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Alzey




Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Höhe: 194 m ü. NHN
Fläche: 35,21 km2
Einwohner: 18.535 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 526 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55232
Vorwahl: 06731
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 003
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ernst-Ludwig-Straße 42
55232 Alzey
Website: www.alzey.de
Bürgermeister: Christoph Burkhard (parteilos)
Lage der Stadt Alzey im Landkreis Alzey-Worms

Alzey  [ˈalt͜sa͜i] ist eine verbandsfreie Stadt mit über 18.000 Einwohnern und Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Alzey-Worms in Rheinhessen im südöstlichen Rheinland-Pfalz. Alzey zählt zu den Nibelungenstädten, da die Stadt im Nibelungenlied durch Volker von Alzey erwähnt wird. Daher wird Alzey auch Volkerstadt genannt.

Die Stadt war vom 3. bis 5. Juni 2016 Ausrichterin des 33. Rheinland-Pfalz-Tages.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Lage

Alzey liegt am Westrand des Nordteils der Oberrheinischen Tiefebene. Es ist vom Nordteil des Alzeyer Hügellands umgeben, an das sich nördlich das Rheinhessische Hügelland und westlich das Pfälzer Bergland anschließt. Die Stadt befindet sich etwa 30 km südwestlich von Mainz und etwa 22 km (jeweils Luftlinie) nordwestlich von Worms. Durch Alzey fließt, teilweise unterirdisch, ein Abschnitt der Selz, ein linker Nebenfluss des Rheins.

Stadtgliederung

Stadtteile und zugleich Ortsbezirke von Alzey sind neben der gleichnamigen Kernstadt (alphabetisch sortiert): Dautenheim im Ostsüdosten, Heimersheim im Nordwesten, Schafhausen im Nordosten und Weinheim im Westsüdwesten.

Klima

Der Jahresniederschlag beträgt 586 mm. Die Niederschläge sind niedrig. Sie liegen im unteren Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 18 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,9 mal soviel Niederschläge wie im Februar. Die Niederschläge variieren mäßig. An 41 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte


Von der Jungsteinzeit bis Anfang des 1. Jahrtausends

Erste Besiedlungsspuren im Raum Alzey finden sich bereits ab der Jungsteinzeit. Alzey wurde als Altiaia in der römischen Provinz Germania Superior im Hinterland von Mogontiacum (Mainz) gegründet und entsprach größenmäßig einem Vicus. Auf einem römischen Nymphenstein wird Alzey als Vicani Altiaienses (= Zivilbevölkerung von Altiaia) 223 erstmals erwähnt. Der Name Altiaia geht möglicherweise auf den Namen einer vor den Römern bestehenden keltischen Siedlung ab 400 v. Chr. zurück, der genaue Ursprung lässt sich aber nicht ermitteln.

Auf den Ruinen des um 350 zerstörten römischen Vicus wurde um 370 ein Kastell namens Alteium errichtet. welches im Codex Theodosianus in Zusammenhang mit einem Besuch des Kaisers Valentinian I. 370 belegt ist.[3] 406/407 überschritten die Burgunder zusammen mit den Vandalen den Rhein und ließen sich als römische Bundesgenossen in Mainz, Alzey und Worms nieder. Das Gebiet wurde ihnen vertraglich zugesichert. 436 wurde das Burgunderreich durch den weströmischen Heermeister Aëtius und hunnische Hilfstruppen zerstört. Diese Ereignisse sind im Nibelungenlied verarbeitet und bilden den Ursprung der Sagenfigur Volker von Alzey, des Spielmanns im Nibelungenlied. Nach 450 fiel Alzey durch Landnahme an die Alemannen und Franken. Nach dem Tod Chlodwigs I. 511 zerfiel das Frankenreich in einzelne Teilkönigreiche und Alzey wurde ein Teil von Austrasien mit der Hauptstadt Metz. Nach einer Vereinigung der fränkischen Teilkönigreiche Mitte des 8. Jahrhunderts fiel Alzey 843 mit dem Vertrag von Verdun an das Ostfrankenreich als Vorläufer des Deutschen Reiches. 897 wurde Alzey erstmals als Reichslehen erwähnt.

Mittelalter

1156 gehörte Alzey zur Kurpfalz und Konrad von Staufen empfing in der 1118 vollendeten Reichsburg die Pfalzgrafenwürde. 1277 erhielt Alzey Stadtrechte durch Rudolf von Habsburg. 1298 lagerten vor Alzey die Truppen Albrechts von Österreich vor seinem Sieg gegen Adolf von Nassau in der Schlacht bei Göllheim.

