Danmarks Radio - de.LinkFang.org

Danmarks Radio



DR
Senderlogo
Allgemeine Informationen
Empfang: Antenne, Kabel, Satellit, digital
Intendant: Maria Rørbye Rønn (Generaldirektorin)
Sendebeginn: 1. April 1925 (als Statsradiofonien,
1959–1996 Danmarks Radio,
seit 1996 DR)
Rechtsform: Öffentlich-rechtlich
Programmtyp: Vollprogramm
Website: www.dr.dk
Liste von Fernsehsendern

Danmarks Radio (DR) ist die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt in Dänemark. Obgleich im Alltag weiterhin oft die Bezeichnung „Danmarks Radio“ verwendet wird, bezeichnet sich das Unternehmen selbst ausschließlich als „DR“ und ist auch nur so im Unternehmensregister eingetragen.

Gesendet wird hauptsächlich auf Dänisch. Einmal in der Woche wird eine Sendung auf Grönländisch und auf Färöisch ausgestrahlt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Der Rundfunk in Dänemark begann 1922 mit Ausstrahlungen des Dänischen Radio-Klubs über den Sender Lyngby; 1923 folgte der Sender Ryvang (in Kopenhagen, mit Relays in Odense und Hjørring), 1924 der Sender Kopenhagen.[1] Zum 1. April 1925 erhielt Statsradiofonien das Monopol auf Rundfunksendungen in Dänemark.[2] Neben den Sender Kopenhagen trat 1927 der Langwellensender Kalundborg. 1933 wies Dänemark mit 150 Rundfunkempfängern je 1000 Einwohner weltweit die höchste Empfangsgerätedichte auf, vor den USA, Großbritannien und Schweden.[3] 1945 wurde ein neues Gebäude (Radiohuset) bezogen. 1951 starteten das Fernsehen und das zweite Hörfunkprogramm P2, 1960 regionale Hörfunkprogramme und 1963 P3.

Am 13. März 2018 kündigte der dänische Finanzminister Kristian Jensen an, dass die Rundfunkgebühren in Dänemark abgeschafft werden. DR soll stattdessen über Steuergelder finanziert, das Budget wiederum um 20 % gesenkt werden.[4][5] Im September 2018 wurden drastische Einschnitte beim Programmangebot und restriktive Programmrichtlinien für den Zeitraum 2019 bis 2023 bekanntgegeben, die auch den Umfang des Internetangebots betreffen werden. Der Rundfunk soll demnach in erster Linie das „dänische und christliche Kulturerbe“ vermitteln und „dazu beitragen, ein auf Gemeinschaft gegründetes Dänemark zu fördern“.[6]

Organisationsstruktur


DR arbeitet auf der rechtlichen Grundlage des Rundfunkgesetzes,[7] das unter anderem die Organisationsstruktur des Senders definiert. Die Geschäftsführung von DR untersteht einem elfköpfigen Vorstand, dessen Mitglieder jeweils für vier Jahre ernannt werden. Den Vorsitzenden und zwei weitere Vorstandsmitglieder bestimmt die dänische Kulturministerin, sechs Mitglieder das Parlament und zwei Mitglieder die DR-Belegschaft. Vorstandsvorsitzender ist seit 2008 Michael Christiansen.[8]

Die Geschäftsführung des Senders besteht aus dem Intendanten und sieben weiteren Direktoren. Seit 2011 ist Maria Rørbye Rønn reguläre DR-Intendantin, nachdem sie das Amt bereits seit 2010 kommissarisch geführt hatte.[9]

DR ist das größte dänische Medienunternehmen. Außer Hörfunk und Fernsehen gehören Online-Dienste, mobile Plattformen und Live-Veranstaltungen zum Aufgabenspektrum des Senders. DR unterhält drei verschiedene Orchester und fünf Chöre.[10]

DR ist Mitglied der Europäischen Rundfunkunion sowie der Nordvision, einem Zusammenschluss staatlicher Rundfunkanstalten in den nordischen Ländern.

Hörfunk


Mit vier werbefreien Hauptprogrammen erzielt DR einen Marktanteil von etwa 70 % und dominiert damit klar den Hörfunkmarkt. Alle Programme haben dabei einen hohen Wortanteil. In Norwegen und Schweden werden ebenfalls die Bezeichnungen P1, P2, P3 und P4 verwendet. Die Programme sind dort inhaltlich ähnlich ausgerichtet. P4 Norge ist allerdings ein Privatsender.

