I’Institut Historiquw Allemand en coopération avec le Centre de Recherches Adolphe Thiers, du 10 au 12 octobre 1984 et du 14 au 15 octobre 1985, Bouvier, Bonn 1990, S. 86–96, hier S. 87.
  75. Michael Epkenhans: Die Reichsgründung 1870/71. Beck, München 2020, S. 62.
  76. Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War: The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 66.
  77. Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War: The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 67.
  78. Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War: The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 67.
  79. Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War: The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 67.
  80. Michael Epkenhans: Die Reichsgründung 1870/71. Beck, München 2020, S. 62.
  81. Tobias Arand: 1870/71. Der Deutsch-Französische Krieg erzählt in Einzelschicksalen. Osburg, Hamburg 2018, S. 23–24.
  82. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 69–71.
  83. Michael Epkenhans: Die Reichsgründung 1870/71. Beck, München 2020, S. 80.
  84. Tobias Arand: 1870/71. Der Deutsch-Französische Krieg erzählt in Einzelschicksalen. Osburg, Hamburg 2018, S. 30.
  85. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 82.
  86. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 72–73.
  87. Michael Epkenhans: Der Deutsch-Französische Krieg 1870/1871. Kriege der Moderne, Reclam, Ditzingen 2020, S. 37 – 41.
  88. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Darmstadt 2019, S. 86.
  89. Michael Epkenhans: Die Reichsgründung 1870/71. Beck, München 2020, S. 63.
  90. Bild in der Datenbank des Musée d'Orsay
  91. Christoph Nonn: Bismarck. Ein Preuße und sein Jahrhundert. Beck, München 2015, S. 187.
  92. Jan Ganschow: Kriegsvölkerrecht im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, in: Ganschow/Haselhorst/Ohnezeit (Hrsg.): Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte. Verlauf. Folgen, Graz 2009, S. 283–430, hier S. 401.
  93. Gerd Fesser: Sedan 1870. Ein unheilvoller Sieg. Schöningh, Paderborn 2019, S. 60.
  94. Pamela Pilbeam: Rezension zu: Geoffrey Wawro, The Franco-Prussian War. The German Conquest of France in 1870–1871. In: Revue d’histoire du XIXe siècle. Pour une histoire culturelle de la guerre au XIXe siècle. Nr. 30, 2005, doi:10.4000/rh19.925 (englisch, französisch, openedition.org [abgerufen am 25. Februar 2020]). Rezensiertes Werk: Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War. The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2003, ISBN 0-521-58436-1 (englisch).
  95. Matthias Steinbach: Abgrund Metz. Kriegserfahrung, Belagerungsalltag und nationale Erziehung im Schatten einer Festung 1870/71. (= Schriftenreihe Pariser historische Studien). Oldenbourg, München 2002, S. 29.
  96. Matthias Steinbach: Abgrund Metz. Kriegserfahrung, Belagerungsalltag und nationale Erziehung im Schatten einer Festung 1870/71. (= Schriftenreihe Pariser historische Studien). Oldenbourg, München 2002, S. 31 und 37.
  97. Matthias Steinbach: Abgrund Metz. Kriegserfahrung, Belagerungsalltag und nationale Erziehung im Schatten einer Festung 1870/71. (= Schriftenreihe Pariser historische Studien). Oldenbourg, München 2002, S. 38 und 44–45.
  98. Bild in der Datenbank des Deutschen Historischen Museums in Berlin
  99. Michael Epkenhans: Die Reichsgründung 1870/71. Beck, München 2020, S. 64.
  100. Franz Herre: Moltke. Der Mann und sein Jahrhundert, Stuttgart 1984, S. 297.
  101. Dennis E. Showalte: Das Gesicht des modernen Krieges Sedan. 1. und 2. September 1870. In: Stig Förster / Markus Pöhlmann / Dierk Walter (Hrsg.): Schlachten der Weltgeschichte. Von Salamis bis Sinai. Beck, München 2001, S. 240.
  102. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 130.
