Internationale Filmfestspiele Berlin - de.LinkFang.org

Internationale Filmfestspiele Berlin


(Weitergeleitet von Berlinale)

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin, kurz Berlinale, sind ein jährlich in Berlin stattfindendes Filmfestival. Sie zählen neben denen von Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals und gelten als eines der weltweit bedeutendsten Ereignisse der Filmbranche.[1]

Die 70. Berlinale fand vom 20. Februar bis 1. März 2020 statt. Aufgrund der COVID-19-Pandemie soll die 71. Ausgabe in zwei Teilen stattfinden – vom 1. bis 5. März 2021 als „Industry Event“ und vom 9. bis 20. Juni als „Summer Special“ für das Berliner Publikum.[2]

Inhaltsverzeichnis

Überblick


Die im Wettbewerb erfolgreichen Filme werden von einer internationalen Jury mit dem Goldenen und den Silbernen Bären ausgezeichnet. Mehr als 400 Filme werden in verschiedenen Sektionen präsentiert. Mit mehr als 325.000 verkauften Eintrittskarten und etwa 490.000 Kinobesuchern insgesamt (inklusive akkreditierter Fachbesucher) ist die Berlinale das größte Publikumsfestival der Welt. Rund 16.000 Fachbesucher aus 130 Ländern nehmen an dem Festival teil. Etwa 3.700 Journalisten aus mehr als 80 Ländern berichten über die Zeit der Festspiele.[3] Während der Berlinale findet zeitgleich der European Film Market (EFM) statt. Der EFM gehört zu den international wichtigsten Treffen der Filmindustrie und hat sich zu einem bedeutenden Marktplatz für Produzenten, Verleiher, Filmeinkäufer und Co-Produktionsagenten etabliert.[4]

Gegründet wurde die Berlinale im Jahr 1951. Festivaldirektor war von 2001 bis 2019 Dieter Kosslick. Aktuell wird das Festival von einer Doppelspitze geleitet, der Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek und dem Künstlerischen Leiter Carlo Chatrian.

Seit 2002 sind die Internationalen Filmfestspiele Berlin ein Geschäftsbereich der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH. Sie erhalten eine institutionelle Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.[5]

Geschichte


Die Berlinale findet seit 1951, zunächst im Sommer, seit 1978 im Februar, in Berlin statt. Sie geht auf eine Initiative von Oscar Martay zurück. Martay war Film Officer der Militärregierung der Vereinigten Staaten und beaufsichtigte und förderte in dieser Funktion die Berliner Filmindustrie, unter anderem mit mehreren Darlehen der amerikanischen Militärregierung, mit denen die Finanzierung der Filmfestspiele in den ersten Jahren sichergestellt wurden. Unter dem Motto „Schaufenster der freien Welt“ eröffnete die erste Berlinale am 6. Juni 1951 mit Alfred Hitchcocks Rebecca im Titania-Palast. Zum ersten Festspielleiter wurde der Filmhistoriker Alfred Bauer berufen, der nach dem Krieg die britische Militärregierung in Filmangelegenheiten beraten hatte. Im Ostteil der Stadt gab es als Reaktion auf die Berlinale das Festival des volksdemokratischen Films, auf dem hauptsächlich Filme aus dem damaligen Ostblock gezeigt wurden. Dieses Filmfest fand ebenfalls erstmals 1951, eine Woche nach dem Ende der Berlinale statt.

Seit der ersten Berlinale wird der – nach einer Vorlage der Bildhauerin Renée Sintenis gestaltete – Goldene Berliner Bär verliehen. Die Preisträger wurden in den ersten Jahren teilweise durch Publikumswahl bestimmt. Nachdem die FIAPF (Fédération Internationale des Associations de Producteurs de Films) die Berlinale offiziell mit den Festivals in Cannes, Venedig und Locarno gleichgestellt hatte, änderte sich dies entsprechend den FIAPF-Richtlinien: Die Berlinale wurde zu einem A-Festival und berief 1956 erstmals eine internationale Jury ein, die den „Goldenen“ und die „Silbernen Bären“ vergab. Die frühe Berlinale war vor allem ein Publikums- und Glamour-Festival, auf dem sich zahlreiche Filmstars präsentierten (etwa Gary Cooper, Sophia Loren, Jean Marais, Richard Widmark, Jean Gabin, Michèle Morgan, Henry Fonda, Errol Flynn, Giulietta Masina, David Niven, Cary Grant, Jean-Paul Belmondo und Rita Hayworth).

