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Centre-Val de Loire

Centre-Val de Loire
Basisdaten
Staat  Frankreich
Präfektur Orléans
Präsident des Regionalrats François Bonneau (PS)
Bevölkerung 2.576.252 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 65,8 Einwohner je km²
Fläche 39.151 km²
Départements 6
Arrondissements 20
Gemeindeverbände 83
Kantone 99
Gemeinden 1.758
ISO-3166-2-Code FR-CVL

Reliefkarte der Region Centre-Val de Loire

Centre-Val de Loire [sɑ̃tʁ val də lwaʁ] (deutsch Zentrum-Loiretal) ist eine Region in der Mitte Frankreichs, die aus den Départements Cher, Eure-et-Loir, Indre-et-Loire, Loir-et-Cher, Indre und Loiret besteht. Sie hat eine Fläche von 39.151 km² und 2.576.252 Einwohner (Stand 1. Januar 2017). Hauptstadt der Region ist Orléans.

Bis zum 16. Januar 2015 hieß die Region nur Centre.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Die Region liegt südlich von Paris zentral in der nördlichen Hälfte Frankreichs und grenzt im Norden an die Regionen Île-de-France und Normandie, im Westen an Pays de la Loire, im Südwesten an Nouvelle-Aquitaine, im Süden an Auvergne-Rhône-Alpes und im Osten an Bourgogne-Franche-Comté. Die Hauptstadt Orléans liegt im Nordosten der Region. Weitere bedeutende Städte sind Tours, Amboise und Blois. Die Region wird von der Loire durchflossen, die aus Richtung Süden kommend bei Orléans ihre Richtung ändert und weiter durch Tours in Richtung Westen fließt.

Wappen


Blasonierung: In Blau drei (2;1) goldene Lilien unter einem weißen durchgehenden Turnierkragen von einem zwölffach weiß-rot gestückten Bord umgeben.

Geschichte


Die Region umfasst ungefähr die historischen Landschaften Orléanais, Berry und Touraine. Die französischen Könige waren schon ab dem 11. Jahrhundert Eigentümer von Berry. Auch die Touraine war ab 1205 königliches Eigentum. Die Hauptstadt Orléans wird bis heute mit Jeanne d’Arc, der „Jungfrau von Orléans“, in Verbindung gebracht. Die Orléanais war im Hundertjährigen Krieg letzte Bastion der Franzosen gegen die Engländer.

Die Region selbst wurde 1956 gebildet, als die Einteilung Frankreichs in Programmregionen erfolgte. 1972 erhielt die Region den Status eines Établissement public unter Leitung eines Regionalpräfekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. 1986 wurde der Regionalrat der Region erstmals in Direktwahl gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert. Im Jahr 2000 wurde die durch die Region fließende Loire zwischen den Städten Sully-sur-Loire und Chalonnes wegen der dort zahlreichen Schlösser zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Kontroverse Identität

Die Historie der Region Centre-Val de Loire ist geprägt von einer problematischen Identität, die aus den verschiedenen historischen Provinzen (BerryOrléanaisTouraine) herrührt. Zunächst ergaben sich Differenzen wegen der Wahl der Hauptstadt, dann wegen der Namenswahl.

Als Hauptstadt wurde 1964 Orléans ausgewählt, obwohl Tours bevölkerungsreicher war. Der Grund für diese Wahl lag in einer Rivalität zwischen Jean Royer, Bürgermeister von Tours, und Michel Debré, Bürgermeister von Amboise, woraufhin sich letzterer für Orléans einsetzte.[2] Dieser Vorfall begründete Spannungen zwischen den beiden Städten.

