Billard-Terminologie


Die Billard-Terminologie behandelt die verschiedenen Fachbegriffe dieser Sportart/en (Glossar). Diese unterscheiden sich, je nach Disziplin, erheblich, da sie oft eine unterschiedliche Entstehungsgeschichte vorweisen. Dies kann auch, je nach Land, unterschiedlich sein, obwohl sie dieselbe Sprache (z. B. Englisch) benutzen. Im weiteren Sinne besitzt jede Disziplin eine eigenständige Terminologie. Teilweise werden Termini aber auch interdisziplinär genutzt und verstanden.

Terminologien


Die unten angeführte Liste soll die allgemein verstandenen Billard-Begriffe aufzeigen. Sie beziehen sich im weitesten Sinne auf die am weitesten verbreitete Billarddisziplin, das Poolbillard.

Allgemeine Begriffe


A

Beim Poolbillard müssen, z. B. beim 8-Ball, die Tasche und der zu versenkende gewünschte Ball vor dem Stoß dem Mitspieler angesagt werden. Ist dies korrekt ausgeführt worden, geht die Aufnahme weiter. Fällt ein anderer Ball als der angesagte oder fällt er in eine andere Tasche, so ist dies zwar ein gültiger Stoß, aber der Spieler muss die Aufnahme dann an den Mitspieler abgeben. Der/Die versenkten Bälle bleiben in den Taschen.
Damit wird das Spiel oder generell das Match eröffnet. Wer das Recht hat, diesen ersten Stoß durchzuführen, wird entweder durch den Bandenentscheid oder einen Münzwurf geklärt.
Die Aufnahme ist die Gesamtheit aller Stöße, die man ohne Fehler durchführen konnte. Die Aufnahme beginnt mit dem ersten Stoß, nachdem man vom Mitspieler den Tisch übernommen hat oder auch mit dem Eröffnungsstoß, wenn ein Match gerade erst begonnen hat. Passiert ein Foul, dann endet die Aufnahme. Sie endet logischerweise auch, wenn es gelingen sollte, alle erforderlichen Bälle zu versenken.
Umschreibung für ein Verfahren, um im Poolbillard zu ermitteln, wer beginnen darf. Dabei spielen beide Mitspieler einen Spielball vom Kopffeld zur Fußband und die Bälle sollen so zurückrollen, dass sie möglichst nahe an der Kopfbande anhalten. Jener Ball, der näher ist, erlaubt dem Spieler den Beginn des Matches. Er hat aber auch das Recht, den Mitspieler dafür zu bestimmen.
siehe Bandenentscheid

B

Das Recht, bei 14/1 endlos die "Weiße" überall im Kopffeld, bei 8-Ball und 9-Ball auf dem gesamten Tisch zu platzieren.
Mit dem Ballkontakt ist jener Zeitpunkt umschrieben, an dem der Queue mit seiner Spitze den Ball berührt. Je nachdem, mit welcher Wucht und mit welcher Dauer die Berührung durchgeführt wurde, bekommt der Spielball mehr oder weniger Energie und Drehung. Dieser kurze Moment entscheidet daher über das Gelingen des Stoßes.
siehe Effet

Um zu entscheiden, welcher Spieler das Spiel beginnen darf, spielen beide Spieler gleichzeitig einen Ball in Längsrichtung zur gegenüberliegenden Bande und wieder zurück. Der Spieler, dessen Ball am nächsten zur Bande des Anstoßpunktes zum Stillstand kommt, hat die Wahl.
Führung bzw. Führend für den Queue beim Stoß. Dieser kann ich verschiedenen, dem benötigten Stoß angepasste Ausführungen haben (offen, geschlossen, hoch …).
Auch Hilfsqueue oder „Oma“, hilft dem Spieler zur Lösung schwer zugänglicher Positionen.

