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Blei(II)-chlorid



Kristallstruktur
__ Pb2+     __ Cl
Allgemeines
Name Blei(II)-chlorid
Andere Namen
  • Bleidichlorid
  • Hornsalz
Verhältnisformel PbCl2
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 7758-95-4
EG-Nummer 231-845-5
ECHA-InfoCard 100.028.950
PubChem 24459
ChemSpider 22867
Wikidata Q411848
Eigenschaften
Molare Masse 278,10 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

5,85 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

500 °C[1]

Siedepunkt

950 °C[1]

Löslichkeit

in Wasser: 4,42 g·L−1 (20 °C)
33,4 g·L−1 (100 °C)
wenig löslich in verd. HCl[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[3]

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​332​‐​360Df​‐​373​‐​410
P: 201​‐​261​‐​273​‐​304+340​‐​312​‐​308+313​‐​391 [3]
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−359 kJ·mol−1[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Blei(II)-chlorid (PbCl2) ist das Blei(II)-salz der Salzsäure. Es kristallisiert in weißen, rhombischen Nadeln oder Prismen aus.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen


In der Natur kommt Blei(II)-chlorid als Mineral Cotunnit vor.

Gewinnung und Darstellung


Blei(II)-chlorid lässt sich durch Reaktion von Blei oder Blei(II)-oxid mit Chlor oder Salzsäure darstellen.[6]

\({\displaystyle \mathrm {Pb+Cl_{2}\longrightarrow PbCl_{2}} }\)

Da Blei(II)-chlorid in Wasser schwerlöslich ist, fällt es aus bleihaltigen wässrigen Lösungen aus. Dies wird in der Salzsäuregruppe des Kationentrennungsganges ausgenutzt, um Blei von anderen Ionen abzutrennen.[7]

Eigenschaften


Blei(II)-chlorid kristallisiert wie Blei(II)-fluorid und Blei(II)-bromid in einer mit der Uran(III)-chloridstruktur verwandten Raumstruktur. Dabei ist jedes Bleiatom von insgesamt neun Chlorid-Atomen koordiniert. Diese bilden als Koordinationspolyeder verzerrte dreifach überkappte, trigonale Prismen, die über gemeinsame Flächen miteinander verbunden sind.[6]

Während Blei(II)-chlorid in kalter, verdünnter Salzsäure nur sehr gering löslich ist, löst es sich gut in konzentrierter Salzsäure unter Bildung von Chloroplumbaten.[7] Löslich ist es zudem in Ammoniumchlorid und -nitratlösungen, da sich dabei lösliche Komplexe bilden.[8]

Verwendung


Blei(II)-chlorid wird zur Herstellung von Bleichromat und als Flussmittel verwendet. Früher wurde es auch zur Herstellung mehrerer Pigmente, Pattinsons Bleiweiß (Bleihydroxidchlorid) und Veroneser Gelb (Bleioxidchlorid) genutzt.[8]

Einzelnachweise


  1. a b c d Datenblatt Blei(II)-chlorid (PDF) bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  2. CRC Handbook of Chemistry and Physics 67. Auflage (1986/87)
  3. a b Eintrag zu Blei(II)-chlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 7. Dezember 2019 (JavaScript erforderlich).
  4. Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Bleiverbindungen mit Ausnahme der namentlich in diesem Anhang bezeichneten im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 14. Dezember 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern .
  5. PAETEC Formelsammlung Ausgabe 2003, Seite 116
  6. a b A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1013–1015.
  7. a b Gerhart Jander, Ewald Blasius: Einführung in das anorganisch-chemische Praktikum: (einschliesslich der quantitativen Analyse); mit 61 Tabellen. Hrsg.: Joachim Strähle, Rolando Rossi. 14., neu bearb. / von Joachim Strähle und Eberhard Schweda. Hirzel, Stuttgart 1995, ISBN 3-7776-0672-3, S. 245.
  8. a b Eintrag zu Bleichloride. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 25. Mai 2014.



Kategorien: Umweltgefährlicher Stoff | Gesundheitsschädlicher Stoff bei Verschlucken | Gesundheitsschädlicher Stoff bei Einatmen | Stoff mit reproduktionstoxischer Wirkung | Gesundheitsschädlicher Stoff (Organschäden) | Bleiverbindung | Chlorid



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Blei(II)-chlorid (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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