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Atos SE

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Atos SE

Rechtsform Societas Europaea
ISIN FR0000051732
Gründung 1997
Sitz Bezons,  Frankreich
Leitung
  • Elie Girard (CEO)
  • Eric Grall
  • Robert Vassoyan
  • Adrian Gregory
  • Pierre Barnabé
  • Philippe Mareine
Mitarbeiterzahl 110.000 (Juli 2019)[1]
Umsatz 12,3 Mrd Euro (2018)[2]
Branche Informationstechnik
Unternehmensberater
Website de.atos.net

Die Atos SE (ehemals Atos Origin) ist ein börsennotierter französischer IT-Dienstleister mit Hauptsitz in Bezons bei Paris. Das Unternehmen hat weltweit ca. 110.000 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund 12 Milliarden Euro. Zu den Geschäftsfeldern des Unternehmens gehören Zahlungstransaktionen, Beratungs- und Technologieservices, Systemintegration sowie Outsourcing-Dienstleistungen.[3]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Im Jahr 2000 fusionierte die französischen Firma Atos mit der niederländischen Firma Origin und gab sich den neuen Namen Atos Origin.[4] Das Unternehmen wuchs stetig, zum einen durch Akquisitionen, zum anderen durch Outsourcingvereinbarungen mit Personal- und Technologietransfers. Im Jahr 2002 entstand aus der Übernahme des Beratungsgeschäfts von KPMG in Großbritannien und den Niederlanden die Firma Atos Consulting. Damit sicherte sich der Konzern ein starkes Standbein im Beratungssegment des IT-Marktes.

Seit 2001 ist das Unternehmen offizieller IT-Partner bei den Olympischen Spielen[5] und seit 2002 auch bei den Paralympischen Spielen[6] und tritt als Sponsor für die Veranstaltungen[7] und Sportler[8][9] auf. Ähnliche Arrangements gab bzw. gibt es auch für die Commonwealth Games seit 2014[10], die Südostasienspiele 2015[11], die European Championships 2018[12] und für die Panamerikanischen Spiele 2019 und 2023[13].

2004 erfolgte die Übernahme der IT-Sparte von Karstadt; diese machte damals einen Jahresumsatz von etwa 1,2 Mrd. Euro.[14]

Im Januar 2004 erwarb Atos Origin von Schlumberger die Sema-Gruppe und formte damit eines der größten europäischen Unternehmen für IT-Dienstleistungen. Zum Zeitpunkt der Akquisition hatte Sema 20.000 Beschäftigte und einen Jahresumsatz von rund 2,4 Milliarden Euro. Atos Origin erwirtschaftete 2003 mit 26.500 Beschäftigten einen Jahresumsatz von über 3 Milliarden Euro.

Im Jahr 2010 erzielte Atos Origin mit über 48.000 Beschäftigten einen Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro.[15]

Am 14. Dezember 2010 gab Atos Origin den Kauf der Siemens-Sparte Siemens IT Solutions and Services (kurz SIS) bekannt.[16] Der Verkauf wurde am 1. Juli 2011 nach Zustimmung der Atos-Aktionäre vollzogen. Zuletzt hatte die SIS einen Umsatz von 3,7 Milliarden mit rund 31.000 Mitarbeitern weltweit erwirtschaftet.[17] Siemens wurde durch die Transaktion größter Aktionär von Atos und hält etwa 15 % der Anteile. Der Kauf von SIS kostete Atos Origin 850 Millionen Euro; davon wurden 186 Millionen Euro bar ausbezahlt und der übrige Teil in Form von Wandelanleihen und Aktien transferiert. Weltweit beschäftigte das vereinte Unternehmen 2015 rund 100.000 Mitarbeiter in 73 Ländern und erzielte einen Umsatz von rund 12 Milliarden Euro.[3] Atos war damit 2015 der zweitgrößte IT-Service-Provider in Europa.[17]

Nach der Übernahme der ehemaligen IT-Sparte von Siemens strich man „Origin“ aus dem Unternehmensnamen und firmiert seit dem 1. Juli 2011 unter dem Namen Atos.

