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Bayerische Armee




Die Bayerische Armee war die Armee des Kurfürstentums Bayern und ab 1806 des Königreichs Bayern. Sie existierte als stehendes Heer von 1682 bis zum Übergang der Wehrhoheit von Bayern auf das Deutsche Reich im Jahre 1919.

Auch wenn die bayerischen Streitkräfte hinsichtlich ihrer Größe nie mit den Armeen der europäischen Großmächte konkurrieren konnten, verschafften sie den Wittelsbachern genügend Handlungsspielraum, um die Mittelmacht Bayern im Rahmen einer effektiven Bündnispolitik vom territorial zerrissenen Kleinstaat zum zweitgrößten Bundesstaat des Deutschen Kaiserreichs nach Preußen zu entwickeln.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Von der Gründung 1682 bis zum Beginn der Koalitionskriege 1790

Aufgrund der Reichskriegsverfassung von 1681 war auch Bayern zur Stellung von Truppen für die Reichsarmee verpflichtet. Die Errichtung eines stehenden Heeres wurde somit erforderlich, die Verstaatlichung des Kriegswesens war aber auch allgemein ein Element absolutistischer Machtpolitik. Am 12. Oktober 1682 wurden in einem Feldlager bei Schwabing die geworbenen Truppen in bayerischen Dienst genommen. Es wurden sieben Regimenter Infanterie, zwei Regimenter Dragoner und vier Regimenter Kürassiere sowie ein Artilleriekorps aufgestellt. Bereits damals war die mittelblaue Farbe charakteristisch für die Masse der bayerischen Infanterie (ab 1684 für die ganze), während die Kürassiere und Artillerie hellgraue Röcke trugen; Dragoner hatten rote oder blaue Röcke. Das Heer zeichnete sich unter dem Kurfürsten Maximilian II. Emanuel während der Türkenkriege insbesondere bei der Eroberung Belgrads im Jahr 1688 aus.

Im Spanischen Erbfolgekrieg focht Bayern auf der Seite Frankreichs. Die Zusammensetzung des Heeres war 1701 im Wesentlichen die gleiche wie in den Türkenkriegen, nur dass jetzt je drei Regimenter Kürassiere und Dragoner bestanden. Nach der Niederlage in der Schlacht von Höchstädt war das Heer faktisch aufgelöst, geringe Reste kämpften jedoch bis Kriegsende. Bayern wurde von den Österreichern besetzt, eine Volkserhebung, geführt durch die Bayerische Landesdefension, wurde in der Sendlinger Mordweihnacht und der Schlacht von Aidenbach blutig niedergeschlagen.

Der Versuch des bayerischen Kurfürsten, im Österreichischen Erbfolgekrieg die Kaiserkrone zu erlangen, war zwar erfolgreich, endete jedoch abermals mit der Besetzung Bayerns durch Österreich. 1742–45 wurden aber die kurbayerischen Truppen zu Kaiserlichen, was auch durch neue Fahnen mit kaiserlichem Doppeladler und goldenen Abzeichen propagiert wurde.

Zu Beginn des Siebenjährigen Krieges bestand das Heer aus acht Infanterie-, zwei Dragoner- und drei Kürassierregimentern, sowie einer Brigade Artillerie. Noch 1757 wurde eines der Kürassierregimenter aufgelöst und auf andere Regimenter verteilt. Bei den Dragonern war nur eine Kompanie je Regiment beritten. Infanterie-Regimenter bestanden aus zwei Bataillonen mit vier Füsilierkompanien (je 130 Mann) und einer Grenadierkompanie (100 Mann) sowie zwei 4-Pfünder-Bataillonsgeschützen. Die nominelle Stärke von rund 1800 Mann je Regiment wurde im Feld nie erreicht. Das Leib-Regiment hatte drei Bataillone, von denen allerdings nur zwei im Feld standen. Für Aufgaben der Feldpolizei bestand ein winziges Husarenkorps. Zehn Bataillone Infanterie wurden Habsburg im Rahmen der Verpflichtungen für die Reichsarmee zur Verfügung gestellt. Sie kämpften glücklos 1757 bei Schweidnitz, Breslau und Leuthen, sowie 1758 bei Troppau, Olmütz und Neiße.

Infolge der Vereinigung mit der Pfälzer Linie der Wittelsbacher wuchs die Infanterie 1777 um acht Regimenter und übernahm von den Pfälzern ein helleres Blau als Rockfarbe. Der aufgrund der Vereinigung ausgebrochene, hauptsächlich von Versorgungsproblemen geprägte und daher auch Kartoffelkrieg genannte Konflikt verlief auch für das bayerische Heer weitgehend ereignislos. 1785 wechselte die Uniform der Infanterie zur Grundfarbe Weiß, die Kürassiere legten den Harnisch ab.

