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Autobahn 4 (Schweiz)

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Autobahn 4 in der Schweiz
  
Karte
Basisdaten
Betreiber: Bundesamt für Strassen
Zweig A4a: Kanton Zug
Strassenbeginn: Thayngen
(47° 44′ N, 8° 43′ O )
Strassenende: Altdorf UR
(46° 54′ N, 8° 37′ O )
Gesamtlänge: ca. 165 km

Kanton:

Die Schweizer Autobahn 4 bzw. Autostrasse 4 ist weitgehend deckungsgleich mit der Nationalstrasse 4 und führt auf einer Gesamtlänge von 165 Kilometern vom Grenzübergang mit Deutschland bei Thayngen über Schaffhausen, Winterthur und Zürich nach Altdorf UR. Der Autobahnzweig A4a, Teil der Nationalstrasse 14, führt von Cham nach Sihlbrugg.

Inhaltsverzeichnis

Streckenverlauf


Die A4 beginnt als Autostrasse am Grenzübergang Thayngen an der Grenze zu Deutschland, überquert bei Schaffhausen mit einer Schrägseilbrücke den Rhein und führt von Flurlingen, durch das Zürcher Weinland, als so genannte Miniautobahn bis nach Kleinandelfingen und weiter als Autostrasse nach Winterthur. Zwischen Winterthur und Zürich verläuft die A4 gemeinsam mit der als Autobahn ausgebauten A1. Ab der Verzweigung Zürich Ost verlaufen die A4 und die A1 über den sogenannten Nordring zur Verzweigung Limmattal, von wo aus die A4 und die A3 seit dem 4. Mai 2009 über die Westumfahrung von Zürich führen; bis Mai 2009 endete dieses Teilstück am Autobahnanschluss Birmensdorf. Von Süden her wurde ab der Verzweigung Blegi in Richtung Knonau ein Teilstück 1970 genehmigt, anschliessend gebaut aber nicht genutzt. Erst die Ablehnung der Kleeblatt-Initiative im April 1990 machte eine neue Projektierung mit einer umweltschonenderen Variante möglich.[1] Am 13. November 2009 wurde das Teilstück der A4 im Knonauer Amt zwischen den Verzweigungen Zürich West und Blegi bei Cham eröffnet. Mit 4'680 Meter ist der Islisbergtunnel das wichtigste Bauwerk in diesem Streckenabschnitt. Ab Blegi verläuft die A4 nach Schwyz und endet als Autostrasse nach dem Mositunnel bei Brunnen.

Die Fortsetzung ist die Axenstrasse, die von Brunnen nach Altdorf im Kanton Uri führt und als Nationalstrasse dritter Klasse den Ausbaustand einer Hauptstrasse besitzt. Die 2005 eröffnete Tunnelumfahrung Flüelen ist wiederum als Autostrasse ausgewiesen, der Anschluss an die A2 blieb hingegen als nicht kreuzungsfreie Hauptstrasse bestehen.

Ausbauprojekte


Miniautobahn Flurlingen–Kleinandelfingen

Am 20. Oktober 2006 hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) das Ausführungsprojekt zum Ausbau der zweispurigen Nationalstrasse zwischen Flurlingen und Kleinandelfingen in eine richtungsgetrennte vierspurige Miniautobahn genehmigt. Der Ausbau hat etwa 140 Millionen Schweizer Franken gekostet. Damit wurde dem grossen Verkehrsaufkommen Rechnung getragen.

Im Sommer 2007 konnten die Bauarbeiten zur Miniautobahn beginnen. Die Freigabe des ausgebauten Teilstücks fand am 22. Oktober 2010 in Kleinandelfingen mit einem Eröffnungsfest für die Öffentlichkeit statt. Die Miniautobahn ist als Autostrasse signalisiert.