Die Ausrichtung des Festivals änderte sich ab Ende der 1960er Jahre auch aufgrund der gesellschaftlichen und politischen Polarisierung. So kam es etwa auf der Berlinale 1970 durch den Vietnamkriegs-Film o.k. von Michael Verhoeven zu heftigem Streit, so dass die Jury zurücktrat und das Wettbewerbsprogramm abgebrochen wurde. Auf der Berlinale 1971 wurde daraufhin neben dem traditionellen Wettbewerb mit dem Internationalen Forum des jungen Films eine ehemalige Gegenveranstaltung in das Festival integriert, das junge und progressive Filme vorstellen sollte. Durch die Veränderungen Infolge der Ostpolitik Willy Brandts, die mit einer kulturellen Öffnung der Ostblockstaaten einherging, kamen 1974 mit „Mit dir und ohne dich“ von Rodion Nachapetow und 1975 mit „Jakob der Lügner“ zum ersten Mal ein sowjetischer und ein DDR-Film ins Programm.

1976 wurde der bisherige Festivalleiter Alfred Bauer durch den Filmpublizisten Wolf Donner abgelöst. Dieser führte zahlreiche Änderungen und Modernisierungen des Festivals ein, etwa die Verlegung vom Sommer in den Winter. Einer der Gründe für diese Änderung war damals der Termin der Filmmesse (heute European Film Market), der sich im Winter weniger mit den Terminen anderer Filmmärkte überschnitt. Donner etablierte neue Sektionen wie die Deutsche Reihe und das Kinderfilmfest, die ehemalige Informationsschau wurde zum Panorama in seiner heutigen Form. Seit Donners Zeit gilt die Berlinale vor allem als „Arbeitsfestival“ und weniger als Bühne für Stars und „Sternchen“.

Wolf Donner wurde 1979 durch Moritz de Hadeln abgelöst, der die Berlinale bis 2001 leitete. Seit 2000 ist das Theater am Potsdamer Platz mit 1800 Sitzplätzen Hauptspielstätte. Während der Berlinale wird das Theater in Berlinale Palast umbenannt. Neben den Filmpremieren der Wettbewerbsfilme findet hier auch der Eröffnungsfilm und die Preisverleihung statt.

Die Berliner Filmfestspiele wurden vom 1. Mai 2001 bis Ende Mai 2019 von Dieter Kosslick geleitet. Auch unter ihm gab es einige Veränderungen: So wurde die neue Reihe Perspektive Deutsches Kino eingeführt, 2003 entstand für die Nachwuchsförderung der Berlinale Talent Campus und zur Berlinale 2007 wurde mit den Berlinale Shorts eine weitere neue Sektion vorgestellt.

Ab 1. Juni 2019 übernahmen Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek offiziell die Leitung des Filmfestivals.[6] Rissenbeek und Chatrian kündigten im Mai 2019 an, die Reihe Kulinarisches Kino 2020 nicht fortzusetzen. Mit der Reihe Encounters soll eine neue Wettbewerbssektion geschaffen werden, um Werke von unabhängigen Filmemacherinnen zu fördern.[7] Ab 2020 wird RBB Media, eine Tochtergesellschaft des RBB, als Co-Partner bei dem Filmfestival einsteigen.[8]

Sektionen


Wettbewerb

Der Wettbewerb ist die zentrale Sektion der Filmfestspiele; im Wettbewerbsprogramm werden die Hauptpreise – der Goldene Bär und die Silbernen Bären – verliehen. Im Wettbewerb werden (entsprechend den FIAPF-Richtlinien) ausschließlich Filme gezeigt, die innerhalb der letzten 12 Monate vor Festivalbeginn produziert und noch nicht außerhalb ihrer Ursprungsländer aufgeführt wurden.