Von der Frühen Neuzeit bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts

1529 ließ Ludwig V. von der Pfalz ohne Urteilsspruch 350 Täufer, wegen ihres Glaubens, in Alzey unter Leitung von Burggraf Dietrich von Schönenburg hinrichten,[4][5] die Männer wurden enthauptet und die Frauen in der Roßschwemme ertränkt (Märtyrer der Täuferbewegung).[6]

1620 zog Graf Spinola auf Seiten des katholischen Kaisers im Dreißigjährigen Krieg gegen die protestantische Kurpfalz und erobert auch Alzey. 1689 wurden Stadt und Burg im pfälzischen Erbfolgekrieg von den französischen Truppen einer Politik der verbrannten Erde folgend niedergebrannt, als zuvor eroberte Gebiete von den Armeen Ludwigs XIV. wieder geräumt werden mussten.

1798 wurden die Gebiete westlich des Rheins, darunter auch die bis dahin kurpfälzischen, an Frankreich angeschlossen. Alzey gehörte bis 1814 zum Departement Donnersberg (du Mont-Tonnerre).

1799 wurde in Alzey die älteste bekannte Freiwillige Feuerwehr Deutschlands schriftlich erwähnt.[7]

1816 wurde Alzey dem Großherzogtum Hessen eingegliedert. 1909 wurde die Rebschule (heute: Landesanstalt für Rebenzüchtung) gegründet, erster Leiter ist Georg Scheu, nach dem die Rebsorte Scheurebe benannt ist. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Stadt wie Rheinhessen und die Pfalz zwölf Jahre lang besetzt.

Zeit des Nationalsozialismus

1933 erfolgten Festnahmen liberaler und sozialdemokratischer Personen, von denen einige ins Konzentrationslager Osthofen gebracht wurden. 1938 wurde in der Reichspogromnacht die Synagoge von Alzey zerstört und die Inneneinrichtung vor dem Gebäude verbrannt. Die Ruine wurde in den 50er Jahren abgerissen. Eine gerettete Tora befindet sich heute im Museum. Die NS-Zeit bedeutete das Ende der alten jüdischen Gemeinde.

Am 8. Januar 1945, während des Zweiten Weltkriegs, entging die Stadt nur knapp der Zerstörung. 36 Bomber vom Typ Boeing B-17 sollten eine Eisenbahnbrücke in Alzey angreifen, warfen aber bei schlechtem Wetter wegen eines Berechnungsfehlers ihre Bomben auf den Wartberg. Daraus entstand die Legende vom Wartbergturm als „Retter Alzeys“. Sicher ist nur, dass der Turm zerstört wurde und die Stadt größtenteils von Bombenangriffen verschont blieb. Insgesamt wurden im Zweiten Weltkrieg 42 Gebäude zerstört und mehr als 180 beschädigt.[8] Darunter auch – bereits am 19. Oktober 1944 – das Empfangsgebäude des Bahnhofs.

Seit 1945

Seit 1946 ist Alzey nicht mehr hessisch, sondern Kreisstadt im Landkreis Alzey im neugebildeten Land Rheinland-Pfalz.

Seit Zusammenlegung der Kreise Alzey und Worms im Jahre 1969 ist Alzey Kreisstadt des neuen Landkreis Alzey-Worms und Sitz der Verbandsgemeinde Alzey-Land, der es selbst als verbandsfreie Stadt jedoch nicht angehört. Im Jahre 1972 wurden die Orte Weinheim, Heimersheim und Dautenheim der Stadt angegliedert.[9] Das Dorf Schafhausen ist bereits seit dem Mittelalter ein Stadtteil von Alzey.

