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Bundesverwaltungsamt

Bundesverwaltungsamt
– BVA–
Staatliche Ebene Bund
Stellung Bundesoberbehörde
Aufsichtsbehörde Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Gründung 14. Januar 1960
Hauptsitz Köln, Nordrhein-WestfalenNordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen
Behördenleitung
  • Präsident:
Christoph Verenkotte
  • Vizepräsidentin:
Silvia Bechtold
  • Vizepräsident:
Manfred Schmidt
Bedienstete 4832 (1. Juni 2019)[1]
Haushaltsvolumen 396,98 Mio EUR (2019) [2]
Netzauftritt www.bundesverwaltungsamt.de

Das Bundesverwaltungsamt (BVA) ist eine deutsche Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) mit Sitz in Köln und verschiedenen Außenstellen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Vorläufer des BVA war die 1951 gegründete Bundesausgleichsstelle des Bundesministeriums des Innern, ab 1955 die Bundesstelle für Verwaltungsangelegenheiten. Dieser Behörde oblag die Unterbringung der verdrängten Angehörigen des öffentlichen Dienstes.

Als Folge einer Organisationsprüfung beschloss das Bundeskabinett auf Vorschlag des Bundesbeauftragten für die Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung am 26. Februar 1958, mit dem Bundesverwaltungsamt eine neue Behörde zu schaffen, in der zunächst 196 Planstellen entstanden.[3] Im Bundesgesetz vom 28. Dezember 1959 wurde das BVA mit Wirkung zum 14. Januar 1960 als selbständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern mit Sitz in Köln am Habsburgerring Nr. 9–13 errichtet. Zum Gründungszeitpunkt umfasste die neue Behörde bereits 299 Mitarbeiter. Weitere zusätzliche Aufgabenbereiche sorgten für stetiges Wachstum der Behörde. Im Oktober 1965 übernahm das BVA die Verwaltungsaufgaben des zivilen Ersatzdienstes, im Oktober 1968 übernahm es das Auslandsschulwesen.

Im Jahre 1971 fiel die Entscheidung für ein neues Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen, im April 1895 in Dienst gestellten Barbara-Kaserne im Kölner Stadtteil Riehl, das dem Bund gehörte.[4] Nach der Grundsteinlegung im August 1980 fand die offizielle Einweihungsfeier in der Barbarastraße 1/Ecke Amsterdamer Straße im Juni 1984 statt. Nach der Deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 übernahm das Bundesverwaltungsamt u. a. die Abwicklung von Vermögen des Ministeriums für Staatssicherheit und des Amtes für nationale Sicherheit der ehemaligen DDR. Die 1990er Jahre waren von einem Wandel der technischen Ausstattung gekennzeichnet. Das BVA setzte auf moderne Technologien und gehörte zu den Vorreitern des papierlosen Büros in der öffentlichen Verwaltung. Ein wegweisender Schritt war die Gründung des Dienstleistungszentrums (DLZ), in dem das BVA erstmals Querschnittsaufgaben für verschiedene Behörden zentralisierte. Bei den Dienstleistungen gab es in jüngster Vergangenheit den größten Aufgabenzuwachs. Zum 1. Juni 2017 gingen die Aufgaben des Bundesamts für Zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) auf das BVA über – mit Ausnahme der offenen Vermögensfragen. Im Zuge dieser Fusion wechselten rund 1.500 BADV-Beschäftigte ins BVA.[5] Bereits im Juli 2013 hatte das Bundesministerium der Verteidigung dem BVA große Teile der Personalabrechnung für die Bundeswehr übertragen. Rund 1.400 Beschäftigte der Bundeswehr waren damals zum BVA hinzugekommen.[6]

Aufgaben


Das Bundesverwaltungsamt erledigt eine Vielzahl unterschiedlicher Verwaltungsaufgaben des Bundes und ist dabei auch für andere Bundesministerien und ihre Geschäftsbereiche tätig.

Es ist unter anderem für die Rückforderung der BAföG-Darlehen sowie die Bewilligung und Einziehung des Bildungskredites im Rahmen der Förderbestimmungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zuständig.

Außerdem vollzieht es das Bundesvertriebenengesetz, erfüllt Aufgaben im Bereich des Auslandsschulwesens, entscheidet über Staatsangehörigkeitsangelegenheiten von Deutschen im Ausland und zieht von Deutschen im Ausland erhaltene Konsulardarlehen ein. Eine besondere Aufgabe ist die Bearbeitung der Anträge von im Ausland lebenden Personen auf Wiedereinbürgerung, denen in der Zeit des Nationalsozialismus die deutsche Staatsbürgerschaft „aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen“ wurde.[7] Noch heute erreichen das Bundesverwaltungsamt Jahr für Jahr rund 3000 Anträge, mittlerweile überwiegend von Nachkommen der Holocaust-Überlebenden, denen eine Wiedereinbürgerung gemäß Art. 116 des Grundgesetzes ebenfalls zusteht.

Das Bundesverwaltungsamt beglaubigt im Auftrag des Auswärtigen Amtes Unterschriften auf deutschen öffentlichen Urkunden für die Verwendung in zurzeit 20 Staaten und erteilt Apostillen auf Bundesurkunden für die Verwendung in Ländern, die dem Haager Übereinkommen vom 5. Oktober 1961 beigetreten sind.

