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Bibel




Als Bibel (altgriechisch βιβλία biblia ‚Bücher‘) oder (Die) Heilige Schrift bezeichnet man die wichtigste religiöse Textsammlung im Judentum wie auch im Christentum. Sie gilt als göttlich inspiriert, mindestens aber als orientierender Maßstab und wird darum im religiösen wie im kulturellen Leben immer wieder angeeignet. Die jüdische und die christliche Bibel haben sich im Lauf ihrer Entwicklung gegenseitig beeinflusst; sie sind parallel zueinander, teilweise in Abgrenzung voneinander entstanden.[1]

Die Bibel des Judentums ist der dreiteilige Tanach, der aus der Tora (Weisung), den Nevi’im (Propheten) und Ketuvim (Schriften) besteht. Während die Tora nach ihrem Selbstzeugnis von Gott dem Mose am Sinai gegeben wurde und einige ihrer Texte von Mose auch selbst niedergeschrieben wurden, stellt sich das aus historischer Sicht anders dar. Denn erst seit dem 9. oder 8. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich in Israel eine Schriftkultur aus einer vorausgehenden Kultur der mündlichen Überlieferung, und erst in hellenistischer und römischer Zeit hatten größere Teile der Bevölkerung die Möglichkeit, biblische Texte auch privat zu lesen und sich dadurch anzueignen.[2] Ein Teil der frühjüdischen Literatur wurde in den jüdischen Bibelkanon aufgenommen, andere Schriften jedoch nicht.

Während dieser Prozess noch im Gange war, entstand das Christentum und bezog sich von Anfang an auf die heiligen Schriften Israels. Jesus von Nazaret deutete sein Wirken im Licht dieser Texte, und die erste christliche Gemeinde sah diese Schriften durch die Auferstehung Jesu Christi als erfüllt an. Das Christentum eignete sich so die heiligen Schriften Israels und weitere frühjüdische Literatur (als Altes Testament) an, schuf aber auch eigene Texte, von denen einige verbindliche Bedeutung erlangten und schließlich als Neues Testament dem Alten Testament angefügt wurden.[3]

Die christliche Bibel ist das am häufigsten gedruckte und publizierte und in die meisten Sprachen übersetzte schriftliche Werk der Welt.

Inhaltsverzeichnis

Buchtitel


Bibel

Das Wort „Bibel“ (mittelhochdeutsch bibel, älter biblie) entstand aus kirchenlateinisch biblia,[4] einem Lehnwort aus dem Koine-Griechischen.

Das Neutrum βιβλίον biblíon „Buch“ ist eine Verkleinerungsform von βίβλος bíblos „Buch“, benannt nach der phönizischen Hafenstadt Byblos.[5] Diese Hafenstadt war in der Antike ein Hauptumschlagplatz für Bast, aus dem die Papyrusrollen hergestellt wurden. Der Plural von βιβλίον biblíon lautet βιβλία biblía „Schriftrollen, Bücher“. In der Septuaginta war βιβλία biblía vor allem eine ehrfürchtige Bezeichnung für die Tora; Johannes Chrysostomos bezeichnete als erster mit diesem Plural die Gesamtheit der christlichen heiligen Schriften (Altes und Neues Testament).[6]

Im Kirchenlatein wurde die Bezeichnung biblia zunächst als Neutrum Plural biblia, -orum, seit etwa 1000 n. Chr. aber als Femininum Singular biblia, -ae aufgefasst.[6] Die nationalen Sprachen übernahmen das Wort im Singular; im Deutschen wurde es zu Bibel. „Der Name deutet an: Was uns heute als ein einziger Band in Händen liegt und was wir mit Selbstverständlichkeit als eine Einheit verstehen: die Bibel, ist tatsächlich eine Vielheit.“[7] (Christoph Levin) Die Bezeichnung als „Buch der Bücher“ bringt einerseits die religiöse Bedeutung der Bibel zum Ausdruck, andererseits die innere Pluralität.[7]

Auch nachdem der Kodex als Buchform die Schriftrolle ablöste, wurden nur selten alle biblische Schriften in einem Buch vereint; die Regel war, dass die Bibel als Sammlung mehrteiliger Bücher in einem Bücherschrank, etwa im Skriptorium eines Klosters, existierte, wie es die Illustration des Codex Amiatinus (frühes 8. Jahrhundert, Northumbrien) zeigt. Dass ein einziges Buch annähernd die gesamte jüdische oder christliche Bibel enthielt, wurde erst mit der Erfindung des Buchdrucks allgemein üblich.[8]

Heilige Schrift

Das Neue Testament bezieht sich auf die heiligen Schriften des Judentums häufig mit dem Ausdruck αἱ γραφαί hai graphaí „die [heiligen] Schriften“ und folgt damit jüdisch-hellenistischem Sprachgebrauch.[6] Einmal verwendet Paulus von Tarsus auch die Form γραφαί ἅγιαι graphaí hágiai „heilige Schriften“ (Röm 1,2 EU ). Der Singular γραφή graphḗ „die Schrift“ bezeichnet im Neuen Testament häufig einen einzelnen Satz (modern gesprochen: eine Bibelstelle), aber auch die jüdischen heiligen Schriften als eine Einheit – auch das hat Parallelen im Judentum, z. B. bei Philon von Alexandria und in den Chronikbüchern.[9] In der Alten Kirche setzt sich dieser Sprachgebrauch fort; als „heilige Schrift(en)“ wird dann auch die Gesamtheit von Büchern des Alten und des Neuen Testaments bezeichnet.[6]

Altes und Neues Testament

Dass die beiden Teile der christlichen Bibel als Altes und Neues Testament bezeichnet werden, geht auf Paulus von Tarsus zurück, der mit polemischer Schärfe einen alten und einen neuen „Bund“ gegenüberstellte. Der alte Bund wird durch die Tora des Mose repräsentiert (2 Kor 3,5–15 EU ). Paulus sah sich selbst als Diener des neuen Bundes, der durch Christus vermittelt sei und bei der Abendmahlsfeier vergegenwärtigt werde (1 Kor 11,25 EU ). Im Hebräerbrief entfaltet ein anonymer christlicher Autor, inwiefern der neue Bund den alten ersetze. Stets ist mit „Bund“ (altgriechisch διαθήκη diathḗkē, lateinisch: testamentum) eine Ordnung und nicht etwa ein Buch oder eine Schriftensammlung gemeint.[10]

Melito von Sardes prägte um 180 n. Chr. für den ersten Teil der christlichen Bibel den Begriff „Bücher des alten Bundes“ und legte zugleich auch eine Liste der damit gemeinten Schriften vor. Er berichtete darüber in einem Brief an seinen Bruder Onesimos, der im Exzerpt der Eusebius von Caesarea erhalten blieb:

„Da ich in den Orient gereist und an den Schauplatz der Predigten und Taten gekommen bin und über die Bücher des alten Bundes genaue Erkundigungen eingezogen habe, so teile ich dir die Bücher im folgenden mit. Die Namen derselben sind: die fünf Bücher Moses, nämlich Genesis, Exodus, Numeri, Leviticus und Deuteronomium, (ferner) Jesus, Sohn des Nave, die Richter, Ruth, vier Bücher der Königtümer, zwei Paralipomena, die Psalmen Davids, Salomons Sprüche oder Weisheit, Ekklesiastes, das Hohe Lied, Ijob, die Propheten Jesaja und Jeremia, das Zwölfprophetenbuch, Daniel, Ezechiel, Esdras.“

Melito von Sardes[11]

Auffällig ist, dass Melito das Buch Ester nicht nennt, und auch nicht die deuterokanonischen Schriften, also jüdische Schriften, die sich in der Septuaginta, nicht aber im Tanach finden: Buch Judit, Buch Tobit, 1. Makkabäer, 2. Makkabäer, Baruch, Weisheit Salomos und Jesus Sirach. Die Anerkennung dieser Bücher als Heilige Schriften verlief im Christentum recht zögerlich: im lateinischen Westen um 400, im Osten erst im 7. Jahrhundert. Das war umstritten – Hieronymus plädierte dagegen – und die Motive sind nicht ganz klar. Eine Rolle könnte gespielt haben, dass Tobit, Jesus Sirach und das Buch der Weisheit als religiöse Erbauungsliteratur beliebt waren und sich auch für den Unterricht von Neuchristen einsetzen ließen.[12]

„Melitos Formulierung … ist … so aufzufassen, dass der ‚alte Bund‘ Gottes mit Israel durch die genannten Schriften repräsentiert wird, aber nicht, dass diese Schriften selbst ‚Bund‘ bzw. ‚Testament‘ heißen.“[13] Ein solcher Sprachgebrauch wurde erst um 200 n. Chr. üblich und ist dann bei Clemens von Alexandria und Origenes anzutreffen.