Vollausbau Kleinandelfingen-Verzweigung Winterthur Nord

Laut Medienmitteilung des Bundesamtes für Strassen ASTRA (Filiale Winterthur) ist frühestens ab Ende 2022 bis 2026 der Ausbau des 8,6 Kilometer langen bisher zweispurigen Streckenabschnitts von Kleinandelfingen bis zur Verzweigung Winterthur Nord zu einer richtungsgetrennten vierspurigen Autobahn (keine Miniautobahn) vorgesehen. Die Planungen starteten 2010. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf 330 Millionen Franken (Stand: 2016). Das Ausbauprojekt wurde dazumal vom Bundesrat in der zweiten Programmbotschaft PEB (26. Februar 2014) ins Modul 1 der Engpassbeseitigungen des Nationalstrassennetz aufgenommen. Seit 2018 ist dieses Projekt neu im «Ausbauschritt 2014» enthalten. In einem weiteren Schritt war vom 1. Februar bis 1. März 2016 die Einsprachefrist. Im Jahr 2019 erfolgte die Erarbeitung des Detailprojekts, welcher 2020 die Submission folgen soll.[2][3]

Galgenbucktunnel

Im Dezember 2019 wurde als Erweiterung des A4-Anschlusses Schaffhausen Süd der 1'138 Meter lange Galgenbucktunnel eröffnet. Er dient als Umfahrung der Gemeinde Neuhausen am Rheinfall sowie als direkte Anbindung des Klettgaus (Hauptstrasse 13/Hauptstrasse 14) mit der A4 nach Winterthur resp. nach Deutschland. Auch die Hauptstrasse 4 vom Flughafen ZürichBülach nach Schaffhausen wird durch den Galgenbucktunnel geführt. Der Tunnel ist Teil des Nationalstrassennetzes, darf jedoch ohne Autobahnvignette befahren werden.

Ausbau der Axenstrasse

Gemäss Bundesamt für Strassen ASTRA soll in den Jahren 2011 bis 2025 die Axenstrasse in mehreren Etappen ausgebaut werden. Sisikon wird durch einen 4,4 Kilometer lange Tunnel vom Durchgangsverkehr entlastet. Der 2,8 Kilometer lange Morschacher Tunnel führt von Ingenbohl nach Ort. Durch den Ausbau wird die Axenstrasse auch besser vor Steinschlag und anderen Naturgewalten geschützt.

Stadtdurchfahrt Schaffhausen

Mittelfristig sollen der Tunnel Fäsenstaub und die Galerie Schönenberg, sowie der weitere Verlauf der A4 zwischen den Anschlüssen Schaffhausen Herblingen und Schaffhausen Süd auf Schaffhauser Stadtgebiet, von derzeit zwei auf vier Fahrspuren ausgebaut werden, da die Stadtdurchfahrt laut Prognosen in den nächsten Jahren an die Kapazitätsgrenze stossen wird. Der Tunnel Fäsenstaub soll unter anderem eine zweite Röhre erhalten (Fäsenstaubtunnel II) und die Galerie Schönenberg auf vier Fahrspuren erweitert werden. Von einer Realisierung wird ab dem Jahr 2020 ausgegangen. Der Bund hat im Herbst 2009 den Ausbau der Stadtdurchfahrt Schaffhausen in die Liste der Projekte mit einem dringlichen Planungsbedarf aufgenommen.

Der Fäsenstaub- und Cholfirsttunnel entsprechen nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards. Ab 2015 werden deshalb bei beiden Tunnels die Lüftungen angepasst sowie je ein parallel verlaufender Sicherheitsstollen erstellt.[4]

Cholfirsttunnel und Rheinbrücke

Der Neubau einer zweiten Röhre für den Cholfirsttunnel (Cholfirsttunnel II) und der Ausbau der Rheinbrücke auf vier Fahrspuren wurde im neuen Bedarfsplan des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vorerst zurückgestellt. Eine Realisierung ist allenfalls ab 2025 oder 2030 möglich. Die Rheinbrücke und der Cholfirsttunnel bleiben daher auf absehbare Zeit dreispurig.

Aufklassierung der kantonalen Autostrasse J15 zur Nationalstrasse


Auf Bundesebene wurde unter dem Titel «Weiterentwicklung des Nationalstrassennetzes» (WEN) eine Neufassung des «Bundesbeschlusses über das Nationalstrassennetz» vom 21. Juni 1960 erarbeitet. Im Rahmen der Vernehmlassung hatte der Bundesrat die Kantone Mitte 2008 zu einer Stellungnahme eingeladen.