  103. Michael Epkenhans: Die Reichsgründung 1870/71. Beck, München 2020, S. 64. Siehe auch: Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen. Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reichs bis zum Untergang der Weimarer Republik. Beck, München 2000, S. 813.
  104. Bild zu finden in der Datenbank des Bundesarchives
  105. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 175.
  106. Gerd Fesser: Sedan 1870. Ein unheilvoller Sieg. Schöningh, Paderborn 2019, S. 110.
  107. Angaben zum Bild bei dem französischen Kulturministerium
  108. Gerd Fesser: Sedan 1870. Ein unheilvoller Sieg. Schöningh, Paderborn 2019, S. 108.
  109. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 240.
  110. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 180.
  111. Olaf Haselhorst: Operationen der deutschen Heere im Krieg gegen Frankreich 1870/71. In: Jan Ganschow/ Olaf Haselhorst / Maik Ohnezeit, Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte, Verlauf, Folgen, Ares, Graz 2009, S. 83–120, hier S. 111–113.
  112. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 242.
  113. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 213–214.
  114. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 215–217.
  115. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 221.
  116. Heidi Mehrkens: Statuswechsel. Kriegserfahrung und nationale Wahrnehmung im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Klartext, Essen 2008, S. 8.
  117. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 123.
  118. Michael Epkenhans: Die Reichsgründung 1870/71. Beck, München 2020, S. 68.
  119. Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts. 5. Aufl., Beck, München 2010, S. 702.
  120. Thomas W. Gaehtgens: Anton von Werner. Die Proklamierung des Deutschen Kaiserreiches. Ein Historienbild im Wandel preußischer Politik. Fischer, Frankfurt 1990, S. 26 und 65.
  121. Otto Pflanze: Bismarck. Der Reichsgründer, Beck, München 1997, S. 434. Siehe auch: Klaus-Jürgen Bremm: 70/71 Preußens Triumph über Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 226.
  122. Eberhard Kolb: Bismarck, Beck, München 2014, S. 92.
  123. Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen. Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reichs bis zum Untergang der Weimarer Republik. Beck, München 2000, S. 815– 816.
  124. Eberhard Kolb, Der Frieden von Versailles, Beck, München 2005, S. 7.
  125. Maik Ohnezeit: Das Ende des Deutsch-Französischen Krieges, die Reichsgründung und die Annexion Elsaß-Lothringens. In: Jan Ganschow, Olaf Haselhorst, Maik Ohnezeit (Hrsg.): Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte – Verlauf – Folgen. Ares, Graz 2009, S. 190–228, hier S. 202.
  126. Maik Ohnezeit: Das Ende des Deutsch-Französischen Krieges, die Reichsgründung und die Annexion Elsaß-Lothringens. In: Jan Ganschow, Olaf Haselhorst, Maik Ohnezeit (Hrsg.): Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte – Verlauf – Folgen. Ares, Graz 2009, S. 190–228, hier S. 203.
  127. Maik Ohnezeit: Das Ende des Deutsch-Französischen Krieges, die Reichsgründung und die Annexion Elsaß-Lothringens. In: Jan Ganschow, Olaf Haselhorst, Maik Ohnezeit (Hrsg.): Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte – Verlauf – Folgen. Ares, Graz 2009, S. 190–228, hier S. 204.
  128. Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen. Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reichs bis zum Untergang der Weimarer Republik. Beck, München 2000, S. 819 und Wolfgang Schmale: Geschichte Frankreichs, Ulmer, Stuttgart 2000, S. 229.
  129. Gerd Fesser: Sedan 1870. Ein unheilvoller Sieg. Schöningh, Paderborn 2019, S. 117. Und Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen. Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reichs bis zum Untergang der Weimarer Republik. Beck, München 2000, S. 819.
  130. Klaus Malettke: Deutsche Besatzung in Frankreich und französische Kriegsentschädigung aus der Sicht der deutschen Forschung. In: Levillain/Riemenschneider, La Guerre de 1870/71 et ses conséquences, Bouvier-Verlag, Bonn 1990, S. 249-283, hier S. 251–254.