Zum Zeitpunkt der Vereinigung der Reichsteile 1788 hatte Gesamt-Bayern rund 2½ Millionen Einwohner. Das stehende Heer umfasste 5678 Mann Infanterie, 1220 Kavalleristen und 310 Artilleristen. Es gab 18 Regimenter, die eigene Namen trugen und, bis auf das gemischte Leibregiment, jeweils in einem der beiden Reichsteile rekrutierten. Ihre Sollstärke war jeweils um 1005–1013 Mann gegliedert in je 2 Bataillone mit zehn Kompanien.[1]

Reorganisationen ab 1789

Der junge Kurfürst, der im Ancien Régime selbst Oberst des französischen Fremdenregiments Royal Deux-Ponts gewesen war, machte den Aufbau einer zeitgemäßen Streitmacht zu einer seiner Hauptaufgaben. Die Linieninfanterie wurde auf zunächst zehn Regimenter reduziert, die dafür wieder Sollstärke bekamen. Die dringend notwendig gewordenen Reformen fanden 1789–91 unter der Leitung Graf Rumfords statt. Das Jahr 1790 brachte eine grundlegende Reform des bayerischen Heeres: Alle Feldtruppen erhielten eine Uniform einheitlichen Schnittes und statt des Hutes einen Lederhelm mit Rosshaarschweif. Dieser wurde nach dem damaligen Kriegsminister und Urheber der Reform „Rumford-Kaskett“ genannt. Das reorganisierte Heer sollte eine Friedenspräsenzstärke von 35.000 (1.216 pro Regiment), im Kriege 37.000 Mann (1.456 pro Regiment) haben. Die entsprechende Verordnung erließ man am 18. September 1789. Gegliedert wurde ab dem 1. Januar 1790 in

Dazu richtete man eine Akademie ein. Die Dienstverpflichtung wurde von sechs auf acht Jahre verlängert, der Sold erhöht. Theoretisch war der Aufstieg von Mannschaften zum Offizier möglich. Der Stab eine Regiments hatte 16 Personen: Den Kommandeur (Oberst), einen Stellvertreter (Oberstleutnant), je 2 Majore, Adjudanten und Junker (Kadetten), dazu ein Regimentsquartiermeister, ein Auditor (Militärrichter), je ein Ober- und Unterwundarzt sowie Praktikanten, ein Regimentstambour (Musiker), ein Profoß (Militärpolizist) und ein Büchsenmacher. An Offizieren hatte jede Kompanie je einen Hauptmann, Ober- und Unterleutnant.

Der Ausbau erreichte bis 1791 ein Personal von 20.000 Mann und 800 Berittenen. In der Artillerie dienten 700.

Die massive Aufrüstung war getrieben von der Angst der europäischen Aristokratie vor der bourgeoisen Revolution in Frankreich 1789 und ihren Nachwirkungen. Das im ersten Koalitionskrieg abzustellende Kontingent war anfangs 4 Bataillone, zusammen 2054 Mann stark. Der am 7. September 1796 geschlossene Vertrag von Pfaffenhofen sah das Ausscheiden der bayerischen Armee aus der Koalition vor.

Für die Infanterie kehrte man zur traditionellen hellblauen Uniformfarbe zurück und führte 1801 für alle Waffengattungen den für das bayerische Heer bald charakteristischen Raupenhelm ein.

Zum Jahresende 1798 standen offiziell 15679 Mann im Dienst, gegliedert in:

Tatsächlich waren beim Regierungsantritt Max Josephs 1799 nur etwa 8000 Infanteristen und 700 Mann Kavallerie hinreichend ausgerüstet.

Um Sollstärken zur Erfüllungen der Koalitionsverpflichtungen zu erreichen, wurden zum 6. Juni bzw. 8. September 1799 die Füsilier-Regimenter 4, 7, 11, 13 und 14 aufgelöst. Aus den anderen Füsilier-Regimentern wurden nun Infanterie-Bataillone. In Regimentsstärke gab es noch ein Feldjäger-Regiment sowie das Grenadier-Leibregiment und das Grenadier-Regiment Kurprinz.

Diese Einteilung wurde bereits 1800 nach Erhalt englischer Subsidien, wieder hinfällig. Die folgende Aufrüstung erlaubte die Aufstellung einer Garde aus den beiden Grenadier-Regimenter sowie zweier Brigaden. Unter weiteren Umbenennungen wurde 1801 diese vorläufige Struktur formalisiert. Die Armee wurde von fähigen Generalen wie Deroy, Wrede und Triva nach französischem Vorbild reformiert und stellte bald die modernste Streitmacht Deutschlands dar. Als erstes Heer in Deutschland schaffte die bayerische Armee die Prügelstrafe ab. Neben dem weitgehend auf Wehrpflicht basierenden Feldheer wurde auch eine Nationalgarde mit drei Klassen aufgebaut (1. Klasse: Reservebataillone der Linienregimenter, 2. Klasse: Landwehr, 3. Klasse: Bürgermilitär).

Im Jahr 1800 musste man noch widerwillig an Österreichs Seite gegen Frankreich kämpfen, doch als 1805 Österreich zum dritten Mal innerhalb von 100 Jahren Bayern überfiel, stand ihm dort eine schlagkräftige Armee gegenüber. Sie wich nur zurück, um sich mit der heranrückenden Grande Armée Napoleons zu verbinden und sodann zum Gegenschlag auszuholen. Dieser erfolgte schnell, methodisch und gründlich. 30.000 Bayern nahmen an der erfolgreichen Belagerung Ulms und der anschließenden Befreiung Bayerns teil. In der Schlacht bei Austerlitz sicherten sie die Flanken und Nachschubwege Napoleons. 1806/07 zwangen sie mehrere preußische Festungen zur Kapitulation.