Eingemeindungen

Am 22. April 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Dautenheim, Weinheim und Heimersheim nach Alzey eingemeindet.[10]

Religionen

Am 31. Januar 2008 verteilten sich die Religionszugehörigkeiten der Stadt folgendermaßen:

Jüdische Geschichte

Die jüdische Gemeinde der Stadt wird auf das 14. Jahrhundert datiert. 1349, im Verlauf der Pest, dem Schwarzen Tod, wurden die städtischen Juden aufgrund der Verleumdung jüdischen Blutes ermordet.[11] Nach einigen Jahren erneuerte sich die Gemeinde und in einem Dokument von 1377 wird ein Jude namens Yitzchak von Alzey benannt, der die Stadt Worms aufgrund Schulden, die sie bei ihm hatte, verklagte.[11] 1389 wird erstmals eine „Judengasse“ erwähnt und eine Art Ghetto mit einem in der Nacht verschlossenem Tor beschrieben. Danach wurden Juden in der Stadt erst wieder im Verlauf des 17. Jahrhunderts und die erste Synagoge 1791 nachgewiesen.[12]

Mehrere Dokumente um 1670 belegen Streitigkeiten zwischen Joseph Simon Jessel, einem in Alzey lebenden Juden, und den städtischen Metzgern in Zusammenhang mit Alzeys Wunsch, ein Geschäft zu eröffnen. Auf einen anderen Rechtsstreit zwischen ihm und einem Nachbarn, der sein Haus an Jessel verkauft hatte, sich aber weigerte es zu verlassen, weisen weitere Unterlagen hin. Das darin enthaltene Urteil tadelt beide Seiten damit, dass es „undenkbar sei, dass ein Jude einen Christen schlüge“, und den Nachbarn, dass dieser nicht zur Evakuierung des Hauses bereit sei.[11] Nichtsdestoweniger schützte der Graf der Pfalz Juden, deren hohe Steuern ein wichtiges Element seines Einkommens darstellten. 1789 gab es 21 jüdische Haushalte in der Stadt. Während des 18. Jahrhunderts waren die meisten der städtischen Juden, wenn nicht reich, dann gut situiert.

1710 gründete ein Jude namens Simcha Deidesheimer eine große Fabrik, die Matze produzierte, bis 1925 existierte und ihre Produkte nach Frankreich und Italien exportierte. Darüber hinaus eröffneten 1770 zwei Brüder namens Levy eine Porzellanfabrik in der Stadt. Die Gemeinde besaß einen Friedhof und Alzey war die Heimatstadt der bekannten Familie Belmont.

1844 wurde der jüdischstämmige Schimon Belmont (der Vorfahre der amerikanischen Politiker August Belmont und August Belmont JR) gewählt, um der erste Präsident der 'Narhalle' zu werden, einem Karnevalsverein, der für die höheren Schichten der Stadt gedacht war. Er spendete etwas Geld für den Friedhof und andere städtische Gemeinschaftseinrichtungen.

Acht der in Alzey wohnenden Juden starben als Soldaten im Ersten Weltkrieg.[11] In der Zeit des Nationalsozialismus wurden laut Stadtgemeinde 76 Juden vertrieben und in europaweiten Konzentrationslagern umgebracht. 1954 kehrte ein jüdischer Mitbürger zurück.[11]

Politik


Stadtrat

Gewinne und Verluste

Der Stadtrat in Alzey besteht aus 32 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[13][14]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP LINKE FWG Gesamt
2019 10 8 4 1 2 7 32 Sitze
2014 10 10 2 1 2 7 32 Sitze
2009 11 9 2 2 1 7 32 Sitze
2004 12 11 2 1 6 32 Sitze

Bürgermeister

Der hauptamtliche Stadtbürgermeister in Alzey wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Der derzeitige Amtsinhaber Christoph Burkhard wurde zuletzt 2014 mit 50,7 % Stimmenanteil im ersten Wahlgang wiedergewählt.[15] Unterstützt wird der Bürgermeister von derzeit zwei ehrenamtlichen Beigeordneten.[16]

...

Wappen

Blasonierung: „Geteilt von Schwarz und Silber, oben ein aus der Teilungslinie wachsender, rotbekrönter und rotbewehrter, goldener Löwe, unten eine schräg rechts gestellte rote Fidel.“
Wappenbegründung: Der Pfälzer Löwe steht für die frühere Zugehörigkeit der Stadt zur Kurpfalz, das Wappenbild der roten Fidel erinnert an die ehemals in der Stadt ansässigen Geschlechter der Truchseß (Volker von Alzey) Winter und Wilch.

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften mit:[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Altstadt

Alzey hat eine gut erhaltene Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern, Restaurants, Cafés und Geschäften, umgeben von Ruinen der mittelalterlichen Stadtmauer. Mittelpunkt der Stadt ist der Rossmarkt mit dem Bronzepferd des Künstlers Gernot Rumpf. Eine Skulptur der Undine von Karlheinz Oswald steht auf dem Fischmarkt vor dem alten Rathaus.