Ende des 20. Jahrhunderts schlugen christliche Theologen vor, den Begriff „Altes Testament“ aufzugeben, da er abwertend klinge, und stattdessen vom „Ersten Testament“ zu sprechen (Erich Zenger, J. A. Sanders). Diese Begriffsprägung konnte sich nicht allgemein durchsetzen, zumal die Antike Altes grundsätzlich höher als Neues einschätzte. Üblich geworden sind aber die Bezeichnungen Hebräische bzw. Jüdische Bibel.

Zitierweise


Die Bibel wird nicht nach Seitenzahlen, sondern nach Buch, Kapitel und Vers zitiert. Das hat den Vorteil, dass verschiedene Bibelübersetzungen verglichen werden können. Außerdem kann der Leser mit dieser Methode seine Übersetzung und den hebräischen oder griechischen Bibeltext vergleichen.

Besonderheiten:

Die Kopisten der Hebräischen Bibel entwickelten zum Zweck der Textsicherung ein System von Sinnabschnitten und Versen: Jeder Sinnabschnitt begann mit einer neuen Zeile. Wenn eine weitere Untergliederung notwendig war, so ließ man einen Leerraum innerhalb der Zeile. Diese Unterteilung wird seit dem späten Mittelalter auch durch die hebräischen Buchstaben פ und ס im Text markiert. Parallel dazu entstand eine Unterteilung des Textes in Verse (markiert durch Sof pasuq). Die Verszählung selbst stammt aus der Vulgata-Tradition. Nachdem die heute übliche Kapiteleinteilung im 13. Jahrhundert von Stephan Langton vorgenommen wurde, nummerierte der Pariser Buchdrucker Robert Estienne im 16. Jahrhundert in seinen Bibelausgaben Kapitel und Verse.[14]

Die jüdische Bibel: Tanach


Entstehung des masoretischen Textes

Der Tanach oder Tenach (hebräisch תנ״ך), ein Akronym aus den drei Anfangsbuchstaben seiner Teile, wurde überwiegend auf Hebräisch, kurze Passagen auch auf Aramäisch verfasst. Dieser sogenannte Masoretische Text (besser: Masoretische Textgruppe) hat einen langen Normierungsprozess durchlaufen, der im 8./9. Jahrhundert n. Chr. abgeschlossen war.

Bedeutung der Schriftrollen vom Toten Meer

Die Textfunde vom Toten Meer ermöglichen „mit ihren Korrekturen erster und zweiter Hand, ihrem Layout, aber auch ihrer Intertextualität faszinierende direkte Einblicke in die Text- und Literaturgeschichte antiker Texte“ und bereichern damit auch die Kenntnis des antiken Judentums.[22] Wenn man den Masoretischen Text, den samaritanischen Pentateuch und die Septuaginta als die drei mittelalterlichen Standardtexte ansieht, zeigt sich, dass in den Höhlen nahe Qumran hebräische Vorläufer für jeden dieser Texttypen deponiert wurden. Aber der größte Teil der Textfunde steht keinem dieser drei Texttypen nahe („unabhängige Texte“). Ganz anders die Textfunde aus Naḥal Ḥever und Wadi Murabbaʿat, die aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. stammen und weitgehend mit dem masoretischen Text identisch sind. Daniel Stökl Ben Ezra erläutert, dass man durch die Auswertung der Qumran-Textfunde immer mehr dazu übergehe, den Masoretischen Text als eine von mehreren antiken Textformen anzusehen. „Man muss die Qumranhandschriften und die Vorformen von LXX [= Septuaginta] und SP [= Samaritanischem Pentateuch] überall gleichwertig mit dem MT [= Masoretischen Text] diskutieren. An vielen Stellen ist der MT eindeutig sekundär. Eine Suche nach dem Urtext ist methodisch unmöglich.“[23] Wie in einem breiten Flussbett mehrere Wasserströme mal nebeneinanderher verlaufen, mal ihr Wasser mischen und sich dann wieder ein Stück Weges voneinander trennen – so stellt sich die Textgeschichte der Hebräischen Bibel nach Qumran dar (Heinz-Josef Fabry).[24]

Kanonisierung

Der griechische Begriff „Kanon“ bedeutet „Richtschnur“ oder „Richtmaß“. Innerhalb der christlichen Theologie trat seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. eine Bedeutungsentwicklung von Glaubensregeln hin zu abgegrenzten religiösen Büchersammlungen ein. Für das Judentum vor der Zerstörung des Jerusalemer Tempels ist eine solche Begrifflichkeit anachronistisch, denn damals stand der Opferkult im Mittelpunkt des religiösen Lebens.[25] In der Diaspora boten Synagogengottesdienste einen gewissen Ersatz für nur selten mögliche Tempelbesuche; diese Gottesdienste bestanden aus Gebeten sowie der Lesung aus der Tora und den Prophetenbüchern. Flavius Josephus erläuterte, dass es im Judentum 22 Bücher Heiliger Schriften gebe entsprechend der Anzahl der Buchstaben des hebräischen Alphabets:

„Es [gibt] bei uns nicht Tausende von Büchern, die nicht übereinstimmen und sich widersprechen, sondern nicht mehr als zweiundzwanzig Bücher, welche die Niederschrift des ganzen Zeitraums enthalten und zu Recht Vertrauen gefunden haben. Und von diesen stammen fünf von Moses, welche die Gesetze umfassen und die Überlieferung vom Ursprung der Menschheit bis zu seinem eigenen Ende; dieser Zeitraum ist nur wenig kürzer als dreitausend Jahre. Vom Tod des Moses bis zur Herrschaft des Artaxerxes, des Königs der Perser nach Xerxes, haben die auf Moses folgenden Propheten die Begebenheiten ihrer Zeit aufgezeichnet in dreizehn Büchern; die übrigen vier enthalten Hymnen an Gott und Lebensanweisungen für die Menschen.“

Flavius Josephus: Contra Apionem 1,38–40.[26]

Das 4. Buch Esra zählt 24 Bücher, nach der doppelten Zahl der Zwölf Stämme Israels bzw. der Monate.[27] Das waren Heilige Schriften, die als göttlich inspiriert und besonders autoritativ galten. Doch ist es sinnvoll, zwischen dem Status eines Buchs als Heiliger Schrift und seiner tatsächlichen Bedeutung für das Leben einer Glaubensgemeinschaft zu unterscheiden, also zwischen einem Kern sehr bedeutsamer Schriften und einer Grauzone um sie herum. Die Schriftrollen vom Toten Meer ermöglichen einen Einblick in ein (möglicherweise nicht repräsentatives) Segment des antiken Judentums:[28]

Einteilung

Die Einteilung der Hebräischen Bibel in drei Schriftengruppen Tora, Neviim und Ketuvim (Akronym: TaNaCh) entspricht der Reihenfolge ihrer Kanonwerdung und impliziert auch eine Gewichtung.[29] Doch blieb zunächst noch einiges im Fluss, so gab es auch die Abfolge Tora, Ketuvim, Neviim (Akronym: TaKeN), und die Psalmen konnten gelegentlich als letztes der Prophetenbücher gezählt werden. Die drei Hauptteile haben je einen programmatischen Schlusstext (Kolophon):[30]

Tora

Die Tora („Weisung“ oder „Lehre“) bildet den ersten Teil des Tanach. Aus der hebräischen Torarolle, ohne Teamim oder Nikud, wird abschnittweise in der Synagoge vorgelesen. Der Vorlesungszyklus beginnt und endet im Herbst mit dem Torafreudenfest. Die 54 Wochenabschnitte werden Paraschot bzw. Paraschijot פרשיות (hebr. „Einteilung“) oder Sidrot סדרות (aramäisch „Ordnung“) genannt.

