Bahnstrecke Neumünster–Flensburg - de.LinkFang.org

Bahnstrecke Neumünster–Flensburg



Neumünster–Flensburg
Neumünster–Flensburg und Äste nach Kiel und Husum
Streckennummer (DB):1040
Kursbuchstrecke (DB):134 (Kiel–Husum)
131 (Neumünster–Flensburg)
Streckenlänge:101,542 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit:160 km/h
Zweigleisigkeit:(durchgehend)
Legende
Flensburger Hafenbahn
177,305 Flensburg Alter Bf
Strecke von Padborg
176,230 Flensburg
Strecke nach Kiel
1,700 Flensburg Süd (Awanst)
174,900 Flensburg Wilhelminental (Awanst)
174,400 Flensburg Friedensweg (Abzw)
172,916 Flensburg Weiche (PV bis 2014)
ehem. Strecke nach Lindholm
ehem. Strecke nach Husum
Holzkrug
168,210 Barderup
161,974 Tarp
ehem. Strecke nach Husum (bis 1867)
156,750 Eggebek
Strecke von Husum (seit 1867)
149,427 Jübek
142,830 Schuby
ehem. Schleswig-Klosterkruger Eisenbahn
Schleswig-Friedrichsberg (bis 1869)
138,389 Schleswig (seit 1869)
(neue Strecke ab 1905)
ehem. Strecke von Oster-Ohrstedt (bis 1870)
Klosterkrug (bis 1869)
Fliegerhorst Schleswig (Anst)
Jagel
ehem. Schleswiger Kreisbahn nach Friedrichstadt
132,490 Lottorf
Kreisbahn von Eckernförde
125,410 Owschlag
120,740 Alt Duvenstedt (bis 1. Okt. 1919 Duvenstedt, PV bis 05/1988)
von Husum über Erfde
115,350 Büdelsdorf[1]
Anschlussstrecke zum Ahlmannkai
Eider
von Rendsburg-Obereider (1,5 km, nur GV)[2]
113,869 Rendsburg (ursprünglich Rendsburg-Glacis)
Anschluss Kanalhafen, Übergabe Rendsburger Kreisbahn
(ehem. Trasse bis 1913)
109,800 Überleitstelle
Rendsburger Schleife
Drehbrücke bis 1913 / Rendsburger Hochbrücke
106,500 Osterrönfeld Brücke (Üst)
105,008 Osterrönfeld (PV bis Mai 1962)[3]
104,390 Osterrönfeld (alter Bahnhof)[3]
104,200 nach Kiel
99,530 Bokelholm
95,130 Bokel
88,866 Nortorf
84,130 Aspe
Strecke von Kiel
Strecke von Heide
Strecke von Ascheberg
74,688 Neumünster
Strecke nach Bad Oldesloe, Strecke nach Kaltenkirchen
Strecke nach Hamburg

Quellen: [4][5]

Die Bahnstrecke Flensburg–Neumünster ist als Teil der Jütlandlinie eine wichtige Nord-Süd-Eisenbahnverbindung Schleswig-Holsteins. Zusammen mit der von dieser Strecke in Jübek abzweigenden Strecke nach Husum und des in Rendsburg abzweigenden Streckenteils nach Kiel dient sie ebenfalls als wichtige Ost-West-Achse der Relation Kiel (an der Ostküste) zur Marschbahn an der Westküste.

Inhaltsverzeichnis

Strecke


Die Strecke verläuft durch landwirtschaftlich geprägtes Flachland. Nennenswerte Kunstbauten sind die Rendsburger Hochbrücke und die Rendsburger Schleife. In Flensburg umfährt die Strecke seit 1927 die Stadt in einer großen Schleife am damaligen Stadtrand, um nach Dänemark fahrenden Zügen den Fahrtrichtungswechsel zu ersparen.

Neben den Ausgangspunkten der Strecke, Neumünster – hier Verbindung zur Bahnstrecke Hamburg-Altona–Kiel – und Flensburg (mit grenzüberschreitendem Verkehr nach Dänemark), befinden sich die wichtigsten Knotenpunkte am Bahnhof Rendsburg, wo eine Strecke nach Kiel abzweigt, und in Jübek nahe Schleswig. Dort zweigt eine Strecke nach Husum ab.

Betrieb und Geschichte


Entstehung

Die Strecke ist nachträglich – nach der Annexion des Landesteils Schleswig durch Preußen – durch Umstrukturierung zu anderen Zwecken gebauter Teile entstanden. Als erstes war die rund 34 Kilometer lange, von regionalen Interessenten finanzierte Strecke der Rendsburg-Neumünsterschen Eisenbahn-Gesellschaft zwischen Neumünster und Rendsburg-Glacis als Jütlandlinie[6] am 18. September 1845 eröffnet worden. Ihr folgte am 1. Januar 1847 der Anschluss der Hafenbahn von Rendsburg-Glacis bis Rendsburg-Obereider. Diese Strecken wurden zum 1. Januar 1864 in das Eigentum der Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft integriert.