D

Die gewählte Stoßlösung, die zu der gewünschten Karambolage führen soll.
Markierung auf den Banden. Die lange Bande wird in 8 und die kurze Bande in 4 gleiche Teile unterteilt. Sie werden für das Diamantensystem gebraucht.
Ein Spielsystem, das vor allem erfahrene Spieler nutzen und bei dem sich von einer Kombination aus Erfahrung und numerischer Berechnung mit Hilfe der Diamanten für ein Dessin entscheiden.
Es ist nach den Regeln bei einem Stoß den Ball nur ein Mal mit dem Queue zu berühren
Rahmen zum Aufstellen der Bälle.

E

Rotation eines Balles um seine Achse. Zusätzliche Bewegungen des Spielballes (Drehungen; oft auch entgegen der Laufrichtung!), die durch dezentrales Treffen des Balles erreicht werden. Hierdurch kann der Bandenabschlag bewusst verändert werden.
siehe Verlängerung

F

Sie sitzt an der Spitze des Queues. Auf diesem meist aus Kunststoff oder (bei Snookerqueues) Messing bestehenden Teil werden die Lederspitzen angebracht. Die Ferrule schützt den Rest des Queues vor Rissen und dämpft harte Stöße gezielt ab. Auf ihr ist die Pomeranze befestigt. Die Ferrule von Break- oder Jumpqueues unterscheidet sich von der eines normalen Spielqueues, da diese Queues mehr Stoßkraft aushalten müssen, deshalb sind sie meist aus Stoffen mit höherer Festigkeit gefertigt. Das Material ist heute oft ein Kunststoff mit Gewebeeinlagen und benötigt keine weitere Pomeranze, es wird direkt mit der Ferrule gestoßen.
Jeder Verstoß gegen die Regeln ist ein Foul und wird mit Strafpunkten und/oder der Abgabe der Aufnahme geahndet. Bei 8-Ball und 9-Ball erhält der Gegner zusätzlich Ball in die Hand.
Beim Poolbillard wird so angedeutet, dass die Verteilung der voll- oder halbfarbigen Bälle nicht vom ersten gefallenen Ball beim Anstoß abhängt, sondern durch den ersten, regulär durch Ansage versenkten Ball festgelegt wird.
Mittelpunkt der oberen Hälfte des Billardtisches. Auf dem Fußpunkt wird immer der vorderste Ball des Dreiecks aufgebaut.

J

Der Spielball wird zum Springen gebracht. Erlaubt ist dieser Stoß nur, wenn er von oben nach unten gestoßen wird, dazu wird der Queue in einem Winkel von mindestens 45° gehalten. Das „drunterschaufeln“, ein tief angesetzter, horizontaler Stoß, wird als Foul gewertet und beendet die Aufnahme. Beim Snooker ist dieser Stoß gänzlich verboten.

K

Bedeutung 1: Ausdruck für eine regelgerechte Begegnung, das Zusammenprallen zweier Bälle.
Bedeutung 2: Das Billardspiel auf einem Tisch ohne Taschen und mit nur 3 Bällen (Weiß, Gelb und Rot).
Abspringen des Balles von der Queuespitze (Pomeranze), wenn dieses unzureichend präpariert ist (z. B. nicht gekreidet)
Ein Kiss Shot wird in Spielsituationen durchgeführt, in denen ein direktes Einlochen eines Objektballes nicht möglich ist oder wenn sich daraus ein Vorteil für das Stellungsspiel erzielen lässt. Er gehört zu den Kombinationsstößen.
Ein Spieler darf zu keiner Zeit mit seiner Kleidung einen oder mehrere Bälle berühren und diese evtl. bewegen. Dies wird als Foul gewertet und führt zum Ende der Aufnahme. (s. auch Stockfoul)
Der direkte Kombinationsstoß ist ein solcher, bei dem mit dem Spielball auf einen farbigen Ball gespielt wird, der direkt auf einen weiteren trifft und diesen versenkt. Ein indirekter Kombinationsstoß ist gegeben, wenn man mit dem Spielball auf einen farbigen Ball trifft, abgelenkt wird und dann erst auf den Ball trifft, der versenkt werden soll.
Beim Poolbillard das unterste Drittel des Tisches. Der Eröffnungsstoß muss aus dem Kopffeld heraus durchgeführt werden. Beim Snooker ist es die andere Seite.
Begrenzung des Kopffeldes
Mittelpunkt der Kopflinie
Schwieriger Stoß von oben. Der weiße Spielball läuft eine Kurve.
Unabdingbare Handlung um genug Haftung zwischen Pomeranze und Spielball herzustellen und Kiekser zu vermeiden. Eine ungenügend gekreidete Pomeranze macht Effet- oder Springbälle nahezu unmöglich.