In der hebräischen Sprache werden die fünf Bücher der Tora anhand ihrer ersten bedeutenden Worte benannt:

Diese Einteilung erfolgte nach bestimmten inhaltlichen Gesichtspunkten: Jeder Bericht in den Büchern hat einen klaren Anfang und eine deutliche Zäsur am Ende, ist aber trotzdem mit den anderen verbunden. Die fünf Bücher werden in Buchform auch Chumasch oder Pentateuch (griechisch „fünf Buchrollen“) genannt.

Die Tora umfasst die Geschichte der Schöpfung und der Israeliten seit den Erzvätern (ab Gen 12), Israels Auszug aus Ägypten (Ex 1-15), dem Empfang der Gebote durch Mose (Ex 19 ff.) und dem Zug ins verheißene Land (Lev-Num). Der Begriff „Tora“ bezieht sich nicht nur auf die Mitzwot (Gebote Gottes), den ethischen Monotheismus und die jüdische Kultur, sondern auf die gesamte Ordnung der Schöpfung. Sie nimmt Bezug auf älteste erzählerische Stoffe und Traditionen, die vermutlich im Verlauf von Wanderungsbewegungen semitischer Völker im Allgemeinen und der Hebräer im Besonderen vom Zweistromland über Kanaan nach und aus Ägypten entstanden. Die Hebräer wurden spätestens 1200 v. Chr. im Kulturland Kanaan sesshaft. Diese Stoffe und Traditionen wurden über Jahrhunderte zunächst mündlich tradiert. Ihre Verschriftung und Zusammenstellung ist für frühestens um 1000 v. Chr. herum belegbar, nachdem die Zwölf Stämme Israels ein Staatswesen mit Saul als erstem König Israels wählten. Die Tora wurde nach der Rückkehr aus dem Babylonischen Exil (539 v. Chr.) bis spätestens 400 v. Chr. kanonisiert.

Neviim

Zu den Neviim („Propheten“) zählen:

Diese Bücher erzählen in chronologischer und religiöser Ordnung die Geschichte Israels vom Tod Moses, der Landverteilung an die zwölf Stämme Israels bis zur Zerstörung des ersten Jerusalemer Tempels (586 v. Chr.). Die Neviim beginnen mit der Unterordnung Josuas, der Sohn Nuns, unter die Autorität Moses (Jos 1,5 EU ) und schließt mit Maleachi als letztem Propheten mit der Rückbindung an die Tora.

Die drei Propheten Jesaja, Jeremia und Ezechiel sind analog zu den drei Erzvätern jeweils einem Buch zugeteilt; die übrigen Propheten bilden als Analogie zu den zwölf Söhnen Jakobs das Zwölfprophetenbuch. Die Prophetenbücher wurden frühestens im 4. Jahrhundert v. Chr. kanonisiert. Am Schabbat und an den Feiertagen wird nach der Toravorlesung in der Synagoge jeweils in der Haftara ein Abschnitt aus den Neviim vorgelesen.

Ketuvim

Zu den Ketuvim („Schriften“) gehören:

In diesen Werken ist eher wörtliche Rede von Menschen als von Gott überliefert. Sie sind vermutlich alle nach dem Exil und später als die vorherigen Propheten entstanden, überwiegend anzunehmen ab 200 v. Chr. Einige könnten vor oder parallel zu den zwölf kleinen Propheten entstanden sein. Dennoch ist ihre Bedeutung diesen nachgeordnet. Das zweite Chronikbuch endet mit dem Ausblick auf den Neubau des 3. Jerusalemer Tempels und die Anerkennung JHWHs als Herrn der ganzen Erde. Ihre Kanonisierung geschah vermutlich spät. Für das Buch Daniel wird von einigen Exegeten eine Kanonisierung erst für 135 n. Chr., zusammen mit dem Abschluss des Tanach, angenommen.

Fünf dieser Bücher werden als „Festrollen“ (Megillot) im Synagogengottesdienst verlesen und sind bestimmten Feiertagen zugeordnet:

  1. Ruth: Wochenfest
  2. Hoheslied: Pessach
  3. Kohelet: Laubhüttenfest
  4. Klagelieder: Gedenktag der Tempelzerstörung
  5. Esther: Purimfest

Übersetzungen

Das Judentum hat die hebräische Bibel in verschiedene Sprachen übersetzt. Die bekannteste in deutscher Sprache ist jene von Martin Buber und Franz Rosenzweig in vier Bänden: Die Schrift (ab 1925).[32] Rund hundert Jahre früher machte sich das Team von Leopold Zunz daran, den Tanach ins Deutsche zu übersetzen (sogenannte Rabbinerbibel).[33] Im 20. Jahrhundert sind weitere deutsche Ausgaben entstanden, z. B. jene von Naftali Herz Tur-Sinai.[34]

Die christliche Bibel: Altes und Neues Testament


Altes Testament

Seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. erarbeiteten Diasporajuden in Alexandria eine Übersetzung der Tora in die griechische Verkehrssprache, die Koine. Das war notwendig, denn wie epigraphische Quellen zeigen, sprachen die Juden im Ptolemäerreich selbst Griechisch. Außerdem konnte man so die eigene Religion in den intellektuellen Zentren, der Akademie und der Bibliothek Alexandrias, ganz anders vertreten.[35] Die Übersetzung anderer Bücher des Tanach folgte später, im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr.[36] und zog sich bei den zuletzt bearbeiteten Büchern Hoheslied, Kohelet und Esra/Nehemia noch bis ins 2. Jahrhundert n. Chr. hin.[37] Diese Septuaginta genannte Übersetzung lag auch dem Urchristentum großenteils schon vor. Während der Umfang des griechischen Kanons nicht bekannt ist, nimmt man an, dass die Dreiteilung des jüdischen Kanons von Christen bewusst aufgegeben wurde. Diese schufen offenbar für ihre Septuaginta-Codices eine Gliederung in vier Hauptteile: Pentateuch – Geschichtsbücher – Hagiographen – Propheten. Indem sie die Propheten ans Ende rückten, stellten sie eine inhaltliche Verbindung zu den Schriften des Neuen Testaments her.[36] Dazu wurde der dritte jüdische Kanonteil (Ketuvim) aufgelöst. Fünf Bücher aus dieser Gruppe bildeten als Hagiographen einen eigenen Block, die übrigen wurden neu verteilt:[38]

Tanach: Ketuvim Septuaginta: Geschichtsbücher Septuaginta: Hagiographen Septuaginta: Prophetenbücher
Psalmen Psalmen
Buch Ijob Buch Ijob
Sprichwörter Sprichwörter
Buch Rut Anhang zum Buch der Richter.
Hoheslied Hoheslied
Kohelet Kohelet
Klagelieder Anhang zum Buch Jeremia.
Buch Ester Am Schluss der Geschichtsbücher.
Buch Daniel Am Schluss der Prophetenbücher, nach Ezechiel.
Esra/Nehemia Chronikbücher und Esra/Nehemia nach den Büchern der Könige
Chronikbücher

