Ben Hur (1959) - de.LinkFang.org

Ben Hur (1959)




Filmdaten
Deutscher TitelBen Hur
OriginaltitelBen-Hur
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1959
Länge222[1] Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieWilliam Wyler
DrehbuchKarl Tunberg
Gore Vidal
Christopher Fry
Maxwell Anderson
S. N. Behrman
ProduktionSam Zimbalist / MGM
MusikMiklós Rózsa
KameraRobert Surtees
SchnittJohn D. Dunning
Ralph E. Winters
Besetzung
Synchronisation

Ben Hur ist ein US-amerikanischer Spielfilm von William Wyler aus dem Jahr 1959. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lew Wallace. Charlton Heston spielt die Titelrolle des israelitischen Prinzen Judah Ben-Hur, dessen Konflikt mit seinem ehemaligen Freund Messala (Stephen Boyd) tragische Folgen hat. Der Monumentalfilm stellte zahlreiche Produktionsrekorde auf und wurde unter anderem mit elf Oscars ausgezeichnet. Diese Marke, die sich Ben Hur noch mit den Filmen Titanic und Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs teilt, ist bis heute unübertroffen.

Ben Hur war zudem der erste Film, bei dem intensiv mit der Bluescreen-Technik gearbeitet wurde. Mit einem Budget von 15 Millionen Dollar zählt Ben Hur – inflationsbereinigt – zu den aufwendigsten Produktionen der Filmgeschichte. Der Film wurde am 18. November 1959 in New York uraufgeführt.

Inhaltsverzeichnis

Handlung


Der Film schildert das Leben des fiktiven jüdischen Fürsten und Kaufmanns Judah Ben-Hur, der zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. als Zeitgenosse Jesu Christi in Jerusalem lebt. Der Prolog des Films zeigt die Geburt Jesu.

Im Jahr 26 nach Christi Geburt: Judah Ben-Hurs Jugendfreund, der Tribun Messala, der ihm einst das Leben gerettet hat, wird Befehlshaber in Jerusalem und ist gewillt, jeden Akt einer Rebellion im Keim zu ersticken. Die Wiedersehensfreude ist sowohl bei Judah, seiner Mutter Miriam und seiner Schwester Tirzah als auch bei Messala zunächst groß. Die Jahre der Trennung haben die Freundschaft jedoch schwer erschüttert. Schnell wird klar, dass das Leben der beiden Männer eine entgegengesetzte Wendung genommen hat. Während sich Judah seiner Familie und seiner Heimat verpflichtet fühlt, entwickelte Messala beim Militär ein bedingungsloses Sendungsbewusstsein. Er glaubt daran, ohne Rücksicht auf Verluste die Interessen des Römischen Reiches durchsetzen zu müssen. Schwerste Rechtsbrüche nimmt er dabei in Kauf und meint auch Judah dafür gewinnen zu können. Nach einer großen Freundschaftsgeste Judahs, der dem alten Freund ein wertvolles Araber-Pferd schenkt, verlangt Messala, ihm alle einflussreichen Personen zu nennen, die sich kritisch zu Roms Vorherrschaft in Judäa geäußert hätten. Judah verweigert sich einem solchen Ansinnen. Messala jedoch gibt nicht nach und stellt ihn vor die Wahl: „Entweder bist du für mich oder gegen mich“, Judah antwortet, ohne zu zögern: „Wenn das die Wahl ist, dann bin ich gegen dich!“ Schwer enttäuscht und im Streit verlässt Messala sofort das Anwesen des Freundes und stößt damit auch Miriam und Tirzah vor den Kopf, die gerade das Gastmahl vorbereiten.

Als Judahs Verwalter Simonides aus Antiochia zum jährlichen Rechenschaftsbericht erscheint, ist auch dessen Tochter Esther dabei, da für sie eine arrangierte Ehe mit einem Kaufmann vorgesehen ist. Judah hat Simonides als Sklaven von seinem Vater geerbt und somit auch dessen Tochter. Judah stellt jedoch klar, dass er von Sklaverei und Leibeigenschaft gar nichts hält und Simonides als Freund des Hauses betrachtet. Für eine Heirat muss sie deshalb ihren Herrn um Erlaubnis bitten und Judah schenkt ihr die Freiheit als Hochzeitsgeschenk. Beide kennen sich allerdings schon seit ihrer Kindheit und hegen Gefühle füreinander.

