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Aspasia (Antike)

Aspasia (griechisch Ἀσπασία * um 470 v. Chr. in Milet; † um 420 v. Chr. in Athen) war eine griechische Philosophin, Rednerin und die zweite Frau des Perikles.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Aspasia von Milet (heute in der Provinz Aydın, Türkei) gründete in Athen einen philosophischen Salon, in dem sie nicht nur Gastgeberin war, sondern auch eine geschätzte Rednerin. Eigene Werke sind von Aspasia nicht erhalten, auch wenn in Platons Dialog Menexenos eine angebliche Rede Aspasias wiedergegeben wird. Aus den Aufzeichnungen anderer Philosophen und Zeitzeugen geht jedoch hervor, dass die hochgebildete Frau vermutlich Kontakt zu den neuen philosophischen Strömungen aus Ionien hatte. Sokrates, Sophokles, Euripides, Pheidias und die Elite der Zeit könnten in ihrem Haus verkehrt haben. In Platons Menexenos beruft sich Sokrates auf Aspasia als seine Lehrerin der Rhetorik. Anderseits wird Aspasia von antiken Komödienverfassern, insbesondere von Aristophanes, als Hetäre dargestellt und herabgesetzt. Nach Plutarch[1] soll sie Thargelia von Milet zum Vorbild genommen haben.

Plutarch berichtet, dass sie von einem gewissen Axiochos abstamme und aus Milet komme.[2] Aspasia hatte vermutlich einen Sohn mit Perikles, der den Namen seines Vaters erhielt. Aufgrund des neuen, von Perikles selbst eingebrachten Bürgerrechtsgesetzes von 451/450 v. Chr., dem sogenannten Bastardgesetz,[3] wonach nur aus der Verbindung attischer Bürger das volle Bürgerrecht entspringen konnte, blieb Perikles der Jüngere, der später einer der Athener Feldherren war, zunächst davon ausgeschlossen. Die eheliche Verbindung zwischen einem Athener und einer Milesierin war rechtlich gesehen keine gültige Ehe.[4] Dies führte in den Komödien der Zeit zur Darstellung als des Perikles Geliebte oder Hetäre. Dem üblen Gerede folgte die Anschuldigung, sie sei für den Ausbruch des Samischen Aufstandes (441 v. Chr.) verantwortlich gewesen, und eine Anklage durch den Komödiendichter Hermippos, der sie der Asebie und Kuppelei (433/32 v. Chr.) beschuldigte. Perikles selbst konnte nur mit Mühe einen Freispruch erreichen.

Nach Perikles’ Tod (429 v. Chr.) heiratete Aspasia Lysikles, einen Viehhändler und Anhänger des Perikles, der bereits 428 v. Chr. starb.[5] Auch mit diesem hatte sie einen Sohn, der in der Komödie den Spitznamen Poristes erhielt.

Rezeption


Wieland veröffentlichte im ersten Band des Deutschen Merkurs (1773) die Verserzählung Aspasia (Digitalisat http://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DIHQGAAAAQAAJ%26pg%3DRA1-PA120%26dq%3Dwieland%2Baspasia%26hl%3Dde%26sa%3DX%26ved%3D0ahUKEwj_s-_BiqLXAhXnCMAKHeA6DVgQ6AEIMDAC%23v%3Donepage%26q%26f%3Dfalse~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D, S. 120–135). Grétry brachte im Jahr der Französischen Revolution (1789) die Oper Aspasie (Libretto: Étienne Morel de Chédeville) zur Aufführung. Iakovos Rhizos Nerulos schrieb 1813 in archaisierendem Griechisch die Tragödie Aspasia. Aspasia fand auch Eingang in die bildende Kunst. Ihre Rolle in der Geschichte der Frauen machte die feministische Künstlerin Judy Chicago deutlich: Sie widmete ihr in der Arbeit The Dinner Party (1974–1979) eines der 39 Gedecke am Tisch.[6]

Dem Leben Aspasias und ihrer Beziehung zu Perikles gewidmete belletristische Werke:

Quellen


Literatur


Weblinks


 Commons: Aspasia  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen


  1. Plutarch, Perikles 24,2.
  2. Plutarch, Perikles 24,2.
  3. Hans-Joachim Gehrke: Familie. Griechenland. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 4, Metzler, Stuttgart 1998, ISBN 3-476-01474-6, Sp. 408–412 (hier: Sp. 409).
  4. Elke Hartmann: Heirat, Hetärentum und Konkubinat im klassischen Athen. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2002, S. 52–58. 61 f.
  5. Plutarch, Perikles 24,4.
  6. Seite des Brooklyn Museums zum Kunstwerk , abgerufen am 15. April 2014.



Kategorien: Philosoph (Antike) | Ehepartner einer berühmten Person | Geboren im 5. Jahrhundert v. Chr. | Gestorben im 5. Jahrhundert v. Chr. | Frau | Person (Milet) | Person (Athen in der Antike)


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