Die unterschiedlichen Gliederungen von Tanach und Altem Testament der Septuaginta könnte man als „Tora-Perspektive“ und „Propheten-Perspektive“ charakterisieren. Die Makrostruktur der Septuaginta findet sich, bei allen Unterschieden im Detail, auch in der Vulgata, in der Lutherbibel und den meisten modernen christlichen Bibelübersetzungen (Ausnahme: Bibel in gerechter Sprache). Darin wird ein geschichtstheologisches Schema Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft erkennbar: „So öffnet sich in der christlichen Bibel die Prophetie auf das sich anschließende Neue Testament hin.“[39] Erich Zenger und Christian Frevel schlagen in Abwandlung davon eine vierteilige Struktur vor, die sich im Alten und im Neuen Testament wiederhole:[40]

Altes Testament Neues Testament
Tora (Bleibende) Grundlegung Evangelien
Bücher der Geschichte Vergangenheit Apostelgeschichte
Bücher der Weisheit Gegenwart Apostelbriefe
Bücher der Prophetie Zukunft Offenbarung des Johannes

Paulus als Leser der Septuaginta

Paulus von Tarsus entwickelte sein Selbstverständnis, sein Israelverständnis und seine Christusbotschaft durch das Studium des Buchs Jesaja in der griechischen Fassung der Septuaginta. Dabei war er anscheinend frei, den Wortlaut des Textes zu variieren, um sein Textverständnis deutlich zu machen.[41] Eine Schlüsselstelle ist Röm 10,19–21 EU . Interessant ist hier die Reihenfolge: Zuerst zitiert Paulus „Moses“ (Dtn 32,21 EU nach der Septuaginta) und dann „Jesaja“ (Jes 51,20–21 EU ), die beide als redende Personen vorgestellt werden. Jesaja entfaltet den Inhalt der Moseworte.[42]

Das Neue Testament setzt den ganzen Tanach als Basis des jüdischen Gottesdienstes voraus, etwa bei Jesu Antrittspredigt in Nazareth, die nach Lk 4,14–21 EU mit einer Lesung der „Schrift“ begann. Vom „Gesetz“ ist oft im Zusammenhang mit Tora-Auslegungen Jesu die Rede, etwa zu Beginn der Bergpredigt. Mt 5,18 EU bekräftigt die kanonische Geltung der Tora bis zur Parusie:

„Wahrlich ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis alles geschieht.“

Häufig stehen „Gesetz und Propheten“ als Kürzel für die Gesamtheit der biblischen Überlieferung vom Bundeswillen Gottes. Auch eine dreigliedrige Form des Tanach wird im Mund des Auferstandenen für die Christen verbindlich gemacht (Lk 24,44 EU ):

„Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen.“

Die sogenannten deuterokanonischen Schriften wurden in die Vulgata, die lateinische Übersetzung der Septuaginta, aufgenommen. Daher enthält das römisch-katholische AT 46 Bücher. Der orthodoxe Bibelkanon umfasst zudem das Gebet des Manasse, ein sogenanntes 1. Buch Esra, so dass das hebräische Esra-Buch als 2. Buch Esra gilt, 3. Makkabäer, Psalm 151, 4. Makkabäer und in den slawischen Kirchen eine Esra-Apokalypse (auch bekannt als 4. Esra).

Die evangelischen Kirchen dagegen erkennen im Anschluss an die Lutherbibel nur den Tanach als kanonisch an, teilen ihn aber in 39 Bücher ein (mit dem NT also 66) und ordnen sie anders an. In dieser Form blieb der jüdische Kanon im Protestantismus gültig. Martin Luther stellte weitere von ihm übersetzte Schriften der Septuaginta als „Apokryphen“ ans Ende des AT und bewertete sie als „der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten und doch nützlich und gut zu lesen“. In überkonfessionellen oder ökumenischen Bibelübersetzungen stehen diese Bücher optisch abgesetzt am Ende des AT.

Neues Testament

Das Christentum scheint, soweit erkennbar, von Anfang an den Kodex gegenüber der Schriftrolle bevorzugt zu haben. Die Gründe dafür sind nicht bekannt; möglicherweise boten sich die mit 15 bis 25 cm Höhe relativ kleinformatigen Kodizes aus praktischen Gründen an oder waren preisgünstiger.[43] Reste von Papyruskodizes mit griechischen alt- und neutestamentlichen Texten stammen aus dem 2. und 3. Jahrhundert: Das älteste bekannte Fragment des NT überhaupt ist der Papyrus \({\displaystyle {\mathfrak {P}}}\)52 aus einem Kodex mit einem Text aus dem Johannesevangelium, entstanden etwa um 125. Die ältesten bekannten Codices, die das ganze AT und ganze NT enthalten, sind der Codex Sinaiticus und der Codex Vaticanus aus dem vierten und der Codex Alexandrinus aus dem fünften Jahrhundert. Solche großen und aufwändig gestalteten Kodizes sind zeittypisch und wurden damals auch für die Texte von Homer oder Vergil geschaffen.[44]

Das NT umfasste zur Zeit seiner endgültigen Begrenzung (um 400) 27 griechische Einzelschriften. Alle zusammen erreichen insgesamt nur ein starkes Viertel des Umfangs des AT. Diese 27 Bücher entstanden wohl überwiegend zwischen 70 und 100 n. Chr. im Urchristentum. Sie sind fast durchgängig in der damaligen Umgangssprache, der griechischen Koine, verfasst. Zudem enthalten sie einige aramäische Begriffe und Zitate. Aramäisch war die damalige Umgangssprache in Palaestina und die Muttersprache Jesu.

Das NT besteht aus fünf erzählenden Schriften, nämlich den vier Evangelien

sowie der

und aus Briefen an christliche Gemeinden und Einzelpersonen:

sowie der Offenbarung des Johannes, einer Apokalypse.

Die Evangelien verkünden Jesus von Nazaret nacherzählend als den im AT verheißenen Messias und bezeichnen ihn daher wie auch alle übrigen NT-Schriften als Jesus Christus (Christos bedeutet „der Gesalbte“). Die Apostelgeschichte erzählt von der Ausbreitung des Christentums von der Gründung der Jerusalemer Urgemeinde an bis nach Rom. Dabei bezieht sie sich ständig auf biblische Überlieferung. Die Briefe geben Antworten auf Glaubensfragen und praktischen Rat für viele Lebenslagen, etwa Konflikte innerhalb der verschiedenen Gemeinden.

Bei der Kanonisierung des NT bestätigte die Alte Kirche auch die Bücher des Tanach als „Wort Gottes“. Fast alle christlichen Konfessionen erkennen die 27 NT-Schriften als kanonisch an. Die syrisch-orthodoxen Kirchen erkennen einige davon nicht an. Die Johannesoffenbarung wird auch in den anderen orthodoxen Kirchen nicht öffentlich verlesen.

Verhältnis des NT zum AT

Das Christentum nannte die viel ältere jüdische Sammlung heiliger Schriften „Altes“ Testament im Verhältnis zu seinem „Neuen“ Testament. Der lateinische Begriff testamentum übersetzt den griechischen Ausdruck diatheke, der seinerseits das hebräische berith (Bund, Verfügung) übersetzt. Er steht nicht wie in der antiken Umwelt für ein zweiseitiges Vertragsverhältnis, sondern für eine einseitige unbedingte Willenserklärung. Dies bezieht sich im AT auf Gottes Taten und Bekundungen in der menschlichen Geschichte, besonders auf seinen Bundesschluss mit dem ganzen Volk Israel am Berg Sinai nach der Offenbarung der Gebote (Ex 24 EU ). Ihm gehen Gottes Schöpfungsbund mit Noach (GenEU ), die Berufung Abrahams zum „Vater vieler Völker“ (Gen 12 EU ) und der Bund mit Mose zur Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei voraus (ExEU ). Zudem wird in der Prophetie ein „neuer Bund“ verheißen (Jer 31 EU ), der alle Völker einbeziehen werde (JoelEU ).

