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Bayerische Staatsbibliothek




Bayerische Staatsbibliothek

Logo der Bayerischen Staatsbibliothek

Gründung 1558 als Hofbibliothek
Bestand 33,92 Mio. (Stand 2019)[1]
Bibliothekstyp Universalbibliothek
Ort München
Besucheradresse Ludwigstraße 16
ISIL DE-12
Betreiber Freistaat Bayern
Leitung Klaus Ceynowa[2]
Website www.bsb-muenchen.de/

Die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) (früherer lateinischer Name: Bibliotheca Regia Monacensis) in München ist die zentrale Universal- und Landesbibliothek des Freistaats Bayern und eine der bedeutendsten europäischen Forschungs- und Universalbibliotheken mit internationalem Rang. Ihr Medienbestand (einschließlich E-Medien) beläuft sich auf etwa 33,92 Millionen Medien (Stand: 2019);[1] damit ist sie die größte Universal- und Forschungsbibliothek Deutschlands. Darüber hinaus verfügt sie in ihrem Altbestand über eine der wichtigsten Handschriftensammlungen der Welt, die umfangreichste Sammlung von Inkunabeln in Deutschland, eine der umfangreichsten und wichtigsten Zeitschriftenbibliotheken Europas sowie zahlreiche weitere bedeutende Sondersammlungen, darunter mit knapp 17,3 Millionen Fotos[3] das größte deutsche Bildarchiv in öffentlicher Trägerschaft. Mit ihrem Medienbestand ist die 1558 als Hofbibliothek gegründete Staatsbibliothek heute eine der größten und bedeutendsten Gedächtnisinstitutionen Europas.

Seit 1663 existiert ein Pflichtexemplar­recht, das heißt, dass von jedem in Bayern erscheinenden Druckwerk zwei Exemplare an die Bayerische Staatsbibliothek abgeliefert werden müssen. Die BSB gibt die Fachzeitschrift Bibliotheksforum Bayern und – gemeinsam mit der Staatsbibliothek zu Berlin – seit 2007 das Bibliotheksmagazin heraus.

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben


Die Bayerische Staatsbibliothek hat die Aufgabe, als Universalbibliothek der Wissenschaft, Forschung und Lehre der Öffentlichkeit Literatur zur Verfügung zu stellen. Als zentrale Landes- und Archivbibliothek hat sie seit 1999 die Rolle der Fachbehörde für alle Angelegenheiten des bayerischen Bibliothekswesens inne und ist an allen landesweiten Planungs- und Koordinationsaktivitäten im Bibliothekswesen beteiligt. Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt seit 1663 das Pflichtexemplarrecht für bayerische Publikationen, die sie sammelt, erschließt, auf Dauer archiviert und ihren Nutzern zur Verfügung stellt. Im Rahmen dessen veröffentlicht sie regelmäßig die Bavarica in der Bayerischen Bibliographie, eine Bibliografie mit Buchtiteln mit bayerischem Bezug. Die Bibliothek hat die Federführung bei der Bayerischen Landesbibliothek Online, dem zentralen kulturwissenschaftlichen Internetportal zur Geschichte und Kultur Bayerns. Als eines der sechs Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke (AG SDD), die zusammen eine verteilte, virtuelle Nationalbibliothek Deutschlands aufbauen, ist die BSB zuständig für Drucke aus den Jahren 1450–1600. Sie ist Sitz des Münchener Digitalisierungszentrums, betreut Fachinformationsdienste für die Wissenschaft der Deutschen Forschungsgemeinschaft und arbeitete bei der Führung der Gemeinsamen Körperschaftsdatei (GKD) und der Personennamendatei (PND) mit, die April 2012 in der Gemeinsamen Normdatei (GND) aufgegangen sind.

Bestand


Allgemein

Der Medienbestand (einschließlich E-Medien) der Bayerischen Staatsbibliothek beträgt rund 33,5 Millionen. Dazu gehören neben 10,76 Millionen Bänden auch rund 140.000 Handschriften, darunter der Codex aureus und zwei Handschriften des Nibelungenlieds (Handschrift A und D).[4] Ferner gehören zur Sammlung das Evangeliar Ottos III., das Gebetbuch Ottos III., vormals Pommersfelden, Gräflich Schönbornsche Bibliothek, Hs. 2490, die Carmina Burana, die Freisinger Denkmäler, das Perikopenbuch Heinrichs II., der Babylonische Talmud, die Chorbücher von Orlando di Lasso und das Wessobrunner Gebet.