Judah ist noch ledig, weil er bisher noch keine Frau gefunden hat, die er liebt. In der Nacht vor den noch folgenden, schrecklichen Ereignissen gestehen sich beide ihre Liebe zueinander. Judah nimmt Esther ihren „Sklavenring“ und steckt ihn auf seinen kleinen Finger, gleichzeitig gelobt er, diesen Ring so lange zu tragen, bis er die Frau findet, die er heiraten möchte.

Als der neue Statthalter Valerius Gratus seinen Dienst in Jerusalem antritt, beobachten Judah und Tirzah von der Dachterrasse ihres Hauses aus die Parade zu dessen Ehren. Gerade als Gratus unter ihnen vorbeireitet, lehnt sich Tirzah über die Brüstung, wodurch einige lose Dachziegel hinabfallen und unmittelbar neben Gratus aufschlagen. Das Pferd des Gratus scheut und wirft seinen Reiter ab. Römische Soldaten dringen daraufhin in das Haus der Familie Judah Ben-Hur ein. Wider besseres Wissen beschuldigt Messala seinen Jugendfreund Judah eines Attentats und lässt ihn und seine Familie ins Gefängnis schaffen. Erst danach überprüft Messala die Fakten zu diesem vermeintlichen Attentat auf der Dachterrasse und überzeugt sich davon, dass tatsächlich auch andere Ziegel im Bereich der Unglücksstelle lose sind. Es muss ihm also klar sein, dass er im Unrecht ist, wenn er seine Anklage aufrechterhält.

Noch im Gefängnis schwört Judah, Rache an Messala zu nehmen. Als der Verwalter Simonides von der Verhaftung hört, versucht er sich für Judah einzusetzen, aber noch während seines Gesprächs mit Messala wird auch er verhaftet. Er wird gefoltert und später als gehunfähiger Körperbehinderter wieder freigelassen. Judah wird ohne Verhandlung für schuldig befunden, verurteilt und von Messala nach Tyros auf die Galeeren geschickt.

Auf dem von römischen Soldaten begleiteten Marsch zu den Galeeren nach Tyros müssen Judah und andere Gefangene eine Wüste durchqueren. Bei einer Rast in Nazareth dürfen alle trinken; nur Judah wird das Wasser verweigert. Ein ihm unbekannter ZimmermannJesus – gibt ihm Wasser zu trinken. Der den Sklavenzug führende Offizier will dies zunächst unterbinden, lässt aber davon ab, als er dem Fremden von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht.

Nach drei offenbar fürchterlichen Jahren auf den Galeeren begegnet dem an seine Ruderbank geketteten Judah der Flottenkommandeur, der neue Konsul Quintus Arrius. Dieser hat vor nicht langer Zeit seinen Sohn, den Stammhalter seines Geschlechts, verloren. Er verdeckt seine Trauer durch ein betont hartes Auftreten und einen pessimistischen Fatalismus. Arrius ist daher von der unerschütterlichen Lebensenergie und dem Aufbegehren beeindruckt, das er in Ben Hur erkennt. Der Kommandeur lässt Judah, der als Galeerensträfling nur mit „41“, der Nummer seines Ruderplatzes, angesprochen wird, zu sich in die Kabine rufen und bietet ihm an, als Gladiator in der Arena ein neues Leben zu beginnen. Judah, der die seelischen Qualen des Arrius erkennt, lehnt dies ab und wird zurück unter Deck an sein Ruder geschickt. Als die erwartete Seeschlacht mit mazedonischen Piraten bevorsteht, lässt Arrius in einem Gnadenakt Judah losketten. In der Schlacht wird die Galeere versenkt. Judah versucht in dieser Situation so viele Mitgefangene wie möglich zu befreien und rettet auch den ins Wasser gestürzten Kommandeur vor dem Ertrinken. Judah zerrt Arrius auf ein Wrackteil und kettet Arrius daran fest, als dieser versucht, sich selbst zu töten. Selbst als Judah bemerkt, dass es ein römisches Schiff sein wird, das sie retten wird – und sein Sklavendienst daher wohl weitergehen wird –, ergibt er sich diesem Schicksal. Nachdem die beiden Schiffbrüchigen von der Trireme an Bord genommen worden sind, erfährt Arrius, dass die Schlacht für Rom siegreich ausgegangen ist. Dankbar überlässt er seinem Retter Judah den ersten Schluck aus dem ihm gereichten Becher mit Wasser.