Der Reichsdeputationshauptschluß brachte der bayerischen Infanterie einen Zugewinn von drei Regimentern aus der Provinz Würzburg sowie eines Bataillons aus Bamberg. Dazu kam ein weiteres, gebildet aus den Reichskontingenten der kleineren schwäbischen Gebiete, die Bayern zugeschlagen wurden.

Die Kabinetts-Ordre vom 12. Mai 1803 gliederte das Heer wie folgt.

Die Sollstärke eines Linien-Regiments war nun 2692 Mann (mit 9 Pferden) in 2 Bataillonen mit 10 Kompanien von denen 2 für Grenadiere waren. Leichte Bataillone hatten die Hälfte dieser Stärke. Im Felde standen dann 2000 resp. 1000 Mann, der Rest blieb in der Heimatkaserne. Zum Stichtag 27. März 1804 gab es 12 Linien-Regimenter und sechs Leichte Bataillone. Die Ist-Stärke in den wenigen folgenden Friedensjahren war etwa bei zwei Dritteln des Soll-Standes. Durch das Kantonsreglement vom 7. Januar 1805 wurde die Wehrpflicht eingeführt. Wegen zahlreicher Ausnahmen trugen die Last vor allem die kleinen Leute, also Bauernburschen und Handwerker. Die Verfassung von 1808 sah ausdrücklich ein stehendes Wehrpflichtigenheer vor. Dienstpflichtig waren Männer zwischen 18 und 40 für acht Jahre. Ab 1805 gab es ein zentrales Reserve-Bataillon aus dem der Bedarf andrer Einheiten aufgefüllt werden konnte. Im Jahr darauf wurde deshalb die Kompaniegröße auf 185 Musketen angehoben. Die Sollstärken der Regimenter wurden 1811 auf 2436 verringert, da das Konskriptionsgesetz jenen Jahres die Dienstpflicht auf sechs Jahre verringerte.

Im Russlandfeldzug 1812 erlitt die bayerische Armee schreckliche Verluste. Die mit der Grande Armée nach Russland gesandten elf Regimenter hatten anfangs im Felde je 1615 Mann, die sechs leichten Bataillone je 808. Bereits die Schlacht bei Polozk Mitte August 1812 forderte einen hohen Blutzoll; in Richtung Moskau stieß im Wesentlichen nur noch bayerische Kavallerie vor. Von den rund 33.000 Mann, die (einschließlich nachgeschickter Verstärkungen) 1812 ausmarschiert waren, kehrten nur etwa 4000 zurück.

Ein im besetzten Tirol 1807 aufgestelltes Jäger-Bataillon wurde durch zahlreiche Deserteure ab 1809 so geschwächt, dass man es 1811 schon wieder auflöste. Die Unruhen in der von Napoleon an Bayern zur Belohnung zugeteilten vormals österreichischen Provinz Tirol entwickelten sich aber 1809 zum regelrechten Volksaufstand, der nur mit französischer Hilfe niedergeworfen werden konnte. Als Österreich Bayern 1809 abermals überfiel, war Frankreichs Armee überwiegend in Spanien gebunden, sodass Napoleons erneuter Feldzug gegen die Habsburger anfangs nur mit Rheinbundtruppen, überwiegend Bayern, geführt wurde. In der Schlacht bei Wagram war der Einsatz der Bayern schlachtentscheidend.

Die Verordnung vom 8. Mai 1809 sah die Einrichtung von 6 Reserve-Bataillonen mit je 2 Kompanien, Sollstärke 135 Mann, vor. 1809 kamen vier weitere hinzu.

Da vom Russlandfeldzug kaum Überlebende zurückkehrten, beteiligte sich Bayern nach seinem Seitenwechsel im März an der Völkerschlacht von Leipzig vor allem mit Reservisten, es gab so gut wie keinen bayerischen Offizier, der unter 50 Jahre alt war. Die Situation besserte sich kaum bis zur Schlacht bei Arcis-sur-Aube am 20./21. März 1814. Allerdings wurden verstärkt Wehrpflichtige ausgehoben. Bis 1815 stieg die Mannschaftsstärke auf 65.000, eine Zahl die bis Ende der Herrschaft von Max Joseph beibehalten wurde.

1814 bestanden ein Grenadier-Garderegiment, 16 Regimenter Linieninfanterie, zwei Bataillone Jäger, sieben Regimenter Chevaulegers (davon eines Landwehr), ein Regiment Ulanen, zwei Husarenregimenter, ein Regiment Garde du Corps, zwei Regimenter Artillerie zu Fuß und eines zu Pferd. 1815 wurden aus dem 7. (National-)Chevaulegers-Regiment zwei Kürassierregimenter gebildet.[2]

Bis zur Proklamierung des deutschen Kaiserreiches 1871

Vom Kronprinzen und Wrede gedrängt, wandte sich König Max I. Joseph schweren Herzens von Frankreich ab und wechselte kurz vor der Völkerschlacht bei Leipzig ins Lager der Alliierten. Der Versuch Wredes, den Durchmarsch der Grande Armée 1813 in der Schlacht bei Hanau zu stoppen, endete für das von ihm kommandierte bayerisch-österreichische Korps mit einer glimpflichen Niederlage. Im für die Alliierten anfänglich glücklosen Frankreichfeldzug von 1814 machte er die Schlappe jedoch wieder wett und konnte in den Schlachten bei Arcis-sur-Aube und Bar-sur-Aube wertvolle Siege über den ehemaligen Verbündeten erringen.