Weitere große Übernahmen waren danach die Übernahme des Cloud-Dienstleisters Canopy, der Firma Bull und seit dem 1. Juli 2015 der IT-Sparte von XEROX (Xerox ITO).

Am 20. Januar 2016 hat Atos Unify von Gores und Siemens übernommen (ehemals Siemens Enterprise Communications SEN). Im Oktober 2018 hat Atos Syntel übernommen.[18]

Auf Grund seiner Nominierung für das Amt des EU-Kommissars für den Binnenmark trat Thierry Breton zum 31. Oktober 2019 von seinen seit November 2008 geführten Positionen als Aufsichtsratsvorsitzender und CEO von Atos zurück. Im Aufsichtsrat soll in der Folge Bertrand Meunier die Rolle des nicht-geschäftsführenden Vorsitzenden übernehmen, während Elie Girard am 1. November 2019 zum neuen CEO ernannt wurde.[19]

Standorte


Atos ist weltweit in 73 Ländern vertreten. Der Hauptsitz der Firma liegt in Bezons.

In Deutschland gibt es neben dem Geschäftssitzen in München weitere Standorte beispielsweise in Berlin, Essen, Frankfurt am Main, Fürth, Düsseldorf, Ingolstadt, Hamburg, Köln, Paderborn, Tübingen und Stuttgart.[20]

Die Tochter Atos IT Solutions and Services Austria ist in Österreich aktiv.

Kritik


In Großbritannien hat sich die Atos Healthcare Division Kritik für ihre Umsetzung der Arbeitsfähigkeitsbewertung von Menschen mit Behinderungen im Auftrag des britischen Department for Work and Pensions zugezogen. Die Beanstandungen kommen von Medien, der Ärzteschaft und Protestgruppen. Selbst ein Regierungsbericht nannte die Atos-Tests zur Feststellung von Arbeitsunfähigkeit im Juli 2012 „fehlerhaft“.[21][22] Im Umfeld der Sommer-Paralympics 2012 in London[23] und der Commonwealth Games 2014 in Glasgow[24] kam es jeweils zu Protestaktionen gegen Atos als Veranstaltungssponsor.

In Deutschland ist Atos seitens der Bundesrechtsanwaltskammer mit der Erstellung des Besonderen elektronischen Anwaltspostfachs betraut.[25] Nach Hinweis durch den Chaos Computer Club Darmstadt auf nachweisliche Verstöße gegen die Regeln der Zertifizierungsstelle T-Systems erklärte diese die eingesetzten Zertifikate für ungültig; beA wurde am 22. Dezember 2017 für temporär funktionsunfähig erklärt. Es folgte die Veröffentlichung einer Anleitung zur Installation eines selbstsignierten Wurzelzertifikates; bereits bestehende Sicherheitslücken wurden so vergrößert. Nach Widerruf der veröffentlichten Anleitung und der dringenden Empfehlung, die vorgenommenen Änderungen rückgängig zu machen, gab die Bundesrechtsanwaltskammer am 27. Dezember 2017 eine Pressemitteilung[26] heraus, welche die Vorkommnisse und die Funktionsunfähigkeit des beA thematisierte. Die Presse griff den Vorfall auf[27]; in den sozialen Medien erntete der Dienstleister Atos teils herbe Vorwürfe durch die Anwaltschaft.[28]