Etwa 20 Filme stehen jedes Jahr im Wettbewerb. Die Nominierung der Filme sowie die Auswahl der Jurymitglieder ist Aufgabe der Festivaldirektion. Die Preisträger werden von einer internationalen Jury unter Führung eines Jury-Präsidenten gewählt und zum Ende des Festivals verkündet. Aktuelle Spielstätten des Wettbewerbs sind u. a. der Berlinale Palast am Potsdamer Platz sowie die Kinos CinemaxX, Kino International und das Haus der Berliner Festspiele. 2009 kam der Friedrichstadtpalast als Spielstätte hinzu. Jury-Präsidentin der Berlinale 2009 war die Schauspielerin Tilda Swinton. 2010 hatte dieses Amt der Regisseur Werner Herzog inne, gefolgt von Isabella Rossellini (2011), Mike Leigh (2012), Wong Kar-Wai (2013), Produzent und Drehbuchautor James Schamus (2014), Darren Aronofsky (2015), Meryl Streep (2016), Paul Verhoeven (2017), Tom Tykwer (2018), Juliette Binoche (2019) und Jeremy Irons (2020).

„Forum“

Das Internationale Forum des Jungen Films (kurz: Forum) findet seit 1971 statt; der inhaltliche Schwerpunkt liegt traditionell im Bereich des politisch engagierten Kinos. Das Forum geht zurück auf eine Initiative des von Gero Gandert 1963 gegründeten Vereins Freunde der Deutschen Kinemathek. Die Gründer waren Gero Gandert, Erika Gregor, Ulrich Gregor, Heiner Roß und Manfred Salzgeber. Ulrich Gregor war von 1971 bis 1979 der Sprecher des Forums, ab dann Leiter für 20 Festivals. Das Forum bot jungen Regisseuren wie Raúl Ruiz, Derek Jarman und Peter Greenaway eine erste Gelegenheit, sich international zu präsentieren. Es gibt auch Filmen mit ungewöhnlichen Formaten eine Plattform, so etwa den überlangen Produktionen Taiga von Ulrike Ottinger (8 Stunden 21 Minuten) oder Satanstango von Béla Tarr (7 Stunden 16 Minuten).

Einen weiteren Schwerpunkt des Forums bildet der außereuropäische Film. In den 1970er/80er Jahren konzentrierte man sich auf US-Independentfilme, Filme aus Lateinamerika und internationale Avantgarde-Filme. In den 1980er/90er Jahren widmete man sich dem unabhängigen Kino Asiens. Leiter des Forums war von 2001 bis 2018 der Berliner Filmjournalist Christoph Terhechte. Nach einer Festivaledition mit Interimsleitung ist seit August 2019 Cristina Nord die Sektionsleiterin des Forums.

„Das Internationale Forum, immer noch das wichtigste Nebenprogramm der Berliner Filmfestspiele, ist für die Neugierigen unter den Cineasten schon seit Jahren zu deren Hauptprogramm geworden.“ (Peter W. Jansen). Spielstätten des Forums sind die Kinos Delphi Filmpalast, Arsenal (mittlerweile am Potsdamer Platz), CineStar (bis zur Berlinale 2019[9]), CinemaxX und Cubix sowie das silent green Kulturquartier. 2015 wurde erstmals das Gesamtprogramm von Forum Expanded in der Akademie der Künste gezeigt, nachdem sie bis 1999 schon einmal Spielort der Berlinale war.

„Retrospektive“, „Hommage“ und „Berlinale Classics“

Die Retrospektive ist das filmhistorische Programm der Berlinale. Sie wird seit 1951 durchgeführt[10] und seit 1977 in deutlich nichtkommerzieller Intention von der Stiftung Deutsche Kinemathek (heute: Filmmuseum Berlin – Deutsche Kinemathek) kuratiert und organisiert. Die Themen der Retrospektive widmen sich zentralen Perioden der Filmgeschichte ebenso wie filmästhetischen oder filmtechnischen Aspekten und einzelnen Genres. Leiter der Retrospektive ist Rainer Rother. Aktuelle Spielstätten der Retrospektive sind das CinemaxX und das Zeughauskino.

Mit der Hommage und dem Goldenen Ehrenbären werden seit 1977 herausragende Persönlichkeiten des Films für ihr Lebenswerk gewürdigt. In einer Filmreihe sind jeweils deren wichtigste Werke zu sehen. Der Goldene Ehrenbär für das Lebenswerk wird im Rahmen einer Galaveranstaltung für den anwesenden Ehrengast verliehen. Die Internationalen Filmfestspiele Berlin und die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen bereiten die Hommage gemeinsam vor.