Husaren und Ulanen wurden 1822 aufgelöst.

1826 wurden aufgrund von Vorschlägen der Militärersparungskommission ein Infanterieregiment in zwei Jägerbataillone umgewandelt und das Grenadier-Garderegiment zum Infanterie-Leib-Regiment. Das Garde du Corps wurde zum 1. Kürassier-Regiment, das bisherige 1. Regiment wurde je zur Hälfte mit ihm und dem 2. Regiment verschmolzen.

Um das Jahr 1854 bestand das bayerische Heer aus 77.200 Mann in zwei Armeekorps, jedes zu zwei Divisionen Infanterie und einer Division Kavallerie; dazu die Artillerie mit 192 Geschützen und das Geniekorps. Zum deutschen Bundesheer stellte Bayern 35.600 Mann mit 72 Geschützen. Festungen waren Ingolstadt, Würzburg, Germersheim und Passau, dazu die Bundesfestung Landau mit ausschließlich bayerischer Besatzung.[3] Allerdings waren von der nominellen Personalstärke von rund 70.000 Mann allenfalls 70 % präsent und der Rest assentiert-unmontiert gestellt.[4] Die im Rahmen des Deutschen Krieges am 10. Mai 1866 angeordnete Mobilmachung wurde erst am 22. Juni abgeschlossen, zu diesem Zeitpunkt befand sich die preußische Armee bereits fast in Böhmen. Dieser Krieg verlief für die Armee sehr unglücklich. Der bayerische Oberbefehlshaber Prinz Karl, dem auch die süddeutschen Bundestruppen unterstanden, erfuhr, als er dem Königreich Hannover zur Hilfe eilte, in Meiningen von der Kapitulation der Hannoveraner nach der Schlacht bei Langensalza. Da die Preußen rasch vordrangen, war eine Vereinigung mit einem weiter westlich liegenden Bundeskorps unter Prinz Alexander von Hessen nicht möglich, worauf sich die bayerischen Truppen nach Kissingen zurückzogen. Nach heftigen Kämpfen wich die bayerische Armee nach Schweinfurt und Würzburg (hier konnten lediglich die Festung Marienberg und ein Stadtviertel gehalten werden) zurück. Am 1. August besetzte ein preußisches Reservekorps Nürnberg.

Die Schwierigkeiten der bayerischen Armee wurden wesentlich dem bayerischen Landtag und der militärischen Führung angelastet. Durch die stets vom Parlament verabschiedeten Haushaltskürzungen sah sich das Bayerische Kriegsministerium nicht in der Lage, Manöver oberhalb der Brigadeebene durchzuführen. Außer Prinz Karl und dem Fürsten von Thurn und Taxis hatte kein bayerischer General jemals eine Division kommandiert. In den Zeitungen wurde auch die Rolle von der Tanns kritisiert.

Aufgrund dieser Kritik ernannte König Ludwig II. den kampferfahrenen Obristen und späteren General von Pranckh am 1. August zum neuen Kriegsminister. Von Pranckh hatte bereits als Adjutant des Kriegsministers von Lüder politische Erfahrungen gemacht und sollte mit seiner bayerischen Heeresreform entscheidend zur Modernisierung der Armee beitragen. 1868 wurde auch das Konskriptionssystem abgeschafft und die allgemeine Wehrpflicht eingeführt, organisiert nach preußischem Vorbild.[5]

Als es im Rahmen der spanischen Thronkandidatur von Leopold von Hohenzollern zur Zuspitzung des Verhältnisses zwischen Frankreich und Preußen kam, ließ der bayerische Kriegsminister von Pranckh am 14. Juli die beiden bayerischen Armeekorps mobilisieren. Die bayerischen Armeekorps zogen im Rahmen der III. Armee unter Friedrich Wilhelm von Preußen (1. Armeekorps unter von der Tann, 2. Armeekorps unter von Hartmann) in den Deutsch-Französischen Krieg. Die bayerischen Truppen erstürmten unter von Hartmann Weißenburg, nahmen an den Schlachten bei Wörth, bei Beaumont, bei Sedan und der Belagerung von Paris erfolgreich teil. Fast 6.000 bayerische Soldaten starben während des Krieges, davon über die Hälfte an Krankheiten.[6]

Die bayerische Armee im deutschen Kaiserreich 1871–1918

Bayern konnte sich in der Reichsverfassung von 1871 weitestgehende Reservatrechte insbesondere hinsichtlich der Wehrhoheit sichern. Die Armee hatte ähnlich dem Königreich Sachsen oder Württemberg eigenständige Truppen, ein eigenes Kriegsministerium und eine eigene Militärjustiz. Zudem waren ihre Truppenteile von der durchlaufenden Nummerierung des Reichsheeres ausgenommen. Die Armee wurde erst im Kriegsfall auf den Kaiser als Bundesfeldherrn vereidigt. Bayern behielt auch die hellblaue Farbe für die Infanterieuniformen, den Raupenhelm der bis 1886 verwendet wurde, die Chevaulegers und einige andere Eigentümlichkeiten. Dennoch wurden Uniformschnitt, Ausrüstung und Ausbildung dem preußischen Vorbild angeglichen. Mit Einführung der feldgrauen Uniformen wiesen nur mehr die Kokarde und eine weiß-blaue Rautenborte am Kragen auf die bayerische Herkunft hin.