Die Bibliothek besitzt 54.400 gedruckte und elektronische Zeitschriften, eine etwa 21.000 Exemplare zählende Sammlung von etwa 9660 Inkunabeln (das ist rund ein Drittel der weltweit rund 28.000 erhaltenen Wiegendrucke), darunter eine Gutenberg-Bibel und der vollständige Türkenkalender (Rar. 1). Zur Bibliothek zählen auch 2.509.000 digitalisierte Bände.[1]

Zum Bestand zählen zahlreiche Drucke des 16. Jahrhunderts sowie biblische Unzial-, Minuskelhandschriften und Lektionare. Zum Weltdokumentenerbe der UNESCO gehören das 2003 aufgenommene Perikopenbuch Heinrichs II., die 2009 aufgenommene Hohenems-Münchener Handschrift A, das 2003 aufgenommene Evangeliar aus dem Bamberger Dom, das 2003 aufgenommene Evangeliar Ottos III. und die 2005 aufgenommene Bibliotheca Corviniana.

Innerhalb des Zusammenschlusses „Sammlung Deutscher Drucke“ hat sie die Aufgabe, eine möglichst vollständige Sammlung der gedruckten Werke des deutschen Sprach- und Kulturraums von 1450 bis 1600 aufzubauen. Sie ist Fachinformationsdienstbibliothek der Deutschen Forschungsgemeinschaft für die Bereiche Vor- und Frühgeschichte, Byzanz, Klassische Altertumswissenschaft, Neuzeitliches Griechenland, Rumänische sowie Albanische Sprache und Literatur, Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa, allgemeine Geschichte, Geschichte Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, Frankreichs und Italiens sowie Musikwissenschaft und bis Ende 2014 als Sondersammelgebiet die Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft.[5]

Die Bayerische Staatsbibliothek ist als UN-Depotbibliothek von den Vereinten Nationen anerkannt.[6]

Digitale Angebote

Als Innovationszentrum für digitale Informationstechnologie und -services hat die Bayerische Staatsbibliothek auch umfangreiche Internetprojekte initiiert. Bereits 1997 wurde das Münchener Digitalisierungszentrum eingerichtet. Mit der Bereitstellung des konvertierten Blattkatalogs 1841–1952 und des Inkunabelkatalogs 1450–1500 ist heute der gesamte Druckschriftenbestand der Bayerischen Staatsbibliothek online recherchierbar. Im Rahmen des Dokumentlieferdienstes eBooks on Demand werden auf Bestellung vollständige elektronische Kopien urheberrechtsfreier Bücher bereitgestellt. Am 7. März 2007 gab der damalige Generaldirektor Rolf Griebel bekannt, dass Google Book Search für die Staatsbibliothek den Bestand digitalisieren wird, soweit er nicht dem Urheberrecht unterliegt.[7] 2008, im 450. Jahr ihres Bestehens, wurde die Bayerische Staatsbibliothek vom Deutschen Bibliotheksverband als Bibliothek des Jahres ausgezeichnet.[8]

Darüber hinaus hat die Bibliothek zahlreiche mobile Apps entwickelt:

Geschichte


Gegründet wurde die Bibliothek 1558 im Kanzleigewölbe am Alten Hof in München als Hofbibliothek[9] von Herzog Albrecht V. durch den Ankauf zweier Sammlungen: zum einen des Nachlasses des österreichischen Juristen, Orientalisten und kaiserlichen Kanzlers Johann Albrecht Widmanstetter, der aus orientalischen Handschriften und Drucken, Ausgaben klassischer Autoren und Werken aus den Bereichen Theologie, Philosophie und Rechtswissenschaft bestand, zum anderen der Sammlung des Augsburger Patriziers Johann Jakob Fugger,[10] die 1571 erworben werden konnte. Fugger hatte Agenten beauftragt, in Italien, Spanien und den Niederlanden Bände mit Handschriften und Drucken zu sammeln. Dies wurden mehr als 10.000 Bände. Gleichzeitig hatte er in Venedig Handschriften kopieren lassen. Außerdem hatte Fugger 1552 die Handschriften- und Inkunabel-Sammlung des Arztes und Humanisten Hartmann Schedel erworben, die eine der reichsten humanistischen Privatbibliotheken nördlich der Alpen war. Betreut und organisiert hatte die Fugger-Sammlung zunächst der Antwerpener Arzt Samuel Quiccheberg (1529–1567). Er hatte die Aufstellungsordnung der Hofbibliothek Augsburg übernommen. Später wurde die Sammlung von dem Bibliothekar Wolfgang Prommer betreut, der sie sowohl alphabetisch als auch nach Stichworten katalogisiert hatte. Der Nürnberger Aegidius Oertel wurde 1561 der erste Bibliothekar. Die hauptsächlichen Nutzer der Bibliothek waren die 1559 nach München geholten Jesuiten.