Der sogenannte «Neue Netzbeschluss» sieht die Anpassung des Strassennetzes im Kanton Schaffhausen an die realen Transitverkehrsströme vor. Die am Grenzübergang Bargen endende Nationalstrasse 4 wird auf deutscher Seite von keiner leistungsstarken Strasse abgenommen, der Transitverkehr in Richtung Stuttgart wird über die kantonale Autostrasse J15 über den Grenzübergang Thayngen abgewickelt, und dort von der deutschen Bundesstrasse 34 abgenommen, die zur Bundesautobahn 81 führt. Die J15 wurde daher von der Verzweigung Mutzentäli bis zum Grenzübergang Thayngen/Bietingen zur Nationalstrasse umklassiert, die N4 wurde im Gegenzug von der Verzweigung Mutzentäli bis zum Grenzübergang Bargen/Neuhaus am Randen zur kantonalen Autostrasse abklassiert.

Der Kanton Schaffhausen zeigte sich in seiner Stellungnahme mit dem Vorhaben grundsätzlich einverstanden, der Schaffhauser Kantonsrat hat die Stellungnahme am 15. September 2008 einstimmig (69:0 Stimmen) verabschiedet. Da die Kantonsverfassung im Falle der geplanten Neuaufnahme einer Kantonsstrasse ins Nationalstrassennetz zudem eine Volksabstimmung zur Stellungnahme verlangt, wurde diese am 30. November 2008 abgehalten und mit 88,9 % Ja-Stimmen (23'974:2'988 Stimmen) ebenfalls bestätigt.

Im Vergleich soll mit dem «Neuen Netzbeschluss» das Nationalstrassennetz im Kanton Schaffhausen um rund 7,2 Kilometer kürzer werden. Das abgeltungsberechtigte Kantonsstrassennetz wäre hingegen aufgrund des geringfügig längeren Verlaufs der damaligen N4 sowie der Aufnahme der Klettgaustrasse (Hauptstrasse 13) insgesamt um 19,8 Kilometer länger geworden.

Der Beschluss wurde vorerst nicht umgesetzt, da das Volk an der Eidgenössischen Volksabstimmung vom 24. November 2013 die Änderung des Bundesgesetzes über die Abgabe für die Benützung von Nationalstrassen (Nationalstrassenabgabegesetz, NSAG) ablehnte, weswegen die A4/N4 nach wie vor in Bargen begonnen hatte – in der Vorlage ging es um die Erhöhung des Preises der Autobahnvignette, welches die Erweiterung des Nationalstrassennetzes hätten finanzieren sollen. Durch Annahme des NAF im Februar 2017 erfolgte der Abtausch A4 / J15 zum 1. Januar 2020.[5][6]

Die Anschlüsse an der bisherigen Kantonsstrasse J15 wurden ins bestehende Nummernsystem der N4/A4 einbezogen. Der Verlauf lautet ab dem 1. Januar 2020:

Vignettenpflicht


Zwischen dem Grenzübergang bei Thayngen und dem Anschluss Thayngen darf die Autostrasse ohne Vignette befahren werden.[7]

Weblinks


Commons: A4  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Autobahn im Knonaueramt im Fahrplan Blick, Artikel vom 25. September 2009, aktualisiert am 7. Februar 2012
  2. ASTRA: Projektseite Vollausbau. Abgerufen am 6. Januar 2020.
  3. ASTRA: Faktenblatt: N04/08 Kleinandelfingen – Verzweigung Winterthur Nord, Engpassbeseitigung. (PDF) Abgerufen am 6. Januar 2020.
  4. Webseite Cholfirsttunnel
  5. Webseite des ASTRA zum NAF
  6. Schaffhauser Nachrichten vom 30. Dezember 2019: Am Mittwoch werden Strassen getauscht
  7. Eidgenössische Zollverwaltung (EZV): Interaktive Karte der abgabepflichtigen Nationalstrassen



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