In den Berlinale Classics feiern digital restaurierte Filmklassiker und Wiederentdeckungen ihre Erstaufführung. Sie erweitern seit 2013 die Retrospektive.[11]

Verzeichnis der Retrospektiven:

Verzeichnis der Hommagen:

„Panorama“

Das Panorama gehört zum offiziellen Programm der Berlinale und wird seit 1986 veranstaltet. Vorläufer war in der Anfangszeit der Berlinale die so genannte Informationsschau. Leiter war zunächst Manfred Salzgeber, der 1992 von Wieland Speck abgelöst wurde. Schwerpunkte sind das Arthouse-Kino und der Autorenfilm, alle Filme werden als Welt- oder Europa-Premiere gezeigt. Das Hauptprogramm bietet jährlich etwa 18 Spielfilme, zahlreiche weitere Produktionen bilden das Rahmenprogramm. Subsektionen sind die Reihen Dokumente, Panorama Special und Panorama-Kurzfilme. Inhaltlich widmet sich das Panorama eher gesellschaftlichen als direkt politischen Themen: So werden traditionell viele schwul-lesbische beziehungsweise queere Filme gezeigt. Spielstätten des Panoramas sind das CinemaxX, das Kino International und das CineStar (bis zur Berlinale 2019[9]).

„Generation“

Seit 1978 widmet die Berlinale eine Sektion speziell Kindern und Jugendlichen und zeigt dort eine aktuelle Auswahl internationaler Spiel- und Kurzfilme. Die Sektion gilt in diesem Bereich als eine der wichtigsten Markt- und kulturellen Plattformen weltweit. Die Sektion wurde 2004 durch den Jugendfilmwettbewerb 14plus ergänzt. Der frühere Name „Kinderfilmfest“ wurde zur Berlinale 2007 in Generation umbenannt. Entsprechend heißen die Wettbewerbe heute Generation Kplus und Generation 14plus.

Im Wettbewerb Generation Kplus verleiht eine elfköpfige Kinderjury den Gläsernen Bären an je einen Spiel- und einen Kurzfilm. Eine Internationale Jury von Filmfachleuten vergibt zudem die mit Geld dotierten Preise des Deutschen Kinderhilfswerks. Den Gläsernen Bären für den besten Spielfilm im Wettbewerb Generation 14plus vergibt eine siebenköpfige Jury von Jugendlichen.

Die Devise, keinen „Kinderkitsch“ zu zeigen, bedeutet, anspruchsvolle Filme aus der ganzen Welt ins Programm aufzunehmen, die nah am Alltag und am Erleben von Kindern und Jugendlichen bleiben und auch eine Realität abbilden, die manchmal harter Tobak ist.[12] Mit ihrem Programm möchte die Sektion Generation für ein erweitertes Verständnis von Filmen für junge Menschen werben. Die Wettbewerbsbeiträge beschränken sich nicht auf klassische Kinder- oder Jugendfilmproduktionen; sie schließen vielmehr auch Filme ein, die zwar nicht für diese Zielgruppen konzipiert wurden, aber Kinder oder Jugendliche thematisch und formal ansprechen.

Im Rahmen von Cross Section werden seit 2006 für Kinder und Jugendliche geeignete Filme aus den anderen Sektionen der Berlinale außer Konkurrenz in „Generation“ wiederholt und so einem Publikum unter 18 Jahren zugänglich gemacht. Seit 2008 wird Generation von Maryanne Redpath geleitet, von 2008 bis 2014 in Zusammenarbeit mit Florian Weghorn als Co-Kurator. Hauptspielstätte von Generation Kplus war der Zoo Palast. Seit 2012 ist das Haus der Kulturen der Welt die Hauptspielstätte von Generation 14plus. Weitere Vorstellungen gibt es in den Kinos Colosseum (Prenzlauer Berg), im Filmtheater am Friedrichshain sowie im Cinemaxx am Potsdamer Platz.

„Berlinale Special“

Berlinale Special ist eine 2004 neu eingeführte Reihe im offiziellen Programm, in der sowohl aktuelle Arbeiten großer Filmemacher als auch Wiederaufführungen von klassischen Werken der Filmgeschichte und Produktionen zu Festivalschwerpunkten oder aktuell-brisanten Themen gezeigt werden sollen. Aufführungsort ist der Friedrichstadt-Palast.

