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Bahnhof Marburg (Lahn)

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Marburg (Lahn)
Bahnhofsgebäude 2016
Daten
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 6
Abkürzung FMBG (Bf), FMBG1 (ESt)
IBNR 8000337
Preisklasse 3
Eröffnung 1850
Profil auf Bahnhof.de Marburg__Lahn_
Architektonische Daten
Baustil Neobarock
Architekt Alois Holtmeyer
Lage
Stadt/Gemeinde Marburg
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 49′ 12″ N, 8° 46′ 30″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen
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Der Bahnhof Marburg (Lahn) liegt an Streckenkilometer 104,3 der Main-Weser-Bahn im Nordosten Marburgs und wird täglich von etwa 12.000 Menschen frequentiert.

Inhaltsverzeichnis

Name


Offiziell trägt der Bahnhof die Bezeichnung Marburg (Lahn). Analog zur Bezeichnung Marburg Südbahnhof für den Haltepunkt Marburg Süd wird jedoch die innerörtliche Benennung Marburg Hauptbahnhof häufiger verwendet. Von seiner Eröffnung 1850 bis zur Eröffnung des Südbahnhofs 1897 trug der Bahnhof die Bezeichnung Marburg/Lahn. Er war dann bis zur Stilllegung der Marburger Kreisbahn und dem damit verbundenen Rückbau des Südbahnhofes zum Haltepunkt 2005 Hauptbahnhof. Daher hat sich dieser Name erhalten. Den Namen Hauptbahnhof trägt auch der Busbahnhof am Marburger Bahnhof.[1]

Geschichte


Der Bahnhof wurde mit dem Bau der Main-Weser-Bahn 1850 fertiggestellt und kam aufgrund der Streckenführung außerhalb des bebauten Gebiets der Stadt auf der anderen Seite der Lahn zu liegen.[2]

Seit 1903 endete am Bahnhof die Straßenbahn Marburg. Zunächst handelte es sich dabei um eine Pferdebahn, die 1911 auf elektrischen Betrieb umgerüstet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschied man sich gegen einen Weiterbetrieb und die Straßenbahn stellte 1951 ihren Betrieb ein. Kurze Zeit später wurde der Oberleitungsbus Marburg, der die Straßenbahn ersetzte, eröffnet. Dieser wurde schließlich 1968 auch eingestellt.

Umgestaltung

Empfangsgebäude, Verkehrsstation und Bahnhofsumfeld wurden von 2009 bis 2015 für insgesamt elf Millionen Euro umgestaltet. Unter anderem wurde der Bahnhofsvorplatz dadurch verkehrsberuhigt und erreicht, dass der Verkehr zwischen Innenstadt und Neuer Kasseler Straße nicht mehr direkt vor dem Bahnhofsgebäude vorbeifließt, sondern die Ernst-Giller-Straße nutzt. In den Obergeschossen des Bahnhofs entstanden Dienstleistungseinrichtungen. Die Bauarbeiten am Empfangsgebäude begannen am 3. Dezember 2009 und sollten Ende 2011 abgeschlossen sein. Im Oktober 2010 erfolgte der erste Spatenstich für die Arbeiten am Bahnhofsvorplatz, wo im ersten Bauabschnitt bis Ende 2011 zunächst die anliegende Verkehrsführung geändert wurde. Der Abschluss des Gesamtprojekts erfolgte im Frühjahr 2015, die offizielle Einweihung fand am 22. Mai statt.

Auszeichnung

Der Bahnhof wurde im August 2015 von der Allianz pro Schiene als Bahnhof des Jahres 2015 ausgezeichnet.[3]

Hochbauten


Das erste Empfangsgebäude stammte von Julius Eugen Ruhl. 1907 wurde es im Zuge einer Erweiterung des Bahnhofs durch ein von dem Architekten Alois Holtmeyer entworfenes Empfangsgebäude ersetzt. Nachdem dieses Empfangsgebäude im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde, wurde seine äußere neobarocke Form nach Kriegsende weitgehend wiederhergestellt.

2004 wurde der Bahnhof mit digitalen Anzeigetafeln an den Bahnsteigen sowie im Empfangsgebäude versehen und zum rauchfreien Bahnhof erklärt. Ab 2011 wurde der Bahnhof umfassend renoviert.[4]

Im südöstlichen Bahnhofsbereich lag das ehemalige Bahnbetriebswerk. Dazu zählten verschiedene um 1890 in Backstein ausgeführte Gebäude, darunter auch ein Ringlokschuppen, die heute noch vorhanden sind. Die ehemalige Wagenhalle wird heute als Kulturzentrum genutzt.

Das Empfangsgebäude und die übrigen Hochbauten des Bahnhofs sind heute überwiegend Kulturdenkmäler nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.

