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Bad Aussee

Stadtgemeinde
Bad Aussee
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: LI
Fläche: 81,86 km²
Koordinaten: 47° 37′ N, 13° 47′ O Koordinaten: 47° 36′ 36″ N, 13° 46′ 58″ O
Höhe: 659 m ü. A.
Einwohner: 4.862 (1. Jän. 2019)
Postleitzahl: 8990
Vorwahl: 03622
Gemeindekennziffer: 6 12 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 48
8990 Bad Aussee
Website: www.badaussee.at
Politik
Bürgermeister: Franz Frosch (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
12
6
3
12 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Bad Aussee im Bezirk Liezen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Bad Aussee ist eine Kurstadt mit 4862 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) in der Steiermark, im steirischen Salzkammergut, Bezirk Liezen und Gerichtsbezirk Liezen. Bad Aussee gilt als der Hauptort des Ausseerlandes.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Bad Aussee bildet den geographischen Mittelpunkt Österreichs (Mittelpunktstein im Stadtkurpark), liegt am Zusammenfluss der Quellflüsse der Traun und verdankt seine Entstehung dem Salzbergwerk bei Altaussee und den damit verbundenen Salinen (noch vor 1300). Bad Aussee ist mit Oberösterreich über zwei Pässe verbunden, den Pötschenpass und den Koppenpass. Im Gemeindegebiet liegt der Sommersbergsee.

Gemeindegliederung


Das Gemeindegebiet umfasst elf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Anger (437)
  • Bad Aussee (1033)
  • Eselsbach (471)
  • Gallhof (265) samt Au, Gruben und Weißenbach
  • Gschlößl (169) samt Radling
  • Lerchenreith (836) samt Egg
  • Obertressen (625) samt Hanischbühel, Praunfalk und Vorwerk
  • Reitern (350) samt Voglbichl und Wald
  • Reith (285) samt Hintenkogl
  • Sarstein (130) samt Ischlberg und Sommersberg
  • Unterkainisch (261) samt Sießreith

Die Gemeinde besteht aus vier Katastralgemeinden (Fläche: Stand 31. Dezember 2018[2]):

Nachbargemeinden


Altaussee Grundlsee
Bad Goisern OÖ Nachbargemeinden Bad Mitterndorf
Obertraun OÖ Gröbming

Geschichte


Die erste urkundliche Nennung des Namens aussee erfolgte im Jahr 1265. Bis ins 15. Jahrhundert war das Salzkammergut samt Aussee und dem Ausseerland direktes Eigentum des Kaisers (Kammergut). Durch einen Streit bezüglich des Salzabbaus kam das Ausseerland an die Steiermark. Eine Religions-Reformations-Kommission setzte im protestantisch gewordenen Ausseerland ab 1599 die Gegenreformation durch.

1850 erfolgte die Errichtung eines k.k. Bezirksgerichtes, Steueramtes und Gendarmeriepostens. 1868 wurde Aussee zum Kurort erklärt[3], 1877 folgte die Eröffnung der Salzkammergutbahn. 1911 erhielt Aussee den Titel „Bad“.

Während der Zeit des Anschlusses Österreichs wurde das Ausseerland in die Verwaltungseinheit Reichsgau Oberdonau (Oberösterreich) ausgegliedert. 1942 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Reitern und Strassen sowie der Ortsteil Obertressen der Gemeinde Grundlsee zu Bad Aussee eingemeindet.

Am 1. Juli 1948 kam der Ort zurück an die Steiermark. Mit Beschluss der Steirischen Landesregierung vom 22. November 1993 erfolgte 1994 die Stadterhebung. Die zahlreichen Villen der Region, die meisten von ihnen wurden im 19. Jahrhundert erbaut, zeugen vom Reichtum des steirischen Salzkammerguts.

Die Stadt wurde zur Alpenstadt des Jahres 2010 gekürt.

Bad Aussee hatte aufgrund des traditionellen Status als Handelsstadt, den topographischen Bedingungen und auch den Eigenheiten seiner Bevölkerung eine besondere Stelle in der staatlichen Verwaltung. So war in Bad Aussee im 19. und im 20. Jahrhundert ein Finanzamt ansässig, es gab bis 2005 ein Bezirksgericht und bis 2011 eine Bezirksverwaltungsbehörde (Politische Expositur Bad Aussee mit dem auslaufenden Autokennzeichen BA). Letztere wird seit 2012 als Außenstelle der Bezirkshauptmannschaft Liezen geführt.

