Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland


In der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) arbeiten die für die Landesvermessung und das Liegenschaftskataster zuständigen Fachverwaltungen der Länder sowie fachlich betroffene Bundesverwaltungen zusammen, um fachliche Angelegenheiten von grundsätzlicher und überregionaler Bedeutung zu behandeln und damit für ein hohes Maß an Bundeseinheitlichkeit zu sorgen.

Inhaltsverzeichnis

Aufgabe


Die AdV erarbeitet Empfehlungen und Entwürfe für verbindliche Regelungen für ein bundesweit einheitliches Vorgehen bei der Schaffung, Erhaltung und Weiterentwicklung der geodätischen Grundlagen des Raumbezugs, der Geotopographie und des Liegenschaftskatasters.

Unter der Regie der AdV führen die Mitgliedsverwaltungen länderübergreifende Vorhaben durch und arbeiten bei der Entwicklung und Anwendung technischer Verfahren zusammen.

Die AdV nimmt zu Gesetzentwürfen Stellung und berät fachbezogene Fragen in Organisations-, Personal-, Ausbildungs- und Prüfungs- sowie kosten- und nutzungsrechtlichen Angelegenheiten.

Die AdV arbeitet mit fachverwandten Organisationen und mit Organisationen der geodätischen Forschung und Lehre zusammen. Sie vertritt das amtliche deutsche Vermessungswesen in der Europäischen Union und in internationalen Institutionen. Sie arbeitet mit Organisationen im Ausland zusammen und beteiligt sich an der Entwicklungshilfe.

Geschichte


Die AdV wurde 1948 gegründet, nachdem feststand, dass Landesvermessung und Liegenschaftskataster – entsprechend dem Föderalismus – in die Kompetenz der Länder fallen. Bis dahin hatte die Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung, zur Zentralisierung (im Reichsamt für Landesaufnahme) geführt, und eine zentrale Koordination der Arbeiten auf diesen Gebieten war und ist auch weiterhin erforderlich.

1966 erfolgte ein Beschluss hinsichtlich des Gauß-Krüger-Koordinatensystems, dass die ursprünglich in 3° breiten Meridianstreifen nach beiden Seiten statt 1° 30' eine Ausdehnung von 1° 40' haben sollen, damit sich zwei benachbarte Systeme mit einem 20 Längenminuten (im Mittel etwa 23 km) breiten Streifen überdecken. In dieser Überlappungszone werden für jeden Punkt die Koordinaten im jeweiligen Meridianstreifen und die Koordinaten des benachbarten Meridianstreifens angegeben. Dadurch sind geodätische Messungen und Berechnungen in gewissen Umfang auch über den Meridianstreifenrand hinaus möglich, ohne den Streifen wechseln zu müssen.

1991 wurde die Einführung des ETRS89, das dem WGS84-Datum entspricht, als einheitliches amtliches Lagebezugssystem für ganz Deutschland beschlossen. Weiterhin hat die AdV 1995 beschlossen, das UTM-Koordinatensystem in Verbindung mit dem ETRS89 Datum flächendeckend einzuführen. Damit bestand für alle Vermessungsverwaltungen Deutschlands die Verpflichtung, auch das Liegenschaftskataster in das UTM / ETRS89 zu überführen. Zunächst fand bei den Landesvermessungsämtern seit den 1990er Jahren der Übergang zum UTM-System statt. Sachsen war Mitte 2015 eines der letzten Länder, in dem die Umstellung vollzogen wurde.[1]

Mitglieder


Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind die für das Vermessungs- und Geoinformationswesen zuständigen obersten Behörden der Länder sowie das Bundesministerium des Innern, das Bundesministerium der Verteidigung und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Weblinks


Einzelnachweise


  1. http://www.landesvermessung.sachsen.de/inhalt/etrs/etrs.html









Kategorien: Kartografische Institution | Geodätische Institution | Gegründet 1948 | Organisation (München)




Stand der Informationen: 03.11.2021 11:12:50 CET

Quelle: Wikipedia (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.

Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.