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Auhausen



Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Auhausen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Verwaltungs­gemeinschaft: Oettingen in Bayern
Höhe: 422 m ü. NHN
Fläche: 15,55 km2
Einwohner: 1006 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86736
Vorwahl: 09832
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 117
Gemeindegliederung: 9 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Klosterstraße 12
86736 Auhausen
Website: www.auhausen.de
Bürgermeister: Martin Weiß
Lage der Gemeinde Auhausen im Landkreis Donau-Ries

Auhausen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Oettingen in Bayern.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Auhausen ist die nördlichste Gemeinde im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben und liegt am Rand des Nördlinger Rieses, etwa sechs Kilometer nördlich von Oettingen. Westlich fließt der Fluss Wörnitz vorbei, am Südrand der Bruckbach, der südwestlich in die Wörnitz mündet. Rund um Auhausen finden sich zahlreiche Erholungsgebiete und historische Städte.

Die Gemeinde besteht aus zwei Gemarkungen, die den ehemaligen Gemeinden entsprechen, und hat neun amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Das Forsthaus Linkersbaindt ist eine Exklave im nördlich gelegenen gemeindefreien Gebiet Dornstadt-Linkersbaindt.

Die Einöde Hof am Schmarrenweiher ist abgegangen, die Leberhöfe wurden 1873 abgebrochen.

Geschichte


Bis zur Gemeindegründung

Auhausen wird urkundlich erstmals im Jahre 959 erwähnt, als Otto I. am 12. Juni seinem Getreuen Hartmann das einem Ernst gerichtlich entzogene Eigengut in Auhausen und Westheim schenkt. 1136 erwähnt Papst Innozenz II. Auhausen in einem Privileg für das schon bestehende Kloster. Die genaue Gründung des Ortes kann, wie auch die des Benediktinerklosters, nicht urkundlich belegt werden. Dennoch kann man aus historischen und ortsnamenkundlichen Gründen die (fränkische) Ortsgründung im 9. Jahrhundert annehmen, möglicherweise als Ausbausiedlung von Westheim oder Geilsheim. Für die Klostergründung können die Jahre zwischen 1129 und 1133 angenommen werden, denn der Gründer, Hartmann von Auhausen, erscheint urkundlich Februar 1133 als Zeuge des Naumburger Bischofs im Saaletal. Hier begründeten er, seine drei Söhne und die Enkel die Dynastie der Herren von Lobedeburg mit neuem Stammsitz in und später oberhalb von Jena-Lobeda. Den Besitz an der Wörnitz übergab er bis auf Gütersplitter dem neuen Kloster. Die edelfreien Herren von Auhausen sind mit Lücken von 959 bis 1129 im Zusammenhang mit Auhausen bzw. Alerheim (nur Burggrafenamt) fassbar. Der Weggang der Herren von A. machte die Bewohner für Jahrhunderte zu Untertanen des Klosters.[3]

Zur Klostergeschichte bis 1534 siehe Sturm in Lit.

Aufständische Bauern verwüsteten das Kloster während des Bauernkriegs im Mai 1525.[4] 1530 floh der letzte Abt Georg Truchseß von Wetzhausen nach Eichstätt. Das Kloster schloss sich der lutherischen Lehre an und wurde 1537 aufgelöst. Die Klosterkirche wurde Pfarrkirche. Der Grundbesitz des Klosters unterstand dem neu geschaffenen Klosterverwalteramt Auhausen, das Teil des ansbachischen Oberamtes Wassertrüdingen war.

Im Jahre 1608 schlossen sich die protestantischen Fürsten des Reiches im Kloster Auhausen zum Schutzbündnis der Protestantischen Union zusammen. Die Klostergebäude selbst wurden im 19. Jahrhundert großenteils abgerissen.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Auhausen 86 Untertansfamilien. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Klosterverwalteramt Auhausen inne.[5][6] Bei den von Karl August von Hardenberg als preußischem Minister in Ansbach-Bayreuth durchgesetzten preußisch-oettingischen Grenzbereinigungen 1796 fiel das ansbachische Klosteramt an die Grafen Oettingen-Spielberg und damit bei deren Mediatisierung mit der Rheinbundakte 1806 an das Königreich Bayern. Hier wurde das ehemals fränkische Auhausen zusammen mit Oettingen dem schwäbischen Oberdonaukreis bzw. dem späteren Regierungsbezirk Schwaben zugeordnet.

2008/2009 war Festjahr zur 1050. Jahresfeier der ersten urkundlichen Erwähnung von Auhausen und des 400. Jahrestages der Gründung der Protestantischen Union von Auhausen 1608.

Eingemeindungen

Am 1. Oktober 1975 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Lochenbach eingegliedert, am 1. Mai 1978 kam Dornstadt hinzu.[7]

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 993 auf 1.006 um 13 Einwohner bzw. um 1,3 %.

Politik


Seit Mai 2014 ist der am 16. März 2014 gewählte Martin Weiß (FWG/UHL) Bürgermeister von Auhausen; er wurde bei der Kommunalwahl im März 2020 mit 91,1 % wieder gewählt. Vorgänger war Wilhelm Dorner (Freie Wählergem./Unabh.).

Sehenswürdigkeiten


Baudenkmäler


Wirtschaft und Infrastruktur


Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Nach der amtlichen Statistik gab es 2017 im Ort 217 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte; von den Einwohnern standen 431 Personen in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, so dass die Zahl der Auspendler um 214 höher lag. Im Jahr 2016 bestanden 31 landwirtschaftliche Betriebe; 1258 ha der Gemeindefläche waren landwirtschaftlich genutzt.

Verkehr

Auhausen liegt an der Bahnstrecke Nördlingen–Gunzenhausen, auf der derzeit kein regulärer Personenverkehr stattfindet. Die Staatsstraße St 2221 durchquert den Ort und verbindet ihn mit Oettingen im Süden und Wassertrüdingen im Norden.

Bildung

2018 bestand eine Kindertagesstätte mit 60 genehmigten Plätzen und 36 Kindern.

Söhne und Töchter der Gemeinde


Literatur (Auswahl)


Weblinks


Commons: Auhausen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Auhausen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 3. September 2019.
  3. Müller, Jahrbuch 2009 in Lit.
  4. Das Kloster während der Bauernkriege
  5. Johann Bernhard Fischer: Auhausen. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, S. 379 (Digitalisat ).
  6. J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 200.
  7. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 793 und 794.
  8. Metzger, S. 314–329
  9. Müller 2006, S. 325–327
  10. Reindl, S. 293–296, 407
  11. Rieser Biographien, S. 162–164
  12. Müller 2000 in Lit
  13. Rieser Biographien, S. 255



Kategorien: Auhausen | Gemeinde in Bayern | Ort im Landkreis Donau-Ries | Ersterwähnung 959



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