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Anastomose




Eine Anastomose ist ein Verbindungsgang zwischen zwei anatomischen Strukturen. Dabei bilden ausschließlich Blutgefäße mit Blutgefäßen, ebenso Lymphgefäße und Nerven untereinander Anastomosen. Anastomosen zwischen Arterien sorgen bei Ausfall eines Gefäßes für einen Umgehungskreislauf, so dass es nicht zur Nekrose von Gewebe kommt. Arteriovenöse Anastomosen sind für die Regulation der Durchblutung von Bedeutung, können aber als Arteriovenöse Malformation (erheblichen) Krankheitswert besitzen.

In der Chirurgie werden operativ hergestellte Verbindungen zwischen Blutgefäßen, Nerven und Hohlorganen ebenfalls als Anastomose bezeichnet.[1]

Inhaltsverzeichnis

Etymologie


Das Wort Anastomose kommt von altgriechisch ἀναστομόειν anastomóein (auch: ἀναστομοῦν anastomûn) ‚eine Mündung herstellen‘, ‚etwas eröffnen‘ (ἀνά aná, deutsch ‚auf‘, ‚hinüber‘; στόμα stóma, deutsch ‚Mund‘, ‚Mündung‘).[2]

Anatomische Anastomosen


Anastomosen gibt es als Verbindungen zwischen Blutgefäßen (erwähnt seien die Corona mortis als eine abnorm starke Ausbildung der Anastomose zwischen der Arteria epigastrica inferior und der Arteria obturatoria und die Riolan-Anastomose zwischen den Eingeweidearterien), aber auch die arteriovenöse Anastomosen als Verbindungen zwischen Arterien und Venen sowie Anastomosen zwischen Lymphgefäßen. Anastomosen von Nerven haben ihre Bedeutung bei der örtlichen Betäubung im Frontzahnbereich des Unterkiefers, weil dort Nerven der anderen Kieferseite übergreifen.

Krankhafte Umgehungskreisläufe


Untypische Anastomosen in den Plazentagefäßen sind Ursache des Fetofetalen Transfusionssyndromes, das bei eineiigen Zwillingen auftreten kann. Bei mehreiigen Zwillingen werden diese durch den Blutaustausch zu Chimären. Durch den Austausch von Hormonen zwischen männlichen und weiblichen Feten kann die Ausbildung der weiblichen Geschlechtsorgane behindert werden.

Bei Stauung der Pfortader werden die portokavalen Anastomosen verstärkt durchblutet. Dies kann zu gefürchteten Ösophagusvarizen (Krampfadern in der Speiseröhre) oder selten auch dem Caput medusae (Bauchnabelkrampfadern) führen.

Chirurgische Anastomosen


Wichtig bei jeder operativen Anastomosenanlage ist, dass sie dicht, spannungsfrei und mittels nahtnahem Gefäßeinschnitt überprüfter ausreichender Durchblutung der Nahtregion gelingt, da sonst eine unkomplizierte Heilung infrage gestellt ist.

Siehe auch


Literatur


Einzelnachweise


  1. W. Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 265. Auflage. De Gruyter, 2014, ISBN 978-3-11-018534-8.
  2. Hermann Triepel, Hermann Stieve, Robert Herrlinger, Adolf Faller: Die Fachwörter der Anatomie, Histologie und Embryologie. Ableitung und Aussprache. 29. Auflage. J. F. Bergmann, München 1978, ISBN 3-8070-0300-2, S. 40 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche – Erstausgabe: 1906).
  3. A. Blalock, H. B. Taussig: The surgical treatment of malformations of the heart in which there is pulmonary stenosis or pulmonary atresia. In: JAMA. 128, 1945, S. 189–202.
  4. Christoph Weißer: Mechanische Darmanastomosen in der Chirurgie: Ein Beitrag zur Geschichte der Abdominalchirurgie zum hundertjährigen Jubiläum des Murphy-Knopfes. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 11, 1993, S. 9–26; hier: S. 9.
  5. Christoph Weißer: Darmnaht. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 286 f.
  6. Christoph Weißer (1993), S. 9.



Kategorien: Nervensystem | Kreislaufsystem | Operatives Therapieverfahren | Kinderchirurgie



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