Bartholomäberg - de.LinkFang.org

Bartholomäberg

Bartholomäberg
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 27,19 km²
Koordinaten: 47° 6′ N, 9° 54′ O
Höhe: 1087 m ü. A.
Einwohner: 2.365 (1. Jän. 2020)
Bevölkerungsdichte: 87 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6781
Vorwahl: 05556
Gemeindekennziffer: 8 01 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Luttweg 1
6781 Bartholomäberg
Website: bartholomaeberg.riskommunal.net
Politik
Bürgermeister: Martin Vallaster
Gemeindevertretung: (2015)
(21 Mitglieder)

Gemeinsam für Bartholomäberg: 21

Lage von Bartholomäberg im Bezirk Bludenz

Bartholomäberg – Hochjoch im Hintergrund
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Bartholomäberg ist eine Gemeinde in Österreich in Vorarlberg im Bezirk Bludenz mit 2365 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020).

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Bartholomäberg liegt im Montafon im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg. Die Fläche umfasst 27,28 km². Bartholomäberg erstreckt sich als weite Streusiedlung von ca. 600 bis ca. 1300 Meter auf einem großen, wenig bewaldeten Bergrücken, 16,8 % der Fläche sind Alpen, im Verwall mit Itonskopf.

Angelegt auf dem Sonnenbalkon des Montafons und deshalb klimatisch besonders begünstigt, ist Bartholomäberg die älteste Siedlung dieser Talschaft, um Worms ist ein prähistorisches Bergbaugebiet.[1]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[2]):

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Bartholomäberg.

Geschichte


Das Gebiet der heutigen Gemeinde Bartholomäberg dürfte bereits im dritten vorchristlichen Jahrtausend besiedelt gewesen sein. Zumindest deuten Siedlungsreste darauf hin. Wie vermutlich in der Bronze- und Eisenzeit war Bartholomäberg auch durch das ganze Mittelalter hindurch ein Zentrum des Bergbaus: Eisen, Kupfer und Silber wurden hier gewonnen. Der Überlieferung nach gab es in Bartholomäberg bereits um 1100 eine Pfarrei.[3]

Bereits in der karolingischen Zeit wurde hier Bergbau betrieben und im Jahr 1319 ist bereits ein Silberbergwerk nachgewiesen. Dokumentiert ist dieser bis ins 16. Jahrhundert erfolgreich betriebene Bergbau z. B. auch in landschaftlichen Eigen­tümlichkeiten (Halden), in der Knappenkirche am Kristberg, in dem für Besucher zugänglich gemachten aber mittlerweile wieder geschlossenen Schaubergwerk in Bartholomäberg sowie im Bergbaumuseum in Silbertal.

Als erste Pfarrei im Montafon erschien Sankt Bartholomäberg im Jahr 1350. Bartholomäberg kam zusammen mit dem Montafon 1394 an Österreich. Die Habsburger regierten die Orte in Montafon wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Bartholomäberg seit der Gründung des Vorarlberger Landtages 1861. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerungsentwicklung



Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 5,5 Prozent.

Politik


Die Gemeindevertretung besteht aus 21 Mitgliedern. Nach der Gemeindevertretungswahl 2015 besetzt die Liste Bürgermeister Martin Vallaster – Gemeinsam für Bartholomäberg alle 21 Mandate in der Gemeindevertretung. Als Bürgermeister wurde Martin Vallaster mit 89,34 % der Stimmen in der Bürgermeister-Direktwahl wiedergewählt.