Am 1. April 1854 wurde auf der Bahnstrecke Flensburg–Tönning zunächst vom außerhalb der Stadt gelegenen Holzkrug, ab dem 4. Oktober vom in der Stadt befindlichen, später Englischer Bahnhof genannten Kopfbahnhof der Betrieb aufgenommen. Dieser Bahnhof am Südende der Flensburger Förde in der Flensburger Altstadt wurde am 25. Oktober vom dänischen König Frederik VII, dem Namenspatron der Eisenbahnstrecke, feierlich dem Betrieb übergeben.

Die Flensburg–Husum–Tönninger Eisenbahn (FHTE) baute die Strecke von Flensburg über Eggebek rechts der Treene nach Oster-Ohrstedt und von Ohrstedt nach Owschlag und Rendsburg auf rund 40 Kilometer Länge. Die Strecke wurde über Ohrstedt geführt, weil der Zweig über Husum nach Tönning für den Lebendviehtransport nach England wesentlicher Anlass des Bahnbaus durch die englische Firma Peto, Brassey and Betts war. Diese Bahngesellschaft baute 1854 die Hafenbahn in Flensburg in der Verlängerung der Streckenzufahrt zum englischen Bahnhof durch den Kopfbahnhof hindurch ins Hafengelände.

Neustrukturen

Schleswig wurde von Klosterkrug aus mit einer fünf Kilometer langen Stichstrecke am 2. Juni 1858 angebunden, die Peto, Brassey and Betts baute. Nach dem Preußisch-Dänischen Krieg ging der Landesteil Schleswig an Preußen, die Strecke wurde umstrukturiert. Die Schleswigsche Eisenbahn baute mit der Firma Peto, Brassey and Betts zwischen 1867 und 1869 vom Südkopf des Bahnhofs Klosterkrug über Schleswig–Friedrichsberg und Jübek links der Treene nach Eggebek eine 23 Kilometer lange und somit 16,8 Kilometer kürzere Strecke und verlegte den Bahnhof Eggebek um 500 Meter nach Osten. Daneben entstand der Abschnitt Jübek–Sollbrück der Strecke Jübek–Husum.[7]

Am 26. März 1898 eröffneten die Preußischen Staatsbahnen die Hafenbahn Rendsburg am damaligen Kaiser-Wilhelm-Kanal. In Vorbereitung der Kanalverbreiterung entstand die Rendsburger Hochbrücke. Sie wurde mit einer großen Schleife eingebunden, um den vorhandenen Rendsburger Bahnhof weiter zu nutzen; sie ging feierlich am 1. Dezember 1913 in Betrieb. Zudem musste der bisher auf dem Niveau des Kanals liegende Bahnhof Osterrönfeld (Alter Bahnhof ) nun im Anschluss an die südliche Vorbrücke (Neuer Bahnhof ) auf die entsprechende Höhe verlegt werden.

1927 entstand in Flensburg der heutige Bahnhof, der die beiden Kopfbahnhöfe an der Förde ablöste und mit einer großen Schleife um die städtischen Siedlungen eine Verbindung mit Dänemark ohne Lokwechsel erlaubt, aber auch die Wartungsaufgaben an den Eisenbahnfahrzeugen in das engere Stadtgebiet verlagerte.

Der planmäßige elektrische Zugbetrieb wurde am 17. März 1996 aufgenommen.[8]

Betrieb

Fernverkehr

Bis 2002 bestand eine Interregio-Verbindung zwischen Flensburg und Hannover. Nach Einstellung dieser Verbindung bestellte das Land Schleswig-Holstein nach kurzfristiger Ausschreibung einen Ersatzverkehr bei der Privatbahn Flex Verkehrs-AG. Diese nahm den Betrieb mit modernen Elektrolokomotiven der Baureihe ES64U2 Taurus von Siemens Dispolok und gebrauchten Reisezugwagen auf. Die als Flensburg-Express (FLEX) bezeichnete Interregio-Ersatzleistung wurde im Fahrplan unter der Zuggattung FLX geführt.

Nach Insolvenz der Flex Verkehrs-AG betrieb die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) bis zum Dezember 2005 dieses Zugangebot alle zwei Stunden von Padborg (DK) nach Hamburg Hauptbahnhof mit Halten in Flensburg, Tarp, Schleswig, Rendsburg, Nortorf, Neumünster und Elmshorn. Seit Dezember 2005 wurde dieser Verkehr wieder von der DB Regionalbahn Schleswig-Holstein als „Schleswig-Holstein-Express“ bedient. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 fahren die Züge nur noch bis Flensburg.

Im Fernverkehr benutzten vom Dezember 2007 bis Dezember 2015 Intercity-Express-Züge der Relation AarhusHamburgBerlin diese Strecke mit Halten in Flensburg, Schleswig, Rendsburg und Neumünster. Am 9. Dezember 2007 rollte mit dem ICE-TD von Aarhus nach Berlin Ostbahnhof der erste fahrplanmäßige ICE im Flensburger Bahnhof ein. Heute verkehren drei bis vier direkte Intercity-Zugpaare täglich von Hamburg nach Dänemark.

