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Britische Rheinarmee

Die Bezeichnung britische Rheinarmee (Englisch: British Army of the Rhine, kurz BAOR) wurde jeweils nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg für die britischen Besatzungstruppen in Deutschland verwendet. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch der Begriff Rhine Garrison (Rheingarnision) benutzt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Nach dem Ersten Weltkrieg

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Von 1919 bis 1930 befanden sich gemäß den Festlegungen des Versailler Friedensvertrages von 1919 britische Besatzungstruppen im Rheinland.

Die im März 1919 etablierte Rheinarmee unter Feldmarschall William Robertson, 1. Baronet wurde aus folgenden Einheiten formiert:

II. Corps: Generalleutnant Claud Jacob

IV. Corps: Generalleutnant Alexander Godley

VI. Corps: Generalleutnant Aylmer Haldane

IX. Corps: Generalleutnant Walter Braithwaite, später Ivor Maxse

X. Corps: Generalleutnant Thomas Morland

Oberbefehlshaber der Rheinarmee 1919–1930

Commander-in-Chief

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Die ab August 1945 in der britischen Besatzungszone aus der 21st Army Group gebildete BAOR wurde nach dem Ende des Kalten Krieges am 31. März 1994 aufgelöst und Teile der Truppenverbände in British Forces Germany (BFG) umbenannt. Sie hatte ihr Hauptquartier von Mai 1945 bis 1954 in Bad Oeynhausen, anschließend im JHQ Rheindahlen im Westen Mönchengladbachs.

Zu den ursprünglichen Aufgaben der BAOR zählte die Unterstützung der britischen Militärregierung in der britischen Besatzungszone sowie die Kontrolle und Verwaltung der weiteren in Deutschland stationierten britischen Einheiten.

Bis zum Aufbau der deutschen Bundeswehr Ende der 1950er Jahre („Wiederbewaffnung“) bildete die BAOR innerhalb der NATO den Hauptpfeiler der transatlantischen Verteidigungsorganisation gegen den Warschauer Pakt in Norddeutschland. 1954 umfasste die BAOR, in der noch bis 1960 Wehrpflichtige im Rahmen des National Service dienten, 102.000 Soldaten. Im Herbst 1954 begann mit dem NATO-Großmanöver Battle Royal die Vorbereitung der britischen Streitkräfte auf einen möglichen Atomkrieg. In einer Zeit großer britischer Budget- und Devisenprobleme pendelte sich die Stärke der BAOR bis Anfang der 1960er Jahre auf eine in der Stationierungsverpflichtung von 1954 angestrebte langfristige Sollstärke von rund 50.000 Mann ein.

1971 vereinbarten die Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien einen fünfjährigen Vertrag über die finanzielle Hilfe für die britische Rheinarmee. Danach zahlte die Bundesrepublik jährlich im Rahmen des Devisenausgleichsabkommens jährlich etwa 100 Millionen DM.[1]

Aus den Reihen der späteren BFG wurden u. a. auch Truppenteile für KFOR, SFOR, ISAF sowie den Zweiten Golfkrieg, den Irakkrieg und nach Nordirland abgestellt.

Gegen Ende des Kalten Krieges 1989/90 umfasste die BAOR folgende Verbände:[2]

1994 ging die britische Rheinarmee in die britischen Streitkräfte in Deutschland über.

Oberbefehlshaber der Rheinarmee 1945–1994

Trivia

Bereits am 29. Juli 1945 starteten die britischen Streitkräfte ihr eigenes Radioprogramm in Deutschland als British Forces Network (BFN), das – ab 1964 als British Forces Broadcasting Service (BFBS) – bis heute auf Sendung ist.

Zwischen 1952 und 2002[3] fand auf dem Flugplatz Bad Lippspringe in der Regel jährlich über Pfingsten die Rhine Army Summer Show (RASS) statt. Entstanden aus einer Pferdeschau entwickelte sich daraus ein großes deutsch-britisches Sommerfest mit militärischen Vorführungen der British Army und der Royal Air Force, insbesondere deren Red Arrows, einer deutschen Kirmes, einer Handelsausstellung mit deutschen und britischen Ausstellern, sowohl kommerzieller als auch gemeinnütziger Natur, und Open-Air-Konzerten.

Die in Deutschland geborenen Kinder von Soldaten der BRA werden bei der Rückkehr in das Vereinigte Königreich als Einwanderer gezählt, da die britische Statistik auf das Merkmal foreign-born (geboren im Ausland) und nicht deren britische Staatsangehörigkeit abstellt.

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. Der Spiegel 9/1971: Bar gezahlt
  2. BAOR July 1989 (Memento vom 19. Dezember 2014 im Internet Archive) abgerufen am 19. Dezember 2014
  3. Jürgen Balke: History of Rhine Army Summer Show (RASS) [1]



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