Programme

Es werden vier in ganz Dänemark über UKW verbreitete Hörfunkprogramme P1/P2, P3, P4 und P5 ausgestrahlt, wobei sich die ursprünglich eigenständigen Sender P1 und P2 eine UKW-Senderkette teilen. Im vierten Programm werden täglich mehrstündige lokale Sendungen aus Regionalstudios gesendet. Weitere Hörfunkprogramme werden exklusiv im Digitalradio-Standard DAB sowie im Internet verbreitet.

Ehemalige Radioprogramme:

Verbreitungswege

Neben UKW und DAB+ wird auch auf Mittelwelle gesendet. Über den auch in weiten Teilen Deutschlands empfangbaren Mittelwellensender Kalundborg auf Seeland mit der Frequenz 1062 kHz wird seit 15. Februar 2007 nur noch wenige Stunden am Tag das Sonderprogramm P5 Mellembølge[12] gesendet. Der Sendebetrieb auf der Langwellenfrequenz 243 kHz wurde am gleichen Tag vollständig beendet. Zuvor war auf Langwelle das Programm P1 und auf Mittelwelle ein Mix aus P3 und P4 zu empfangen. Ein Auslandsdienst auf Kurzwelle für Hörer im Ausland wurde von DR schon vor einigen Jahren eingestellt.

Alle Hörfunkprogramme werden im Internet als Live-Stream und teilweise auch als Podcast verbreitet.

Fernsehen


Programme

DR betreibt sechs Fernsehprogramme (Stand: Mai 2014): die Hauptprogramme DR 1 und DR 2 und seit der Umstellung auf den digitalen Sendebetrieb im November 2009 auch DR 3 (bis Januar 2013: DR HD) und die Spartenkanäle DR K, DR Ramasjang und seit März 2013 DR Ultra:[10]

Verbreitungswege

Die 6 Programme werden in Dänemark mit DVB-T in MPEG-4 ausgestrahlt. DR 1 und DR 2 im Raum Nord-Atlantik: auf den Färöer, Island (Reykjavík, Akureyri), Grönland (alle Orte −4 Stunden zeitversetzt)

DVB-T

Bereits seit April 2006 waren die Programme DR 1, DR 2 und TV2 flächendeckend in Dänemark über DVB-T (vermarktet unter dem Namen DTT) zu empfangen. Seit dem 1. November 2009 strahlt DR mit dem vollständigen Übergang zur DVB-T-Ausstrahlung in Dänemark alle oben genannten Fernsehprogramme aus.[17] Alle DR-Programme sind werbefrei. In Deutschland ist der DVB-T Empfang innerhalb Schleswig-Holsteins eingeschränkt möglich (mit Zimmerantenne nur nördlich des Nord-Ostsee-Kanals zu empfangen; südlich des Nord-Ostsee-Kanals nur mit Dachantenne und erhöhtem Aufwand).

Kabel

Satellit

Über Satellit sind DR 1, DR 2 und zahlreiche skandinavische Programme aus Lizenzgründen verschlüsselt. Benutzt werden die Positionen 5° Ost und 1° West. Karten werden nur an dänische Gebührenzahler abgegeben. Die Radioprogramme P1, P2, P3, P4 (Kopenhagen) und P5 wurden lange Zeit unverschlüsselt über Satellit für Europa abgestrahlt. Derzeit (Juni 2019) sind über die Position 5° Ost die Programme P1, P2 und P3 sowie über die Position 1° West lediglich P3 zu empfangen.

Internet

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Das Fernsehen stellt ausgewählte Beiträge ins Netz, insbesondere die Nachrichtensendungen TV Avisen (DR 1) und Deadline (DR 2). Inhaber einer dänischen IP-Adresse (i. d. R. und so auch intendiert Internetnutzer, die sich physisch in Dänemark befinden) können die Fernsehprogramme auch als Livestream verfolgen. Ab 2008 sollen große Teile des Fernseharchivs[18] on-demand verfügbar werden.