„Perspektive Deutsches Kino“

Die unter Dieter Kosslick eingeführte Sektion Perspektive Deutsches Kino widmet sich der aktuellen deutschen Filmproduktion und ergänzt die geschlossene Reihe German Cinema; gezeigt werden etwa ein Dutzend Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme, die aus ca. 250 Bewerbungen ausgewählt werden. Leiterin ist Linda Söffker.

„Berlinale Shorts“

Im Jahr 2006 wurde mit den Berlinale Shorts eine eigene Sektion für kurze Filme eingerichtet. Je ein Goldener und ein Silberner Bär werden seit 1955 an die besten kurzen Filme vergeben, seit 2003 von einer eigens dafür einberufenen internationalen Jury. In den Berlinale Shorts laufen jährlich ca. 30 Kurzfilme, die um die Bären konkurrieren. Die Sektion wurde von 2007 bis 2019 von Maike Mia Höhne geleitet. Carlo Chatrian als künstlerischer Direktor und Mariette Rissenbeek als Geschäftsführerin, seit dem 1. Juni 2019 offiziell die Leitung der Berlinale, haben Anna Henckel-Donnersmarck zur neuen Leiterin der Sektion berufen.[13] Kurzfilme und mittellange Filme sind darüber hinaus in den Sektionen Generation, Perspektive Deutsches Kino und im Forum Expanded zu sehen.

„Berlinale Series“

2015 wurde die Berlinale zum ersten A-Festival weltweit, das eine eigene Reihe für Fernsehserien ins offizielle Programm einführte. Zuvor war es bereits ab 2010 zu Premieren von Serienformaten (u. a. Top of the Lake, Im Angesicht des Verbrechens) gekommen. Im Rahmen der Berlinale Special Series kam es u. a. mit Better Call Saul, The Night Manager oder 4 Blocks zu Welt- oder internationalen Premieren. 2018 wurde die Reihe in Berlinale Series umbenannt und hat mit dem Zoo Palast eine veränderte zentrale Spielstätte erhalten.[14] Seit 2019 ist Julia Fidel die Leiterin von Berlinale Series.

„Encounters“

Zum 70. Jubiläum der Berlinale 2020 wurde die neue, kompetitive Sektion Encounters eingeführt.

Weitere Veranstaltungen

„European Film Market“


Der European Film Market (EFM) ist wichtiger Handelsplatz für Produzenten, Verleiher, Filmeinkäufer und Co-Produktionsagenten.[15] Als erster Filmmarkt im Jahr gehört der EFM neben dem Marché du Film in Cannes im Mai und dem American Film Market im November zu den drei bedeutendsten Branchentreffen der Filmindustrie.

Der EFM ist die Nachfolgeveranstaltung der Filmmesse. Sie wurde von 1980 bis 1987 von Aina Bellis geleitet; 1988 übernahm Beki Probst die Leitung für diese im Sinne der Filmwirtschaft an die Berlinale angegliederte Veranstaltung. Von 2014 bis Oktober 2020 leitete der Niederländer Matthijs Wouter Knol den European Film Market. Die langjährige EFM-Direktorin Beki Probst stand dem EFM dabei bis 2018 als Präsidentin vor.[16] Seit November 2020 ist Dennis Ruh Direktor des EFM.[17] Veranstaltungsort des EFMs waren bis 2000 die Räume in der Budapester Straße, danach fand der Filmmarkt im Atrium des Debis-Hauses am Potsdamer Platz statt, das eine Fläche von rund 2.500 m² bot.