Die bayerische Armee hatte zu Beginn des Ersten Weltkrieges eine Präsenzstärke von 4.089 Offizieren, Ärzten, Veterinären und Beamten, 83.125 Unteroffizieren und Mannschaften sowie 16.918 Pferden. Mit dem Beginn der Mobilmachung am 1. August 1914 ging der Oberbefehl über die mobile Armee, die bis zu diesem Zeitpunkt der IV. Armee-Inspektion unterstellt gewesen war, auf den Deutschen Kaiser über. Die in Bayern verbliebenen Truppenteile standen weiterhin unter dem Befehl des Bayerischen Kriegsministeriums. Die bayerische Armee wurde als 6. Armee mit den drei bayerischen Armeekorps, verstärkt durch das I. Bayerische Reserve-Korps, die Bayerische Kavallerie-Division und weitere Verbände unter dem Oberbefehl von Kronprinz Rupprecht an die Westfront transportiert. So kämpfte die bayerische Armee bei der Schlacht in Lothringen und in den Vogesen (bis Anfang September 1914) zum letzten Mal in ihrer Geschichte als einheitlicher Truppenverband; die anfangs ausschließliche Unterstellung der bayerischen Truppen unter bayerisches Kommando begann sich infolge Um- und Neuorganisationsmaßnahmen des deutschen Heeres bereits seit dem Herbst 1914 aufzulösen.

Im Ersten Weltkrieg kamen etwa 200.000 Angehörige der Bayerischen Armee ums Leben.[8]

Obwohl das Kaiserreich 1918 im Zuge der Novemberrevolution unterging und auch König Ludwig III. vom Eid auf seine Person entband, war damit Bayerns Wehrhoheit noch nicht aufgehoben. Die Wirren um die Niederschlagung der Münchner Räterepublik und ihrer unter Rudolf Egelhofer aufgebauten „Roten Armee“ bewogen jedoch die neue Regierung Bayerns dazu, in der Bamberger Verfassung vom 14. August 1919 auf die Wehrhoheit zu verzichten. Die regulären bayerischen Truppen waren nach Kriegsende bereits soweit demobilisiert worden, dass der Kampf gegen die Räterepublik durch nichtbayerische Reichswehrtruppen und Freikorps erfolgte.

Tradition nach 1919

Das Wehrgesetz vom 23. März 1921 beendete endgültig die Militärhoheit der Länder, beließ aber Sachsen, Württemberg, Baden und Bayern eine beschränkte Selbstständigkeit. Der Freistaat Bayern stellte insoweit eine Besonderheit dar, dass der Wehrkreis VII das gesamte Landesgebiet umfasste, mit Ausnahme der Pfalz. In der hier stationierten Bayerischen Reichswehr und dem 17. (Bayerischen) Reiter-Regiment dienten nur bayerische Staatsbürger. Das Reichswehr-Gruppenkommando 4 wurde zeitgleich in Wehrkreiskommando VII umbenannt. Es blieb weiterhin dem Reichswehrministerium unmittelbar unterstellt und genoss als „Bayerische Reichswehr“ bis 1924 gewisse Autonomierechte gegenüber der Reichsregierung. So wurde ein Landeskommandant in Bayern von der Bayerischen Staatsregierung ernannt. Die besondere Rolle zeigte sich neben der landsmannschaftlichen Zusatzbezeichnung „Bayerisch“ und der Rekrutierung auch äußerlich durch Kokarden und Wappenschilde in den Landesfarben an Mütze und Stahlhelm sowie in ebensolchen Wimpeln an den Lanzen des 17. (Bayerisches) Reiter-Regiments. In der Regel hatte jede Kompanie die Tradition eines Regiments der alten Armee, und für den Fall der Überwindung der Rüstungsbeschränkungen des Versailler Vertrages war deren Wiederaufstellung vorgesehen.

Den Münchner Gefallenen des Weltkrieges und allen Kriegstoten der gesamten Bayerischen Armee wurde das 1924 eingeweihte Kriegerdenkmal im Münchner Hofgarten als Hauptehrenmal gewidmet. Den Kern der Anlage bildet die liegende Figur eines toten bayerischen Soldaten mit der Sockelinschrift: „Bayerns Heer / seinen Toten“. Diese Darstellung ziert auch die Titelseite des vom Bayerischen Kriegsarchiv 1928 verausgabten Gedenkwerkes Bayerns Goldenes Ehrenbuch, in dem die Träger bzw. die Verleihungssachverhalte der höchsten bayerischen Kriegsauszeichnungen des Ersten Weltkriegs verzeichnet sind.[9]

Beim Aufbau der Wehrmacht passte das Heer als Spiegelbild föderalistischer Vielfalt oder als Träger konkreter Traditionen nicht in die nur diffus historisierende NS-Ideologie vom Aufgehen aller in einer amorphen Volksgemeinschaft: Die letzten landsmannschaftlichen Truppenbezeichnungen wurden daher abgeschafft. Bei der massiven Aufstellung neuer Truppenteile verzichtete man auf die Zuweisung von Traditionen der alten Armee.

