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Christian Rätsch



Christian Rätsch (* 20. April 1957 in Hamburg)[1] ist ein deutscher Altamerikanist und Ethnopharmakologe. Sein Fachgebiet ist die Erforschung des ethnomedizinischen und rituellen Gebrauches von Pflanzen und Pilzen, insbesondere der kulturellen Nutzung psychoaktiver Pflanzen und Pilze im Schamanismus.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Rätsch studierte Altamerikanistik, Ethnologie und Volkskunde an der Universität Hamburg. Mit einer Dissertation über die Zaubersprüche und Beschwörungsformeln der Lacandonen-Indianer, eines Maya-Volkes in Chiapas (Mexiko), wurde Rätsch zum Doctor philosophiae promoviert. Dafür sammelte er dort ein Jahr lang – wie in der ethnologischen Feldforschung üblich – als Teilnehmender Beobachter sein Forschungsmaterial. Später entstanden noch weitere Bücher aus diesem Fundus. Er war während dieses Projektes Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Nach Studienabschluss folgten unabhängige Forschungen auf der ganzen Welt zum Thema Heilpflanzen, Zauberpflanzen und Schamanismus.

Rätsch, der als freiberuflicher Autor, Ethnopharmakologe und Referent in Hamburg wohnt, lebt in privater und Forschungsgemeinschaft mit der Kunsthistorikerin Claudia Müller-Ebeling. Das Paar hat gemeinsam mehrere Bücher veröffentlicht.[2]

Rätschs im Jahr 1998 erstmals erschienene Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen wurde in verschiedene Sprachen übersetzt. Die Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen gilt mittlerweile als Standardwerk im Bereich „Psychoaktive Substanzen“.[3][4] Im Jahr 2016 erreichte sie die 13. Auflage. Für die 944 Seiten umfassende Enzyklopädie der Psychoaktiven Pflanzen testete Rätsch selbst die Wirkung aller dort beschriebenen psychoaktiven Pflanzen und Pilze.[5] Rätsch ist Herausgeber des Jahrbuch für Ethnomedizin und Bewußtseinsforschung. Er war Beiratsmitglied des Europäischen Collegiums für Bewußtseinsstudien (ECBS) und Präsident der Arbeitsgemeinschaft Ethnomedizin (AGEM). Christian Rätsch pflegt oder pflegte fachlichen Kontakt unter anderem zu Timothy Leary, Jonathan Ott, Ralph Metzner, Stanislav Grof und Markus Berger. Ihn verband eine lange Freundschaft mit dem Chemiker Albert Hofmann und dem Schweizer Künstler HR Giger.

Aufgrund seines Fachwissens über psychoaktive Substanzen und Drogen war Rätsch auch öfters in TV-Sendungen zu Gast, wie z. B. Delta[6], Menschen bei Maischberger[5] und TV Total[7][8][9].

Positionen


Rätsch fordert eine Legalisierung sogenannter „weicher Drogen[10][8], so auch „Cannabis“, das er als die „besterforschte Heilpflanze der Menschheitsgeschichte“ bezeichnet.[5] 2017 wurde das Verbot von Cannabis in Deutschland gelockert und Cannabis in Deutschland als verschreibungspflichtiges Arzneimittel freigegeben. Das Verbot von Cannabis, Opium, Kokain, Zauberpilzen und LSD sieht er als skandalös an.[5] Für eine Legalisierung dieser Drogen fordert Rätsch allerdings einen geordneten Ablauf und Rahmenbedingungen, so gibt er etwa zu bedenken, dass wenn die Legalisierung von Drogen bedeute, dass „kapitalistische Verbrecherbanden“ sich am Drogengeschäft bereicherten, er die Legalisierung ablehne.[8] Rätsch kritisiert den Begriff „Droge“ allgemein[6][7] und bevorzugt den Begriff „Psychoaktive Substanz“.[8] Zudem kritisiert er die Trennung in „legale“ und „illegale“ Drogen, da diese willkürlich festgelegt sei und dadurch Konsumenten und Abhängige illegaler Substanzen kriminalisiert und zu Verbrecher gemacht würden. Dazu äußerte Rätsch, dass wenn es Alkohol-Junkies geben dürfe, dann solle es auch Heroin-Junkies geben dürfen.[10]

Alkohol erachtet er nach seinen Erfahrungen in der Erforschung psychoaktiver Substanzen als die gefährlichste Droge.[5][10] Auch bescheinigt er dem Internet ein größeres Abhängigkeitspotenzial als LSD.[10]

Als Hauptgrund für Drogensucht in der westlichen Welt erachtet Rätsch den Zustand der westlichen Kultur, die er als suchtfördernd ansieht. Dagegen erfolge der Gebrauch psychoaktiver Substanzen bei Naturvölkern rituell und geregelt.[5]

Rätsch ist Kritiker des Neoliberalismus.[8]

Kritik


Zu Rätschs 1995 erschienenem Buch Heilkräuter der Antike in Ägypten, Griechenland und Rom[11] schrieb die Psychiaterin und Psychotherapeutin Doris Schwarzmann-Schafhauser: „Unter dem Deckmantel einer vermeintlich betriebenen Medizingeschichte wird dem Leser somit in diesem »Kräuterbuch« nicht nur eine sektenähnliche Ideologie angeboten, sondern es werden auch ganz konkrete Strategien für das Erreichen der Sektenziele vermittelt“.[12]

Schriften (Auswahl)


Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. Christian Rätsch: Hanf als Heilmittel: Eine ethnomedizinische Bestandsaufnahme. Werner Pieper’s Medienexperimente und Nachtschattenverlag, Solothurn 1992, S. 187.
  2. Biographie auf christian-rätsch.de
  3. Ruprecht Frieling: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen by Christian Rätsch. literaturzeitschrift.de, 21. August 2018, abgerufen am 26. Februar 2018.
  4. Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. at-verlag.ch, abgerufen am 26. Februar 2018.
  5. a b c d e f Christian Rätsch zu Gast bei Menschen bei Maischberger (Sendung vom 19. November 2014) auf YouTube
  6. a b Christian Rätsch zu Gast bei Delta (im September 2007) auf YouTube
  7. a b Christian Rätsch zu Gast bei TV Total (Sendung vom November 2014) auf YouTube
  8. a b c d e Christian Rätsch zu Gast bei TV Total (Sendung vom Mai 2015) auf YouTube
  9. Christian Rätsch zu Gast bei TV Total (Sendung vom November 2015) auf YouTube
  10. a b c d Spiegel TV-Interview mit Christian Rätsch
  11. Christian Rätsch: Heilkräuter der Antike in Ägypten, Griechenland und Rom. Mythologie und Anwendung einst und heute. Eugen Diederichs Verlag, München 1995.
  12. Doris Schwarzmann-Schafhauser: Sektenideologie im medizinhistorischen Gewand. In: Würzburger medizinhistorische Forschungen 17, 1998, S. 577–579.



Kategorien: Altamerikanist | Ethnobotaniker | Person des Neopaganismus | Sachbuchautor | Deutscher | Geboren 1957 | Mann



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Christian Rätsch (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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Stand der Informationen: 06.05.2020 02:42:36 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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