Bevölkerungsentwicklung


Wirtschaft und Infrastruktur


Wesentlicher Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus: klassische Sommerfrische, (Kurort seit 1868, Titel „Bad“ seit 1911, Soleheilbad, Grundlsee und Altausseer See) und Wintersport (Schigebiet Loser). Ende Mai findet das Narzissenfest statt, zu dem jährlich circa 25.000 Besucher kommen.

Bad Aussee ist seit jeher vom sanften Tourismus geprägt. Für die gesamte Region kennzeichnend ist die immer größer gewordene Anzahl an Zweitwohnsitzen (so kommt es, dass Bad Aussee circa 2700 Zweitwohnsitze aufweist – auf einen Hauptwohnsitz kommen somit schon 0,5 Zweitwohnsitze).

Einer der größten Arbeitgeber der Gemeinde ist die Rigips Austria, die in Bad Aussee ihre Österreichzentrale hat.

Der Handel ist in erster Linie durch selbstständige Handelsgeschäfte geprägt, die sich fast alle im Ortskern mit überwiegend sehr kleinflächigen Geschäftslokalen präsentieren.

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Altaussee, Bad Mitterndorf und Grundlsee den Tourismusverband „Ausseerland-Salzkammergut“. Dessen Sitz ist in Bad Aussee.[4]

Das Erzherzog Johann BORG Bad Aussee, ein Oberstufenrealgymnasium, geht auf eine 1950 gegründete private Mittelschule zurück, kam 1964 an die Gemeinde Bad Aussee und ist seit 1978 Bundesschule.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bad Aussee
Bauwerke
Museen

2005 wurde in Bad Aussee die steirische Landesausstellung unter dem Motto „Narren und Visionäre – mit einer Prise Salz“ veranstaltet. Der Titel spielt auf das vielfältige Brauchtum an, so wie zum Beispiel die Trommelweiber während der Faschingszeit.

Naturdenkmäler
Sonstiges

Im Frühjahr 2005 wurde die über dem Zusammenfluss der Grundlseer- und Altausseertraun errichtete begehbare Brücke in Form eines Mercedes-Sternes eröffnet, die Mercedes-Brücke.

Sehenswert ist auch der Chlumeckyplatz (auch Oberer Markt). Hier findet einmal wöchentlich (Ende März bis Ende November) ein kleiner Markt statt.

Im Kurpark befinden sich ein bunter Fisch-Brunnen und das Erzherzog-Johann-Denkmal. Bad Aussee wird im Allgemeinen als der geografische Mittelpunkt Österreichs genannt, der Mittelpunkt-Stein steht ebenfalls im Stadtkurpark.

Bad Aussee erhielt den Titel Alpenstadt des Jahres 2010. Bad Aussee wird damit als Mittlerin zwischen Stadt und dem Umland im Salzkammergut und für ihre aktive Wahrnehmung der Alpenkonvention ausgezeichnet.[7]

Von der Tressensteinwarte, welche 2013 am Gipfel des zentral zwischen Altausseer See und Bad Aussee gelegenen Tressensteins errichtet wurde, bietet sich ein ausgezeichneter Blick auf Bad Aussee, sowie ein Rundblick über das gesamte Ausseerland.

Bad Aussee gilt auch als Trachtenhochburg, in mehreren Geschäften kann sowohl traditionelle als auch moderne Tracht erstanden werden. Im Ausseerland ist das Tragen der Tracht immer noch weit verbreitet und auch im Alltag üblich.

In Bad Aussee gibt es nicht nur vier Jahreszeiten. Der Fasching gilt als die „fünfte Jahreszeit“. Trommelweiber, Flinserln und Maschkera machen im Ortszentrum ein buntes Bild. In allen Ortsteilen finden von Donnerstag bis Faschingdienstag verschiedenste Faschingsveranstaltungen statt.

Beim Landesblumenschmuckbewerb „Die Flora“|19 erhielt Bad Aussee als eine der sieben steirischen Städte eine Gesamtzahl von fünf Floras und zählt damit zu den Gewinnern des Bundeslandes.[8]

Sport


Wichtigster Vertreter des Ausseer Sports war lange Zeit der Fußballklub SV Bad Aussee. Dieser 1932 gegründete Verein stieg im Jahr 2007 von der Regionalliga Mitte in die Erste Liga auf, und feierte damit den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Heimstadion ist das Panoramastadion in der Nähe des Bahnhofs. Letzter Präsident des SV Bad Aussee war der deutsche Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Der SV Bad Aussee war zur Zeit der Zugehörigkeit zur Ersten Liga der größte Werbeträger der Stadtgemeinde Bad Aussee mit einem Werbewert von etwa 1,9 Mio. Euro. Nach Ausgleich und Auflösung des Vereines entstand in Kooperation mit dem FC Altaussee der FC Ausseerland als neuer Verein in Bad Aussee. Das Präsidium besteht aus dem Industriellen Hans Christof und dem ehemaligen steirischen Landesrat Günter Dörflinger.

