Artemotil


Strukturformel
Allgemeines
Freiname Artemotil
Andere Namen

(3R,5aS,6R,8aS,9R,10S,12R,12aR)-Decahydro-10-ethoxy-3,6,9-trimethyl-3,12-epoxy-12H-pyrano[4,3-j]-1,2-benzodioxepin (IUPAC)

Summenformel C17H28O5
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 75887-54-6
PubChem 3000469
Wikidata Q72443831
Arzneistoffangaben
ATC-Code

P01BE04

Wirkstoffklasse

Antiprotozoikum

Eigenschaften
Molare Masse 312,40 g·mol−1
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Artemotil (auch Arteether genannt, nicht zu verwechseln mit Artemether) ist ein vom Artemisinin abgeleiteter halbsynthetischer Arzneistoff zur Behandlung der durch Plasmodium falciparum verursachten Malaria.

Pharmakologische Eigenschaften


Wie alle Artemisinin-Derivate wirkt Artemotil über eine endogene Peroxidgruppe, die in infizierten Erythrozyten vermutlich für die Plasmodien toxische Radikale bildet. Artemotil wird parenteral verabreicht, dies ist bei geschwächten Patienten, die Probleme mit der Nahrungsaufnahme haben, von Vorteil. Artemotil hat im Gegensatz zu anderen Artemisinin-Derivaten bei Injektion eine lange Halbwertszeit von zirka 20 Stunden. Artemotil wird in der Leber zu Dihydroartemisinin metabolisiert, dieses ist ebenso wie Artemotil wirksam.

Präparate und Verwendung


Artemotil ist als Monopräparat Artecef® in den Niederlanden zur Notfalltherapie von schweren Malariafällen durch intramuskuläre Injektion zugelassen.[2] Artecef® wird in Dosierungen mit 50 mg und 150 mg Artemotil in Sesamöl hergestellt.

In der Regel rät die Weltgesundheitsorganisation von der Verwendung von Artemisinin-Derivaten als Monosubstanz ab, um die Gefahr der Resistenzbildung gegen Artemisinin-Derivate zu vermindern.[3] In der Praxis dürfte dies in der Notfalltherapie schwer umsetzbar sein. Artemotil ist als Ersatz für die Infusion von Chinin anzusehen da es im Gegensatz zu Chinin einfacher anwendbar sein und weniger Nebenwirkungen zeigen soll.

Einzelnachweise


  1. Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  2. WHO zur Artecef-Zulassung in den Niederlanden (Memento vom 11. Juni 2008 im Internet Archive)
  3. Dutch registration for artemotil injections. In: TDR news, Oktober 2000, S. 13 (PDF; 444 kB).









Kategorien: ATC-P01 | Sauerstoffhaltiger gesättigter Heterocyclus | Oxan | Cyclohexan | Acetal | Organisches Peroxid | Antiprotozoikum | Arzneistoff




Stand der Informationen: 08.06.2021 09:15:33 CEST

Quelle: Wikipedia (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-BY-SA-3.0

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