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August Braun (Kirchenmaler)



August Braun (* 16. Mai 1876 in Wangen im Allgäu; † 8. April 1956 ebenda) war ein Kirchenmaler aus Wangen im Allgäu.

Inhaltsverzeichnis

Leben


August Braun wurde als jüngstes von dreizehn Kindern des Wangener Arztes Josef Braun 1876 geboren. Nach dem Abitur studierte er an der Kunstakademie München. Seine Lehrer waren Gebhard Fugel und Karl Kasper. Braun war in seiner Münchner Studienzeit mit Hermann Anton Bantle, Franz Martin, dem Restaurator Baur und A. Pfeffer aus Rottenburg befreundet. 1898 folgte eine mehrmonatige Studienunterbrechung zu Studienzwecken in Leipzig. Das gesamte Jahr 1899 verbrachte der Maler, um sich weiterzubilden, in Paris. In München wurde er Schüler des bekannten Tiermalers Heinrich von Zügel. 1908 beendete er sein Studium und war bis 1914 freischaffender Künstler.

Unterdessen hatte Braun, ähnlich wie andere Künstler seiner Zeit, eine Künstlergruppe gebildet; der Freskenmaler und Illustrator arbeitete unter anderem in Berlin in Künstlergemeinschaft im „Atelier Ernst Neumann“, das dem dort als Maler und Gebrauchsgraphiker tätigen Ernst Neumann (1871–1954) gehörte.[1]

Ab 1914 nahm Braun am Ersten Weltkrieg teil. Ab 1918 lebte er wieder in seiner Heimatstadt Wangen im Allgäu. Bescheiden, unpolitisch, keiner politischen Partei angehörend, ging er stets morgens zur Frühmesse. Er starb 1956 und wurde in dem Familiengrab der Familie Braun auf dem Wangener Friedhof bestattet.

Der Kirchenmaler Josef Braun (1903–1965) war sein Neffe,[2] beide arbeiteten häufig zusammen.

Werke


Von August Braun existieren 50 Aus- und Anmalungen in weltlichen und kirchlichen Gebäuden in Oberschwaben und dem Allgäu. Er wurde von Fugel, der neuen Sachlichkeit und Otto Dix beeinflusst. Seine Wand- und Deckenbilder fügen sich durch eine vergleichsweise traditionelle Malweise in die historischen Innenräume bzw. Ensembles ein. Dass sie im 20. Jahrhundert gemalt wurden, zeigt sich eher in Details. So tragen beispielsweise Prozessionsteilnehmer den modernen Straßenanzug (Eriskirch) oder es sind Persönlichkeiten der Zeitgeschichte dargestellt oder angedeutet (Rötenbach, drei Päpste in Zeil). An den zeitgleichen, 1933 geschaffenen Malereien in Eriskirch lässt sich deutlich die unterschiedliche stilistische Handschrift von August Braun (Decke) und Josef Braun (Chorwand) erkennen. Dabei ist der weniger moderne Gestus August Brauns wohl nicht als Unkenntnis oder Unvermögen zu verstehen (beispielsweise zeigt eine Zeichnung Christus säubert den Tempel[3] in den Gewandfalten und bei den Händlern beinahe kubistische Formen), sondern als bewusste Zurücknahme. Einerseits wurde er so zum „besten Barockmaler unserer Zeit“[4], andererseits war er so auch weniger dem Vorwurf der „entarteten Kunst“ ausgesetzt als sein Neffe.

Kirchen

Profanbauten

Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. Barbara Kaufhold: Deutsche Sektreklame von 1879-1918. Ihre Entwicklung unter wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und künstlerischen Aspekten, Inaugural-Dissertation 2002 an der Fakultät Geschichtswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, Bochum: Ruhr-Universität Bochum, 2002, passim; als PDF-Dokument
  2. Die Christliche Kunst. Monatsschrift fur alle Gebiete der christlichen Kunst und Kunstwissenschaft, Band 25, 1929, S. 155
  3. Lindau, Auktionshaus Michael Zeller, Auktion 125 vom Juni 2015
  4. Ausspruch von Studienrat Dr. Franz Nasal, überliefert von Maria Braun, zitiert nach Carmen Witt-Schnäcker: Malereien von August und Josef Braun in der katholischen Pfarrkirche in Eriskirch am Bodensee. Künstlerische Ergänzung einer Raumfassung im Jahre 1933. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 36. Jg. 2007, Heft 2, S. 116–121, insb. 117.
  5. Albert Mayr, Katholische Pfarrkirche St. Otmar Akams, o. O. 2013. – Bruno Bushart, Georg Paula (Bearbeiter): Schwaben (= Georg Dehio [Begründer], Dehio-Vereinigung [Hrsg.]: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler). Deutscher Kunstverlag, München, Berlin 1989, S. 10.
  6. www.schlosszeil.de – Alfons Kasper: Kunstwanderungen im Nord-Allgäu (...) (= Kunst- und Reiseführer. Band 5). Verlag Dr. Alfons Kasper, Bad Schussenried 1966, S. 10–11.
  7. Der Wikipedia-Artikel zum Tor gibt beide Maler als Urheber der Bemalung an. Alfons Kasper nennt nur August Braun. – Alfons Kasper: Kunstwanderungen im Nord-Allgäu (...) (= Kunst- und Reiseführer. Band 5). Verlag Dr. Alfons Kasper, Bad Schussenried 1966, S. 86.
  8. Hubert Krins: Ensemble-Denkmalpflege. Probleme eines denkmalpflegerischen Aufgabenbereichs, dargestellt an Beispielen in Wangen/Allgäu, Kreis Ravensburg. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 3. Jg. 1974, Heft 3, S. 18–27, insb. S. 25: „Bleibt nur zu hoffen, daß am Haus Nr. 23 auch bald wieder das für dieses Haus von dem Wangener Kunstmaler August Braun geschaffene Bild des siegreichen Kampfes der Wangener Schmiede gegen den Truchseß von Waldburg 1389 zu sehen sein wird.“



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