Die stetige Expansion der Veranstaltung führte 2006 zum Umzug in den Martin-Gropius-Bau und das Marriott Hotel am Potsdamer Platz. Beim EFM 2020 wurden 971 Vorführungen von 732 angemeldeten Filmen durchgeführt, darunter waren 525 Filme mit ihrer Marktpremiere. Dafür wurden vorwiegend die Kinos CinemaxX und CineStar genutzt. Es waren über 11.423 Teilnehmer aus 114 Ländern gemeldet.[18] 564 Ausstellern und Anbietern standen 1.649 registrierte Buyer gegenüber.[19]

Preise und Auszeichnungen


Verliehene Preise

Außerdem verleihen vom Festival unabhängige Jurys folgende Preise:[23][24]

Nicht mehr vergebene Berlinale-Preise

Festival-Trailer


Seit 2002 eröffnet ein 50-sekündiger Trailer („Opener“) die Vorführungen in allen Sektionen des Festivals. Die Computeranimation entstand in Zusammenarbeit des Regisseurs Uli M Schueppel mit der Filmproduktionsfirma Das Werk Berlin.[26][27]

Literatur


Weblinks


Commons: Berlinale  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Berlinale – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise


  1. Calendar of FIAPF Accredited Festivals , FIAPF, abgerufen am 16. Mai 2017.
  2. Goldene Bären–Gewinner*innen bilden Internationale Jury der 71. Berlinale . In: berlinale.de (abgerufen am 1. Februar 2021).
  3. Berlinale 2014 – Zahlen und Fakten , 5. Mai 2014
  4. Berlin Film Festival a market force , Variety, 13. Februar 2008
  5. Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH , 13. Februar 2008
  6. .Berlinale 2020: Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek geben erste Neuerungen bekannt . In: berlinale.de, 28. März 2019 (abgerufen am 8. Oktober 2019).
  7. Neue Leitung schafft weitere Berlinale-Wettbewerbssektion . Artikel vom 7. Mai 2019, abgerufen am 7. Mai 2019.
  8. a b Der RBB ist ab 2020 neuer Partner der Berlinale. In: Tagesspiegel. 13. November 2019, abgerufen am 13. November 2019.
  9. a b Berlinale braucht nach Cinestar-Schließung neuen Spielort. 18. Juni 2019, abgerufen am 10. Juli 2019.
  10. Filmmuseum Berlin – Deutsche Kinemathek. Retrospektive. Chronik. (Memento vom 11. November 2007 im Internet Archive) Abgerufen am 19. April 2019.
  11. Retrospektive, Berlinale Classics & Hommage. In: berlinale.de. Abgerufen am 18. Februar 2020.
  12. Deutschlandradio Kultur: Schule des Sehens . 12. Februar 2009.
  13. Internationale Filmfestspiele Berlin: Berlinale 2020: Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek geben erste Neuerungen bekannt. Abgerufen am 19. April 2019.
  14. Die Serienformate der Berlinale finden 2018 ein neues Zentrum im Zoo Palast (Memento vom 7. November 2017 im Internet Archive) bei berlinale.de, 20. Oktober 2017 (abgerufen am 19. April 2019).
  15. Kodak Cinema&Television Press Release , www.kodak.com, 20. Februar 2008
  16. Matthijs Wouter Knol to Be New Head of European Film Market (Memento vom 25. April 2015 im Internet Archive), efm-berlinale.de, Pressemitteilung vom 11. Juni 2014
  17. Süddeutsche Zeitung: Filmmarkt mit neuer Leitung. Abgerufen am 3. Dezember 2020.
  18. efm-berlinale.de (Memento des Originals vom 3. Juni 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., efm-berlinale.de, Facts & Figures 2016.
  19. Facts & Figures - European Film Market 2019. Abgerufen am 12. September 2019.
  20. Berlinale Preise der Internationalen Jury , 12. Dezember 2007.
  21. Pressemitteilung auf berlinale.de (Memento vom 2. Januar 2015 im Internet Archive) Abgerufen am 19. April 2019.
  22. Berlinale Dokumentarfilmpreis. In: berlinale.de. Abgerufen am 13. November 2019.
  23. Weitere Preise. In: berlinale.de. Abgerufen am 5. Februar 2021.
  24. Berlinale.de: Preise von unabhängigen Jurys (Memento vom 18. Februar 2020 im Internet Archive)
  25. Berlinale setzt Alfred-Bauer-Preis aus . In: zeit.de, 29. Januar 2020 (abgerufen am 30. Januar 2020).
  26. Berlinale: Der Berlinale-Trailer (Memento vom 15. April 2012 im Internet Archive) Abgerufen am 19. April 2019.
  27. Schueppel-Films: Berlinale Trailer/Opener









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Stand der Informationen: 23.02.2021 10:10:15 CET

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