Bauwerke

Die Evangelische Pfarrkirche, ehemals Stiftskirche St. Nikolaus, steht an der Längsseite des Obermarkts. Sie erlitt im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 und im Zweiten Weltkrieg signifikante Zerstörungen. Im Langhaus dieser dreischiffigen gotischen Hallenkirche sind Grabplatten aufgestellt, die aus dem im 16. Jahrhundert untergegangenen Zisterzienserinnenkloster Weidas (bei Dautenheim) stammen. Eine um 1430 entstandene Grablegungsgruppe zählt zu den frühesten monumentalen Darstellungen dieser Art. Es wird angenommen, dass der aus Alzey stammende Nikolaus Eseler der Ältere federführend am Bau beteiligt war.[20]

Ende der 1970er Jahre wurde unter der Turnhalle des Staatlichen Aufbaugymnasiums der Ausweichsitz der Landesregierung Rheinland-Pfalz angelegt.

Theater und Museen

Das Gerry Jansen Theater spielt ausschließlich selbst geschriebene Komödien, durchgehend/auch wochentags, mit eigenem professionellem Schauspieler-Ensemble. Es ist laut eigener Aussage das einzige Theater in seiner Art, das nicht in einer Großstadt angesiedelt ist, keinerlei Subventionen oder Fördergelder erhält – und trotzdem eines der preiswertesten. Es bezeichnet sich als „verrückteste Profi-Bühne Deutschlands“.

Das bereits 1906 gegründete Museum der Stadt Alzey befindet sich im Gebäude des alten städtischen Hospitals, an der Kreuzung Hospitalstraße/Fußgängerzone (Antoniterstraße 41). Den Sammlungs- und Ausstellungsschwerpunkt bildet die Kultur- und Naturgeschichte des inneren Rheinhessens. Die gegenwärtige Dauerausstellung des Museums zeigt drei Geschossen eine thematische Dreiteilung: Stadt- und Regionalgeschichte, Vor- und Frühgeschichte sowie Geologie und Paläontologie.

Im „Burggrafiat“ (Schlossgasse 11) befindet sich die Steinhalle mit römerzeitlichen Steindenkmalen. Die von Friedrich Behn in den Jahren 1929 und 1931 im Kastellgebiet entdeckten zahlreichen Großplastiken bilden dort einen besonderen Schwerpunkt der archäologischen Sammlungsbestände des Stadtmuseums.

Das Bali Kino befindet sich seit 1954 in der Nähe vom Bahnhof.

Auszeichnungen und Preise

Die Stadt vergibt in regelmäßigen Abständen folgende Auszeichnungen und Preise. Der Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis wird seit 1988 alle drei Jahre an deutschsprachige Autoren vergeben, deren Werk sich durch ihren sprachlichen Ausdruck würdig in die Nachfolge Elisabeth Langgässers einreihen sollen. Die Georg-Scheu-Plakette wird jährlich am Winzerfest an Personen, die sich um den Wein und die Weinkultur Rheinhessens verdient gemacht haben verliehen.

Musik

Die Verbundenheit mit dem Wein zeigt sich auch im „Alser Lied“, das immer am Freitag zur Eröffnung des Winzerfests gesungen wird. Eine Version gesungen vom ehemaligen Bürgermeister Walter Zuber konnte man jahrzehntelang in der Jukebox der Alzeyer Traditionskneipe „Zur Gretel“ finden.

Sport

Das Wartbergstadion ist die größte Sportanlage der Stadt. Es hat eine Wettkampfbahn vom Typ B mit Rasengroßspielfeld, eine 400 m-Rundbahn, Leichtathletik-Segmentflächen (Kunststoff) und eine Stehtribüne. Hierzu gehört auch das Freizeitbad „Wartbergbad“. Dem nahe gelegen ist ein Reitverein mit Boxen, Koppeln und einer Reithalle.

Außerdem verfügt Alzey über einen vor kurzem neu gebauten Kunstrasenplatz, der vor allem von den Hockey- und Fußballvereinen genutzt wird. Daneben gibt es auch einen Mehrzweckplatz und an den Schulen noch mehrere Hartplätze. Außerdem gibt es hinter dem Elisabeth-Langgässer-Gymnasium einen Sportplatz aus Kunststoff mit sieben Weitsprungbahnen.

