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Arthur M. Schlesinger



Arthur Meier Schlesinger Jr. (* 15. Oktober 1917 in Columbus, Ohio, USA als Arthur Bancroft Schlesinger; † 28. Februar 2007 in New York) war ein US-amerikanischer Historiker, Berater zweier US-Präsidenten und zweifacher Pulitzer-Preisträger. Er untersuchte vor allem die Politik von US-Präsidenten wie Andrew Jackson, Franklin D. Roosevelt, John F. Kennedy und Richard Nixon.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Schlesinger wurde in Columbus, Ohio geboren. Er war der Sohn von Elizabeth Harriet geborene Bancroft (1886–1977) und Arthur M. Schlesinger senior (1888–1965), einem einflussreichen Historiker und Professor für Geschichtswissenschaften an der Ohio State University und der Harvard University.[1]

Er besuchte die Phillips Exeter Academy in New Hampshire und studierte anschließend am Harvard College. 1940, im Alter von 23 Jahren, erhielt er eine dreijährige Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Harvard University. Seine Arbeit dort wurde durch den Kriegseintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Nachdem er bei der Musterungsuntersuchung für kriegsuntauglich erklärt worden war, trat Schlesinger dem Office of War Information bei. Von 1943 bis 1945 arbeitete als Geheimdienstanalytiker für das Office of Strategic Services, einer Vorläuferbehörde des CIA.[2] Seine Arbeit beim OSS bot ihm die nötige Zeit, um sein erstes mit dem Pulitzer-Preis prämiertes Werk The Age of Jackson (1945) zu vollenden.

Von 1945 bis 1961 hatte er eine Professur an der Harvard University inne. Er kündigte diese Anstellung, um von 1961 bis 1964 als Sonderberater für die Präsidenten Kennedy und Lyndon B. Johnson zu arbeiten. 1955 wurde Schlesinger in die American Academy of Arts and Sciences, 1961 in die American Academy of Arts and Letters[3] und 1987 in die American Philosophical Society[4] gewählt.

Seine Beschreibung der Präsidentschaft Kennedys A Thousand Days: John F. Kennedy in the White House von 1965 wurde zu seinem bekanntesten Werk und als sein zweites Buch mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Nicht weniger berühmt wurde seine Biographie des 1968 ermordeten JFK-Bruders Robert, Robert Kennedy and His Times (1978).

In seinem 1991 erschienenen Buch „The Disuniting of America“ (Das Auseinanderdriften Amerikas) blickt Schlesinger nach dem Ende der jahrzehntelangen Blockkonfrontation besorgt auf die auch die USA und ihre Gründungsidee („E pluribus unum - Aus vielen entsteht eins“) bedrohende und der Ideologie des Multikulturalismus entgegenwirkende Zunahme ethnischer Konflikte innerhalb von Staaten überall auf der Welt. Sind ethnisch, religiös und kulturell heterogene Gesellschaften in der Lage, unter dem Dach einer gemeinsamen Identität ihre Länder noch zusammenzuhalten und sich weiterzuentwickeln? Drohen sie am Ende zu zerfallen, wie fast 30 Jahre später die Beispiele Katalonien oder der Länder des Nahen Ostens zeigen?

„Was passiert, wenn Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft, die verschiedene Sprachen sprechen und verschiedene Religionen praktizieren, in derselben geographischen Region und unter derselben politischen Autorität miteinander zusammenleben? Wenn kein gemeinsames Ziel sie verbindet, werden ethnische Feindseligkeiten sie auseinandertreiben. (...) Die Frage, die Amerika sich als einer pluralistischen Gesellschaft stellt, ist, wie man wertgeschätzte Kulturen und Traditionen verteidigt, ohne die Bande der gesellschaftlichen Zusammengehörigkeit zu lösen: gemeinsame Ideale, gemeinsame politische Institutionen, eine gemeinsame Sprache und Kultur, ein gemeinsames Schicksal.[5]

1994 wurde Schlesinger als auswärtiges Mitglied in die Russische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.[6]

Schlesinger war zweimal verheiratet: Seine erste Frau war Marian Cannon, mit der er vier Kinder hatte; seine zweite Frau war Alexandra Emmet, mit ihr hatte er einen gemeinsamen Sohn und einen Stiefsohn.

Arthur M. Schlesinger starb im Alter von 89 Jahren an den Folgen eines während eines Restaurantbesuches erlittenen Herzinfarktes.[7]

Ihm zu Ehren ist der Arthur M. Schlesinger Jr. Award benannt.

Ausgewählte Werke


Im September 2011 veröffentlichte Caroline Kennedy Tonbänder mit Interviews, die ihre Mutter Jacqueline im März 1964, vier Monate nach der Ermordung ihres Mannes, Arthur M. Schlesinger gegeben hatte. Sie erschienen auch in Buchform:

Weblinks


Commons: Arthur M. Schlesinger, Jr.  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. WOSU Presents Ohioana Authors, Arthur Schlesinger, Jr. . In: Ohioana Authors. WOSU. 2006. Abgerufen am 19. März 2015.
  2. Robert Schlesinger: Arthur Schlesinger Jr.'s Not-So-Secret Career as a Spy: My father's OSS records reveal no James Bond, but a World War II career like so many others , U.S. News & World Report. 20. August 2008. 
  3. Members: Arthur Schlesinger. American Academy of Arts and Letters, abgerufen am 24. April 2019 (mit Informationen zu Auszeichnungen).
  4. Member History: Arthur Schlesinger. American Philosophical Society, abgerufen am 23. Dezember 2018.
  5. „The Disuniting of America“, S. 10 und S. 138 (Original Englisch).
  6. Ausländische Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften. Arthur Meier Schlesinger. Russische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 8. November 2015 (russisch).
  7. Douglas Martin: Arthur Schlesinger, Historian of Power, Dies at 89. In: New York Times. 1. März 2007.
  8. Ausführliche Besprechung mit weiteren Materialien: Interviews der JFK-Witwe: Also sprach Jackie .



Kategorien: Historiker | Hochschullehrer (Harvard University) | Autor | Sachliteratur | Biografie | Pulitzer-Preisträger | Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften | Mitglied der American Academy of Arts and Sciences | Mitglied der American Philosophical Society | Mitglied der American Academy of Arts and Letters | US-Amerikaner | Geboren 1917 | Gestorben 2007 | Mann



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur M. Schlesinger (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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