Für die Urchristen hat sich diese Verheißung in Jesus Christus als dem sterblicher Mensch gewordenen Wort Gottes erfüllt. In seinem Tod und seiner Auferstehung wurde für sie Gottes „letzter Wille“ offenbar. Dieser ersetzte Gottes Bund mit dem jüdischen Volk aber nicht, sondern erfüllte und bekräftigte ihn so endgültig. Jesus Christus habe die Tora in seiner Lebenshingabe erfüllt, so dass seine Auslegung maßgebend geworden sei. Darum bekräftigten die Urchristen einerseits die Geltung aller Gebote (Mt 5,17–20 EU ), andererseits ihre Begrenzung auf die Zehn Gebote in Jesu Auslegung, also die Konzentration auf die Gottes- und Nächstenliebe. Daher hoben sie viele andere Toragebote auf oder relativierten sie.

Die Judenchristen und Heidenchristen der Paulusgemeinden deuteten die Tora und ihre Rolle für den eigenen Glauben verschieden. Die „Alte Kirche“ bewahrte den ganzen Tanach als Gottes endgültige, schriftlich fixierte Offenbarung, so dass er im Christentum „Gottes Wort“ blieb. Die Gegenüberstellung von „altem“ und „neuem“ Bund ist besonders auf den Exodus Israels und die Kreuzigung und Auferstehung Jesu bezogen. Sie werden gemeinsam als jene Taten Gottes aufgefasst, in denen er sein volles Wesen zeigt. Sein „letzter Wille“ widerspricht seinem „ersten Willen“ nicht, sondern bestätigt und erneuert ihn für die ganze Welt.

In der Kirchengeschichte wurde „alt“ jedoch bis 1945 meist als „veraltet“, „überholt“ und somit als Herabsetzung und Entwertung des Judentums gedeutet. Dieses galt als verblendete, zum Untergang bestimmte Religion. Das Selbstopfer Jesu Christi am Kreuz habe die Sinaioffenbarung, die Kirche habe das erwählte Volk Israel „abgelöst“; Gott habe Israel „enterbt“ und den Christen die Verheißungen übergeben, so dass Heil nur noch in der Taufe liege (siehe Substitutionstheologie). Erst nach dem Holocaust begann ein grundsätzliches Umdenken. Seit den 1960er-Jahren übersetzten viele Theologen „Altes“ als „Erstes“ Testament oder ersetzten den Begriff durch „Hebräische“ oder „Jüdische Bibel“, um Vorrang und Weitergeltung des Bundes Gottes mit Israel/dem Judentum zu betonen und die Abwertung seiner Religion und Bibelauslegung zu überwinden.

Heute stimmen fast alle christlichen Konfessionen darin überein, dass beide Teile gleichberechtigt die christliche Bibel ausmachen und ihre Deutung wechselseitig aufeinander angewiesen ist. Die christliche Exegese interpretiert AT-Texte zunächst aus ihrem Eigenkontext, um eine voreilige Deutung vom NT her zu vermeiden. So sprach der Alttestamentler Walther Zimmerli von einem auch durch das NT nicht abgegoltenen „Verheißungsüberschuss“ des AT, den gerade Jesus Christus selbst durch seine anfängliche Erfüllung bekräftigt habe.[45]

Normativer Anspruch als „Wort Gottes“

Die meisten Richtungen im Christentum lehren, dass Gott die biblische Überlieferung lenkte und inspirierte, ihre Schreiber also vom Heiligen Geist bewegt und vor schwerwiegenden Fehlern bewahrt wurden. Sie fassen den Text ihrer Bibel aber nicht vollständig als direktes Ergebnis göttlicher Eingebung oder göttlichen Diktats auf, sondern als menschliches Zeugnis, das Gottes Offenbarungen enthält, reflektiert und weitergibt.

Im Katholizismus und in der lutherischer Orthodoxie galt lange Zeit die Theorie der Verbalinspiration. Manche Evangelikale setzen den Bibeltext unmittelbar mit Gottes Offenbarung gleich und schreiben seinem Wortlaut daher eine „Irrtumsfreiheit“ (Inerrancy) zu. Diese Auffassung wird oft als Biblizismus oder biblischer Fundamentalismus bezeichnet. Er reagiert auf die als Angriff auf den Glauben empfundene historische Historisch-kritische Methode seit der Aufklärung.

Für alle Christen ist Jesus Christus, seine Person und sein Werk, das maßgebende, alle äußeren Worte erhellende Zentrum der Bibel. Seine Kreuzigung und Auferstehung gelten für sie als Wendepunkt der Heilsgeschichte.

Eine Analyse des Verhältnisses von „Bibel“ und „Wort Gottes“ stützt sich auf die Aussagen der Bibel und zeigt, dass der Begriff „Wort Gottes“ in der Bibel in dreifacher Weise vorkommt: für prophetische Aussprüche, für die zentrale Heilsbotschaft (d. h. das „Evangelium“) und manchmal für Jesus Christus.[46]

Für römische Katholiken erlangte die Bibel ihre Autorität als Wort Gottes erst durch das Lehramt des Papstes, der auch den Bibelkanon endgültig festgelegt habe. Für sie ist die Überwindung der Erbsünde durch Jesu stellvertretendes Sühneopfer, daraufhin das Zusammenwirken von menschlicher Bemühung und Gottes Gnadenangebot (Synergismus) zentraler Inhalt der Bibel und Maßstab ihrer Auslegung.

Für Protestanten ist es im Anschluss an Martin Luther das Gnadengeschenk Jesu Christi ohne jedes eigene Zutun. Für die Liberale Theologie ist es das menschliche Vorbild des historischen Jesus, das die grenzenlose Gottesliebe bestätigt. Die evangelischen Konfessionen betrachten die ganze Bibel als alleinigen Maßstab ihres Glaubens, als norma normans; siehe auch sola scriptura. Der Theologe Dietrich Kuessner formuliert:[47]

„Das Bekenntnis ist im Verhältnis zur Bibel nachgeordnet, eine bereits von der Schrift geprägte Norm (norma normata).“

Demnach haben sich alle Glaubensäußerungen, Bekenntnisschriften und Dogmen an der Bibel zu messen und sollen ihr daher nicht widersprechen. In der katholischen Kirche ist das päpstliche Lehramt die maßgebende und letzte Autorität zur Schriftauslegung; zudem wird die Kirchliche Tradition oft als gleich mit der Bibel angesehen. Die evangelische Kirche lehnt dieses übergeordnete Amt und die starke Stellung der Tradition ab, da beides nicht biblisch begründet sei. Hier gibt es faktisch keine einheitliche Lehre, da die Schriftauslegung nach den lutherischen und reformierten Bekenntnisschriften letztlich Sache des Heiligen Geistes bleibt. Dieser offenbare die Wahrheit des Wortes Gottes dem einzelnen Gewissen des Gläubigen.