Bedeutung


Der Bahnhof Marburg wird von der Bahntochter DB Station & Service AG betreut und in der Kategorie 3 (Regionalknoten mit möglichem Fernverkehrshalt) eingestuft. Die Bahn beschreibt die Serviceleistungen in dieser Bahnhofskategorie mit Hauptbahnhöfen meist mittelgroßer Städte, mit Serviceangeboten bis in den Abend. Auf die permanente Kundenbetreuung durch DB-Mitarbeiter wird jedoch aus Kostengründen verzichtet.

Der Bahnhof wird von verschiedenen Stadtbuslinien des Nahverkehrs der Stadt Marburg angefahren. Zudem ist der dortige Busbahnhof Start- und Endpunkt für zahlreiche Überlandlinien.

Nordöstlich des Personenbahnhofs liegt der stillgelegte Güterbahnhof, der aus einer kleinen Rangieranlage (Ablaufberg mit vier kurzen Rangiergleisen) und den nördlich davon gelegenen ehemaligen Ladegleisen bestand.

Gleise


Der Bahnhof besitzt sechs Bahnsteiggleise. An den Gleisen 4 und 5 halten die durchgehend über die Main-Weser-Bahn verkehrenden Züge, an den Gleisen 1, 2 und 8 die Züge der Burgwaldbahn, die von Marburg nach Frankenberg (Eder) führt und der Oberen Lahntalbahn nach Erndtebrück. Das Gleis 1a wird speziell für Züge genutzt, die in Marburg beginnen und in Richtung Gießen/Frankfurt fahren.

Verkehr


Fernverkehr

In den 1980er Jahren hielt der IC-Zug Herkules (Kassel – München und zurück) in Tagesrandlage in Marburg. 2002 wurde die Interregio-Verbindung auf der Main-Weser-Bahn in Intercityzüge umklassifiziert; 2018 dann in ICE. Seitdem ist Marburg ICE-Systemhalt für die Relation Karlsruhe–Stralsund. Der Bahnhof wird im 2-Stunden-Takt bedient, zudem gibt es eine Intercity-Direktverbindung nach Westerland (Sylt) sowie einzelne Verstärkerleistungen an Sonntagen.

Linie Strecke Taktfrequenz
ICE 26 (Stralsund –) Hamburg – Hannover – Kassel-Wilhelmshöhe – Marburg – Friedberg – Frankfurt – Heidelberg – Karlsruhe Zweistundentakt
IC 26 Karlsruhe – Darmstadt – Frankfurt – Friedberg – Marburg – Kassel-Wilhelmshöhe – Hannover – Celle – Hamburg – Westerland So, ein Zugpaar

(Stand 2019)

Nahverkehr

Auf der Main-Weser-Bahn wird der Bahnhof im Nahverkehr von den Regional-Express-Zügen der Linie Frankfurt HbfKassel Hbf (Main-Weser-Express) und vom Mittelhessen-Express bedient. Der Bahnhof ist weiter Anfangs- und Endbahnhof für die Obere Lahntalbahn und die Burgwaldbahn, die beide in Cölbe von der Main-Weser-Bahn abzweigen. Des Weiteren beginnen bzw. enden einige Regionalbahn-Züge aus Gießen sowie einzelne Regional-Express-Züge aus Frankfurt in Marburg. Die Züge der Aar-Salzböde-Bahn fuhren nur zeitweise bis Marburg, meist endeten sie bereits im Abzweigbahnhof Niederwalgern. Seit Dezember 2010 verkehren auch Züge der HLB von Marburg nach Frankfurt.

Linien

Linien
Stadtallendorf ICE 26
ICE-Linie
Gießen
Kirchhain (Bz Kassel) RE 30/98
Main-Weser-Express, Main-Sieg-Express
Gießen
Cölbe RB 41
Mittelhessen-Express
Marburg Süd
Cölbe RB 42
Burgwaldbahn
Ende
Cölbe RB 94
Obere Lahntalbahn
Ende

Literatur


Weblinks


Commons: Bahnhof Marburg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Andreas Müller: 150 Jahre Eisenbahn in Marburg. Impulse der Stadtentwicklung. In: [Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur, Band 71]. Rathaus-Verlag, Marburg 2001.
  2. Das führte zu dem Spitznamen „Champagner-Bahnhof“, weil angeblich einige von dieser Lage profitierende Grundeigentümer die für den Bahnbau maßgeblichen Personen bei einem Sektfrühstück überredet haben sollen, den Bahnhof entsprechend zu positionieren. Die Anekdote wird von Hussong: „Kein Champagnerbahnhof“, gründlich untersucht und widerlegt.
  3. Marburg und Obstfelderschmiede/Lichtenhain sind Bahnhof des Jahres 2015. In: Allianz pro Schiene. Abgerufen am 26. August 2015.
  4. Bahnhofs-Umbau dauert bis Ende 2014. (Memento vom 21. Dezember 2014 im Internet Archive) In: Oberhessische Presse, 13. April 2013.



Kategorien: Bahnhof im Landkreis Marburg-Biedenkopf | Bahnhof in Europa | Kulturdenkmal in Marburg | Bauwerk in Marburg | Verkehr (Marburg) | Erbaut im 19. Jahrhundert | Main-Weser-Bahn

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