Aufgrund der Brüche in der deutschen Militärgeschichte wurde durch den Traditionserlass der Bundeswehr die Zuweisung konkreter Verbandstraditionen untersagt.

Organisationsstruktur


Bayern stellte in der Armee des deutschen Kaiserreiches zunächst zwei, später drei Armeekorps.

Offizierskorps

Das Offizierskorps der Armee wies einen weit geringeren Adelsanteil als das der preußischen auf. 1832 kamen auf einen adeligen Offizier 1,86 bürgerliche Offiziere, 1862 2,34 und 1914 5,66. Eine ausgesprochene Garde war seit Auflösung der Gardeeinheit 1826 nicht mehr vorhanden. Nur in folgenden Regimentern war der Adelsanteil deutlich über dem Durchschnitt:

Etwa 75 Prozent der bayerischen Generäle zwischen 1806 und 1918 gehörten dem Adel an.

Die Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere umfasste die Dienstgrade Oberst, Oberstleutnant und Major, die Dienstgradgruppe der Subalternoffiziere umfasste die Dienstgrade Hauptmann (Rittmeister), Oberleutnant und Leutnant.

Im bayerischen Offizierskorps war das Duell zur Wahrung der Standesehre in Ehrenfällen vorgeschrieben, obwohl es die im Land dominierende katholische Kirche verbot. Duelle wurden vom Staat relativ milde mit Festungshaft geahndet. Zur Offiziersausbildung wurde 1805, anstelle der Militärakademie, das Kadettenkorps geschaffen, welches 1920 aufgelöst wurde. Eine Besonderheit der bayerischen Armee war, dass es in ihren Reihen mehr jüdische Reserveoffiziere gab als in den anderen deutschen Streitkräften, wenn auch in Bayern der Anteil jüdischer Reserveoffiziere unter dem der Gesamtbevölkerung lag.

Unteroffizierskorps

Das bayerische Unteroffizierskorps bestand aus Zeit- und Berufssoldaten. Diese wurden in der Regel aus militärdienstleistenden Mannschaften rekrutiert. Zwischen Offiziers- und Unteroffizierskorps gab es eine strenge Laufbahntrennung, was in der Zeit des Ersten Weltkrieges wegen der weitgehenden Abschottung der Offizierslaufbahn gegen den Aufstieg befähigter Unteroffiziere zu erheblichen Sozialproblemen führte.

Rekrutierungsverfahren

Die Rekrutierung der Armee erfolgte seit der Konstitution von 1808 bis 1868 im Rahmen eines Konskriptionssystems, das die Möglichkeit des Loskaufs durch Bezahlung eines längerdienenden Stellvertreters bot. Im Rahmen der Heeresreform von 1868 wurde nach preußischem Vorbild die allgemeine Wehrpflicht mit der Sonderform des „einjährig-freiwilligen Militärdienstes“ eingeführt.

Bildungswesen

Die Bildungseinrichtungen der Armee unterstanden der 1866 errichteten Inspektion der Militär-Bildungs-Anstalten. Ihr untergeordnet waren die Kriegsakademie, die Artillerie- und Ingenieur-Schule, die Kriegsschule und das Kadettenkorps. Eine Unteroffiziersschule gab es in der Zeit von 1894 bis 1919 in Fürstenfeldbruck.[10] Ferner existierte noch die Equitations-Anstalt zur Ausbildung im Reiten und im gleichmäßigen Umgang mit Pferden sowie ein dauerhafter Operations-Kurs für Militärärzte.

Landwehr und Landsturm

1809 wurde nach französischem Vorbild die Bürgerwehr in eine Nationalgarde umgewandelt. Diese wurde dann von 1814 bis 1816 in die Landwehr des Königreich Bayerns umgewandelt. Im Rahmen der Heeresreform von 1868 wurde der Name „Landwehr“ für ältere Jahrgänge der Reserve verwendet, für die ältesten wehrpflichtigen Jahrgänge wurde der Begriff „Landsturm“ verwendet. Im Rahmen der Landwehr sind auch die Krieger- und Veteranenvereine zu betrachten. Diese wurden bis 1918 von den bayerischen Militärbehörden überwacht.

Garnisonswesen

Der größte Teil der bayerischen Armee wurde in den Festungen, säkularisierten Klöstern und ehemaligen Schlössern untergebracht. 1806 erfolgte erstmals der massive Neubau von Kasernenanlagen (Neue Isarkaserne). Nach einer Typhusepidemie 1881 wurden moderne Kasernenneubauten (mit Verheiratetengebäuden) errichtet (z. B. die Prinz-Leopold-Kaserne).

Bayern unterhielt 1838 sieben Festungen:

Ferner unterhielt Bayern in folgenden Bundesfestungen Truppen:

Die Festung Germersheim wurde 1919 nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages entfestigt.