Wappen

Blasonierung: „Im Deichselschnitt geteilt von Rot, Silber und Schwarz[4], oben über einem grünen Dreiberg wachsend ein goldennimbierter und -gewandeter silberner Heiliger, in der rechten Hand ein silbernes Messer, in der linken ein schwarzes Buch haltend, vorne zwei schwarze gekreuzte Schlüssel mit Dreipassreiten und hinten zwei silberne gekreuzte Hämmer.“

Wappenerklärung: Der Heilige ist der Apostel Bartholomäus, dessen Messer an die Peiniger erinnert, die den Apostel häuteten, die beiden Hämmer (Bergmannsschlegel, siehe Schlägel und Eisen) erinnern an den schon sehr früh erwähnten Bergbau, die Schlüssel bekunden die Zugehörigkeit zum Montafon (Landessiegel seit dem frühen 15. Jahrhundert).

Das Gemeindewappen ist ein Redendes Wappen und entstand im Jahre 1956 nach einem Entwurf des Schrunser Künstlers und Heraldikers Konrad Honold und die Verleihung des Wappens durch die Vorarlberger Landes­regierung erfolgte am 17. August 1956 (Zl. Ib- 311).[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bartholomäberg

Geologischer Lehrwanderweg und Historisches Bergwerk Bartholomäberg

Der geologische Lehrwanderweg in Bartholomäberg wurde 1978 eröffnet.[8] Der durchwegs markierte alpine Wanderweg über den Monteneu-Bergstock ist ein Rundweg, der an der Kirche Bartholomäberg beginnt und endet. Er ist fast 16 km lang und erfordert ca. 10 Stunden Wanderzeit für eine Gesamtbegehung. Davon sind 4–5 Stunden reine Gehzeit. 24 Hinweistafeln am Wege geben einen Einblick in 1000 Millionen Jahre Montafoner Erdgeschichte. Verschiedene Gesteine, ihr Alter, ihre Entstehung und Zusammensetzung werden erklärt. Gleichzeitig wird auch der Gebirgsbau der umliegenden Bergzüge erläutert und Einblick in das Werden und Vergehen der Gesteine und Berge vermittelt.

Vom Parkplatz bei der Kirche von Bartholomäberg (1087 m), wo eine Orientierungstafel steht, führt der Lehrwanderweg in nordwestlicher Richtung zum Rellseck (Alpen-Gasthaus, 1492 m). An diesem Wegestück liegen nacheinander vier Aufschlüsse, die auf Gesteinsbeschreibungstafeln erklärt sind. Vom ehemaligen Gasthaus Linda (1215 m) bietet sich ein Blick auf das Rätikon im Südwesten des Illtals. Unmittelbar im Vordergrund erhebt sich die Tschaggunser Mittagspitze (2168 m), im Hintergrund sind die Sulzfluh (2818 m) und nordwestlich davon die Drei Türme, das Eisjöchl und die Drusenfluh, alle um 2830 m, auszumachen.

Beim Alpengasthaus Rellseck wendet sich der Weg nach rechts und steigt in nordöstlicher Richtung über den Kammbereich des Monteneu hinauf zum Wannaköpfle (2032 m). Der aussichtsreiche Itonskopf (mit 2089 m ü. A. der höchste Punkt des Bergstocks) bleibt links liegen und der Weg erreicht den Gipfel des Alpilakopfes (2078 m). Der Kamm Wannaköpfe – Itonskopf – Alpilakopf (Itonskopfgruppe) wird von Hauptdolomit aufgebaut und von mächtigen Gipskörpern der Raibler Schichten unterlagert. Der Weg leitet zur Oberen Wiese weiter, wo man auf ein fossiles Korallenriff stößt (Naturdenkmal). Die Rhätolias-Riffkalke sind in einem Meer des Jura entstanden. Gut erhaltene Korallenstöcke, Muscheln und Seelilien sind hier zu sehen.