Außerdem stellten Intercity-Züge freitags Direktverbindungen von Flensburg nach München und Köln her (ebenfalls mit Halten in Schleswig, Rendsburg und Neumünster). Sonntags verkehrten IC-Züge aus Berlin und Schwarzach-St. Veit nach Flensburg. Auf dem Nebenast HusumJübek kam es lediglich zu Intercity-Verkehr, wenn wegen Bauarbeiten eine Umleitung der Züge auf die Marschbahn entlang der Westküste nötig wurde.

Ein CityNightLine-Zug der Relation KopenhagenMünchen fuhr bis 2014 über die Strecke mit Halten in Flensburg und Neumünster.

Regionalverkehr

Die DB Regionalbahn Schleswig-Holstein fährt im Regionalverkehr zwischen Neumünster und Flensburg mit Regional-Express-Zügen im Stundentakt. Ebenso befährt sie die Relation HusumKiel mit modernen Triebzügen im Stundentakt. Insbesondere in der Kieler Woche wird auf dieser Relation das Zugangebot deutlich verstärkt, so dass teilweise auch lokbespannte Züge zum Einsatz kommen.

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
IC Flensburg – Hamburg – Berlin / Köln / München / Schwarzach-St. Veit
RE RE 7 Flensburg – Hamburg
RE Husum – Jübek – Schleswig – Rendsburg – Kiel

Güterverkehr

Die Strecke ist im Güterverkehr Teil der Hauptverbindung von Deutschland (Rangierbahnhof Maschen) nach Dänemark und Schweden und sollte daher als erste für 835 Meter lange Züge hergerichtet werden. Dazu musste die Signaltechnik angepasst werden. Bislang waren auf dieser Strecke nur 670 Meter lange Züge möglich, deutschlandweit lag die Höchstgrenze bei 740 Metern.[9][10] Im November 2012 fuhr der erste derartige Zug.[11] Als Lokomotiven kommen meistens Elektrolokomotiven der Baureihe 185, Hector Rail 241 oder DSB EG zum Einsatz.

Ausbaupläne


Im August 2018 wurden Pläne bekannt, den ehemaligen Bahnhof Büdelsdorf als neuen Halt zu errichten.[1]

Die Strecke soll bis 2025 mit ETCS ausgerüstet werden. Möglichst große Abschnitte sollen dabei mit ETCS Level 2 ausgerüstet werden.[12]

Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. a b Alev Doğan: Nah.SH plant sieben neue Bahnstationen. In: kn-online.de. 2. August 2018, abgerufen am 5. August 2018.
  2. Streckenchronik 1847. Archiviert vom Original am 17. Juni 2008; abgerufen am 29. Juli 2015.
  3. a b Jochen Schulz, Alexander Horn: Beschreibung der OPTION SCHNELL–LANGSAM–KONZEPT KIEL–RENDSBURG (–FOCKBEK) mit Potenzialanalyse für neue Bahnstationen. (PDF) LVS Schleswig-Holstein, Landesweite Verkehrsservicegesellschaft mbH, 27. November 2008, S. 25, archiviert vom Original am 15. November 2012; abgerufen am 30. Dezember 2015.
  4. DB Netze - Infrastrukturregister
  5. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  6. Bahnstatistik BD Hamburg
  7. Holger Kaufhold, Eckhard Klein, Detlef Schikorr: 150 Jahre Eisenbahn in Flensburg – Von der südschleswigschen Eisenbahn zur Bahn AG. Berlin 2004, ISBN 3-935909-22-5, S. 37
  8. Erich Preuß: Züge unter Strom. Die Geschichte des elektrischen Zugbetriebs in Deutschland, 1. Auflage München 1998, ISBN 3-932785-30-4, S. 173–174.
  9. Bund erlaubt längere Güterzüge
  10. 835 m lange Güterzüge zwischen Padborg (DK) und Maschen geplant. Archiviert vom Original am 3. Dezember 2013; abgerufen am 30. Dezember 2015.
  11. Markus Lorenz: Erfolgreiche Jungfernfahrt: Bahn lässt XXL-Güterzüge rollen. In: shz.de. Abgerufen am 13. Juli 2017.
  12. Michael Hoffmann: Betrieblichen Aufgabenstellung Korridor Flensburg – Maschen (PD Hamburg) - ETCS -. (PDF) DB Netze, 17. August 2017, S. 5, 23, archiviert vom Original ; abgerufen am 7. Januar 2020 (Datei 17.1. BAST ETCS Flb-Mas V_1.0.pdf im ZIP-Archiv).



Kategorien: Spurweite 1435 mm | Bahnstrecke in Schleswig-Holstein



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke Neumünster–Flensburg (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.


Stand der Informationen: 05.05.2020 04:18:25 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.