Wilhelm V. führte die Sammlung mit weiteren Ankäufen fort:

Im Jahr 1600 umfasste der Bestand bereits 17.000 Bände. Die Hofbibliothek wurde 1632 vor den im Dreißigjährigen Krieg anrückenden Schweden zwischenzeitlich nach Burghausen in Sicherheit gebracht.[11] Durch die Säkularisation in Bayern und die Überführung der Kurpfälzischen Hofbibliothek erhielt die Bibliothek um 1803 einen Zuwachs von etwa 550.000 Bänden und 18.600 Handschriften. 1827 erhielt Friedrich von Gärtner den Auftrag zur Planung eines repräsentativen Gebäudes für die Hof- und Staatsbibliothek und das Allgemeine Reichsarchiv. Der Bau sollte zunächst in der Ludwigstraße 1 errichtet werden, 1828 hieß es, der Standort solle gegenüber der Glyptothek am Königsplatz sein; doch noch im gleichen Jahr war als Standort wieder die Ludwigstraße vorgesehen. 1831 wurden die Entwürfe durch den Architekten fertig. Wegen Geldmangels wurde der Grundstein erst am 8. Juli 1832 gelegt. Der Bibliotheksbau wurde nach 11 Jahren Bauzeit 1843 fertiggestellt.[12] Das langgestreckte Backstein-Bauwerk umschließt zwei Höfe und basiert auf der Palastarchitektur der italienischen Frührenaissance, es wird dem Florentinischen Stil zugeordnet. Die ursprünglichen Sitzfiguren griechischer Gelehrter an der Freitreppe wurden von Ludwig von Schwanthaler geschaffen. Aufgrund der schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg sind die jetzigen Figuren des Aristoteles, Homer, Thukydides und Hippokrates, an der Treppe des Hauptportals, Nachschöpfungen verschiedener Künstler.

Seit 1919 trägt die Bibliothek den Namen Bayerische Staatsbibliothek. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchsen die Bestände der Bibliothek rasant und mussten in den vorhandenen Regalen und Räumen Platz finden. Der Boden und die Decken waren jedoch nur für eine begrenzte Belastung ausgelegt, so dass Mitarbeiter und Baufachleute Risse und Sprünge feststellten, die oberflächlich geschlossen wurden. Das Landesbauamt veranlasste daraufhin nach einer vorläufigen Sperrung großer Bereiche des Eingangsraumes, der Leseräume und der Magazinräume eine bauliche Instandsetzung und Verstärkung des Tragwerks. Die Gefahr einer Katastrophe war gebannt.[12]

Während des Zweiten Weltkriegs kam es trotz Auslagerung von Beständen zum Verlust von über 500.000 Bänden. Das Gebäude selbst wurde zu 85 Prozent zerstört. Im Jahr 1946 begannen der Wiederaufbau des Bibliotheksgebäudes und die Rückführung der ausgelagerten Bestände. Zunächst wurde eine räumliche, aber nicht organisatorische Zusammenlegung mit der fast völlig zerstörten Universitätsbibliothek München überlegt; Widerstand der Universität beendete diese Überlegung aber 1956. Deshalb plante die Staatsbibliothek einen modernen Anbau, in dem zeitgemäße Einrichtungen unterzubringen wären. Der Erweiterungsbau an der Ostseite nach Plänen von Hans Döllgast und Sep Ruf wurde 1966 fertiggestellt. Dieser Anbau, der unter anderem den Allgemeinen Lesesaal beherbergt, erhielt 1967 den BDA-Preis Bayern. Die Einweihung des wieder hergestellten Südflügels beschloss 1970 den Wiederaufbau. 1988 wurde die Speicherbibliothek Garching in Betrieb genommen.

