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Bahnstrecke Wunstorf–Bremen

Wunstorf – Bremen
Regionalexpress (RE) Norddeich Mole–Hannover bei Langwedel
Streckennummer (DB):1740
Kursbuchstrecke (DB):380
Streckenlänge:100,9 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: < 20 
Höchstgeschwindigkeit:160 km/h
Zweigleisigkeit:durchgehend
Bundesland (D): Niedersachsen, Bremen
Betriebsstellen und Strecken[1]
Legende
Strecke – geradeaus
Strecke von Bremerhaven
   
Strecke von Oldenburg
   
122,3 Bremen Hbf
   
117,0 Bahnstrecke nach Osnabrück
S-Bahnhof
116,7 Bremen-Sebaldsbrück
   
Daimlerwerk
   
Aw Bremen-Sebaldsbrück
Planfreie Kreuzung – unten
112,3 Strecke Osnabrück–Hamburg
   
111,8 Bremen-Mahndorf
   
Gewerbegebiet Bremen-Mahndorf
   
Landesgrenze Bremen/Niedersachsen
   
105,7 Achim
S-Bahnhof
102,2 Baden (Kr Verden)
S-Bahnhof
99,2 Etelsen
   
93,8 Langwedel
   
Strecke nach Uelzen
   
Strecke von Rotenburg (Wümme)
   
86,6 Verden (Aller)
   
Verden-Walsroder Eisenbahn nach Stemmen
   
Allerbrücke (375 m)
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
83,3 Wahnebergen (Üst, ehem. Bf / Abzw)
   
ehem. Allertalbahn nach Celle
Bahnhof, Station
78,2 Dörverden
   
Anschluss H.F. Wiebe
   
Strecke von Syke
Bahnhof, Station
71,0 Eystrup
Bahnhof ohne Personenverkehr
61,2 Rohrsen (b Nienburg)
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Strecke nach Liebenau,
  ehem. Strecke nach Diepholz
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55,3 Nienburg (Weser) (Beginn S 2)
   
Strecke nach Minden
S-Bahnhof
46,3 Linsburg
Bahnhof ohne Personenverkehr
40,2 Hagen (Han), ehem. Bf
S-Bahnhalt…
39,6 Hagen (Han) Hp
S-Bahnhalt…
36,1 Eilvese
   
31,0 Neustadt am Rübenberge
S-Bahnhof
26,9 Poggenhagen
   
Steinhuder Meer-Bahn von Bokeloh
   
Strecke von Minden (S 1)
   
21,4 Wunstorf (Keilbahnhof)
   
(siehe Bahnstrecke Hannover–Minden)
   
Strecke von Celle
   
(0,0) Hannover Hbf
   
Hannöversche Südbahn nach Göttingen
Strecke – geradeaus
Kreuzbahn nach Lehrte

Die Bahnstrecke Wunstorf–Bremen ist eine der wichtigsten Eisenbahnstrecken Niedersachsens und Deutschlands. Sie verbindet die Hafenstadt Bremen über Verden (Aller), Nienburg/Weser mit Wunstorf und über die Bahnstrecke Hannover–Minden mit Hannover. Sie ist Teil der insgesamt 172,8 km langen Strecke 1740 Wunstorf – Bremerhaven.

Die 100,9 Kilometer lange, zweigleisige Eisenbahnhauptstrecke ist durchgehend elektrifiziert und mit digitalem Zugbahnfunk GSM-R ausgestattet. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit der Strecke beträgt 160 km/h, die höchstzulässige Achslast 22,5 Tonnen und die Meterlast 3,0 Tonnen/Meter, was der Streckenklasse D4 entspricht.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Entgegen preußischen Wünschen begann die gemeinschaftlich mit der Freien Hansestadt Bremen finanzierte Bahnstrecke nach Bremen nicht in Minden, sondern im hannoverschen Wunstorf als Abzweig von der am 15. Oktober 1847 eröffneten Bahnstrecke Hannover–Minden der Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen. Seit ihrer Eröffnung am 12. Dezember 1847 erweist sich die Strecke Wunstorf–Bremen als eine der wichtigsten Eisenbahnstrecken Deutschlands, da sie die Verbindung der bremischen und niedersächsischen Häfen nach Süddeutschland herstellt.

Wichtige Zulaufstrecken sind die Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven (seit 1862, später weiter nach Cuxhaven) und die Bahnstrecke Bremen–Oldenburg (seit 1867, weiter nach Wilhelmshaven und Emden).

Verbindungsstrecken sind die Amerikalinie nach Stendal, die Bahnstrecke Verden–Rotenburg und die Bahnstrecke Nienburg–Minden. Nebenstrecken bestanden von Wunstorf nach Stolzenau über die Steinhuder Meer-Bahn, von Nienburg/Weser nach Uchte bzw. Sulingen, von Eystrup über Hoya und Bruchhausen-Vilsen nach Syke, sowie von Verden (Aller) über Schwarmstedt nach Celle (Allertalbahn) und nach Walsrode (Verden-Walsroder Eisenbahn).