Übersetzungen

Seit etwa 200 verwendeten die orthodoxen Kirchen Bibeln in der jeweiligen Landessprache. Für die katholische Kirche blieb seit 400 die lateinische Vulgata maßgebend. Hieronymus hatte sie geschaffen, als Latein noch Umgangssprache war. In den späteren romanischen, germanischen und keltischen Gebieten Westeuropas wurde die Bibel dann weiterhin fast nur auf Lateinisch verbreitet. Die heute in allen christlichen Bibelausgaben übliche und weitgehend einheitliche Einteilung des Textes in Kapitel führte Stephen Langton, Erzbischof von Canterbury, im Jahr 1205 in die Vulgata ein. Die Einteilung des NT in Verse führte der Pariser Buchdrucker Robert Estienne 1551 an einer griechischen und lateinischen Bibelausgabe erstmals durch. Ohne die sieben deuterokanonischen Bücher umfasst die Bibel 66 Bücher mit 1189 Kapiteln und mehr als 31.150 Versen.[48]

Im 4. Jahrhundert übersetzte der gotische Bischof Wulfila, ein Anhänger des Arianismus, die Bibel in die Gotische Sprache, die nach ihm benannte Wulfilabibel. Im Spätmittelalter entstanden weitere Bibelübersetzungen, darunter die von Petrus Valdes, John Wycliff, Jan Hus und William Tyndale. Besonders die Reformatoren sahen den direkten Zugang zur Bibel in der Landessprache als wesentlich für den christlichen Glauben an. Die Übersetzungen Martin Luthers und Ulrich Zwinglis (1522 bis 1534) wurde erstmals einer größeren Leserschaft im deutschen Sprachraum zugänglich. Maßgeblichen Beitrag dazu leistete die Erfindung des Buchdrucks. Die weit verbreitete Lutherbibel bahnte die Entwicklung zur deutschen Schriftsprache und die Bibelkritik der Aufklärung an. Gedruckt wurde sie in der Schwabacher Schrift. Als Reaktion auf die volkssprachlichen Bibelübersetzungen der Reformierten entstanden katholische Korrekturbibeln.

Zu den qualitativ anerkannten heutigen deutschsprachigen Bibelübersetzungen gehören die zuletzt 2017 revidierte Lutherbibel, die Elberfelder Bibel, die Zürcher Bibel und die Einheitsübersetzung. Zu den gängigen freieren Übertragungen gehören die Schlachter-Bibel, die „Gute Nachricht Bibel“, die „Hoffnung für alle“, „Neues Leben Bibel“ und die „BasisBibel“. Im März 2018 existierten Gesamtübersetzungen in 674 Sprachen und Teilübersetzungen in 3324 Sprachen.[49] Damit waren in den vier Jahren zuvor 163 Gesamtübersetzungen hinzugekommen.[50]

Verbreitung und Sammlungen

Die christliche Bibel ist das meistgedruckte, am häufigsten übersetzte und am weitesten verbreitete Buch der Welt. Allein 2014 wurden weltweit fast 34 Millionen vollständige Bibeln verbreitet.[51] Dafür setzen sich Bibelgesellschaften wie die Deutsche Bibelgesellschaft, das Katholische Bibelwerk und die evangelikale Organisation Wycliff ein. Zur Verbreitung biblischer Erzählungen tragen auch Bilderbibeln, Armenbibeln und Kinderbibeln sowie seit langer Zeit auch bildliche Darstellungen[52] biblischer Geschichten bei. Neben handlichen Bibeln zum persönlichen Gebrauch gibt es aufwändig bearbeitete Studienbibeln mit umfangreichen Kommentaren und Verzeichnissen und für den liturgischen Gebrauch dekorativ gestaltete Altarbibeln oder Bibelteile (Lektionar). Sowohl das Alte als auch das Neue Testament liegen als Hörbuch-Ausgaben im mp3-Format vor.[53]

Mittlerweile ist auch eine große Zahl von Online-Bibeln kostenlos verfügbar.

Historische Bibeln werden in Bibelmuseen bewahrt und gesammelt, darunter die British Library,[54] Württembergische Landesbibliothek, die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel[55] und weitere.

Bibel im Islam


Der Islam betrachtet die Bibel als Offenbarungszeugnis Gottes, das Menschen teilweise verfälscht haben. Der Koran hat eine Reihe biblischer und apokrypher Geschichten und Lehren übernommen und variiert, die Mohammed wahrscheinlich mündlich aus Inhalten der syrischen Kirche überliefert wurden. Er nennt die Tora (Taurat), die Psalmen (Zabur) und das Evangelium (Indschīl) „Heilige Schriften“, die von Gott stammen, aber später von Menschen verändert, teils sogar verfälscht worden seien:

„Wir haben die Herzen der Kinder Israel verhärtet, so dass sie die Worte der Schrift entstellten, und sie vergaßen einen Teil von dem, womit sie erinnert worden waren …
Und von denen, die sagten: ,Wir sind Nasara‘ [Nazarener] habe wir ihre Verpflichtung entgegengenommen. Aber dann vergaßen sie einen Teil von dem, womit sie erinnert worden waren.“

Sure 5:13f

Daher sind viele Muslime mit wichtigen Inhalten der Bibel vertraut, wenn auch in koranischer Version, die oft den biblischen Wortlaut verkürzt, verändert, paraphrasiert und von seinem Eigenkontext löst. Diese interpretierende Wiedergabe ist für sie maßgebend, entsprechend dem Anspruch des Korans, der sich als endgültige Offenbarung Allahs versteht, die alle früheren Offenbarungen aufnimmt und ihre Wahrheit wiederherstellt.

Der Koran sieht in den biblischen Geschichten, die er nacherzählt, Mohammeds Kommen und seine Berufung zum „Siegel der Propheten“ Gottes vorgebildet und prophezeit. Huseyn al-Dschisri deutete 114 Stellen in der Bibel – vor allem den paraklētos („Beistand“, „Fürsprecher“) in Joh 14,26 EU ; 15,26–27 EU ; 16,7–13 EU  – als Hinweise auf Mohammeds Prophetentum.

Parallelen zur Urgeschichte der hebräischen Bibel sind im Koran

Der Koran nennt 20 Figuren der Bibel, die dort nicht alle als Propheten gelten, als Vorläufer Mohammeds. Besonders Abraham, der „Freund Gottes“, ist für den Koran Vorbild des wahren Gläubigen. Er habe – wie auch nachbiblische jüdische Überlieferung erzählt – erkannt, dass Gott mächtiger als Gestirne ist (Sure 6:78f). Die ihm folgten, ohne Juden oder Christen zu werden (Hanīfen), sind den Muslimen gleichwertig (Sure 21:51–70). Ihm wurde auch im Koran ein Sohn verheißen, den er opfern sollte (Sure 37:99–113). Dabei deuten die Muslime diese Geschichte nicht auf Isaak, sondern auf Ismael, den von der Magd Hagar geborenen ältesten Sohn Abrahams, der als Stammvater der Araber gilt. Abraham und Ismael sollen, gemäß Sure 2:125 die Kaaba als erstes Gotteshaus in Mekka gegründet haben.

Von Joseph, Jakobs zweitjüngstem Sohn, erzählt Sure 12. Moses wird in 36 Suren erwähnt: Er ist auch im Koran der mit Gott unmittelbar redende Prophet (Sure 4:164), der sein Volk Israel aus Ägypten befreite und ihm die Tora vermittelte. Die Zehn Gebote liegen Sure 17:22–39 zugrunde. König David empfängt und übermittelt als Prophet die Psalmen; Salomos große Weisheit preist Sure 21:78f.

Von den Figuren des Neuen Testaments stellt der Koran Maryam (Maria – Mutter Jesu), Johannes den Täufer (Sure 3:38–41; 19:2–15; 21:89f) und Isa bin Maryam („Jesus, der Sohn der Maria“) besonders heraus. Letzterer habe die Aufgabe, das Volk Israel zum Gesetzesgehorsam zurückzurufen und den Christen das Evangelium als schriftliche Offenbarungsurkunde zu vermitteln. Er verkünde wie Mohammed Gottes kommendes Endgericht, aber nur als Mensch, der aus Sicht des Koran nicht gekreuzigt wurde (Sure 4:157). Seine Auferstehung wird daher nur angedeutet. Die jungfräuliche Geburt wird im Koran ebenso bezeugt, wie Jesus als der verheißene Messias, das Wort Gottes und ein Mensch frei von Sünde.