Von der Oberen Wies (1880 m) sieht man in nördlicher Richtung in den Einschnitt und auf den fast 2000 Meter hohen Steilhang des Klostertals mit der Roten Wand (2890 m) als höchstem Gipfel. Der Weg leitet nach der Umrundung des Schwarzhorns (1883 m) über Falle – Ammans Legi – Tora See – Fula See – Friitza Legi – Knappa Gruaba zurück zum Ausgangspunkt. Die Panoramatafel Knappagruaba (1340 m) weist auf den Bergbau als Landschaftsgestalter hin. Der vom 9. bis in das 17. Jahrhundert blühende Erzbergbau auf Eisen, Kupfer und Silber hat die Hänge maulwurfsartig durchwühlt. Die Abraumhalden prägen hier die Landschaft. Im Gelände sind noch ehemalige Stolleneingänge erkennbar. Hier, bei Worms, befindet sich auch das Historische Bergwerk Bartholomäberg (St.-Anna-Stollen), ein Schaubergwerk, das 2010 eröffnet wurde.

Der Wanderweg ist in beiden Richtungen gleichwertig begehbar. Zahlreiche Wander- und Fahrwege kreuzen den Lehrwanderweg und ermöglichen Teilbegehungen.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur


Am Ort gab es im Jahr 2003 18 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 77 Beschäftigten und acht Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 911. Im Tourismusjahr 2006/2007 gab es insgesamt 97.424 Übernachtungen (Winter 54.317, Sommer 43.107).

In Bartholomäberg gibt es zwei Kindergärten; im Schuljahr 2007/2008 gab es in der Gemeinde 177 Schüler, von denen 100 die beiden Volksschulen besuchten.[10] Außerdem besteht in der Gemeinde die Polytechnische Schule Außermontafon.

Persönlichkeiten


Vereine


  • Funkenzunft Gantschier Montafon
  • Harmoniemusik Bartholomäberg
  • Trachtenkapelle Gantschier
  • Landjugend Montafon
  • Theatergruppe Bartholomäberg
  • Singkreis Bartholomäberg
  • Funkenzunft Bartholomäberg
  • Viehzuchtverein Bartholomäberg
  • Freiwillige Feuerwehr Innerberg
  • Freiwillige Feuerwehr Gantschier
  • Freiwillige Feuerwehr Bartholomäberg
  • SC Bartholomäberg

Weblinks


Commons: Bartholomäberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Rüdiger Krause: Siedlungsarchäologie und Bergbauforschung im Montafon. Vorarlberg. Forum Archaeologiae 38/III/2006, Onlineauftritt Uni Wien
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019) , (CSV )
  3. Scheibenstock 1996b, 4. Siehe auch: Ammann/Hajós 1983, 13. Die Pfarrkirche war Filiale von Bludenz, St. Peter und Mutterkirche von Silbertal und Schruns
  4. Dr. Bernhard Peter: Göpel und Deichsel
  5. Ulrich Nachbaur: Zur Entstehung der Montafoner Gemeindewappen 1927 bis 1967. In: Alois Niederstätter, Ulrich Nachbaur (Hrsg.): 200 Jahre Gemeindeorganisation. Almanach zum Vorarlberger Gemeindejahr 2008. Bregenz 2009, ISBN 978-3-902622-10-5, S. 301–312 (Volltext als PDF auf den Webseiten des Vorarlberger Landesarchivs). Volltext als PDF] auf den Webseiten des [[Vorarlberger Landesarchiv] (Memento des Originals vom 15. Oktober 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Innerberg – Maria Empfängnis. Peda-Kunstführer Nr. 323/1995
  7. Museum Frühmesshaus Bartholomäberg im Webauftritt des Stands Montafon
  8. Geologischer Lehrwanderweg Bartholomäberg , alpinissimum.de
  9. Heiner Bertle: Führer für den Geologischen Lehrwanderweg Bartholomäberg. Veröffentlichungen des Heimatschutzvereins im Tale Montafon.
  10. Statistik Austria



Kategorien: Gemeinde in Vorarlberg | Ort im Bezirk Bludenz | Bartholomäberg | Bartholomäus (Apostel)

Werbung:


Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Bartholomäberg (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.


Stand der Informationen: 01.03.2020 02:42:11 CET - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.