Gendarmeriekorps

Teil der Armee war auch das Gendarmeriekorps als Staatspolizei. Allerdings unterstanden die Gendarmen etwa ab der Mitte des 19. Jahrhunderts den unteren Zivilbehörden, wovon jedoch der militärische Charakter des Korps nicht beeinträchtigt wurde. Nach der Novemberrevolution wurde die Gendarmerie dem Innenministerium unterstellt.

Militärmusik

Vom 1. Januar 1790 an führte jedes der 18 Infanterieregimenter beim Stab eine „Musikbande von 10 Hautboisten“, die dem Regimentstambour musikalische unterstellt war. Als „Signalisten“ hatte jede Kompanie drei Tambours, die Pfeifer wurden abgeschafft. Im Mai 1791 ließ der Kurfürst Carl Theodor Noten für die „Churbayerische Militair-Musique nebst Waldhorn-Signalen“ für die beiden Feldjäger-Regimenter herausgeben. Die Kavallerieregimenter hatten beim Stab einen Stabstrompeter und bei jeder Schwadron einen Trompeter zu führen. Die Regimentsspauker schaffte er ab.

Mit der Wiedereinführung der hellblauen Uniformen bei der Linien-Infanterie erhielten Musiker mit Tresse in Farbe der Knöpfe eingefasste Schwalbennester in Abzeichenfarbe. Ihr Feld war nicht von Tressen durchzogen, sondern zeigten bis 1804 das Monogramm des Regimentsinhabers in Knopffarbe, bis 1806 das des Kurfürsten unter dem Kurhut und dann des Königs unter einer Krone. Die Kragen- und Rabattenränder sowie Ärmelnähte waren gleichfalls mit Tresse besetzt, die Oberseite der Ärmel zierten zudem fünf von Naht zu Naht gehende, nach oben zeigende Tressenwinkel oder auch nur schräge Tressen, die zwischen Ärmelaufschlag und Schulter in gleichmäßigem Abstand verteilt waren. Jede Kompanie erhielt wieder einen Pfeiffer, der jedoch 1802 (bei den Grenadierkompanien erst 1811) wieder abgeschafft wurde. Regimentstamboure trugen an Kragen- und Rabattenrand doppelten Tressenbesatz, statt Helm den Hut mit knopffarbenem Tressenbesatz, weißer Plumage und weißem Federstutz mit hellblauer Wurzel. Auf den Oberschenkeln ihrer Hosen waren in Knopffarbe ungarische Stickereien angebracht. Da für die Schützen mit ihrer aufgelockerten Gefechtsart anders als für Soldaten der Grenadier- und Füsilierkompanien die Trommelschläge als Signal nicht mehr ausreichten, erhielten sie zudem Hornisten. Diese trugen jedoch nicht die vorgenannten Uniformmerkmale. Auch bei Kavallerie und Artillerie wurden die Musikeruniformen entsprechend gestaltet.

Am 16. April 1803 ließ Kurfürst Maximilian die Anzahl der Trompeter bei der Kavallerie verdoppeln. Die Artillerie führte Tambours als „Signalisten“.

Mit seinem Armeebefehl vom 29. April 1811 setzte König Maximilian I. „Musikbanden“ von je zwölf „Hautboisten“, geführt von einem „Musikmeister“ samt „türkischer Musik“ (Schlagzeug) für die nunmehr zwölf Linien-Infanterie-Regimenter fest. Jedes hatte als „Signalisten“ vier Hornisten und 28 „Tambours“, die vom Regimentstambour ausgebildet und geführt wurden. Die vier 1801 aus den Feldjäger-Regimentern aufgestellten Leichten Infanterie-Bataillone (bis 1804 kamen zwei weitere hinzu) erhielten je eine „Harmoniemusik“ (ohne Schlagzeug) von zehn „Hautboisten“ unter der Führung eines Musikmeisters, die Zahl der „Signalisten“ ist im Etat mit zwei Hornisten und 14 Tambours je Bataillon angegeben. Bei den Artillerie-Regimentern wurden die Tambours durch Trompeter ersetzt.

Das am 16. Juli 1814 aufgestellte Regiment Garde du Corps führte neben einem Stabstrompeter auch einen Stabspauker und bei seinen sechs Schwadronen je drei Trompeter. Sie trugen keine Kürasse wie der Rest des Regiments, sondern einen einreihigen Rock mit „gewechselten Farben“, das heißt Kragen und Aufschläge waren in der eigentlich beim Regiment üblichen hellblauen Grundfarbe des Rockes, während der Rock selbst in der hier roten Abzeichenfarbe gehalten war. Durch königliches Reskript vom 10. August 1815 wurden aus den Leichten Infanterie-Bataillone das 12., 15. und 16. Linien-Infanterie-Regiments gebildet, die ebenfalls „Musikbanden mit türkischer Musik“ erhielten.