2007 wurden im Treppenhaus die bunten Wandmalereien an den Fensterseiten und an der Ostseite nach Plänen Friedrich von Gärtners wiederhergestellt. Das darüber liegende Gewölbe bleibt vorerst weiß.[13]

Organisation


Direktion

Bibliotheksleiter:

Zur Direktion gehören ferner das Direktionsbüro, der persönliche Referent, das Justiziariat sowie die Stabsreferate Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Informationstechnologie.

Zentrale Administration

Die Zentrale Administration erledigt als Querschnittabteilung die allgemeine Verwaltung; außerdem ist sie Dienstleister für alle Bereiche und Bediensteten der Bibliothek. Sie betreut die Aufgabengebiete „Finanzen“, „Personal“ und „Innere Dienste, Bau“. In der Abteilung ist zudem die „Zuständige Stelle für die FaMI-Ausbildung“ angesiedelt.

Hauptabteilungen

Bestandsentwicklung und Erschließung

Medien aller Art werden in dieser Abteilung erworben (Zugangsarten sind Geschenk, Kauf, Lizenzierung, Pflichtablieferung und Tausch) und sowohl formal als auch sachlich katalogisiert. Die Abteilung ist in zwei Abteilungsstränge unterteilt: BEE 1 (Länder- und Fachreferate, Monografien, Medienetat) und BEE 2 (Periodika, Lizenzen, Elektronisches Publizieren).

Service

Die Abteilung Benutzungsdienste vermittelt die Bestände und Dienstleistungen der Bibliothek. Die Abteilung untergliedert sich in die Bereiche Informationsdienste und Ortsleihe, Lesesäle, Dokumentlieferung und elektronische Benutzungsdienste sowie Dokumentverwaltung.

Digitale Bibliothek und Bavarica

Die Abteilung Digitale Bibliothek und Bavarica gliedert sich in zwei Referate: Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ) / Digitale Bibliothek und Bavarica (inkl. bavarikon).

Das MDZ ist die zentrale Innovations- und Produktionseinheit der Bayerischen Staatsbibliothek für die Entwicklung, Erprobung und Inbetriebnahme neuer Produkte und Prozesse rund um das facettenreiche Großthema „Digitale Bibliothek“. Das MDZ verfügt über ein eigenes ScanZentrum mit hochwertigen Scansystemen (darunter Scanroboter und 3D-Scanner) für die digitale Produktion. Tätigkeitsschwerpunkte bilden die Digitalisierung sowie die Präsentation und Langzeitarchivierung digitaler Inhalte. Das Referat Bavarica betreut den gleichnamigen Sammelschwerpunkt der Bibliothek; es betreibt u. a. das Literaturportal Bayern, das Portal Bayerische Landesbibliothek Online[15] und ist für die technische Umsetzung und Projektleitung des Kulturportals „bavarikon“ verantwortlich. In der Bavarica-Abteilung des Aventinus-Lesesaals ist eine Auswahl von Nachschlagewerken, Monographien, Zeitschriften und Reihen zu Bayern aus allen Fachgebieten in systematischer Aufstellung frei zugänglich.

Handschriften und Alte Drucke

Die Abteilung für Handschriften und Alte Drucke ist für die wertvollsten historischen Bestände der Bibliothek zuständig. Dieses kostbare Erbe begründet das weltweite Renommee der Bayerischen Staatsbibliothek. Die Abteilung verfügt über einen speziellen Lesesaal, der für die Arbeit mit alten Büchern besonders ausgestattet ist.

Institut für Bestandserhaltung und Restaurierung

Die zentrale Aufgabe des Instituts für Bestandserhaltung und Restaurierung (IBR) ist die Erhaltung des wertvollen schriftlichen Kulturerbes der staatlichen wissenschaftlichen Bibliotheken Bayerns durch präventive Konservierung und Restaurierung. Zudem ist das IBR (in Kooperation mit der Technischen Universität München) für den Studienschwerpunkt „Buch und Papier“ des Bachelor- und des konsekutiven Masterstudiengangs „Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft“ verantwortlich. Darüber hinaus arbeitet das IBR aktiv in zahlreichen nationalen und internationalen Fachgremien.

Sonderabteilungen

Musikabteilung

Quantität und Güte ihrer historischen Bestände sowie das weite Erwerbungsprofil machen die Musikabteilung zu einer international bedeutenden Musikbibliothek ersten Ranges. Ihre Anfänge gehen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Der Sammelschwerpunkt „Musikwissenschaft“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird in dieser Abteilung betreut. Die Abteilung verfügt gemeinsam mit dem Referat Karten und Bilder über einen eigenen Lesesaal.