  131. Otto Pflanze: Bismarck. Der Reichsgründer. 2. Aufl., Beck, München 2008, S. 774–775.
  132. Vgl. Gesamtansicht der Darstellung in der Datenbank der Heidelberger Universitätsbibliothek und Jan Lorenzen: Die großen Schlachten. Mythen, Menschen, Schicksale. Campus, Frankfurt am Main 2006, S. 181.
  133. Bernard Vogler: Geschichte des Elsass. Kohlhammer, Stuttgart 2012, S. 162.
  134. Christoph Nonn: Das Deutsche Kaiserreich. Von der Gründung bis zum Untergang. Beck, München 2017.
  135. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71: Preußens Triumph über Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 282.
  136. Volker Berghahn: Der Erste Weltkrieg, Beck, München 2003, S. 55.
  137. Vincent Joly: Les Résistances à la Conquête 1830–1880. In: Abderrahmane Bouchène, Jean-Pierre Peyroulou, Ouanassa Siara Tengour, Sylvia Thênault (Hg.), Histoire de l’Algérie à la Période Coloniale. Découverte, Paris 2014, S. 100f.
  138. Josef Becker: Bismarcks spanische «Diversion» 1870 und der preußisch-deutsche Reichsgründungskrieg. Quellen zur Vor- und Nachgeschichte der Hohenzollernkandidatur für den Thron in Madrid 1866–1932, Paderborn 2003–2007. S. 10.
  139. Ulrich Lappenküper: Bismarck, das Kissinger Diktat und die Große Politik. In: Ulrich Lappenküper (Hrsg.): Bismarck. Essays zu Familie, Außenpolitik und Mythos. Friedrichsruh und Schönhausen 2015, S. S.39-56, hier S. 41.
  140. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71: Preußens Triumph über Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 13–14.
  141. Hans-Werner Hahn: Die Industrielle Revolution in Deutschland. Enzyklopädie Deutscher Geschichte Band 49. Oldenbourg, München 2011, S. 37.
  142. Pamela Pilbeam: Rezension zu: Geoffrey Wawro, The Franco-Prussian War. The German Conquest of France in 1870–1871. In: Revue d’histoire du XIXe siècle. Pour une histoire culturelle de la guerre au XIXe siècle. Nr. 30, 2005, doi:10.4000/rh19.925 (englisch, französisch, openedition.org [abgerufen am 25. Februar 2020]). Rezensiertes Werk: Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War. The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2003, ISBN 0-521-58436-1 (englisch).
  143. Wolfram Wette: Militarismus in Deutschland. Geschichte einer kriegerischen Kultur. Primus, Darmstadt 2008, S. 46.
  144. Michael Epkenhans: Der Deutsch-Französische Krieg 1870/1871 (= Kriege der Moderne). Reclam Philipp Jun., Stuttgart 2020, S. 146–147.
  145. Gerd Fesser: Sedan 1870. Ein unheilvoller Sieg. Schöningh, Paderborn 2019, S. 122.
  146. Jan Ganschow / Olaf Haselhorst / Maik Ohnezeit: Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte, Verlauf, Folgen. Ares, Graz 2009, S. 11–16, hier S. 11.
  147. Bernhard Schulz: Die Geburt der deutschen Nation. Dresden erinnert an den deutsch-französischen Krieg 1870/1871, in: Der Tagesspiegel, 3. August 2020
  148. Jörg Lehmann: Zwischen „Ich“ und „Wir“. Formen und Funktionen literarischen und historiographischen Erzählens nach 1870/71 und 1914/18. In: Wolfram Pyta und Jörg Lehmann (Hrsg.): Krieg erzählen – Raconter la guerre. Darstellungsverfahren in Historiographie und Literatur nach den Kriegen von 1870/71 und 1914/18. (Kultur und Technik 26), Lit, Berlin 2014, S. 15-26, hier S. 22–23.
  149. Jean-Marie Seillan: Drei „vor-faktische“ Geschichten des Krieges 1914–1918. In: Wolfram Pyta und Jörg Lehmann (Hrsg.): Krieg erzählen – Raconter la guerre. Darstellungsverfahren in Historiographie und Literatur nach den Kriegen von 1870/71 und 1914/18. (Kultur und Technik 26), Lit, Berlin 2014, S. 113-127, hier S. 113.