Der elektrische Zugbetrieb zwischen Hannover und Bremen wurde am 14. Dezember 1964 aufgenommen.[3]

Die 375 Meter lange Allerbrücke bei Verden mit 15 gemauerten Gewölben aus dem Jahr 1867 und einem 130 Meter langen mittleren Stahlteil aus dem Jahr 1950, mit getrennten Überbauten für jedes Richtungsgleis, wurde von 2012 bis 2015 durch einen Neubau ersetzt. Das neue Bauwerk liegt auf einer neuen, 13,8 Meter nach Osten verschobenen Bahntrasse und ist als Trogbrücke mit acht Öffnungen und einer maximalen Stützweite von 80 Metern über der Aller ausgeführt.[4]

Verkehr


Die Strecke wird als Mischverkehrsstrecke sowohl von Reise- als auch Güterzügen stark frequentiert. Der Bau der Y-Trasse Hannover–Hamburg/Bremen sollte die Strecke entlasten, wird aber nicht weiterverfolgt.[5] Die Leistungen im Personenverkehr werden größtenteils von der Deutschen Bahn erbracht, nur die unteren Zugkategorien zwischen Bremen Hauptbahnhof und Verden seit Dezember 2010 als Teil der Linie RS1 der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen von der NordWestBahn (NWB) und zwischen Bremen Hauptbahnhof und Langwedel seit Dezember 2011 als Teil der Linie RB37 von erixx.

Personenfernverkehr

Der Schienenpersonenfernverkehr wird zwischen Bremen und Hannover mit Intercity-Express-Zügen (ICE) der Linie 25 Bremen – München und Intercity-Zügen (IC) der Linie 56 Norddeich Mole – Emden – Oldenburg – Leipzig im Zweistundentakt abgewickelt.[6][7]

Die ICE halten neben Bremen Hauptbahnhof nur im Hannoverschen Hauptbahnhof, einzelne Züge in Tagesrandlage fahren ab oder bis zum Hauptbahnhof Oldenburg mit einem Halt in Delmenhorst und teilweise Verden und Nienburg. Die um eine Stunde versetzt fahrenden Intercity halten auch in Verden (Aller) und Nienburg (Weser). Diese verkehren zwischen Bremen und Norddeich Mole ebenfalls um eine Stunde versetzt zur RE-Linie 1 mit Halt an allen Stationen dieser Linie und können mit normalen Nahverkehrstickets auf dem Abschnitt benutzt werden. So wird ein Stundentakt im Regionalverkehr auf der gesamten Strecke gewährleistet.

Regionalverkehr

Im Schienenpersonennahverkehr verkehren zwischen Hannover und Bremen zweistündlich abwechselnd Regional-Express-Züge (RE) der Relationen Hannover – Bremerhaven-Lehe (RE8) und Hannover – Norddeich Mole (RE1), so dass sich zwischen Hannover und Bremen ein Stundentakt ergibt. Die Züge halten in Wunstorf, Neustadt am Rübenberge, Nienburg/Weser, Eystrup, Dörverden, Verden (Aller), Achim, Bremen-Mahndorf und Bremen Hauptbahnhof. Die bis zu 160 km/h schnellen Wendezüge werden aus sechs (RE8) bzw. sieben (RE1) Doppelstockwagen gebildet und mit Lokomotiven der DB-Baureihe 146.1 aus dem Betriebshof Bremen bespannt.[8] Die Deutsche Bahn beschaffte im Jahre 2002 für diese Regional-Express-Linie 8 Lokomotiven und 40 Doppelstockwagen. Das Land Niedersachsen beteiligte sich an den Gesamtkosten in Höhe von etwa 66 Millionen Euro zur Hälfte.[9]

Auf dem nördlichen Streckenabschnitt zwischen Verden und Bremen Hauptbahnhof verkehrt die Linie RS1 Verden–Bremen-Vegesack–Bremen-Farge der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen (RB) im Stundentakt, der im werktäglichen Berufsverkehr am Morgen und späten Nachmittag auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet wird. Die Regio-S-Bahnen halten an allen Bahnhöfen und Haltepunkten der Strecke.[10] Es kommen 3- und 5-teilige Einheiten des Typs Alstom Coradia Continental zum Einsatz.[11]

Der Verkehr wird durch zweistündlich über die Amerikalinie fahrende Regionalbahn-Züge Uelzen – Bremen verstärkt, die nur in Langwedel und Achim halten, seit Dezember 2016 auch in Mahndorf. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wurden die Zugläufe vorübergehend auf die Relation Uelzen–Soltau–Langwedel verkürzt. Eingesetzt wurden im Betriebshof Braunschweig beheimatete Dieseltriebwagen der Baureihe 628. Seit Dezember 2011 wird der Verkehr der Relation Uelzen – Bremen von der erixx mit Triebwagen der Baureihe 648 erbracht.

