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Brest (Finistère)




Brest
Region Bretagne
Département Finistère
Arrondissement Brest (Unterpräfektur)
Kanton Hauptort von 5 Kantonen
Gemeindeverband Brest Métropole
Koordinaten 48° 23′ N, 4° 29′ W
Höhe 0–103 m
Fläche 49,51 km2
Einwohner 140.064 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 2.829 Einw./km2
Postleitzahl 29200
INSEE-Code
Website http://www.brest.fr/

Blick von der Brester Festung auf die Hubbrücke

Brest ist eine französische Hafenstadt in der Bretagne mit 140.064 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017). Sie gehört zum Département Finistère. Aufgrund ihrer geschützten Lage an der Bucht von Brest (frz.: Rade de Brest), einer tief ins Land ragenden Bucht des Atlantiks, sowie des natürlichen Hafens im Bereich der Mündung des Flüsschens Penfeld ist Brest seit Jahrhunderten ein bedeutender Marinehafen Frankreichs. Noch heute ist Brest, auch „Cité du Ponant“ genannt, Stützpunkt der französischen Atlantikflotte und ein wichtiger Handelshafen.

Als größte Stadt der westlichen Bretagne ist Brest ein wichtiger Industrie- und Handelsstandort. Die westlichste Stadt Frankreichs ist Sitz der Université de Bretagne Occidentale (dt. Universität der Westbretagne) sowie weiterer Hochschulen und Forschungsinstitute.

Inhaltsverzeichnis

Klima


Das Klima von Brest ist ein gemäßigtes Seeklima, das vom Golfstrom beeinflusst wird. Charakteristisch für dieses Klima sind kühle Sommer und milde Winter. Frost tritt selten auf, Wind dagegen fast ständig. Die Stadt gehört in eine Klimazone des Typs Cfb (nach Köppen und Geiger): Warmgemäßigtes Regenklima (C), vollfeucht (f), wärmster Monat unter 22 °C, mindestens vier Monate über 10 °C (b).

Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 10,8 °C; der kälteste Monat ist mit 6,2 °C der Februar, der wärmste mit 16,0 °C der August. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 1085 mm; am trockensten mit 46 mm ist es im Juli, die höchste Niederschlagsmenge fällt mit 137 mm im Dezember.

Brest
Klimadiagramm
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10
5
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Brest
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 8,7 8,9 10,5 12,4 15,1 18,0 20,1 20,0 18,5 15,5 11,6 9,7 Ø 14,1
Min. Temperatur (°C) 3,9 3,8 4,5 5,7 8,1 10,5 12,4 12,6 11,5 9,4 6,2 4,9 Ø 7,8
Niederschlag (mm) 136 106 104 70 73 51 46 59 79 106 118 137 Σ 1.085
Sonnenstunden (h/d) 2,1 3,1 4,1 5,8 6,8 7,2 7,3 6,7 5,6 4,0 2,7 2,0 Ø 4,8
Regentage (d) 18 15 16 11 11 9 8 9 10 13 15 16 Σ 151
Wassertemperatur (°C) 10 10 10 10 12 14 15 16 15 14 13 11 Ø 12,5
Luftfeuchtigkeit (%) 86 84 82 81 81 83 83 83 85 86 85 86 Ø 83,8
T
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m
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a
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8,7
3,9
8,9
3,8
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4,5
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5,7
15,1
8,1
18,0
10,5
20,1
12,4
20,0
12,6
18,5
11,5
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9,4
11,6
6,2
9,7
4,9
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Geschichte


An der Stelle des heutigen Brest befand sich zur Zeit der Römer seit Ende des 3. Jahrhunderts ein befestigter Stützpunkt, der dem Küstenschutz diente und Gesocribate genannt wurde. Im 5. Jahrhundert wanderten von England her britische Stämme ein, nach denen das Land Bretagne genannt wurde. Später wurde hier ein Kastell gegen die Angriffe der Normannen errichtet. Mit der Bretagne kam auch Brest im 12. Jahrhundert unter die Oberhoheit der Engländer, 1202 aber wieder zurück unter französische Lehnsherrschaft.

Mit Beginn der Neuzeit erlebte die Stadt durch den Überseehandel einen Aufschwung. 1593 erhielt Brest durch König Heinrich IV. das Stadtrecht. 1631 machte Kardinal Richelieu Brest zum Militärhafen und ließ dort das Marinearsenal für die Flotte du Ponant erbauen. 1683 wurde die Anlage von Vauban zur Festung ausgebaut. Am 18. Juni 1686 traf hier eine Delegation aus Siam ein, die zu König Ludwig XIV. nach Versailles weiterreiste, ein Ereignis, an das bis heute der Name der wichtigsten Hauptstraße der Stadt, die Rue de Siam, erinnert. 1749 wurde das „Bagno“ (Zuchthaus) von Brest eingerichtet, ein Arbeitslager auf dem Gelände des Marinearsenals. Es konnte bis zu 3700 Sträflinge aufnehmen und bestand bis 1858. Das 1750/51 durch den Baumeister Choquet de Lindu errichtete Hauptgebäude des Bagno mit einer Fassade von 254 m Länge gehörte zu charakteristischen Bauten des alten Brest vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Insassen stellten rund 10 % der Stadtbevölkerung und spielten im Leben Brests eine große Rolle. Neben Schiffbauarbeiten verrichteten die Strafgefangenen auch Erdarbeiten im Hafenbecken und am Kanal von Nantes nach Brest. 1752 wurde in Brest eine Marineakademie eingerichtet. Das Marinearsenal war auch wegen seiner mächtigen Kanone bekannt, die täglich die Öffnung und Schließung des Arsenalgeländes ankündigte – von dieser leitet sich auch die französische Redewendung tonnerre de Brest (so viel wie: mächtiges Donnerwetter) ab.