  150. Wolfram Pyta / Jörg Lehmann: Einleitung. In: Wolfram Pyta und Jörg Lehmann (Hrsg.): Krieg erzählen – Raconter la guerre. Darstellungsverfahren in Historiographie und Literatur nach den Kriegen von 1870/71 und 1914/18. (Kultur und Technik 26), Lit, Berlin 2014, S. 7–14, hier S. 8–9.
  151. Rainer Kipper: Formen literarischer Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. In: Helmut Berding, Klaus Heller und Winfried Speitkamp (Hg.), Krieg und Erinnerung. Fallstudien zum 19. und 20. Jahrhundert. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000 (Formen der Erinnerung 4), 17-37, hier S. 18–19.
  152. Mareike König: Deutungshoheit durch methodische Gründlichkeit. Zur Funktion französischer Historiker der école méthodique als Stifter nationaler Identität (1870–1914). In: Jörg Lehmann, Wolfram Pyta (Hrsg.): Krieg erzählen – Raconter la guerre. Darstellungsverfahren in Historiographie und Literatur nach den Kriegen von 1870/71 und 1914/18. Berlin 2014, S. 65–79, hier S. 65–66.
  153. Mareike König: Deutungshoheit durch methodische Gründlichkeit. Zur Funktion französischer Historiker der »école méthodique« als Stifter nationaler Identität (1870–1914). In: Jörg Lehmann, Wolfram Pyta (Hrsg.): Krieg erzählen – Raconter la guerre. Darstellungsverfahren in Historiographie und Literatur nach den Kriegen von 1870/71 und 1914/18. Berlin 2014, S. 65–79, hier S. 67.
  154. Dierk Walter: Preußische Heeresreformen 1807-1870. Militärische Innovationen und der Mythos der Roonschen Reform. Schöningh, Paderborn 2003, 82–83.
  155. Martin Nissen: Populäre Geschichtsschreibung. Historiker, Verleger und die deutsche Öffentlichkeit (1848-1900). Böhlau, Köln 2009, S. 188.
  156. Martin Nissen: Populäre Geschichtsschreibung. Historiker, Verleger und die deutsche Öffentlichkeit (1848-1900). Böhlau, Köln 2009, S. 190.
  157. Klaus-Jürgen Bremm: 70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen. Theiss, Darmstadt 2019, S. 10.
  158. Rainer Kipper: Formen literarischer Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. In: Helmut Berding, Klaus Heller und Winfried Speitkamp (Hg.), Krieg und Erinnerung. Fallstudien zum 19. und 20. Jahrhundert. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000 (Formen der Erinnerung 4), 17-37, hier S. 17.
  159. Dieter Hertz-Eichenrode: Die Neuere Geschichte an der Berliner Universität. Historiker und Geschichtsschreibung im 19./20. Jahrhundert. In: Reimer Hansen und Wolfgang Ribbe (Hg.), Geschichtswissenschaft in Berlin im 19. und 20. Jahrhundert., Gruyter, Berlin/New York 1992, S. 261–322, hier S. 296.
  160. Eberhard Kolb: Der Kriegsausbruch 1870. Politische Entscheidungsprozesse und Verantwortlichkeiten in der Julikrise 1870.Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1970, S. 131.
  161. Eberhard Kolb: Der Kriegsausbruch 1870. Politische Entscheidungsprozesse und Verantwortlichkeiten in der Julikrise 1870.Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1970, S. 19–20. Und Andreas Dorpalen: Rezension zu Der Kriegsausbruch 1870: Politische Entscheidungsprozesse und Verantwortlichkeiten in der Julikrise 1870. In: The American Historical Review, Band 77, Ausgabe 5, Oxford University Press, Oxford 1972, S. 1470.