Politik


Gemeinderatswahl in Bad Aussee 2015
Endergebnis
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,96
(+17,26)
27,76
(-17,31)
13,21
(+6,98)
2,08
(keine)
n. k.
(-9,00)
Sonst.d
2010

2015

Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Freie Bürger Bad Aussee
e 2015: FPÖ nicht kandidiert

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.

Bürgermeister

Der Gemeinderat als oberstes Gremium der Gemeinde umfasst 21 Sitze und wird alle fünf Jahre im Zuge steiermarkweiter Gemeinderatswahlen gewählt. Die letzte Gemeinderatswahl fand 2015 statt. Bei einer Wahlbeteiligung von 67 % (von 4.096 Wahlberechtigten) lag die Zahl der ungültigen Stimmen bei 1,8 %. Bei der Wahl traten mit der ÖVP, der SPÖ, den Grünen und der Liste „Freie Bürger Bad Aussee“ vier Parteien an. Die FPÖ, die bei der Gemeinderatswahl 2010 noch 9 % und zwei Mandate erreichte, trat nicht zur Wahl an.

Es ergab sich folgende Mandatsaufteilung: Die ÖVP erhielt mit 56,96 % zwölf Mandate, die SPÖ mit 27,76 % sechs Mandate und die Grünen mit 13,21 % drei Mandate. Die Liste „Freie Bürger Bad Aussee“ erreichte 2 % und ist somit nicht im Gemeinderat vertreten. Die SPÖ hat im Vergleich zu den Gemeinderatswahlen 2010 17,3 % verloren, die ÖVP ebenso viele Prozentpunkte dazu gewonnen. Die Grünen verzeichneten ein Plus von knapp 7 %.[11] Bürgermeister ist Franz Frosch (ÖVP).

Wappen

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Juni 1994.
Blasonierung (Wappenbeschreibung):

„In geteiltem Schild oben in Rot nebeneinander zwei an den Rändern gekerbte goldene Salzkufen, unten in goldgeflutetem Blau ein links schwimmender goldener Saibling.“[12]

Partnerschaften

Persönlichkeiten


Ehrenbürger der Gemeinde
In Bad Aussee geboren
Mit Bad Aussee verbunden

Literatur


Weblinks


 Commons: Bad Aussee  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Aussee – Reiseführer

Einzelnachweise


  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019) , (CSV )
  2. CSV-Datei aus REGIONALINFORMATION.zip (1.221 KB) ; abgerufen am 12. Jänner 2019
  3. Geltende Fassung: Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 30. Mai 1980 über die Festsetzung des Kurbezirkes Bad Aussee Stammfassung: LGBl. Nr. 52/1980
  4. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 299. ZDB-ID 1291268-2 S. 624.
  5. Naturerlebniszentrum Alpengarten Bad Aussee. Abgerufen am 20. Mai 2014.
  6. Club Lotus Austria: Das Museum. Abgerufen am 20. Mai 2014.
  7. Medienmitteilung zur Bekanntgabe von Bad Aussee als Alpenstadt des Jahres 2010 (PDF; 41 kB)
  8. Blumenschmuckwettbewerb "Die Flora"
  9. Otto Marl Ennstalwiki
  10. Franz Frosch Ennstalwiki
  11. Kleine Zeitung: Gemeinderatswahl Steiermark 2015, Bad Aussee. Archiviert vom Original am 26. Juni 2015; abgerufen am 16. Juni 2015.
  12. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 47, 1997, S. 35
  13. Steirischer Bauernbündler (15. Mai 1955), S. 3.
  14. Südost-Tagespost (30. Mai 1976), S. 5.
  15. Südost-Tagespost (30. Mai 1976), S. 5.



Kategorien: Gemeinde in der Steiermark | Stadt in der Steiermark | Ort im Bezirk Liezen | Bad Aussee | Ort im Salzkammergut | Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut | Dachsteingebirge | Totes Gebirge | Ort im Einzugsgebiet der Traun (Donau) | Ersterwähnung 1265 | Stadtrechtsverleihung 1994


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Stand der Informationen: 23.10.2019 11:15:37 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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