Arrius wird mit einem Triumphzug geehrt. Aus der Hand von Kaiser Tiberius erhält er den Feldherrenstab. Auf Befürwortung des Triumphators holt der Kaiser Auskünfte über Judah ein. Indirekt hatte Tiberius schon Zweifel an der Schuld des Verurteilten aufkommen lassen. Daher schenkt er dem Flottenkommandeur den Sklaven Judah. Arrius soll nun selbst über das Schicksal seines Mündels entscheiden. Judah wird bei Arrius ein erfolgreicher und bekannter Wagenlenker im Circus Maximus. Das neue Sportidol lebt sich im Kreis der römischen Elite ein – voll Sorge, Mutter und Schwester nie mehr wiedersehen zu können. Monate später adoptiert Arrius Judah, für den er väterliche Gefühle entwickelt hat. Anlässlich eines glanzvollen Fests verkündet er, dass nun Judah auch Träger seines Namens und Erbe seines Vermögens sei. Vor den anwesenden Gästen übergibt Arrius seinen „Siegelring“ an Judah, der ihn sichtlich gerührt entgegennimmt. Judah gelobt in einer kurzen Ansprache, den Ring ehrenvoll und mit großer Dankbarkeit tragen zu wollen. Arrius und Judah erfahren auf diesem Fest, dass ein Bekannter des Flottenkommandeurs, Pontius Pilatus, der selber einen Rennstall besitzt, zum Statthalter in Judäa ernannt worden ist. Pilatus, der eigentlich nach Alexandria wollte, kann seinem neuen Amt nichts Gutes abgewinnen. Arrius sieht jedoch durch seine Bekanntschaft mit Pilatus eine Möglichkeit, das Unrecht, das Judah widerfahren ist, zu korrigieren. Doch seinen Adoptivsohn treibt die Sorge um, zu spät zu kommen, wenn er jetzt noch länger in Rom bleiben würde. Wehmütig lässt Arrius ihn daher nach Jerusalem aufbrechen.

Auf seiner Heimreise lernt Judah Balthasar aus Alexandria kennen, einen alten Mann, der auf der Suche nach dem Erlöser aus Nazareth ist und dabei sein will, wenn dieser sein Werk beginnt. Er erzählt davon, dass er einst einem Stern nach Betlehem folgte und dort ein neugeborenes Kind sehen konnte, in dem seiner Meinung nach Gott leben würde. Balthasars Gastgeber ist der arabische Scheich Ilderim, zweifellos ein richtiger „Pferdenarr“, der seine Pferde für Wagenrennen ausbildet. Ilderim, der seine Pferde (Lipizzaner) auch seine „Kinder“ nennt, hat ihnen die Namen von Sternen gegeben. Der Scheich ist beeindruckt von Judahs Fähigkeit, mit Pferden umzugehen, und versucht ihn davon zu überzeugen, als Wagenlenker an einem Rennen im Circus von Jerusalem teilzunehmen. Er soll den dortigen Favoriten besiegen, den Tribun Messala (Meister des Ostens). Scheich Ilderim bemerkt sofort, dass Judah mit ihm wohl noch eine Rechnung offen hat. Judah lehnt jedoch zunächst ab. Er ist fest entschlossen, Messala zu töten, und zieht weiter.

Von Esther, die ihn voller Freude in Jerusalem willkommen heißt, erfährt er, dass das Vermögen der Familie Hur eingezogen wurde und Esther sich mit ihrem Vater versteckt hält. Judah taucht in römischer Toga bei einem überraschten Messala auf und fordert zu erfahren, was aus Mutter Miriam und Schwester Tirzah geworden ist. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, drückt Judah das Abbild des Siegelringes, welchen er von Quintus Arrius bekommen hatte, in eine Wachstafel und wirft sie auf den Tisch vor Messala mit der Aufforderung, ihn nicht zu enttäuschen. Im Auftrag von Messala sucht man im Gefängnis nach den beiden. Als man sie in ihrem unterirdischen Verlies findet, stellt sich heraus, dass beide an Lepra erkrankt sind, weswegen sie auch sofort aus dem Kerker entfernt werden. Sie wollen ins Tal der Aussätzigen, suchen davor aber noch Esther auf und bitten diese, Judah nichts über ihre Existenz und ihre Krankheit zu verraten, er solle sie so in Erinnerung behalten, wie sie früher waren. Unter Tränen verspricht Esther, Judah über ihre Begegnung nichts zu erzählen.