Orient- und Asienabteilung

Die orientalischen Bestände der Bayerischen Staatsbibliothek umfassen mehr als 260.000 Bände in Arabisch, Armenisch, Georgisch, Hebräisch, Jiddisch, Mongolisch, Persisch, Tibetisch und in indischen Sprachen. Die asiatischen Bestände schließen über 310.000 Bände in den Sprachen Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Thai und Vietnamesisch ein. Die Handbestände sind zusammen mit denen der Osteuropaabteilung im Ostlesesaal zugänglich.

Osteuropaabteilung

Die Osteuropaabteilung ist die größte Sonderabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek mit rund einer Million Bänden zu und aus Osteuropa von der frühen Neuzeit bis ins 21. Jahrhundert. Sie befasst sich neben dem osteuropäischen Raum im engeren Sinn auch mit Ostmittel- und Südosteuropa sowie dem asiatischen Teil Russlands. Der Handbestand der Abteilung ist im Ostlesesaal der Bibliothek untergebracht.

Abteilung Karten und Bilder

Das ehemals zur Abteilung für Handschriften und Alte Drucke gehörende Referat Karten & Bilder ist seit März 2019 eine eigene Abteilung. Diese verwaltet gedruckte Karten von 1500 bis heute, Atlanten, kartografisches Schrifttum und das Bildarchiv der Bibliothek mit Beständen aus den Fotoarchiven Heinrich Hoffmann, Bernhard Johannes und Felicitas Timpe. Mit mehr als 400.000 Einzelkarten und 13.000 Atlanten betreut sie die zweitgrößte Kartensammlung in Deutschland. Das Bildarchiv umfasste bis 2018 rund 2,3 Millionen Einzelbilder. Anfang 2019 schenkte das Hamburger Magazin „Stern“ der Bayerischen Staatsbibliothek sein analoges Bildarchiv mit 15 Millionen Negativen, Dias und Papierabzügen aus der Zeit zwischen 1948 und 2001.[16] Im Juli 2019 wurde die Übergabe des Archivbestandes abgeschlossen. In dem Schenkungsvertrag zwischen dem Verlag und der BSB ist die konservatorische Betreuung des Archivbestandes geregelt, ebenso die Digitalisierung sowie die Klärung der Urheberrechte und der Nutzungsbedingungen für das Bildmaterial.[17] Mit mehr als der Hälfte der Fotografen sind Vereinbarungen getroffen, die es der BSB erlauben, die Bilder im Internet zu zeigen. Mit der Übernahme des analogen Stern-Bildarchivs mit rund 11 Millionen Negativen und 4 Millionen Positiven beherbergt die BSB mit 17,3 Millionen Einzelbildern eins der größten Bildarchive in einer öffentlichen Einrichtung im deutschen Sprachraum.[18][16][19]

Abteilungen mit verbundweiten Aufgaben

Vorwiegend für Landesaufgaben zuständig sind die Bibliotheksakademie Bayern, die Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen sowie die Verbundzentrale des Bibliotheksverbundes Bayern.

Staatliche Regionalbibliotheken

Die regionalen staatlichen Bibliotheken sind Teil des wissenschaftlichen Bibliothekswesens in Bayern. Organisatorisch sind sie der Bayerischen Staatsbibliothek nachgeordnet. Zu ihnen zählen die folgenden Einrichtungen:

Nutzungsmöglichkeiten


Voraussetzungen

Die Ausleihe von Büchern ist in der BSB grundsätzlich unentgeltlich, sowohl zur Mitnahme nach Hause als auch zur Nutzung in den Lesesälen der BSB. Entgelte werden für Vormerkungen, für Fernleihe und für Kopieren und Scannen erhoben. Zum Bestellen und Ausleihen der Bücher ist ein Benutzerausweis notwendig, der jedem in Deutschland Ansässigen bei Vorlage eines Personalausweises oder Reisepasses ausgestellt wird. Vorausgesetzt wird, dass die Nutzung der Bibliothek wissenschaftlichen Zwecken, beruflicher Arbeit oder der Fortbildung dient.[20]