Örtlichkeiten


Zentrale Gebäude

Der Dänische Rundfunk hat seit 2006/2007 seinen Hauptsitz in dem Gebäudekomplex DR Byen, der in Ørestad liegt, einem Stadtteil Kopenhagens auf der Insel Amager. Der Neubau des Sendezentrums war kontrovers diskutiert worden. Durch unerwartet hohe Baukosten musste Danmarks Radio 2007 zahlreiche Programmetats kürzen und Mitarbeiter entlassen.

Die alten Immobilien wurden für 750 Millionen Dänische Kronen an die Developer Sjælsøgruppe verkauft. Bereits 2001 wurde das Hörfunkgebäude Radiohuset an das Königlich Dänische Musikkonservatorium verkauft.

Das Konzerthaus Kopenhagen (DR Koncerthuset) nach Plänen des französischen Architekten Jean Nouvel wurde im Januar 2009 eröffnet.

Regionalstudios

Versorgung der Dänischen Minderheit


Die dänische Minderheit in Deutschland empfängt die dänischen Programme vor allem terrestrisch und im Kabel. Sie sind nahezu in ganz Südschleswig über die dänischen Sender Rangstrup und Rødekro zu empfangen. Auch vom Sender Flensburg in Flensburg-Engelsby werden alle vier Radioprogramme sowie DR1 und TV2 gesendet. Dies geschieht jedoch mit Richtwirkung nach Norden und dient in erster Linie der Versorgung abgeschatteter Lagen auf der dänischen Seite der Flensburger Förde.

Konkurrenz


Die mit Abstand größte Konkurrenz für DR besteht aus dem Fernsehsender TV 2, der seine Fernsehprogramme in ganz Dänemark ausstrahlt. Obwohl er vom dänischen Staat gegründet und grundfinanziert wurde, erzielt er seine Einnahmen auf privatrechtlicher Grundlage. Lediglich die kurzen Regionalsendungen werden aus Rundfunk-/Fernsehlizenzmitteln finanziert. Ab dem 11. Januar 2012 wurde das Programm von TV2 in einen Pay-TV Sender umgewandelt und kann nur noch gegen eine zusätzliche Gebühr empfangen werden.

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Commons: Danmarks Radio  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Dansk radio historie
  2. vgl. auch Lov om Radiospredning, 13. marts 1926
  3. Radio-Wien, 11. Mai 1934, S. 52
  4. DWDL.de GmbH: Dänemarks Politik schafft Rundfunkgebühren ab - DWDL.de. In: DWDL.de. (dwdl.de [abgerufen am 16. März 2018]).
  5. Reinhard Wolff: Öffentlich-Rechtliche in Dänemark: „Bürgerliches Massaker“. In: Die Tageszeitung: taz. 17. März 2018, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 22. Dezember 2018]).
  6. Reinhard Wolff: Dänemark schafft Rundfunkgebühr ab: Dänischer und christlicher. In: Die Tageszeitung: taz. 19. September 2018, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 22. Dezember 2018]).
  7. Lov om radio- og fjernsynsvirksomhed
  8. Executive Board, auf der Website von DR, abgerufen am 27. Mai 2014 (englisch)
  9. Management Board, auf der Website von DR, abgerufen am 27. Mai 2014 (englisch)
  10. a b DR in brief, Website von DR, abgerufen am 27. Mai 2014 (englisch)
  11. a b c d Auswertung einer Gallup-Studie im April 2007 (Memento des Originals vom 10. Juni 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (dänisch)
  12. Sendezeiten von P5 Mellembølge (Memento vom 18. Mai 2007 im Internet Archive) (dänisch)
  13. Marie Ravn Nielsen: DR kommer med to nye tv-kanaler. Danmarks Radio, 4. Juni 2012, abgerufen am 3. März 2013 (dänisch).
  14. DR3 (Memento des Originals vom 24. März 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  15. Jan Dohrmann: DRs nye kanaler får navnene DR Ramasjang, DR K og DR HD (Memento des Originals vom 19. Oktober 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf der Website des DR, eingestellt am 19. März 2009, abgerufen am 3. September 2011 (dänisch)
  16. a b Mathias Aleksander Olsen: Sådan bliver det nye Ramasjang og Ultra. Danmarks Radio, 28. Februar 2013, abgerufen am 3. März 2013 (dänisch).
  17. Übersicht über aktuelle und künftige TV-Kanäle (dänisch)
  18. Folke Schimanski: Kann am dänischen Wesen das Copyright genesen? 22. Juni 2007, abgerufen am 19. August 2009.



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