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Arnold Paucker

Arnold Paucker, OBE (geboren 6. Januar 1921 in Berlin; gestorben 13. Oktober 2016 in London)[1] war ein deutsch-britischer Historiker, Herausgeber und Wissenschaftsorganisator.

Hauptgegenstand seiner wissenschaftlichen Arbeit war die jüdische Selbstverteidigung im Wilhelminismus und in der Weimarer Republik sowie der jüdische Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur nach 1933. Ein wichtiges Anliegen war ihm dabei die Widerlegung des Vorurteils einer angeblichen „jüdischen Passivität“. Zu seinen – bis in die 1970er Jahre von der Forschung weitgehend ignorierten – speziellen Forschungsthemen gehört der „Abwehrkampf“ des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C. V.) von 1890 bis 1933.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken


Arnold Paucker wurde 1921 in einer assimilierten jüdischen Familie in Berlin-Charlottenburg geboren; sein Vater stammte aus Bukarest und war Lederwarenfabrikant, seine Mutter stammte aus Czernowitz. Sein jüngerer Bruder Kurt Paucker (1924–1980) wurde ein US-amerikanischer Mikrobiologe. Er schloss sich der jüdischen Jugendbewegung an, musste aufgrund seiner jüdischen Herkunft 1935 die Schule verlassen und emigrierte Ende 1936 mit der Alija Bet nach Palästina, wo er im Kinder- und Jugenddorf Ben Shemen eine landwirtschaftliche Ausbildung absolvierte. Ab 1941 leistete er freiwillig Dienst bei den Royal Engineers der British Army. Er wurde als Soldat im Afrikafeldzug und bei der Eroberung Italiens eingesetzt. Er wurde 1947 in Italien ausgemustert. 1948 bis 1950 hielt er sich in den USA auf. 1950 kam er nach Großbritannien, heiratete eine Engländerin und arbeitete als Exportsachbearbeiter eines Fahrradherstellers.

Von 1953 bis 1959 studierte er Germanistik an der University of Birmingham und der University of Nottingham (M.A.). Er wurde 1975 bei Werner Conze an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg zum Dr. phil. promoviert.

1960 wurde er zum Direktor des Londoner Leo Baeck Instituts (das sich der Erforschung der Geschichte der deutschen Juden widmet) berufen, dessen Leitung er bis zum Sommer 2001 innehatte. Von 1970 bis 1992 war er auch verantwortlicher Herausgeber des Year Book of the Leo Baeck Institute. Zuletzt war er internationaler Vizepräsident des Leo Baeck Instituts.

Im Juni 1996 verlieh ihm die Universität Potsdam die Ehrendoktorwürde. 2011 wurde er mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet.[2]

Schriften (Auswahl)


Monographien

Herausgeberschaften

Literatur


Weblinks


Anmerkungen


  1. Von Berlin-Charlottenburg an die Oval Road in Camden (Memento des Originals vom 15. November 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Nachruf von Raphael Gross in: tachles, Ausgabe Nr. 43/2016 vom 28. Oktober 2016
  2. Arnold Paucker wurde der Order of the British Empire in der Ordensstufe Officer (OBE) verliehen; vgl.: Birthday honours 2011 >> Order of the British Empire >> OBE. (PDF, 199 kB) In: news.bbc.co.uk. BBC, abgerufen am 24. Oktober 2016 (englisch).



Kategorien: Historiker (Judentum) | Historiker (Neuere und Neueste Geschichte) | Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus | Militärperson (British Army) | Officer des Order of the British Empire | Ehrendoktor der Universität Potsdam | Person des Judentums (Vereinigtes Königreich) | Person (London) | Brite | Deutscher | Geboren 1921 | Gestorben 2016 | Mann


Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold Paucker (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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