Angebot

Ende 2019 zählte die Bibliothek 78.600 eingeschriebene, aktive Nutzer und 1.173.000 Entleihungen im Jahr 2019. Die verschiedenen Lesesäle werden täglich von etwa 4.000 Menschen benutzt.[21] Im Allgemeinen Lesesaal, der täglich von 8 bis 24 Uhr geöffnet ist, sind rund 111.000 Bände, überwiegend Nachschlagewerke, frei zugänglich. Im Zeitschriftenlesesaal liegen rund 18.000 aktuelle Hefte laufender Zeitschriften aus. Die Abteilungen Handschriften und Alte Drucke, Karten und Bilder, Musik sowie Osteuropa, Orient und Asien unterhalten eigene Lesesäle mit Freihandbeständen. Aus den Magazinen werden täglich rund 1500 Bände zur Benutzung im Allgemeinen Lesesaal bereitgestellt. 2010 wurde ein neuer Forschungslesesaal mit Schwerpunkt Geschichtswissenschaften und Bavarica eingerichtet (Aventinus-Lesesaal).

Social Area

Ende 2018 schuf die Bibliothek einen neuen, Plaza genannten Bereich. Dort stehen auf 400 Quadratmetern unterschiedliche Sitz- und Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung, mit Sitzgruppen zum Lesen, zu Gesprächen, aber auch um sich in Kuben oder Zwei-Sitzer-Sofas mit schallschluckendem Dach zurückzuziehen.[22]

Literatur


Weblinks


Commons: Bayerische Staatsbibliothek  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. a b c Die Bayerische Staatsbibliothek in Zahlen – 2019. BSB, abgerufen am 8. Juni 2020.
  2. zugang-gestalten.org.
  3. Christa Sigg: Das "Stern"-Bildarchiv kommt nach München. augsburger-allgemeine.de, 7. August 2019, abgerufen am 8. August 2019.
  4. Bayerische Staatsbibliothek: Nibelungenlied-Handschriften aus der Bayerischen Staatsbibliothek , 5. Oktober 2011.
  5. Bayerische Staatsbibliothek Projekte , abgerufen am 31. Juli 2019
  6. United Nations Depository Libraries in Germany , abgerufen am 23. Dezember 2016
  7. „Google digitalisiert in Bayern: Mit Hybridantrieb ins Netz“ , FAZ, 8. März 2007.
  8. Pressemitteilung vom 18. Juni 2008 .
  9. Otto Hartig: Die Gründung der Münchener Hofbibliothek durch Albrecht V. und Johann Jakob Fugger (= Abhandlungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Klasse. 27.3). München 1917.
  10. Uwe Jochum: Kleine Bibliotheksgeschichte (= Reclams Universalbibliothek. Nr. 17667). 3. Auflage. Reclam, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-15-017667-2, S. 93.
  11. Franz-Georg Kaltwasser: Von München nach Burghausen. Die Flüchtung der Münchener Hofbibliothek vor den Schweden 1632. In: Literatur in Bayern, Band 63, 2001, S. 14–30.
  12. a b Die Münhener Staatsbibliothek in Gefahr? in Vossische Zeitung, 2. Februar 1928, S. 6.
  13. Bibliotheksgebäude. Abgerufen am 15. September 2019.
  14. Bayerische Staatsregierung: Bericht aus der Kabinettssitzung 24. Februar 2015 .
  15. Bayerische Landesbibliothek Online .
  16. a b 15 Millionen Bilder für die Ewigkeit. Der Stern schenkt der Bayerischen Staatsbibliothek sein Fotoarchiv. Pressemitteilung der Bayerischen Staatsbibliothek am 30. Januar 2019.
  17. Pressemitteilung, Fotoarchiv in München eingetroffen. bsb-muenchen.de, 6. August 2019, abgerufen am 8. August 2019.
  18. Evelyn Vogel: 15 Millionen Momente für die Ewigkeit. sueddeutsche.de, 7. August 2019, abgerufen am 8. August 2019.
  19. Klaus Ceynowa: „Etwas tolleres gab es damals nicht!“ In: Bibliotheksmagazin. Nr. 1, 2020, S. 13–22 (bsb-muenchen.de [PDF]).
  20. Standardanmeldung in der BSB. bsb-muenchen.de, abgerufen am 10. Dezember 2018.
  21. Sabine Buchwald: Staatsbibliothek: Zum Studieren auf das rote Sofa. SZ.de, 9. November 2018, abgerufen am 10. Dezember 2018.
  22. Mehr Platz für Studium und Wissenschaft. bsb-muenchen.de, 8. November 2018, abgerufen am 10. Dezember 2018.








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