Als Judah von dem Besuch bei Messalah aufgewühlt zurückkehrt, behauptet Esther, seine Mutter und Schwester tot im Kerker gesehen zu haben. Judah will das nicht glauben und gerät daraufhin noch weiter in Wut auf Messalah. Jetzt erinnert sich Judah an das Gespräch mit Scheich Ilderim, der ihm sagte, dass es in der Arena keine Regeln gebe und viele Männer bei den Wagenrennen auch den Tod fänden.

Judah tritt mit Ilderims Pferden beim Rennen an, das er als Möglichkeit sieht, an Messala Rache zu nehmen. Messala fährt einen „griechischen“ Wagen, an dessen Radnaben außen messerscharfe Fräsen montiert sind. Damit provoziert er Unfälle und bringt mehrere Gespanne zum Sturz, indem er nahe an den konkurrierenden Wagen heranfährt und mit den Fräsen dessen Speichen zerstört. Judah entkommt solchen Angriffen nur knapp. Als sich in der vorletzten Runde bei einer neuerlichen Attacke die Räder beider Wagen ineinander verkeilen, stürzt Messala selber, gerät unter die Hufe nachfolgender Gespanne und bleibt schwer verletzt liegen. Judah gewinnt das Rennen. Im Sterben liegend, gibt Messala Judah den Hinweis, dass dessen Mutter und Schwester nicht tot sind – er solle sie im Tal der Aussätzigen suchen. Als Judah dort nach ihnen Ausschau hält, trifft er auf Esther, die ihnen gerade Essen bringt. Mit Mühe kann sie Judah davon abhalten, sich bei Miriam und Tirzah zu erkennen zu geben.

Judah ist weiterhin von Rache beseelt; Esther dagegen folgt den Worten des Friedens, die von einem Nazarener namens Jesus gepredigt werden, und beschwört Judah, seinen Hass ruhen zu lassen. Als sie wieder im Tal der Aussätzigen ist und Judah überraschend auftaucht, beschließen sie, Miriam und Tirzah zu dem jungen Nazarener zu bringen. In der Stadt erfahren sie jedoch bestürzt, dass diesem der Prozess gemacht wird. Auf dem nun folgenden Kreuzweg erkennt Judah Jesus als den Mann wieder, der ihm einst in Nazareth Wasser zu trinken gegeben hatte. Als Jesus unter seinem Kreuz zu Boden stürzt, will Judah ihm seinerseits Wasser zu trinken geben, wird aber von einem römischen Soldaten weggestoßen.

Judah wird betroffen Zeuge von Jesu Kreuzigung. Balthasar deutet das Geschehen nicht als Ende, sondern als Anfang. Während Jesu Sterben zieht ein großes Unwetter auf; Miriam und Tirzah werden von ihrer Lepra geheilt. Zu Hause berichtet der sichtlich bewegte Judah Esther von der letzten Bitte des Nazareners am Kreuz: Vergebung für seine Peiniger, die nicht wüssten, was sie tun. Zudem versichert er wörtlich, dass er spürte, wie die Worte Jesu ihm „das Schwert aus der Hand nahmen“ und er fortan auf Rache verzichten werde. In der „Schlusseinstellung“ trifft Judah seine Mutter und seine Schwester, beide geheilt von der schrecklichen und damals unheilbaren Krankheit Lepra. Mit Tränen in den Augen schließt Judah seine wiedergewonnene Familie in die Arme und beginnt mit ihnen eine neue Zukunft.

Historische Genauigkeit


Vergleicht man die Darstellung Judäas und des römischen Reiches in Ben Hur mit wissenschaftlichen Erkenntnissen über diese Zeit, kann man viele historische Fehler feststellen, obwohl der Verleih beim Erscheinen betonte, ein realistisches Bild der Zeit Jesu Christi (ca. 7 v. bis 30 n. Chr.) zu zeichnen. Wie Marcus Junkelmann in seinem Werk Hollywoods Traum von Rom (siehe unter Literatur) darstellt, blieb die Romanvorlage sowie die Produktion des Films bei der Gesamtausstattung und Umsetzung meist weit hinter den schon damals bekannten archäologischen und historischen Tatsachen zurück. Gerade beim Wagenrennen gibt es bei der Darstellung eines antiken Zirkus sowie bei der Kleidung der Wagenlenker Mängel, die bei der ersten monumentalen Verfilmung dieses Stoffes, in Fred Niblos Ben Hur von 1925, vermieden worden waren.[2] Sergio Leone war während der Dreharbeiten erster Assistent von Wyler. Er berichtet, dass der Regisseur nach Fertigstellung der Kostüme und Kulissen eine wissenschaftliche Beraterin einlud, alles nach authentischen Gesichtspunkten zu überprüfen. Am Ende des Rundganges fragte Wyler sie: „Was soll ich machen, damit das noch echter wird?“ Die Expertin schüttelte den Kopf und meinte: „Man müsste alles verbrennen!“[3]