Die Beförderungsleistungen im Vorortverkehr Hannovers werden von der S-Bahn Hannover erbracht. Die S-Bahnen fahren zwischen Hannover und Seelze auf einer eigenen Trasse. Die Linien S1 Minden – Wunstorf – Hannover – Haste und S2 Nienburg – Wunstorf – Hannover – Haste verkehren jeweils um 30 Minuten versetzt im Einstundentakt, sodass auf dem Abschnitt Wunstorf – Hannover ein 30-Minuten-Takt erreicht wird.

Im Berufsverkehr werden zudem zusätzliche Regional-Express-Züge zwischen Nienburg und Hannover eingesetzt. Seit Dezember 2016 fahren je zwei dieser Züge morgens in Südrichtung und am Nachmittag/Abend in Nordrichtung über die gesamte Strecke. Der Abschnitt Wunstorf – Hannover wird zudem stündlich von Regional-Express-Zügen der Relation Minden – Hannover mit Halt in Wunstorf befahren, deren Takt unter der Woche morgens (in Richtung Hannover) und am frühen Freitagnachmittag (in Richtung Minden) verdichtet wird.

Der Streckenabschnitt zwischen Nienburg und Verden wird an Wochenenden von Regionalbahnen der „Weser-Aller-Bahn“ (Minden – Rotenburg) befahren. Die Bahnen verkehren im Zweistundentakt und halten an allen vier Bahnhöfen auf diesem Abschnitt.

Auf dem Streckenabschnitt Bremen – Eystrup gilt in Zügen des Regionalverkehrs der Tarif des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN), von Hagen (Han) bis Hannover der des Großraum-Verkehrs Hannover (GVH).

Güterverkehr

Die Bahnstrecke wird regelmäßig von Containerzügen von und nach Bremerhaven[12] sowie von Autotransportzügen befahren. Der Rangierbahnhof Seelze Rbf ist ein Verkehrsknoten des Schienengüterverkehrs im norddeutschen Raum. Güterzüge nutzen zwischen Seelze und Wunstorf eine eigene Güterzugtrasse und werden anschließend zwischen die Reisezüge gemischt. In Verden und Nienburg gelangt weiterer Güterverkehr über die Weser–Aller–Bahn aus Hamburg und Minden auf die Strecke.

Literatur


Weblinks


 Commons: Bahnstrecke Hannover–Bremen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Schienennetz-Nutzungsbedingungen. Netzfahrplan 2008. (2008-10-27).
  3. Bundesbahndirektion Hannover (Hrsg.): 1843–1983. 140 Jahre Eisenbahndirektion Hannover. Hannover (ohne Datumsangabe).
  4. Andreas Keil, Thomas Fackler, Tobias Steigerwald: Die neue Allerbrücke bei Verden. In: Bautechnik. Band 92, Heft 2, 2015, S. 116–122.
  5. Planer nehmen Y-Trasse in Angriff. In: Welt Online, Berlin. 20. Oktober 2008, abgerufen am 27. Oktober 2008.
  6. ICE-Netz 2019 (Version 2) der Deutschen Bahn AG (PDF; 427 KiB)
  7. EC/IC-Netz 2019 (Version 2) der Deutschen Bahn AG (PDF; 653 KiB)
  8. Die 146er-Loks vor dem Regional-Express Hannover–Norddeich Mole. Lange Wege – kurze Pausen. (PDF; 1,01 MiB) (Nicht mehr online verfügbar.) In: Takt – die Kundenzeitschrift von Regio Niedersachsen/Bremen. DB Regio AG, Regio Nord, Hannover, September 2008, S. 3, ehemals im Original ; abgerufen am 20. Oktober 2015. (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven )
  9. 40 neue Doppelstockwagen für Regionallinie Hannover–Bremen-Norddeich. (PDF; 15,1 KiB) Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Verkehr; Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH; Deutsche Bahn AG, 22. Februar 2002, abgerufen am 27. Oktober 2008 (Gemeinsame Presse-Information 58/2002; Hannover).
  10. Fahrplanwechsel 2011 mit neuer RS 1 – Verden an Regio-S-Bahn angebunden (Memento vom 16. Dezember 2012 im Webarchiv archive.today)
  11. Zugkraft für den Nord-Westen. (Memento vom 10. September 2012 im Webarchiv archive.today)
  12. Langwedel. In: Josef Högemann, Erich Preuß (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe. GeraMond-Verlag, ISSN 0949-2127 .



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