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Carl Haensel



Carl Haensel (* 12. November 1889 in Frankfurt am Main; † 25. April 1968 in Winterthur) war ein deutscher Rechtsanwalt und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Haensel studierte an der Universität Lausanne, der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin und der Philipps-Universität Marburg Rechtswissenschaft und Staatswissenschaft. Am 27. November 1909 wurde er im Corps Teutonia Marburg recipiert.[1] 1912 wurde er in Marburg zum Dr. iur. promoviert.[2] Er bestand 1916 die Assessorprüfung und ließ sich 1918 als Rechtsanwalt und Schriftsteller in Frankfurt am Main nieder. Er half bei der Rekonstitution des aus Prag übersiedelten Corps Austria, das ihm 1919 das Band verlieh.[1] 1920 wechselte er nach Berlin, wo er 1930 auch als Notar zugelassen wurde. Er ging 1946 nach Freiburg im Breisgau und betätigte sich als Rechtsanwalt am Badischen Oberlandesgericht. Im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher war er ab 1. April 1946 Assistent von Horst Pelckmann bei der Verteidigung der Schutzstaffel und des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS.[3] Seit 1950 war er Justitiar beim Südwestfunk in Baden-Baden.[4] Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg erteilte ihm 1951 einen Lehrauftrag (Professur) für Rundfunkrecht und Urheberrecht an der Eberhard Karls Universität Tübingen.[5] Von 1962 bis 1964 war er der erste Präsident der Humboldt-Gesellschaft.[6]

Haensel war drei Mal verheiratet. Aus der 1915 geschlossenen Ehe mit Julie Herrmann aus Marburg ging der Sohn Peter Haensel (1917–1969) hervor.[7] Die zweite Ehe schloss er 1948 mit Agnes Prandhoff, die dritte 1961 mit der Ärztin Ilse Baum.[5]

Ehrungen


Werk


Neben seiner Arbeit als Rechtsanwalt war Haensel als Schriftsteller und Dramatiker tätig. Er veröffentlichte 1919 sein erstes Werk, das Justizdrama Das Grauen. Sein wohl erfolgreichstes Buch war der 1928 entstandene Tatsachenroman Der Kampf ums Matterhorn. Der Roman schildert die dramatischen Umstände der Erstbesteigung des Matterhorns durch Edward Whymper 1865, basierend auf dessen Tagebuchaufzeichnungen. Der Roman wurde in mehrere Sprachen übersetzt und in der Folge zweimal verfilmt – 1928 als Stumm- und 1937 als Tonfilm unter der Regie von Luis Trenker. Der Titel der zweiten Verfilmung ist zum Synonym mythischer Überhöhung des Alpinismus schlechthin geworden: Der Berg ruft. Die Deutsche Allgemeine Zeitung führte Haensel ab 1923 als einen ihrer Chefredakteure. Nach der Machtergreifung unterschrieb er mit 87 anderen Schriftstellern das Gelöbnis treuester Gefolgschaft. In den Jahren 1935 bis 1938 schrieb er ein Außenpolitisches ABC.[4] Zu Haensels Werken zählen Tatsachenromane, Gesellschaftsromane und Essays. Als Schriftsteller fühlte er sich dem Naturalismus zugehörig. Er war der erste Präsident der 1952 in Baden-Baden gegründeten Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft. Seine mit Richard Strahl verfassten Werke Politisches ABC des neuen Reiches (1933), Politisches ABC des Saar-, Grenz- und Auslanddeutschtums (1934) und Außenpolitisches ABC (1938) wurden in der Sowjetischen Besatzungszone auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[8][9]

Romane

Sachbücher

Autobiographische Schriften

Verfilmungen

Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. a b Kösener Corpslisten 1960, 102, 1010; 25, 222
  2. Dissertation: Die Eintragbarkeit als Warenzeichen : insbesondere ihre Beschränkung durch allgemeine privatrechtliche Grundsätze.
  3. Trial of the Major War Criminals before the International Military Tribunal, Nuremberg, 14 November 1945 - 1 October 1946, Vol. 1. Nürnberg 1947, S. 7 . (Band 1 der „Blue Series“)
  4. a b Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 210.
  5. a b Blaubuch des Corps Teutonia Marburg 1825 bis 2000, S. 245
  6. Gründung der Humboldt-Gesellschaft (Memento des Originals vom 2. Januar 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. Blaubuch des Corps Teutonia Marburg 1825 bis 2000, S. 349
  8. Liste der auszusondernden Literatur (1946)
  9. Liste der auszusondernden Literatur (1948)



Kategorien: Rechtsanwalt (Deutschland) | Rechtswissenschaftler (20. Jahrhundert) | Dichterjurist | Literatur (20. Jahrhundert) | Literatur (Deutsch) | Strafverteidiger in den Nürnberger Prozessen | Corpsstudent (20. Jahrhundert) | Mitglied der Reichsschrifttumskammer | Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung | Deutscher | Geboren 1889 | Gestorben 1968 | Mann



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