Neben diesen historischen Ungenauigkeiten, die in der filmischen Umsetzung Wylers gefunden werden können, sind es aber auch die schriftstellerischen Freiheiten des Romans selbst, die fehlende geschichtliche Authentizität offenbaren. Als Beispiel sei die Galeerensequenz erwähnt. In der Antike war die Galeerenstrafe unbekannt, römische Kriegsschiffe wurden von gut ausgebildeten und bezahlten Seesoldaten gerudert.[4] Es erfordert viel Geschick und hartes Training, eine große Galeere gleichmäßig zu rudern, und bei der Professionalität der römischen Armee wollte man nichts dem Zufall überlassen. Ungeübte Ruderbesatzungen aus Sklaven, deren Kraft und Ausdauer durch körperliche Strafen und unzureichende Verpflegung eingeschränkt gewesen wären und die ob der Hoffnungslosigkeit ihrer Situation womöglich gemeutert hätten, wären nicht sinnvoll gewesen.

Eine historische Unmöglichkeit, die ebenfalls auf den Roman von Wallace zurückgeht, ist die Beteiligung von zwei Mitgliedern der römischen Oberschicht an einem öffentlichen Rennen. Als Angehöriger der jüdisch-hellenistischen Oberschicht wäre es Ben Hur zwar möglich gewesen, Rennen zu fahren, doch nicht als Adoptivsohn eines römischen Konsuls, zumal er – laut Roman – unter dessen Augen schon im Circus Maximus gefahren sein soll.[5] Bei dem Rennen gegen Messala kommt dann auch ein reines Phantasieprodukt zum Einsatz, ein „griechischer“ Wagen, dessen rotierende Sägemesser die Speichen des gegnerischen Wagens zerstören sollen.[6] Dabei ist die Breite des Wagens deutlich kleiner als die vier Pferde, die ihn ziehen; die Räder können sich demnach nicht berühren.

Trivia


Synchronsprecher


Die Synchronsprecher der deutschsprachigen Fassung:[16]

Auszeichnungen


Oscars

Ben Hur gewann 1960 in elf Kategorien den Oscar (bei zwölf Nominierungen) und teilt sich mit den Filmen Titanic und Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs den Rekord der meisten Oscargewinne. Die beiden Letzteren erhielten allerdings je einen Oscar, der 1960 noch nicht vergeben wurde: Damals wurden weder der beste Tonschnitt noch das beste Make-up prämiert.

Der Film gewann in folgenden Kategorien:

In der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch (Karl Tunberg) war er nominiert.

Golden Globe Award

Ben-Hur erhielt 1960 fünf Golden-Globe-Nominierungen. Er gewann in den Kategorien Bester Film (Drama), Bester Nebendarsteller (Stephen Boyd), Bester Regisseur und der Second Unit Regisseur Andrew Marton erhielt für seine Inszenierung des Wagenrennens einen Spezialpreis. Charlton Heston war für die beste Hauptrolle nominiert, erhielt den Preis allerdings nicht.

Außerdem gewann der Film:

Spätere Auszeichnungen

Kritiken


Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes
Kritiker [17]
Publikum [17]
IMDb [18]

„In die Atmosphäre eines technisch entfesselten Spektakulums, das an Superlativen alles bisher Gedrehte zurücklässt […], lassen sich die Geheimnisse des Glaubens und der Herzensbindung nicht hineintragen, auch wenn formales Bemühen und bewundernswerte Fertigkeit am Werk sind […] So wird, was sich im Erfolgsroman des amerikanischen Autors Lew Wallace noch als religiöse Gefühlsbewegung bescheidet, im Bestseller-Filmvorhaben zum überdimensionalen Effekt gesteigert: Religiöse Stimmung (Bethlehem), Schock-Realismus (Kreuzweg und Golgatha) und Wunderzauberei (Aussatzheilung) veräußerlichen die religiösen Motive der Handlung und spielen sie in eine dekorative religiöse Leere […] Charlton Heston stattet dieses Freiheitsdrama einer unterdrückten Minderheit gegen Machtgier, rassische und religiöse Vorurteile mit Spannung und Sympathie aus. Daß er als Sieger der Besiegte eines Mächtigeren wird, der sein Herz zum Verzeihen bekehrt, vollzieht sich freilich nur im Außenfeld seines Ringens; den Widerschein der Wahrheit fängt der Film nicht ein.“