1956 wurde vom Innenministerium der Name Région Centre ausgewählt, was Diskussionen verursachte, da dieser Name in keiner Weise eine Identität widerspiegelte. Auch wenn Centre weder die eine noch die andere Identität einer historischen Provinz bevorzugte und andere vernachlässigte, war der Grund der Namensgebung undurchsichtig, da die Region nicht im Zentrum Frankreichs liegt. 1990 wurde vom Regionalrat der Versuch unternommen, einen im In- und Ausland aussagekräftigeren Namen zu finden. Es wurden vier Vorschläge gemacht: Val de France („Tal Frankreichs“), Val de Loire („Loiretal“), Cœur de France („Herz Frankreichs“) und Centre-Val-de-Loire („Zentrum-Loiretal“). Im Herbst 1994 entschieden sich die Abgeordneten für Centre-Val-de-Loire.[3] Jedoch erforderte das Gesetz bei einer Namensänderung einer Region die Zustimmung aller anderen Regionen. Der Präsident der Région Pays de la Loire verweigerte diese wegen der Verwendung des Namens der Loire, wodurch die Namensänderung nicht zustande kam. Erst mit der Reform der Regionen 2015 wurde die Region offiziell in Centre-Val de Loire umbenannt.[4]

Städte


Die bevölkerungsreichsten Städte der Region Centre-Val de Loire sind:

Stadt Einwohner (Jahr) Département
Tours 135.787 (2017) Indre-et-Loire
Orléans 116.685 (2017) Loiret
Bourges 64.551 (2017) Cher
Blois 46.086 (2017) Loir-et-Cher
Châteauroux 43.741 (2017) Indre
Chartres 38.578 (2017) Eure-et-Loir
Joué-lès-Tours 37.893 (2017) Indre-et-Loire
Dreux 31.044 (2017) Eure-et-Loir
Vierzon 25.903 (2017) Cher
Fleury-les-Aubrais 21.026 (2017) Loiret

Politik


Politische Gliederung

Die Region Centre-Val de Loire untergliedert sich in sechs Départements:

OZ = Ordnungszahl des Départements         Arr. = Anzahl der Arrondissements        Gem. = Anzahl der Gemeinden
W = Wappen des Départements Kant. = Anzahl der Kantone
ISO = ISO-3166-2-Code G.V. = Anzahl der Gemeindeverbände
OZ W Département Präfektur ISO Arr. G.V. Kant. Gem. Einwohner
1. Januar 2017
Fläche
(km²)
Dichte
(Einw./km²)
18 Cher Bourges FR-18 3 19 19 287 304.256 7.235 42
28 Eure-et-Loir Chartres FR-28 4 12 15 365 433.233 5.880 74
36 Indre Châteauroux FR-36 4 15 13 241 222.232 6.791 33
37 Indre-et-Loire Tours FR-37 3 11 19 272 606.511 6.127 99
41 Loir-et-Cher Blois FR-41 3 15 12 267 331.915 6.343 52
45 Loiret Orléans FR-45 3 16 21 326 678.105 6.775 100
Gesamt 20 83 99 1.758 2.576.252 39.157 66

Regionalrat

Ergebnis der Wahl des Regionalrates vom 13. Dezember 2015:[5]

Wirtschaft


Im Jahr 2017 lag das regionale Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, bei 87,37 % des Durchschnitts der EU-28.[6]

Siehe auch


Weblinks


Wiktionary: Centre – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise


  1. Gesetz 2015-29 vom 16. Januar 2015 , veröffentlicht im Journal Officiel vom 17. Januar 2015
  2. Pierre Falga, Michel Feltin: Deux villes, deux stratégies. In: L’Express. 6. März 2003, abgerufen am 6. März 2016 (französisch).
  3. Thibaut Milieu: En quête d’identité. In: Le Monde diplomatique. Dezember 2001, abgerufen am 6. März 2016 (französisch).
  4. Artikel 2-V des Gesetzes no 2015-29 vom 16. Januar 2015. 17. Januar 2015, abgerufen am 6. März 2016 (französisch): „À compter de la publication de la présente loi, la région Centre est dénommée « Centre-Val de Loire ». Dans l’ensemble des dispositions législatives en vigueur, les références à la région Centre sont remplacées par les références à la région Centre - Val-de-Loire.“
  5. Résultats régionales 2015 auf linternaute.com, abgerufen am 11. Januar 2016
  6. Eurostat regional yearbook 2017. In: ec.europa.eu. Abgerufen am 3. April 2018 (englisch).




Kategorien: Französische Region | Centre-Val de Loire | Gegründet 1956

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