Als Gesandte Gottes sind diese Propheten im Koran moralische Autoritäten, sodass er von ihren in der Bibel geschilderten dunklen Seiten (z. B. Davids Ehebruch und Mord) nichts berichtet.

Bibelkritik


Im Judentum setzt die Bibelkritik erst spät ein. Im Christentum gibt es seit etwa 1700 immer wieder Diskussionen darüber, inwiefern die biblischen Erzählungen als historische Berichte gelten können. Dabei treffen verschiedene Auffassungen aufeinander.

Die in der Neuzeit entwickelte historisch-kritische Exegese versucht, die jeweilige literarische Form der Texte der Bibel zu erfassen, im Rahmen der Literar- und Formkritik. Demnach erzähle die Bibel nicht Geschichte, sondern Heilsgeschichte. Der historische Gehalt der biblischen Erzählungen wird dann in ihren verschiedenen Teilen sehr unterschiedlich beurteilt; einem Teil der Bibel wird hohe geschichtliche Zuverlässigkeit zugeschrieben. Die Evangelien verstehen sich nach Meinung der Historisch-Kritischen als „Frohe Botschaft“. Ihr Ziel sei, den Glauben an den „auferstandenen Jesus Christus“ zu bezeugen. Den Evangelien sei zwar historisch zuverlässiges Material zu entnehmen, wichtiger aber sei es, die Glaubensbotschaft der Evangelien verständlich und lebendig zu machen.

Auf Grund von Bibeltexten wie dem Beginn des Lukasevangeliums (Lk 1,1–4 EU ) oder dem Ende des Johannesevangeliums (Joh 20,31 EU ) betrachten konservative Theologen Bibeltexte als historische Berichte.[56] Die Haltung zur Bibel wird dann auch in Glaubensbekenntnissen festgehalten, etwa in der Basis der Evangelischen Allianz von 1970: Demnach ist die Bibel als inspirierte Heilige Schrift „in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung“ „völlig zuverlässig“.[57] Ein Teil der evangelikalen Bewegung formuliert noch schärfer und sagt, dass die Bibel „in allem, was sie lehrt, ohne Irrtum oder Fehler“ sei, und schließt dabei auch „Aussagen im Bereich der Geschichte und Naturwissenschaft“ mit ein (Biblischer Fundamentalismus).[58]

Nichttheologische Wissenschaftler verstehen die Bibel häufig als ein literarisches Werk, teilweise als Weltliteratur. Gattungsgeschichtlich gehören die Texte in die literarischen Kategorien Prolog, Liebeslied, Hymnus, Paradoxon, Monolog, Dialog, Rätsel, Ellipse, Gebet, Gleichnis, Parabel, Gedicht, Brief und Geschichtsschreibung. Die Texte stellen eine wertvolle Quellensammlung für die Erforschung ihrer jeweiligen Entstehungszeit dar. Die Historizität der Erzählungen selbst wird von einigen als relativ gering eingeschätzt.

Weniger weit verbreitet ist der Glaube, bei der Bibel handele es sich um ein magisches Buch, mit welchem wichtige Ereignisse in der Zukunft vorhergesehen werden könnten. Manche Menschen haben einige Zeit ihres Lebens damit verbracht, den vermuteten Bibelcode zu entschlüsseln, um an die geheimen Botschaften zu gelangen. Bislang ist die Existenz eines solchen Codes nicht bewiesen.

Daneben gibt es Kontroversen um die Bibel, etwa um darin enthaltene moralisch-ethische Auffassungen und die Gewalt in der Bibel.