„Am schlimmsten ist freilich, dass das eigentliche Religiöse, sei es christlich, sei es jüdisch, in pastoralen Phrasen steckenbleibt.“

„[…] dreieinhalbstündige[n] Neuverfilmung, die an kolossalem Aufwand alles bis dahin Gedrehte übertraf. […] Bewunderter Höhepunkt (wie schon des Stummfilms): das Quadrigarennen im Zirkus. […]“

„Ein blutgetränktes Epos aus dem Heiligen Land mit Seeschlachten, Massenszenen und dem berühmtesten Wagenrennen der Filmgeschichte.“

Weitere Filmversionen


Der Stoff hatte bereits zweimal zuvor den Weg auf Zelluloid gefunden, einmal im Jahr 1907 unter der Regie von Sidney Olcott, das andere Mal im Jahr 1925 unter der Regie von Fred Niblo. William Wyler wirkte in der Verfilmung von 1925 bereits als Regieassistent mit. Im Jahr 2003 entstand eine Zeichentrickversion des Stoffes. 2010 wurde eine 240-minütige Mini-Serie mit Joseph Morgan in der Hauptrolle gedreht. 2016 wurde eine weitere Verfilmung veröffentlicht.

Literatur


Weblinks


Commons: Ben Hur (1959)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Laufzeitangabe auf der englischen Blu-ray-Ausgabe
  2. Marcus Junkelmann: Hollywoods Traum von Rom. 2004, S. 259 ff.
  3. Bourget Jean-Loup: L’histoire au Cinéma. Le passé retrouvé. Gallimard, 1992, S. 153.
  4. Marcus Junkelmann: Hollywoods Traum von Rom. 2004, S. 40.
  5. Marcus Junkelmann: Hollywoods Traum von Rom. 2004, S. 262.
  6. Marcus Junkelmann: Hollywoods Traum von Rom. 2004, S. 266.
  7. Kevin Brownlow: The Parade’s Gone By. London 1968, S. 411.
  8. Lexikon des internationalen Films (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997.
  9. Marcus Junkelmann: Hollywoods Traum von Rom. 2004, S. 267.
  10. Marcus Junkelmann: Hollywoods Traum von Rom. 2004, S. 323.
  11. Yakima Canutt: The autobiography of Yakima Canutt. London 1980, S. 13.
  12. Marcus Junkelmann: Hollywoods Traum von Rom. 2004, S. 146.
  13. Daniel Eagan: America’s Film Legacy: The Authoritative Guide to the Landmark Movies in the National Film Registry, S. 559.
  14. imdb.com: Ben Hur: Trivia
  15. Liselotte Pulver in … wenn man trotzdem lacht. Ullstein, Frankfurt am Main/ Berlin 1993, ISBN 3-548-22918-2, S. 122.
  16. Ben Hur. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 10. August 2015.
  17. a b rottentomatoes.com bei Rotten Tomatoes, abgerufen am 10. Januar 2014.
  18. Ben Hur in der Internet Movie Database, abgerufen am 31. Oktober 2015.
  19. Zitiert nach Ronald M. Hahn, Volker Jansen, Norbert Stresau: Lexikon des Fantasy-Films. 650 Filme von 1900 bis 1986. Heyne, München 1986, ISBN 3-453-02273-4, S. 51–52.
  20. zitiert nach Ronald M. Hahn, Volker Jansen, Norbert Stresau: Lexikon des Fantasy-Films. 650 Filme von 1900 bis 1986. Heyne, München 1986, ISBN 3-453-02273-4, S. 51.
  21. Lexikon des Internationalen Films (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997. Siehe auch Ben Hur. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 7. Dezember 2017. 
  22. Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 80 (Wertung: 2½ Sterne = überdurchschnittlich)



Kategorien: Filmtitel 1959 | US-amerikanischer Film | Antikfilm | Monumentalfilm | Römische Geschichte im Film | Christentum im Film | Literaturverfilmung nach Autor (Vereinigte Staaten) | Maxwell Anderson | William Wyler



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Ben Hur (1959) (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.


Stand der Informationen: 08.05.2020 03:28:08 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.