Regelmäßige Veranstaltungen

Weinbergshäuschen Wanderung

Die so genannte „Wingertshaisje Wanderung“ ist eine Wanderung durch die rheinhessische Hügellandschaft zwischen Alzey und den Stadtteilen Weinheim und Heimersheim. Sie findet jeweils am ersten Sonntag im September statt. Entlang des Wegenetzes werden die Weinbergshäuschen zwischen 11 und 18 Uhr von Weingütern und Vereinen bewirtschaftet. Angeboten werden dann sowohl kalte als auch warme Speisen und Getränke, einschließlich des regionaltypischen Rheinhessenweins.

Winzerfest

Das Winzerfest findet alljährlich ab dem dritten Freitag im September statt und dauert bis dienstags. Es ist die größte Veranstaltung dieser Art in Alzey. Auf der Wein- und Sektterrasse werden erlesene Weine der Region präsentiert. Parallel dazu gibt es einen Jahrmarkt mit Fahrgeschäften und Gewinnbuden aller Arten. Das Motto des Festes lautete 2006: Rhoihessewoi, Rhoihessewoi – lässt unser Fest eeen Feste soi! („Rheinhessenwein, Rheinhessenwein – lässt unser Fest ein Feste sein!“)

Kulinarische Spezialitäten

Als Zentrum einer Weinbauregion finden sich in Alzey in erster Linie Weinspezialitäten und Gerichte, die mit Wein zubereitet werden, wie die in ganz Rheinhessen verbreiteten Backesgrumbeere. Der Weinbautechniker Georg Scheu benannte eine Rebsorte nach seiner Wirkungsstätte, die Perle von Alzey.

Wirtschaft und Infrastruktur


Größte
Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang nach
Rebfläche
(innerhalb
von RLP)
Bestockte
Rebfläche 2017
Rebsorten
Weißwein Rotwein
ha %
Rheinhessen 26.617 61 29
Worms 03 01.564 63 37
Westhofen 07 00.787 75 25
Alzey 08 00.778 63 27
Nierstein 09 00.742 77 23
Alsheim 10 00.707 63 27
Bechtheim 11 00.660 73 27
Flörsheim-Dalsheim 12 00.646 68 32
Ingelheim am Rhein 13 00.642 51 49
Bingen am Rhein 15 00.566 74 26
Saulheim 16 00.523 76 24
Quelle: Faltblatt Weinbau 2018. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Bad Ems, Mai 2018

Die Hauptwirtschaftszweige der Stadt sind der Weinbau, die ansässige Rheinhessen Fachklinik, das Bauunternehmen Wilhelm Faber GmbH & Co. KG, je ein Zentrallager Importhauses K. H. Wilms, der Verwaltungssitz der Einkaufskette real sowie die Deutsche-Lufthansa-Tochterunternehmen Lufthansa Technik AERO Alzey und LSG Sky Food. Die Volksbank Alzey-Worms hat hier ihren Hauptsitz. Das ehemalige Handelsunternehmen Plus betrieb ein Zentrallager in der Stadt bis zu dessen Auflösung.

Des Weiteren ist Alzey das Dienstleistungszentrum der Region mit einem für die Stadtgröße sehr großen Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, die sich hauptsächlich auf das Industriegebiet konzentrieren.

Landwirtschaft

Alzey ist vom Weinbau geprägt und mit 778 Hektar bestockter Rebfläche, davon 63 Prozent Weißwein- und 27 Prozent Rotweinsorten, achtgrößte Weinbaugemeinde in Rheinland-Pfalz und nach Worms und Westhofen drittgrößte Weinbaugemeinde Rheinhessens.

Verkehr

Der Ort befindet sich in der Nähe des Autobahnkreuzes Alzey, bei dem sich die A 61 (VenloHockenheim) und die A 63 (MainzKaiserslautern) kreuzen. Die Stadt gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) an. Für Verbindungen aus dem und in das Gebiet des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbunds (RNN) kann auch dieser Tarif bis Alzey angewendet werden.

Am Bahnhof Alzey verkehren Regional-Express- und Regionalbahn-Direktverbindungen nach Mainz mit der Bahnstrecke Alzey–Mainz, sowie mit der Rheinhessenbahn nach Bingen und Worms. Die Donnersbergbahn verbindet seit 1999 wieder Alzey mit Kirchheimbolanden, seit Dezember 2014 sind die Züge der Donnersbergbahn bis Mainz durchgebunden. Am Wochenende sowie an Feiertagen sind Fahrten mit dem Elsass-Express nach Wissembourg möglich.

