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Chiasso



Chiasso
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Mendrisio
Kreis: Kreis Balerna
BFS-Nr.: 5250
Postleitzahl: 6830
UN/LOCODE: CH CHI
Koordinaten: 723804 / 77154
Höhe: 230 m ü. M.
Fläche: 5,3 km²
Einwohner: 7979 (31. Dezember 2018)[1]
Website: www.chiasso.ch
Lage der Gemeinde

Chiasso [ˈkjasːo] (lombardisch Ciass, deutsch veraltet Pias) ist eine politische Gemeinde im Kreis Balerna im Bezirk Mendrisio des Kantons Tessin in der Schweiz.

Am 25. November 2007 scheiterte eine Fusionsvorlage in den Gemeinden Chiasso, Morbio Inferiore und Vacallo.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Die Gemeinde im Sottoceneri hat rund 8'000 Einwohner und liegt an der Po-Ebene im Mendrisiotto südlich von Mendrisio zwischen dem Luganersee und dem Comer See an der Grenze zu Italien.

Der Ort Pedrinate, eine früher selbstständige Gemeinde, die seit 1976 zu Chiasso gehört, bildet mit dem Grenzstein 75B den südlichsten Punkt der Schweiz. Damit ist Chiasso die südlichste Schweizer Gemeinde.

Geschichte


1140 wurde Chiasso erstmal als Claso erwähnt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts (1874) wurde Chiasso, ursprünglich ein Vorort des italienischen Nachbarn Como, dank der Eisenbahn mit seinem Grenzbahnhof und Rangierbahnhof zu einem wichtigen Grenzort. Durch die Eisenbahn erlebte Chiasso einen wirtschaftlichen Aufschwung und die Bevölkerung nahm rapide zu.[2]

Nachdem die Grenzbahnhöfe an Bedeutung verloren hatten, wanderten viele Einwohner in die Nachbargemeinden Richtung Norden, wo Arbeitsplätze im tertiären Sektor vorhanden sind. So verzeichnete Chiasso seit 1970 (damals 8'868 Einwohner) einen Bevölkerungsrückgang. Aus einem seit August 1994 bestehenden Forschungszentrum für sogenannte Grätzel-Zellen entwickelte sich ab 1999 ein kommerzieller Hersteller für monokristalline Solarzellen und Solarmodule. Die Nähe zum sonnenreichen Italien beschert dem Ort heute wieder eine solide Exportperspektive.

Im September 1976 löste sich nach langem Regenwetter oberhalb des Gaswerks ein Erdrutsch, welcher einen der drei Propangas-Behälter beschädigte (es gab zwar auf der gegenüberliegenden Seite eine Brandschutzwand, an einen Erdrutsch war bei den Sicherungsmassnahmen nicht gedacht worden). Nach einer gewissen Zeit löste ein durchfahrendes Motorrad durch kleine Motor-Funken eine Explosion der ausgeströmten Gaswolke aus. Die beiden anderen Behälter wurden danach durch die Feuerwehr gekühlt, circa 2000 Personen in der Umgebung evakuiert. Trotz Kühlung leckte auch der zweite Behälter auf Dauer, wobei ein zweiter Gaswolken-Brand entstand. Zwei Ammoniak-Behälter im Keller der nahegelegenen Frisco-Fabrik blieben unversehrt.[3]

Bevölkerung


Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1591 1685 1769 1801 1850 1900 1910 1920 1950 1970 1980 1990 2000[4] 2009 2010 2012 2014 2016 2017
Einwohner 160 315 455 479 1265 3700 5722 5439 5744 9326 8583 8212 7720 7763 7737 7933 8202 8331 8182

Sehenswürdigkeiten


Das Stadtbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[5]

  • Pfarrkirche San Vitale[6]
  • Gemeindeshaus
  • Palast Molteni[6]
  • Ex Kindergarten (Gemeindepolizei)[6]
  • Palast Corecco[6]
  • Bahnhof Chiasso FFS[6]
  • Magazzini Generali, Architekten: Robert Maillart, Ettore Brenni[6]
  • Ex Hotel Felix[6]
  • Oratorium Madonna di Fatima[6]
  • Palast City[6]
  • Palast Camponovo, Architekt: Otto Glaus[6]
  • Palast Pedroni, Architekt: Gianfranco Butti[6]
  • Torretta Pedroli[6]
  • Palast Chiesa[6]
  • Palast Lovati[6]
  • Cinema Teatro, Architekt: Americo Marazzi[6]
  • Villino Sala, Architekt: Giuseppe Angelo Savi[6]
  • Im Ortsteil Boffalora, Oratorium Sant’Anna[6]
  • Im Ortsteil Pedrinate, Pfarrkirche Santa Croce[6]
  • Oratorium Santo Stefano al Colle[6]
  • Faktorei[6]
  • Kirche Santa Teresa im Ortsteil Seseglio[6]

Kultur


Museen, Galerie, Stiftung
Festivals

In Chiasso werden verschiedene Festivals veranstaltet. Seit 1989 Chiassodanza (Tanzfestival), seit 1991 Festate (Festival der Weltmusik) und seit 1997 Festival di cultura e musica jazz (Jazzfestival).

Wirtschaft


1951 wurde in Chiasso die Edelmetallschmelze Argor SA gegründet. 1988 wurde deren Sitz nach Mendrisio verlegt.[24]

Verkehr


Bildung


Sport


Persönlichkeiten


Literatur


Bilder


Weblinks


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Einzelnachweise


  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Stefania Bianchi: Chiasso. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 31. Mai 2005.
  3. Archivio Storico Ticinese, numero 146, 2010.
  4. Stefania Bianchi: Chiasso. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 31. Mai 2005.
  5. Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung , Verzeichnis auf der Website des Bundesamts für Kultur (BAK), abgerufen am 10. Januar 2018.
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 464–469.
  7. Musikverlag Euterpe ticinese (italienisch) auf ricercamusica.ch/dizionario/ (abgerufen am: 14. November 2017.)
  8. Circolo "Cultura, Insieme" auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  9. Circolo delle Arti auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  10. Galleria Fotografia Oltre auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  11. Musica Cittadina Chiasso auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  12. Jazz Matinée auf ticino.ch
  13. Amici del Cinema Teatro di Chiasso auf centroculturalechiasso.ch/cinema-teatro (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  14. Associazione amici del m.a.x. museo auf centroculturalechiasso.ch/m-a-x-museo/amici (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  15. m.a.x.museo auf maxmuseo.ch (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  16. m.a.x.museo auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  17. Spazio Officina auf centroculturalechiasso.ch (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  18. Spazio Officina auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  19. Galleria Mosaico auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  20. Folini Arte Contemporanea auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  21. Galleria ConsArc auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  22. Galleria Fotografia Oltre auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  23. Stiftung Pro Marignano auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  24. Geschichte. Argor-Heraeus, abgerufen am 3. Juli 2017.
  25. Centro di Formazione Internazionale Il Gabbiano Jonathan auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  26. Football Club Chiasso auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  27. Football Club Insubrica (Memento des Originals vom 22. März 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf mobile.football.ch/ftc/it/ (abgerufen am 21. März 2017).



Kategorien: Chiasso | Ort im Kanton Tessin | Schweizer Gemeinde | Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Tessin | Grenze zwischen Italien und der Schweiz | Ersterwähnung 1140 | Gemeindegründung 1976



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Chiasso (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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Stand der Informationen: 05.05.2020 08:10:49 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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