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Bordell



Freudenhaus ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Film siehe Das Freudenhaus.

Bordell (von frz. bordel „Bretterhütte“; Synonyme: Freudenhaus, Etablissement, umgangssprachlich auch Puff) ist die Bezeichnung für ein Gebäude oder Teil eines Gebäudes, in dem Menschen (meist Frauen) sexuelle Dienstleistungen anbieten und ausüben. Es gibt, insbesondere in Japan, auch Bordelle, wo die Anbieter der sexuellen Dienstleistung durch hochwertige Sexpuppen ersetzt werden.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


In Pompeji sind bis heute die einzigen sicher zuschreibbaren Überreste eines als Lupanar bezeichneten Bordells erhalten, das aus der Asche des Vesuv ausgegraben wurde. Siehe auch: Bordelle in der Antike.

Der umgangssprachliche Begriff Puff stammt von dem Würfelbrettspiel Puff, das sich nur geringfügig vom heutigen Backgammon unterscheidet. Puff wurde im Mittelalter in Gasthäusern gespielt, in denen Prostituierte ihre Dienste anboten.

In Rom soll Papst Sixtus IV. im 15. Jh. öffentliche Bordelle errichten lassen haben. Die Einkünfte daraus seien dem Heiligen Stuhl zugutegekommen.[2]

Der Betrieb von Bordellen für Mannschaften oder Offiziere war auch in Armeen üblich,[3] so wurden z. B. im Zweiten Weltkrieg in Deutschland Wehrmachtsbordelle eingerichtet und in Japan Trostfrauen für Kriegsbordelle zwangsprostituiert. Die Prostitution ging quer durch alle Bevölkerungsschichten, es gab sowohl Luxusbordelle wie das One Two Two als auch weniger glamouröse Etablissements, in denen Frauen aus der Unterschicht zur Prostitution gezwungen wurden. Nicht selten waren Frauen aus Dienstleistungsberufen wie bspw. Wäscherinnen unter den Prostituierten.[4] Auch galt die Kellnerin als Beruf, in welchem der Übergang zur Prostitution fließend war. In den meisten Konzentrationslagern für Männer betrieb die SS zeitweise (1942–1945) Lagerbordelle, in denen sie Frauen zur Prostitution zwang.

Gegenwart


In Deutschland existieren unterschiedliche Varianten des Bordells, darunter Eros-Center, Laufhäuser, Bordellstraßen, Terminhäuser, Modelwohnungen, Lovemobile, Massagesalons, Domina-Studios, Nachtclubs, FKK-Clubs etc. Japanische Soaplands drehen sich um das Baden mit Prostituierten.

Ein Bordell, in dem sowohl Freier als auch Prostituierte männlich sind, wird als House of Boys bezeichnet.

Mitunter verfügen Bordelle über einen Kontakthof, in dem Prostituierte mit dem Freier die gewünschten sexuellen Handlungen anbahnen.

Eine besondere Form eines Bordells ist der Pauschalclub (auch: Flatrate-Bordell), bei dem nach dem Bezahlen des Entgelts für den Kunden keine weiteren Kosten anfallen und scheinbar unbegrenzt sexuelle Dienstleistungen in Anspruch genommen werden können. Diese Form der Prostitution erregte im Sommer 2009 bundesweite Aufmerksamkeit, als eine Bordellkette bei der Neueröffnung einer Filiale in der Nähe von Stuttgart mit einer sogenannten Sex-Flatrate beworben wurde.[5]

In der Schweiz soll es 902 Bordelle im Jahr 2015 gegeben haben.[6]

Rechtslage


Recht in Deutschland

Früher wurde bestraft, wer „gewerbsmäßig einen Betrieb unterhält, in dem Prostitutionsausübung durch Maßnahmen gefördert wird, die über das bloße Gewähren von Wohnung, Unterkunft oder Aufenthalt und die damit üblicherweise verbundenen Nebenleistungen hinausgehen“. Doch seit der Novellierung des Prostitutionsgesetzes vom 1. Januar 2002 gilt „Förderung der Prostitution“ in Deutschland nicht mehr als Straftatbestand. Dennoch kann ein Bordellbetreiber laut § 180a StGB[7] strafrechtlich verfolgt werden, und zwar unter anderem dann, wenn:

Aufsichtsbehörden und Polizei haben wie Ordnungsamt und Steuerfahndung jederzeit Kontroll- und Zutrittsrechte bis in die Bordellräume, in denen die Dienstleistung stattfindet.

Allgemein gilt in allen Bordellen das Hausrecht.

Da Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern eine relativ liberale Gesetzgebung zu Prostitution hat, wird in manchen Grenzregionen ein „Bordelltourismus“ aus dem Ausland unterstellt.[8]

Bezüglich Sexpuppenbordellen sind noch nicht alle rechtlichen Fragen in Deutschland geklärt.[9]

Rechtslage in Österreich

Bekannte Bordelle


Bekannte Freudenhäuser und Bordelle waren oder sind:

Deutschland

Frankreich

Tschechien

Vereinigte Staaten

Australien

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Commons: Bordell  – Sammlung von Bildern
Wikiquote: Bordell – Zitate
Wiktionary: Bordell – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Freudenhaus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise


  1. Gummipuppen-Bordelle in Japan
  2. Karlheinz Deschner: Kriminalgeschichte des Christentums. Band 8: Das 15. und 16. Jahrhundert. Vom Exil der Päpste in Avignon bis zum Augsburger Religionsfrieden. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-498-01322-8, S. 280.
  3. Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues
  4. Arthur Görgey: Klapka. Leipzig 1850
  5. Rahel Gugel: Das Spannungsverhältnis zwischen Prostitutionsgesetz und Art. 3 II Grundgesetz – eine rechtspolitische Untersuchung. Dissertation an der Universität Bremen. Berlin, 17. Mai 2010, S. 55 (pdf; 1,44 MB).
    Roland Brockmann: Flatrate-Bordell: Mehr als zweimal kann kaum einer. Stern.de, 25. März 2009.
  6. 902 Bordelle in der Schweiz
  7. Strafgesetzbuch § 180a Ausbeutung von Prostituierten . Abgerufen am 19. Oktober 2016.
  8. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.prostitutionshochburg-saarbruecken-aus-paris-in-den-puff-nach-burbach.526a5062-bf4c-41ec-824b-5d91a7a4a42b.html
  9. Betreiber wehrt sich gegen mögliches Verbot
  10. Uwe Buse: Der perfekte Puff. In: Der Spiegel, 30. September 2009. Abgerufen am 6. Januar 2014.



Kategorien: Bordell



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Bordell (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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