Durch Alzey verläuft der Rheinhessische Selztal-Radweg.

Öffentliche Einrichtungen

Bildung

Alzey besitzt ein breit gefächertes Bildungsangebot mit insgesamt zwei Förderschulen, drei Grundschulen und die Gustav-Heinemann-Realschule plus. Das Elisabeth Langgässer Gymnasium und das Gymnasium am Römerkastell, sowie ein Staatliches Aufbaugymnasium und das Landeskunstgymnasium Rheinland-Pfalz[21] bieten die Möglichkeit zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife. Eine Kreismusikschule, eine Berufsbildende Schule Alzey, die Kreisvolkshochschule Alzey-Worms und eine Krankenpflegeschule der Rheinhessen Fachklinik runden das Angebot ab.

Persönlichkeiten


Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Alzeyer Weinköniginnen

Namenspatenschaften


Der Weinbautechniker Georg Scheu benannte 1927 eine Rebsorte nach seiner Wirkungsstätte, die Perle von Alzey. Die Lufthansa CityLine hat am 7. Dezember 2011 ein Regionalverkehrsflugzeug vom Typ Embraer 190 (Kennung D-AECH) nach der Stadt benannt.[25]

Literatur


Weblinks


Commons: Alzey  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise


  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Landesfest findet vom 3. bis. 5. Juni 2016 in Alzey statt. Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, abgerufen am 30. August 2015.
  3. Heinz Cüppers: Die Römer in Rheinland-Pfalz. S. 303.
  4. Ein paralleler Bericht in derselben Quelle spricht von 9 Männern und einigen Frauen; Josef Beck (Bearb.): Die Geschichtsbücher der Wiedertäufer in Österreich-Ungarn. (Österreichische Geschichtsquellen – Fontes rerum Austriacarum II, 43). Gerold, Wien 1883, S. 29f und S. 30f (Google-Books ).
  5. Nach Ernst Friedrich Peter Güß: Die Kurpfälzische Regierung und das Täufertum bis zum Dreißigjährigen Krieg. (Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg 12). Kohlhammer, Stuttgart 1960, S. 117, sind 14 Hinrichtungen belegt; Clausdieter Schott: Rat und Spruch der Juristenfakultät Freiburg i. Br. (Beiträge zur Freiburger Wissenschafts- und Universitätsgeschichte). Albert, Freiburg im Breisgau 1965, S. 26, 36, 146, 170, 194 und 205.
  6. Christian Hege: Die Täufer in der Kurpfalz. Ein Beitrag zur badisch-pfälzischen Reformationsgeschichte. Hermann Minjon, Frankfurt am Main 1908, S. 57 und 63f (Digitalisat im Internet Archive).
  7. Die Geschichte der Feuerwehr Alzey
  8. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 20.2, S. 46.
  9. Die Alzeyer Stadtteile Homepage der Stadt Alzey. Abgerufen am 21. August 2015
  10. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 168 (PDF; 2,6 MB).  Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016 ) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  11. a b c d e Encyclopaedia of Jewish Communities: Alzey
  12. J. Levi: Alzey. In: Isidore Singer (Hrsg.): Jewish Encyclopedia. Funk and Wagnalls, New York 1901–1906.
  13. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  14. Der Landeswahlleiter: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  15. Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Alzey
  16. Verwaltungsgliederung der Stadt Alzey (PDF; 135 KB)
  17. Die Partnerstädte. In: www.alzey.de. Abgerufen am 19. Mai 2019.
  18. Die Partnerstadt Josselin
  19. Die Partnerstadt Lembeye
  20. Broschüre Liebfrauenland. Abgerufen am 19. Mai 2019. (PDF; 3,5 MB): Kulturführer Gotik in Rheinhessen
  21. Rheinland-pfälzisches Landeskunstgymnasium wird in Alzey eingerichtet (Memento vom 3. Oktober 2009 im Internet Archive)
  22. Genealogische Webseite
  23. Christina Hahn (Memento vom 13. Oktober 2012 im Internet Archive)
  24. Historie der Alzeyer Weinmajestäten. Abgerufen am 19. Mai 2019.
  25. Alzeyer Wochenblatt vom 15. Dezember 2011, Titelseite








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Stand der Informationen: 03.07.2020 04:44:10 CEST

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