Darüber hinaus ist es im Bereich der Förderung von Sport und Kultur, der politischen Stiftungen sowie der Kinder- und Jugendhilfe tätig. Nach § 42b SGB VIII in der Fassung des Gesetzes zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher benennt es beispielsweise seit dem 1. November 2015 nach Anmeldung eines unbegleiteten ausländischen Kindes oder Jugendlichen zur Verteilung durch die zuständige Landesstelle das zu dessen Aufnahme verpflichtete Bundesland.

In den letzten Jahren hat das Amt vor allem zentrale Dienstleistungen für andere Bundesbehörden übernommen, wie Zahlbarmachung von Bezügen, Beihilfe, Reise(kosten)management, Zeiterfassung oder Personalgewinnung. Aus den eigenen Erfahrungen bei der Verwaltungsmodernisierung entstand der Bereich Organisationsberatung für Ministerien und andere Behörden.

Das Bundesverwaltungsamt ist darüber hinaus die zentrale Ausbildungsbehörde für die Ausbildung von Beamten des mittleren nichttechnischen Dienstes in der allgemeinen und inneren Verwaltung des Bundes. Die von den Bundesbehörden des Ausbildungsverbundes Köln/Bonn bzw. Berlin eingestellten Auszubildenden zum Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement[8] und zum Verwaltungsfachangestellten nehmen im Bundesverwaltungsamt an theoretischen und praxisbezogenen Lehrveranstaltungsphasen teil. Ein zentrales Arbeitsfeld stellt die Öffentliche Sicherheit dar. Das Bundesverwaltungsamt betreibt nationale und europäische Informationssysteme für verschiedene Sicherheits- und Migrationsbehörden, u. a. das Nationale Waffenregister[9] und das Ausländerzentralregister[10]. Auch die Kunstverwaltung und das Münzwesen des Bundes werden seit 1. Juni 2017 vom Bundesverwaltungsamt wahrgenommen. Dazu gehören u. a. die Gestaltung, die Beauftragung zur Herstellung und der Vertrieb von Euro-Umlauf- und Gedenkmünzen sowie Sammlermünzen.

Organisation


Zum 1. Januar 2001 wurde das ehemalige Bundesamt für Zivilschutz (BZS) als Abteilung 5 in das Bundesverwaltungsamt integriert (Bundesverwaltungsamt – Zentralstelle für Zivilschutz (BVA-ZfZ)). Die Aufgaben des Zivilschutzes und des Schutzes kritischer Infrastrukturen wurden am 1. April 2004 in das neue Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ausgelagert.

Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurden die Wehrbereichsverwaltungen der Bundeswehr zum 30. Juni 2013 aufgelöst. Das Bundesverwaltungsamt nimmt seitdem, zusammen mit zwei neuen, beim Bundesministerium der Verteidigung angesiedelten Behörden, Aufgaben der ehemaligen Wehrbereichsverwaltungen wahr.[11]

Präsident des Bundesverwaltungsamtes ist Christoph Verenkotte. Vizepräsidenten sind Silvia Bechtold und Manfred Schmidt.[12]

Präsidenten des Bundesverwaltungsamts


Weblinks


 Commons: Bundesverwaltungsamt  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2020. In: http://dipbt.bundestag.de/. Bundesrat, 9. August 2019, abgerufen am 4. September 2019.
  2. Bundeshaushalt.de: www.Bundeshaushalt.de. Abgerufen am 30. August 2019.
  3. 50 Jahre Bundesverwaltungsamt. (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) Abgerufen am 2. Dezember 2015.
  4. Deutscher Bundestag (Hrsg.), Verhandlungen des Deutschen Bundestages, 1973, S. 1174
  5. BVA wird größter Dienstleister des Bundes. 31. Mai 2017, archiviert vom Original am 10. August 2017; abgerufen am 1. Juni 2017.
  6. Bundesverwaltungsamt übernimmt Aufgaben für die Bundeswehr. (PDF) 1. Juni 2013, abgerufen am 30. Oktober 2013.
  7. Art. 116 Abs. 2 GG.
  8. Ein gemeinsamer Beruf für Wirtschaft und Verwaltung. 10. April 2014, archiviert vom Original am 10. August 2017; abgerufen am 1. Mai 2014.
  9. Die zentrale Komponente des Nationalen Waffenregisters beim Bundesverwaltungsamt startet pünktlich zum 1. Januar 2013. 28. Dezember 2012, archiviert vom Original am 10. August 2017; abgerufen am 28. Dezember 2012.
  10. Digitalisierung von Asylverfahren. 10. November 2016, archiviert vom Original am 7. August 2017; abgerufen am 10. November 2016.
  11. Bundesverwaltungsamt übernimmt Aufgaben für die Bundeswehr. 1. Juli 2013, archiviert vom Original am 1. November 2013; abgerufen am 30. Oktober 2013.
  12. Begrüßung des Zweiten Vizepräsidenten im Bundesverwaltungsamt. 16. September 2013, archiviert vom Original am 1. November 2013; abgerufen am 30. Oktober 2013.


Koordinaten: 50° 58′ 12″ N, 6° 58′ 13,9″ O




Kategorien: Bundesbehörde in Köln | Stadtbezirk Köln-Nippes | Bundesministerium des Innern | Gegründet 1960


Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverwaltungsamt (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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