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Bangiales

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Bangiales

Nabel-Purpurtang (Porphyra umbilicalis),
von Helgoland, Herbarbogen

Systematik
ohne Rang: Diaphoretickes
ohne Rang: Archaeplastida
Abteilung: Rotalgen (Rhodophyta)
Unterabteilung: Rhodophytina
Klasse: Bangiophyceae
Ordnung: Bangiales
Wissenschaftlicher Name der Klasse
Bangiophyceae
Wettstein (1901)
Wissenschaftlicher Name der Ordnung
Bangiales
Nägeli

Die Bangiales oder Bangiophyceae sind eine Ordnung bzw. Klasse der Rotalgen. Sie weisen im Unterschied zu den sonstigen Rotalgen einen zweigliedrigen Generationswechsel auf. Der haploide Gametophyt ist ein meist flächiger Thallus, der aus einer oder zwei Zellschichten besteht. Der diploide Sporophyt bleibt mikroskopisch klein und ist fädig organisiert; er wird als Conchocelis-Stadium bezeichnet, weil er lange Zeit als eigene Gattung betrachtet wurde. Die Bangiales werden – neben den Cyanidiales und den Porphyridiales – als sehr ursprüngliche Rotalgen betrachtet. Der älteste fossile Nachweis ist Bangiomorpha pubescens mit einem Alter von 1,2 Milliarden Jahren.[1]

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen


Die Bangiales sind weltweit an den Meeresküsten verbreitet, von den Tropen bis in polare Regionen. Die meisten Arten wachsen in der Gezeitenzone, verankert auf Felsen, Muschelschalen oder anderen Algen. Einige Vertreter sind auf das tiefere Sublitoral beschränkt. Manche Arten sind obligate Epiphyten. Nur zwei der über 180 Arten, Bangia atropurpurea und Granufilum rivulare, leben im Süßwasser.[2][3]

Lebenszyklus


Der für die Bangiales typische zweigliedrige Lebenszyklus ist bei Pyropia gardneri beschrieben. Die beiden Generationen unterscheiden sich nicht nur morphologisch, sondern auch in der Zusammensetzung der Zellwand. Diese enthält bei den diploiden Sporophyten von Porphyra und Bangia Cellulose als Struktur-Polysaccharid (wie bei anderen Rotalgen auch), während diese im Conchocelis-Stadium (dem haploiden Gametophyten) fehlt und durch Xylan ersetzt ist. Auch die Galactane, die die schleimige Grundsubstanz des Interzellularraums bilden, sind bei beiden Generationen verschieden.[4]

Systematik


Die Ordnung der Bangiales wurde 1847 von Carl Wilhelm von Nägeli aufgestellt. Fädige Vertreter wurden traditionell der Gattung Bangia zugerechnet, die meisten flächigen der Gattung Porphyra. Phylogenetische Untersuchungen ab 2005 ergaben jedoch, dass diese artenreichen Gattungen auch einige nicht näher verwandte Arten enthielten, welche bis 2011 in andere Gattungen ausgegliedert wurden.[2] Im August 2018 umfasst das Taxon 186 Arten in zwei Familien.[5]

Nutzung


Zahlreiche blattartige Vertreter der Bangiales werden seit Jahrtausenden in Japan, China, Korea, und Südostasien als Lebensmittel genutzt. Auch in Wales, Chile, an der Pazifikküste Nordamerikas sowie in Neuseeland werden sie geerntet.[2] Einige wirtschaftlich bedeutende Arten der Purpurtange (Porphyra) und Pyropia werden zur Gewinnung von Nori kultiviert.[7]

Literatur


Einzelnachweise


  1. Robert Edward Lee: Phycology. 5. Auflage, Cambridge University Press, Cambridge 2018, S. 107–110.
  2. a b c d e f g h i j k l m Judith E. Sutherland et al.: A new look at an ancient order: generic revision of the Bangiales (Rhodophyta). Journal of Phycology 47(5), 2011, S. 1131–1151. doi:10.1111/j.1529-8817.2011.01052.x
  3. a b Michael D. Guiry in Guiry, M.D. & Guiry, G.M.: Granufilum rivulare . AlgaeBase. World-wide electronic publication, National University of Ireland, Galway. Abgerufen 23. August 2018.
  4. Robert Edward Lee: Phycology. 5. Auflage, Cambridge University Press, Cambridge 2018, S. 109.
  5. AlgaeBase Taxonomy Browser: Bangiales , abgerufen am 6. August 2018.
  6. Noemi Sánchez et al.: Diversity of bladed Bangiales (Rhodophyta) in western Mediterranean: recognition of the genus Themis and description of T. iberica sp. nov., and Pyropia parva sp. nov. (Corrigendum). In: Journal of Phycology 51(2): S. 401. 2015. doi:10.1111/jpy.12223 und doi:10.1111/jpy.12289
  7. Nori Cultivation bei seaweed.ie, abgerufen am 22. August 2018

Weblinks


Commons: Bangiales  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien



Kategorien: Rotalgen | Rhodophyceae

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