N

Eine Stoßart, bei der Ball I durch Effet (hoch treffen) nach der Karambolage mit Ball II weiter in gespielter Laufrichtung (nachlaufend) zu Ball III geführt wird.

O

siehe Verlängerung

P

Die Lederspitze des Queues. Ohne sie wären keine Effetstöße möglich.
Zwei Bälle die sich direkt berühren oder ein Ball der direkten Kontakt mit der Bande hat. Meist eine Stoßverschlechterung bedeutend.

R

Ein unterhalb der Mitte getroffener Spielball, der nach der Karambolage wieder auf den Spieler zurückläuft.

S

Der Teil des Queues von der Führhand bis zur Spitze
Spielweise/-modus für Teams bei abwechselnder Aufnahme
Mehrere Bälle hintereinander versenken
Uhr zur zeitlichen Begrenzung von Spielzügen (Stößen) (z. B. 40 Sekunden) mit der Möglichkeit zwei oder drei Mal zu verlängern.
Spielzug im Poolbillard, der angekündigt wird und das Ziel hat, weder Ball noch Bande zu treffen, aber eine schwierige Situation dem Mitspieler zu hinterlassen. Danach gibt der Spieler die Aufnahme ab und darf nicht mehr weiterspielen, auch wenn ein Ball versenkt wurde.
Der Ball, der regelkonform mit dem Queue gestoßen werden darf. Beim Pool und Snooker ist dies der Weiße, beim Karambolage Weiß oder Gelb
siehe Jump-Shot
Sollte ein Spieler beim Ansetzen zum Stoß oder nach Beendigung desselben einen oder mehrere Bälle mit seinem Queue (Stock) berühren, so wird dies als Foul gewertet und die Aufnahme ist beendet. Es dürfen keine Bälle dadurch bewegt werden. (s. auch Kleiderfoul)
Stoß, bei dem die „Weiße“ nach dem Kontakt des Objektballes am Treffpunkt liegen bleibt.

T

Eines von 6 Löchern im Poolbillard- oder Snookertisch, das zum Versenken der Bälle dient.
Methodisch erzielte Laufgeschwindigkeit der Bälle zur sicheren Einstellung
im Karambolagebereich hat sich für die Stoßzeitverlängerung (2 oder 3 Mal möglich) fälschlicherweise dieser Begriff verbreitet, obwohl er im eigentlichen Sinn die Auszeit, also eine Pause, meint. Selbst die UMB nutzt „Time-Out“ in ihren Regelwerken.[1] Es ist nicht bekannt, ob die UMB diese falsche Begriffsnutzung ausgelöst hat oder es durch die Spieler stattfand.
Bespannstoff für Billardtische, in der Regel aus hochwertigem Kammgarn

V

ist die zeitliche Verlängerung der Stoßzeitbegrenzung. Wird eine Shot clock eingesetzt, meist ab der Spielklasse Bundesliga aufwärts, so hat der Spieler die Möglichkeit, je nach Turnierregeln, nach Ablauf der regulären Stoßzeit (je nach Turnier unterschiedlich zwischen 30 und 50 Sekunden), diese zwei- oder dreimal um dieselbe Länge zu verlängern. Obwohl falsch im Gebrauch, wird auch oft von Timeout gesprochen. Dies beschreibt jedoch ein Anhalten der Zeitbegrenzung.

Z

siehe Rückläufer

Quellen


Einzelnachweise


  1. World Cup Three Cushion Rules. (PDF) Union Mondiale de Billard (UMB), 15. Dezember 2018, archiviert vom Original am 18. September 2019; abgerufen am 18. September 2019 (englisch).
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Billard-Terminologie&oldid=218099217

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Kategorien: Billard-Terminologie




Stand der Informationen: 13.12.2021 10:14:51 CET

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