1789 war die Brester Bevölkerung zunächst begeistert für die Französische Revolution. Ihre Sympathien galten dann aber vermehrt den Girondisten bzw. einem föderalen Staatsaufbau, was ihr den Unmut der Jakobiner einbrachte, die 70 Bürger unter die Guillotine schickten. Nach dem Sturz Robespierres wurde die Stadt dann wieder von Girondisten verwaltet. Der Hafen verlor allerdings bald durch die Kontinentalblockade an Bedeutung, der Handel lag brach und eine Wirtschaftskrise war die Folge, die die Stadt zurückwarf. Unter Napoleon wurde mit dem Bau des schiffbaren Canal de Nantes à Brest begonnen, mit dem die Seeblockade umgangen werden sollte. Mit der Industrialisierung fand man wieder Anschluss an die wirtschaftliche Entwicklung, etwa durch den Bau der Brücke über den Penfeld 1856 oder den Bau des Brester Bahnhofs 1865; die Stadt lag damals 18 Zugstunden von Paris entfernt. Das Zuchthaus wurde 1858 aufgegeben, stattdessen verfrachtete man die Insassen von Bordeaux aus direkt auf Sträflingsinseln in Übersee.

Im Ersten Weltkrieg war Brest 1917/1918 ein wichtiger Nachschubhafen der US-Truppen in Europa. In der Nachkriegszeit wurde der Hafen stetig erweitert, 1930 kamen die Anlagen von Plougastel hinzu. Im Zweiten Weltkrieg nahm die deutsche Wehrmacht Brest am 19. Juni 1940 ein und machte es zu einem der wichtigsten Stützpunkte am Atlantikwall, wo auch die 1. U-Flottille und ein Marinelazarett stationiert waren. 1941/1942 lagen hier auch die beiden Schlachtschiffe der Scharnhorst-Klasse und der Kreuzer Prinz Eugen. In Brest wurde auch eine Seenotfliegerstaffel aufgestellt. Zum Schutz der U-Boote wurde unmittelbar vor der ehemaligen Ecole Navale, deren Gebäude jetzt als Hauptquartier der U-Boot-Flottille diente, ein U-Boot-Bunker gebaut, der 192 m breit, 333 m lang und 17 m hoch war. Die Deckenstärke betrug 6,20 m.

Hitler ernannte im Januar 1944 alle wichtigen Hafenstädte im Westen – so auch Brest – zur „Festung“, was vor allem symbolischen Charakter hatte. In OKW-Befehlen von Februar 1944 zur Verteidigung von Festungen wurde befohlen, „bis zum letzten Mann“ zu kämpfen und keinesfalls zu kapitulieren. Nach der Landung in der Normandie wurde Brest in der Schlacht um die Bretagne 43 Tage von den Alliierten belagert (womit es einer der am längsten belagerten Orte war), ehe der Kommandant Hermann-Bernhard Ramcke kapitulierte.[1]

Die Stadt wurde durch die Kämpfe und Bombardierungen der Alliierten stark zerstört und musste von Grund auf, nach den Plänen von Jean-Baptiste Mathon, neu aufgebaut werden. 1961 war der Wiederaufbau im Wesentlichen abgeschlossen. Da von der historischen Bausubstanz wenig übrigblieb, macht Brest heute den Eindruck einer weitgehend gesichtslosen Planstadt mit Betonbauten. Wirtschaftlich musste man sich auch umorientieren, da die Bedeutung als Marinehafen zurückging; stattdessen erlebten nunmehr die Dienstleistungsbranche und moderne Industrien sowie die Meeresforschung einen Aufschwung. Zur Bedeutung als Bildungszentrum trug auch die Gründung der Université de Bretagne Occidentale im Jahr 1960 bei.

Bevölkerungsentwicklung


Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2016
Einwohner 136.104 154.023 166.826 156.060 147.956 149.634 144.548 140.064
Quellen: Cassini und INSEE

Politik


Verwaltung

Brest ist Sitz der Unterpräfektur des Arrondissements Brest.