Am 10. Januar 1818 ordnete Armee-Musikdirektor Wilhelm Legrand folgende Besetzung für die „Musikbanden“ an: „4 Klarinetten in Es, 4 Klarinetten in B, eine Flöte in Es, 2 Fagotte, eine Posaune, ein Serpent, 2 Inventionshörner, 2 Hörner in Es, 2 Trompeten in Es“, dazu je eine kleine und große Trommel, ein Paar Becken und ein „Halbmond“. Mit seinem Reskript vom 1. Juli 1822 befahl König Maximilian I. die „Einführung der Waffenübungen für die königlich bayerische Infanterie“, in dessen Anhang sich zwölf Standard-Märsche, komponiert von Armee-Musikdirektor Wilhelm Legrand befanden, die von den Musikkorps auswendig zu spielen waren. Daneben hatte jeder Verband seinen Bataillons- bzw. Regimentsmarsch, den der jeweilige Kommandeur befahl.

König Ludwig I. setzte am 30. Januar 1826 bei der Neuuniformierung des gesamten Heeres auch für die Musiker eine einfache Uniform unter Wegfall von Schwalbennester, Ärmeltressen usw. fest, verbot die Neuanschaffung der dahin üblichen, zusätzlichen Gala-Uniformen und legte die Anzahl des Musikkorps-Personals auf „einen Musikmeister, 18 Hautboisten, 2 Zugeteilte und einen Musiktambour“ fest. Den „Halbmond“ schaffte er ab. Das Grenadier-Garde-Regiment wurde als Leibregiment in die Linieninfanterie eingereiht, deren 16. Regiment dafür in zwei Jäger-Bataillone umgewandelt wurde. Diese hatten als Signalisten nur mehr Hornisten und keine Trommler.

König Maximilian II. ließ auf Vorschlag des Münchener Obermusikmeisters Peter Streck 1857 des Register der Blechblasinstrumente in den Musikkorps verstärken. Auch verbot er bei Paraden Märsche nach Motiven aus italienischen Opern, bayerische Volkslieder sollten das Trio der Militärmärsche bilden.

König Ludwig II. vermehrte die bayerische Infanterie auf 18 Regimenter und löste dafür acht der inzwischen zehn Jäger-Bataillone auf. Die den Jägern eigentümlichen „Horn-Musiken“ blieben bestehen, wenn die Bataillone an verschiedenen Standorten lagen. Nach der Reichsgründung von 1871 wurde das bayerische Heer zwar anders als die übrigen nichtpreußischen Truppenteile nicht in die preußische Armee integriert, jedoch auch im Bereich der Militärmusik den preußischen Standards weitgehend angeglichen. So setzte Ludwig II. die Anzahl der Hautboisten-Stellen je Regiment auf neun fest. Die 1873 neu aufgestellten Fußartillerie-Regimenter erhielten Musikkorps mit Infanterie-Besetzung.

Im Zuge der Heeresvergrößerung unter Prinzregent Luitpold wuchs 1900 auch die Anzahl der Musikkorps: im Jahre 1914 bestanden 28 Musikkorps mit Infanterie-Besetzung, 24 Trompeterkorps der Kavallerie und fünf Horn-Musiken. Die Trainbataillone und die Luftschiffer-Verbände hatten Musikkorps ohne Musikmeister.[11][12]

Siehe auch


Literatur


Weblinks


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Einzelnachweise


  1. G.F. Nafziger: Armies of the Kingdom of Bavaria and the Grand Duchy of Würzburg. 3. Auflage. Selbstverlag 1993, S. 1–3.
  2. Gesamter Abschnitt nach: G.F. Nafziger: Armies of the Kingdom of Bavaria and the Grand Duchy of Würzburg. 3. Auflage. Selbstverlag, 1993, S. 1–7.
  3. Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 1, S. 441–444. (Volltext )
  4. Dieter Storz: Die Bayerische Armee 1866, in: Nord gegen Süd. Der Deutsche Krieg 1866, Bayerisches Armeemuseum Ingolstadt, 2016, ISBN 978-3-00-053589-5, S. 33
  5. Gesetz, die Wehrverfassung betreffend (Gesetzblatt für das Königreich Bayern, No. 20 vom 31. Januar 1868, S. 261–308), Digitalisat
  6. Sanitätsbericht über die deutschen Heere im Kriege gegen Frankreich 1870/71, Zweiter Band, Mittler, Berlin 1886, S. 66–69, 428–429.
  7. Georg Paul Rieß: Aus Fürth’s Geschichte – von Georg Paul Rieß. Chronikschreiber. 1914. Viertes Jahr. Fürth 1914 (offizielle Stadtchronik, Einzelexemplar im Stadtarchiv Fürth). S. 81.
  8. Friedrichfranz Feeser: Das Bayernbuch vom Weltkriege 1914–1918. Stuttgart 1930. S. 183. / Bayer. Kriegsarchiv: Die Bayern im Großen Kriege 1914–1918. München 1923. S. 595. ging noch von 188.000 Toten aus, nachdem von ca. 20.000 vermisst Gebliebenen zu diesem Zeitpunkt nur die Hälfte als tot vermutet wurde.
  9. Abbildung aus „Bayerns Goldenem Ehrenbuch“ in GenWiki Commons.
  10. Richard Bauer: Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H. Beck, München 1983, S. 363 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche; abgerufen am 9. Juli 2017).
  11. Bayer. Hauptstaatsarchiv, Abteilung IV, München, Akt A VIII
  12. Andreas Masel: Das Ober- und Nieder-Bayerische Blasmusikbuch. Hrsg.: Musikbund von Ober- und Niederbayern. Wien/München 1989.



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