  162. Christoph Nonn: Bismarck. Ein Preuße und sein Jahrhundert. Beck, München 2015, S. 183.
  163. Steffen Bruendel: Rezension von: David Wetzel: Duell der Giganten. Bismarck, Napoleon III. und die Ursachen des Deutsch-Französische Krieg 1870–1871. Aus dem Englischen von Michael Epkenhans, Paderborn 2005, in: sehepunkte 6 (2006), Nr. 3 vom 15. März 2006
  164. Eintrag in der digitalen Objektdatenbank des Bayerischen Armeemuseums in Ingolstadt , abgerufen am 27. November 2020.
  165. Christine Krüger: Rezension zu: Seyferth, Alexander: Die Heimatfront 1870/71. Wirtschaft und Gesellschaft im deutsch-französischen Krieg. Paderborn 2007. ISBN 978-3-506-75663-3, in: H-Soz-Kult vom 9. August 2007.
  166. Christine Krüger: Rezension zu: Seyferth, Alexander: Die Heimatfront 1870/71. Wirtschaft und Gesellschaft im deutsch-französischen Krieg. Paderborn 2007. ISBN 978-3-506-75663-3, in: H-Soz-Kult vom 9. August 2007.
  167. Christine G. Krüger: Rezension von: Heidi Mehrkens: Statuswechsel. Kriegserfahrung und nationale Wahrnehmung im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, Essen: Klartext 2008, in: sehepunkte 9 (2009), Nr. 4 vom 15. April 2009
  168. Mark Stoneman: Rezension zu: Mehrkens, Heidi: Statuswechsel. Kriegserfahrung und nationale Wahrnehmung im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Essen 2008
  169. Pamela Pilbeam: Rezension zu: Geoffrey Wawro, The Franco-Prussian War. The German Conquest of France in 1870–1871. In: Revue d’histoire du XIXe siècle. Pour une histoire culturelle de la guerre au XIXe siècle. Nr. 30, 2005, doi:10.4000/rh19.925 (englisch, französisch, openedition.org [abgerufen am 25. Februar 2020]). Rezensiertes Werk: Geoffrey Wawro: The Franco-Prussian War. The German Conquest of France in 1870–1871. Cambridge University Press, Cambridge 2003, ISBN 0-521-58436-1 (englisch).
  170. Frank Becker: Buchrezension zu: C. Krüger: „Sind wir denn nicht Brüder?“. Deutsche Juden im nationalen Krieg 1870/71. Verlag Schöningh, 2006, ISBN 3-506-75648-6. In: H-Soz-Kult. Abgerufen am 15. März 2017.
  171. Christine G. Krüger, Projektskizze zu: Die deutschen Juden zur Zeit des deutsch-französischen Krieges 1870/71. Universität Oldenburg. Abgerufen am 15. März 2017.
  172. Frank Becker: Bilder von Krieg und Nation. Die Einigungskriege in der bürgerlichen Öffentlichkeit Deutschlands 1864-1913. Oldenbourg, München 2001, hier S. 404.
  173. Frank Becker: Bilder von Krieg und Nation. Die Einigungskriege in der bürgerlichen Öffentlichkeit Deutschlands 1864-1913. Oldenbourg, München 2001, hier S. 404.
  174. Frank Becker: Bilder von Krieg und Nation. Die Einigungskriege in der bürgerlichen Öffentlichkeit Deutschlands 1864-1913. Oldenbourg, München 2001, hier S. 414 und 439.
  175. Frank Becker: Deutungsmedien und Leitbilder. Die Bildwelten des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71. In: Gerhard Paul (Hg.), Visual History. Ein Studienbuch. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, S. 114-133, hier S. 115.
  176. Geiss: Rezension von: Tobias Arand: 1870/71. Die Geschichte des Deutsch-Französischen Krieges erzählt in Einzelschicksalen, Berlin: Osburg Verlag 2018, in: sehepunkte 19 (2019), Nr. 10 vom 15. Oktober 2019
  177. Christine Krüger: Rezension zu: Seyferth, Alexander: Die Heimatfront 1870/71. Wirtschaft und Gesellschaft im deutsch-französischen Krieg . Paderborn 2007. ISBN 978-3-506-75663-3, in: H-Soz-Kult vom 9. August 2007.
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