Weblinks


Commons: Atos SE  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Company profile . Atos SE. Abgerufen am 25. Juli 2019.
  2. annual results . Atos SE. Abgerufen am 25. Juli 2019.
  3. a b Atos: Deutschland – Atos. In: Homepage Atos Deutschland. Atos, 9. Juli 2018, abgerufen am 9. Juli 2018.
  4. Company History / Historique du Groupe. Atos, abgerufen am 26. Februar 2012 (französisch).
  5. Olympic Games. Atos SE, abgerufen am 4. November 2019 (englisch).
  6. Paralympic Games. Atos SE, abgerufen am 4. November 2019 (englisch).
  7. IOC extends sponsor deal with Atos to 2020. Reuters, 8. Februar 2014, abgerufen am 4. November 2019 (englisch).
  8. Atos Origin Announces Sponsorship of Danny Crates - 800m Paralympic Champion (Memento vom 23. Oktober 2013 im Internet Archive)
  9. Atos Origin supports high-jumper athlete Tia Hellebaut (Memento vom 11. Februar 2014 im Internet Archive)
  10. International IT company Atos become Official Supporter of Glasgow 2014. Glasgow 2014 Limited, abgerufen am 4. November 2019 (englisch).
  11. Atos completes first technical rehearsal with flying colours for the upcoming 28th South East Asian Games Singapore 2015. Atos, 26. Mai 2015, abgerufen am 4. November 2019 (englisch).
  12. £10m for companies involved in Glasgow 2018 European Championship. The Evening Times, 5. Dezember 2016, abgerufen am 4. November 2019 (englisch).
  13. Atos named Global Exclusive IT Partner of Panam Sports, Americas' Olympic Movement. Atos SE, 21. November 2018, abgerufen am 4. November 2019 (englisch).
  14. Rheinische Post 6. November 2012 (S. B3): Krach bei Olympia-Dienstleister Atos
  15. Über Uns - Unternehmensprofil - Geschichte. Atos, abgerufen am 26. Februar 2012.
  16. tagesschau.de: „Siemens gibt SIS an Atos Origin ab“ (vom 14. Dezember 2010 23:22 Uhr)
  17. a b Jürgen Maurer: Die Geschichte von Atos und SIS. computerwoche, 10. Januar 2012, abgerufen am 16. Februar 2012.
  18. Acquisition of the US-based Syntel . Atos SE. Abgerufen am 14. November 2018.
  19. Mitteilung des Atos Aufsichtsrats. In: Atos. Atos SE, 24. Oktober 2019, abgerufen am 4. November 2019.
  20. Atos: Atos Standorte in Deutschland. In: Deutschland - Atos. Atos, 9. Juli 2018, abgerufen am 9. Juli 2018.
  21. Bernd Kling: IT-Dienstleister und Paralympics-Sponsor Atos in der Kritik. In: ZDNet.de. 31. August 2012, abgerufen am 20. Mai 2013.
  22. Sophie Hutchinson: Disability benefit assessments 'unfair', says ex-worker. BBC News, 16. Mai 2013, abgerufen am 20. Mai 2013 (englisch).
  23. Disability protests at Atos HQ. 31. August 2012, abgerufen am 4. November 2019.
  24. Chris Hoy Velodrome Occupied (Memento vom 25. Februar 2014 im Internet Archive)
  25. LTO: BRAK: Atos realisiert elektronische Anwaltspostfächer. In: Legal Tribune Online. (lto.de [abgerufen am 29. Dezember 2017]).
  26. ckaschel: Bundesrechtsanwaltskammer ~ Presseerklärung 15/2017. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  27. Markus Böhm, Judith Horchert: Posse um Anwaltspostfach: Und plötzlich doch ein Dankeschön. In: Spiegel Online. 29. Dezember 2017 (spiegel.de [abgerufen am 29. Dezember 2017]).
  28. Hashtag #beaGate auf Twitter. Abgerufen am 29. Dezember 2017.




Kategorien: Börsennotiertes Unternehmen | IT-Dienstleister (Frankreich) | Softwarehersteller (Frankreich) | Unternehmen (Île-de-France) | Unternehmen im Euronext 100 | Unternehmen im CAC40 | Bezons

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Stand der Informationen: 01.03.2020 01:10:29 CET - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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