Städtepartnerschaften

Brest unterhält zehn Gemeindepartnerschaften mit: [2]

Stadt Land Typ seit
Bejaia  Algerien Freundschaftsabkommen 1995
Cádiz Spanien Spanien Partnerstadt 1986
Constanța Rumänien Rumänien Partnerstadt 1993
Denver Vereinigte Staaten Colorado, Vereinigte Staaten Partnerstadt 1959
Dún Laoghaire  Irland Partnerstadt 1984
Kiel Deutschland Schleswig-Holstein, Deutschland Partnerstadt 1964
Plymouth Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich Partnerstadt 1963
Saponé  Burkina Faso Partnerstadt 1989
Tarent  Italien Partnerstadt 1964
Yokosuka  Japan Partnerstadt 1970

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Bauwerke und Museen

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Brest (Finistère)

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur


Ansässige Unternehmen

Die 1966 gegründete Firma SMDO Industries, der weltweit drittgrößte Hersteller von Stromgeneratoren, hat ihren Hauptsitz in Brest.

Straßenverkehr

Zwei gebührenfreie Autobahnen verbinden Brest mit Rennes (RN 12) sowie mit Nantes (RN 165). Die Route nationale RN 265 schafft eine Verbindung nach Osten. Ein Teilstück dieser Autobahn stellt die Umfahrung der Stadt dar.

Schienenverkehr

Der Bahnhof von Brest wurde zwischen 1936 und 1937 im Art-déco-Stil errichtet und liegt an der Bahnstrecke Paris–Brest. Er wird täglich von mehreren TGV-Zügen bedient, die ihn direkt mit Paris Gare Montparnasse verbinden. Die schnellsten davon schaffen die Strecke in 3 h 25 m. Mit dem Projekt Bretagne à Grande Vitesse ist geplant, die Fahrzeit bis 2020 auf 3 h 10 m zu reduzieren.

ÖPNV

Der Nahverkehr in Brest wird von einer Straßenbahnlinie und 14 Buslinien bedient. Daneben gibt es 7 Rufbuslinien in kleinere oder abgelegene Randgebiete der Agglomeration sowie zwei besondere Pendelbuslinien zum Flughafen Guipavas sowie in den Marinestützpunkt. Die Straßenbahnlinie, seit 2009 in Bau, bedient auf 14,3 km Länge insgesamt 27 Haltestellen. Sie verbindet den West- mit dem Ostteil der Stadt und wurde mit einer Einweihungsfeier am 23. und 24. Juni 2012 in Betrieb genommen.[5] In diesem Zusammenhang ist auch das gesamte Busnetz der Agglomeration neu gestaltet und auf die neue Straßenbahn abgestimmt worden.[6] Eine zweite Linie, die auch den Bahnhof und den Hafen anbinden soll, befindet sich in konkreter Planung.

Schiffsverkehr

Der Hafen von Brest, der hauptsächlich als Frachthafen genutzt wird, bietet zudem Passagierverbindungen zur Crozon-Halbinsel sowie zu den Inseln der Iroise.

Flugverkehr

Der Flughafen Brest befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Guipavas und bestreitet 45 % des Passagieraufkommens in der Bretagne. Seit Dezember 2007 ist ein neues Terminal in Form eines Manta in Betrieb, was die Passagierkapazität auf 1,8 Millionen im Jahr erhöhte.

Sport


In der Stadt befindet sich die Brest Arena, eine 2014 eröffnete Multifunktionsarena mit bis zu 5.500 Plätzen, die regelmäßig für Sportveranstaltungen und Konzerte genutzt wird. Die Arena war unter anderem eine von acht Austragungsstätten der Handball-Weltmeisterschaft der Männer 2017 in Frankreich und ist im Dezember 2018 ebenfalls einer der Austragungsorte der Handball-Europameisterschaft der Frauen 2018 gewesen.

Persönlichkeiten


Bis 1900

1901 bis 1950

Ab 1951

Trivia


Literatur


Weblinks


Commons: Brest (France)  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen


  1. books.google.de Peter Lieb: Konventioneller Krieg oder Weltanschauungskrieg? Kriegführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44, Oldenbourg Verlag 2007, Seite 486. Propagandaminister Joseph Goebbels äußerte sich enttäuscht, dass Ramcke „so wenig Gefühl für Unsterblichkeit besitzt“ und nicht Suizid beging. – Der Journalist Erich Kuby erlebte als deutscher Soldat die Belagerung bis zum Ende. Er schrieb darüber die letzte Passage seiner literarischen Kriegstagebücher: Erich Kuby: Mein Krieg. Aufzeichnungen aus 2129 Tagen. Nymphenburger, München, ISBN 3-485-00250-X. Mehrere Neuauflagen, auch u.d.T. Mein Krieg. Aufzeichnungen 1939 – 1944., zuletzt als Taschenbuch: Aufbau 1999 ISBN 3-7466-1588-7.
  2. Jumelages et coopérations – Brest.fr. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 31. Mai 2016; abgerufen am 31. Mai 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. musee-marine.fr (Memento des Originals vom 6. Mai 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Musée national de la Marine, Bres (franz./engl.). Aufgerufen am 14. Mai 2013.
  4. Fêtes maritimes de Brest/Tonnerre de Brest 2016, Aufgerufen am 15. Januar 2016 (Memento des Originals vom 15. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. www.surlepontdutram.net/ , frz., aufgerufen am 24. Juni 2012.
  6. Liniennetzpläne , frz., aufgerufen am 25. Juni 2012.



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Stand der Informationen: 04.05.2020 09:17:22 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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