Siehe auch


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Literatur


Überblicks- und Nachschlagewerke

Fachliteratur

Populärwissenschaftliches

Weblinks


Bibelausgaben und -Übersetzungen

Informationen

Literarische Rezeption

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Einzelnachweise


  1. Konrad Schmid, Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel. Von den ersten Texten zu den heiligen Schriften, München 2019, S. 12.
  2. Konrad Schmid, Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel. Von den ersten Texten zu den heiligen Schriften, München 2019, S. 14 f.
  3. Konrad Schmid, Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel. Von den ersten Texten zu den heiligen Schriften, München 2019, S. 16 f.
  4. Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage, hrsg. von Walther Mitzka, De Gruyter, Berlin/ New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 73.
  5. Karin Schoepflin: Bibel, 2006, S. 1. Bauer/Aland: Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der frühchristlichen Literatur, 6. völlig neu bearbeitete Auflage Berlin / New York 1988, Sp. 281 f.
  6. a b c d Reinhold Bohlen: Bibel (einleitungswissenschaftlich) I. Begriff. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994, Sp. 362–363, hier Sp. 363.
  7. a b Christoph Levin: Das Alte Testament. 4. Auflage München 2010, S. 17.
  8. Konrad Schmid, Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel. Von den ersten Texten zu den heiligen Schriften, München 2019, S. 21.
  9. Bauer/Aland: Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der frühchristlichen Literatur, 6. völlig neu bearbeitete Auflage Berlin / New York 1988, Sp. 331 f.
  10. Konrad Schmid, Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel. Von den ersten Texten zu den heiligen Schriften, München 2019, S. 32–34.
  11. Eusebius: Kirchengeschichte, Buch IV, 26.
  12. Erich Zenger, Christian Frevel: Heilige Schrift der Juden und der Christen. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Stuttgart 2016, S. 11–36, hier: S. 29.
  13. Konrad Schmid, Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel. Von den ersten Texten zu den heiligen Schriften, München 2019, S. 36.
  14. Heinz-Josef Fabry: Der Text und seine Geschichte. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Stuttgart 2016, S. 37–66, hier S. 44 f.
  15. Angelika Berlejung: Quellen und Methoden. In: Jan-Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Eine Einführung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage Göttingen 2019, S. 21–58, hier S. 26.
  16. a b Angelika Berlejung: Quellen und Methoden. In: Jan-Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Eine Einführung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage Göttingen 2019, S. 21–58, hier S. 27.
  17. Heinz-Josef Fabry: Der Text und seine Geschichte. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Stuttgart 2016, S. 37–66, hier S. 57 f.
  18. Daniel Stökl Ben Ezra: Qumran. Die Texte vom Toten Meer und das antike Judentum (= Jüdische Studien. Band 3). Tübingen 2016, S. 207.
  19. Heinz-Josef Fabry: Der Text und seine Geschichte. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Stuttgart 2016, S. 37–66, hier S. 42. Emanuel Tov sieht die Zäsur mit dem Tempelzerstörung im Jahr 70 als gegeben an, während andere die Zäsur erst am Ende des Bar-Kochba-Aufstandes (136) ansetzen.
  20. Angelika Berlejung: Quellen und Methoden. In: Jan-Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Eine Einführung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage Göttingen 2019, S. 21–58, hier S. 27 f.
  21. Heinz-Josef Fabry: Der Text und seine Geschichte. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Stuttgart 2016, S. 37–66, hier S. 40 f.
  22. Daniel Stökl Ben Ezra: Qumran. Die Texte vom Toten Meer und das antike Judentum (= Jüdische Studien. Band 3). Tübingen 2016, S. 210.
  23. Daniel Stökl Ben Ezra: Qumran. Die Texte vom Toten Meer und das antike Judentum (= Jüdische Studien. Band 3). Tübingen 2016, S. 210 f.
  24. Heinz-Josef Fabry: Der Text und seine Geschichte. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Stuttgart 2016, S. 37–66, hier S. 58.
  25. Daniel Stökl Ben Ezra: Qumran. Die Texte vom Toten Meer und das antike Judentum (= Jüdische Studien. Band 3). Tübingen 2016, S. 175.
  26. Hier zitiert nach: Daniel Stökl Ben Ezra: Qumran. Die Texte vom Toten Meer und das antike Judentum (= Jüdische Studien. Band 3). Tübingen 2016, S. 181 f. Welche Bücher Josephus unter den 13 Büchern der Propheten und unter den 4 Büchern mit Hymnen und Lebensanweisungen eingruppierte, ist unbekannt.
  27. Erich Zenger / Christian Frevel: Heilige Schrift der Juden und der Christen. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Stuttgart 2016, S. 11–36, hier: S. 22. Auf 24 Bücher kommt man, wenn 1/2 Sam, 1/2 Kön, 1/2 Chr, Esr/Neh und das Zwölfprophetenbuch als je ein Buch gezählt werden. Um die Zahl von 22 Büchern zu erreichen, kann man das Ricterbuch und das Buch Rut sowie das Jeremiabuch und die Klagelieder Jeremias zusammenfassen. (ebd.)
  28. Daniel Stökl Ben Ezra: Qumran. Die Texte vom Toten Meer und das antike Judentum (= Jüdische Studien. Band 3). Tübingen 2016, S. 187 f.
  29. Erich Zenger / Christian Frevel: Heilige Schrift der Juden und der Christen. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Stuttgart 2016, S. 11–36, hier: S. 22–24.
  30. Erich Zenger / Christian Frevel: Heilige Schrift der Juden und der Christen. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Stuttgart 2016, S. 11–36, hier: S. 25 f.
  31. siehe auch Bücher der Könige
  32. Martin Buber, Franz Rosenzweig: Die Schrift. – Stuttgart 1992 – ISBN 3-438-01491-2. Die Buber-Rosenzweig-Verdeutschung wird in vielen Lehrhäusern und Bibelkreisen benutzt.
  33. Leopold Zunz: Die vierundzwanzig Bücher der Heiligen Schrift nach dem Masoretischen Text. 1837. Neuausgaben: Victor Goldschmidt: Basel 1995, ISBN 3-85705-002-0; Sinai Verlag: Tel-Aviv 1997, ISBN 3-929895-11-0 (hebräisch-deutsch). Wird von vielen Judaisten benutzt; der hebräische Text ist mitabgedruckt. Zunz selbst hat dabei lediglich die beiden Chronikbücher übersetzt; bis zur 17. Auflage hieß es korrekt: Unter der Redaktion von Dr. Zunz übersetzt von A. Arnheim, Dr. Julius Fürst, Dr. M. Sachs.
  34. Naftali Herz Tur-Sinai: Die Heilige Schrift, ins Deutsche übertragen. 3. Auflage, Neuhausen-Stuttgart 1997.
  35. Heinz-Josef Fabry: Der Text und seine Geschichte. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Stuttgart 2016, S. 37–66, hier S. 60. Sehr wörtliche Übersetzungen (Pentateuch, Psalmen) stehen relativ freien Übersetzungen, etwa im Jesajabuch gegenüber.
  36. a b Albert de Pury: Der Kanon des Alten Testaments. In: Thomas Römer et al. (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. Die Bücher der Hebräischen Bibel und die alttestamentlichen Schriften der katholischen, protestantischen und orthodoxen Kirchen. TVZ Theologischer Verlag, Zürich 2013, S. 3–24, hier S. 6.
  37. Heinz-Josef Fabry: Der Text und seine Geschichte. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Stuttgart 2016, S. 37–66, hier S. 60.
  38. Christoph Levin: Das Alte Testament. 4. Auflage München 2010, S. 19 f.
  39. Erich Zenger / Christian Frevel: Heilige Schrift der Juden und der Christen. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Stuttgart 2016, S. 11–36, hier: S. 31–34.
  40. Erich Zenger / Christian Frevel: Heilige Schrift der Juden und der Christen. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Stuttgart 2016, S. 11–36, hier: S. 35.
  41. Wolfgang Kraus: Die Septuaginta als Brückenschlag zwischen Altem und Neuem Testament? In: Heinz-Josef Fabry, Ulrich Offerhaus (Hrsg.): Im Brennpunkt: Die Septuaginta. Studien zur Entstehung und Bedeutung der Griechischen Bibel, Band 3. Stuttgart 2007, S. 266–290, hier S. 267.
  42. Wolfgang Kraus: Die Septuaginta als Brückenschlag zwischen Altem und Neuem Testament? In: Heinz-Josef Fabry, Ulrich Offerhaus (Hrsg.): Im Brennpunkt: Die Septuaginta. Studien zur Entstehung und Bedeutung der Griechischen Bibel, Band 3. Stuttgart 2007, S. 266–290, hier S. 274 f.
  43. Konrad Schmid, Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel. Von den ersten Texten zu den heiligen Schriften, München 2019, S. 24 f.
  44. Konrad Schmid, Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel. Von den ersten Texten zu den heiligen Schriften, München 2019, S. 25.
  45. Walther Zimmerli: Grundriß der alttestamentlichen Theologie, Stuttgart 1972, S. 206 f.
  46. Franz Graf-Stuhlhofer: Worte Gottes in der Bibel. Gegen eine undifferenzierte Gleichsetzung von Bibel und Wort Gottes. In: Zeitschrift für Theologie und Gemeinde 16 (2011), S. 66–89.
  47. Dietrich Kuessner: Das Gesetz ist um des Menschen willen da: Eine Auseinandersetzung mit Markus B. Büning „Bekenntnis und Kirchenverfassung“. (Memento vom 23. April 2016 im Internet Archive) bs.cyty.com, 2002, abgerufen am 10. März 2018 (RTF; 21 kB).
  48. Statistik in einem Bibel-Abschreibeprojekt
  49. Zahlen und Fakten: Stand der weltweiten Bibelübersetzungen. die-bibel.de, März 2018, abgerufen am 10. März 2018.
  50. Die Bibel in 511 Sprachen komplett übersetzt. Deutsche Bibelgesellschaft, 15. Juli 2014, archiviert vom Original am 1. September 2014; abgerufen am 10. März 2018.
  51. Bibelverbreitung 2014: Bibelgesellschaften verbreiteten 428 Millionen Bibeln und Bibelteile. Evangelische Nachrichtenagentur idea, 20. Oktober 2015.
  52. Die Bibel in Bildern. Schatzkammer der Malerei. (Englische Originalausgabe: Orbis Publishing, London). Naumann & Göbel, Köln 1987, ISBN 3-625-10510-1.
  53. Die Bibel – Die gesamte Lutherbibel als Hörbuch, Aretinus Gesellschaft für Musikarchivierung, Berlin 2006/2007, ISBN 978-3-939107-51-4 und ISBN 978-3-939107-52-1.
  54. The British Library Catalogue of Illuminated Manuscripts
  55. Bibeln. Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, abgerufen am 21. Juni 2013.
  56. So etwa Franz Graf-Stuhlhofer: Auf der Suche nach dem historischen Jesus Über die Glaubwürdigkeit der Evangelien und die Zweifel der Skeptiker. Leun 2013, S. 23 f.
  57. Abgedruckt etwa bei Fritz Laubach: Aufbruch der Evangelikalen. Wuppertal 1972, S. 101.
  58. Thomas Schirrmacher (Hrsg.): Bibeltreue in der Offensive. Die Drei Chicago-Erklärungen zur biblischen Irrtumslosigkeit [1978], Hermeneutik [1982] und Anwendung [1986]. Bonn 1993, S. 19 (zusammenfassende Erklärung), S. 22 (Artikel XII).



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