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Ankerschiene


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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Siehe Ankerschiene als Sicherungsmittel zur Ladungssicherung.

Eine Ankerschiene ist ein Profilstahl, der in Beton eingebaut bzw. eingegossen wird. Sie besteht aus einem Profilstahl in C-Profil aus verzinktem Baustahl oder aus rostfreiem Stahl mit rückseitigen Ankern zur Verankerung im Beton.

Zum System gehören spezielle Schrauben. Sie werden wegen ihrer Form Hammerkopfschrauben oder Hakenkopfschrauben genannt. Die Schiene wird so einbetoniert, dass in den Schlitz des Profils diese Spezialschrauben eingelegt werden können. Sie sind entlang der Schiene verschiebbar und erlauben damit Justierungen. Man kann an diesen Ankerschienen verschiedene Konstruktionsteile wie Lüftungs­kanäle und Rohrleitungen befestigen. Die Markennamen Halfenschiene, Jordahlschiene und MOSO-Ankerschiene sind Gattungsnamen für Ankerschienen geworden.

Inhaltsverzeichnis

Arten von Ankerschienen


An den einbetonierten Schienen können beliebige Anschlusskonstruktionen befestigt werden. Es wird unterschieden zwischen warmgewalzten und kaltprofilierten Ankerschienen. Warmgewalzte Profile haben bei ähnlicher Geometrie eine höhere zulässige Belastung. Sie sind außerdem für Befestigungen mit dynamischen Lasten besser geeignet, wie Kranbahnbefestigungen oder Maschinenbefestigungen.

Im Schlitz der Schiene liegt ab Werk eine Füllung, die vor dem Eindringen von Beton beim Betoniervorgang schützt. Die Füllung wird in zwei verschiedenen Varianten angeboten: Als Vollschaumfüllung, die sich leicht vollständig herausziehen lässt oder als Styroporfüllung, die schnell partiell entfernt werden kann. Für den Korrosionsschutz werden die Profile in nichtrostendem Edelstahl oder verzinkte Qualitäten angeboten.

Ankerschienen mit Verzahnungen können außerdem mittels Formschluss die Lastaufnahme in Längsrichtung der Schiene sicherstellen. Die speziellen Profile können dabei auch dynamische Lasten aufnehmen und sind durch die dreidimensionale Lastaufnahme zum Beispiel auch für die Befestigung von Führungsschienen im Aufzugsschacht geeignet.

Geschichte


Die Beton- und Eisenbetonbauweise Anfang des 20. Jahrhunderts erforderte neue Möglichkeiten zur Befestigung von verschiedenen Konstruktionen auf der Betonfläche. Für leichtere Lasten wurden trapezförmige Leisten aus Holz mit abgewinkelten Nägeln einbetoniert. Später wurden einbetonierte Stahlträger mit speziellen Klauen zur Befestigung entwickelt. Damit konnten nun auch höhere Lasten in den Beton eingeleitet werden. Eine weitere Entwicklung waren S-förmige Schienen aus Stahl in die Hakenschrauben eingehängt wurden. Anders Jordahl entwickelte 1913 eine durch Bügel zurückgehängte C-förmige Schiene mit Hakenkopfschrauben, die am 11. Dezember 1913 unter der Nummer 292751 patentiert wurde. Seit 1925 wird die Bezeichnung „Ankerschienen“ verwendet und eine industrielle Produktion durchgeführt. 1929 folgte die Entwicklung der Halfenschiene, die eine neuartige geometrische Ausbildung gegen Betonabplatzungen aufwies.

Ab 1976 sind in Deutschland allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen des Deutschen Instituts für Bautechnik für Ankerschienen erforderlich.

Vorschriften


2009 wurde die neue europäische Norm CEN/TS 1992-4 veröffentlicht. Sie regelt das Verfahren zur „Bemessung der Verankerung von Befestigungen in Beton“.

Die Normenreihe entspricht den Regeln der Technik und berücksichtigt die aktuellen Erkenntnisse der Forschung auf dem Gebiet der Verankerungstechnik. Damit die darin angegebenen Berechnungsverfahren angewendet werden können, sind hersteller- und produktspezifische Werte für die jeweiligen Ankerschienen, wie Widerstände oder Formbeiwerte erforderlich. Diese Kennzahlen sind wiederum in der europäischen technischen Zulassung des jeweiligen Produkts geregelt.

Anwendungen


Ankerschienen dienen beispielsweise der Befestigung von Betonfertigteilen, Versorgungsleitungen, Verblendmauerwerk, Stahlbetonfassaden, Konsolen und Aufzugsführungsschienen, Vordächern oder anderen Konstruktionen. Im Anlagenbau werden Ankerschienen zur justierbaren Befestigung von verschiedenen Komponenten eingebaut. Gebogene Schienen werden in Tübbingen für die Befestigung von Medien oder Fahrdraht in Tunneln verwendet. Je nach Sortimentbreite des Herstellers können für unterschiedlichste Konstruktionen mit verschiedenen Ansprüchen an Tragfähigkeit, Brandschutz und Korrosionsschutz passende Ankerschienen verwendet werden. Dazu können auch Materialien verschiedener Korrosionsschutzanforderungen kombiniert werden.

Weblinks





Kategorien: Verbindungselement | Stahlbetonbau



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Ankerschiene (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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