Alt St. Johann - de.LinkFang.org

Alt St. Johann

Alt St. Johann
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Toggenburg
Politische Gemeinde: Wildhaus-Alt St. Johann
Postleitzahl: 9656
Koordinaten: 739805 / 228581
Höhe: 895 m ü. M.
Fläche: 53,10 km²
Einwohner: 1427 (31. Dezember 2008)
Einwohnerdichte: 27 Einw. pro km²
Website: www.altstjohann.ch
Karte

Alt St. Johann (in einheimischer Mundart [ˈa̞(ː)ɬt sa̞ŋkχt/sa̞nˑt ˌjoha̞n(ˑ)];[1][2] französisch Saint-Jean-le-Vieux[3]) ist ein Dorf in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann im Kanton St. Gallen in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Alt St. Johann liegt im oberen Thurtal zwischen Starkenbach und Unterwasser im Obertoggenburg, umgeben von den Churfirsten und Teilen des Alpsteins. Oberhalb Alt St. Johanns, bei Selamatt, lieget die Köbelishöhle.

Geschichte


In einer alpinen Karsthöhle im Toggenburg, dem Wildenmannlisloch, wurden altsteinzeitliche Funde gemacht.

1152 wird ein Abt monasterii sancti Johannis Baptiste (gemeint ist das Kloster St. Johann) erwähnt. Das von Benediktinern gegründete Kloster begründete auch den Ortsnamen.

Um 1200 wurde die zwischen Stein und Starkenbach gelegene Burg Starkenstein erbaut. Sie war im Besitz der Grafen von Montfort bzw. von Werdenberg. Seit 1396 wurde die Schirmvogtei von den Grafen von Toggenburg übernommen. Die Burg ging 1414 an die Toggenburger und später an das Kloster St. Johann.

Der Ort Sant Johann wird 1439 zum ersten Mal erwähnt. Sie unterstand dem Kloster bzw. der Schirmvogtei Starkenstein. 1445 fand auf dem Gemeindegebiet das Gefecht im Obertoggenburg im Verlaufe des Alten Zürichkriegs statt. 1468 erwarb die Fürstabtei St. Gallen die Grafschaft Toggenburg und damit auch die Landesherrschaft über Kloster und Gemeinde St. Johann. 1559 erhielt St. Johann die gleichen Rechte wie die anderen Toggenburger Gemeinden. Das Kloster St. Johann wurde ab 1626 nach Feuersbrünsten und mysteriösen Todesfällen talabwärts nach Sidwald bei Nesslau verlegt (Neu St. Johann).[1] Für das Dorf bürgerte sich die Bezeichnung Alt St. Johann ein.

1803 entstand nach der Gründung des Kantons St. Gallen die moderne politische Gemeinde Alt St. Johann, zu der bis 1833 auch Stein SG gehörte.

1934 wurde die Standseilbahn Unterwasser-Iltios, die Iltiosbahn gebaut. Es war die erste Bergbahn im Toggenburg. 1938 kam die Schlitten-Standseilbahn Iltios-Stöfeli, 1946 der Sessellift Alt St. Johann – Alp Selamatt und 1972 die Luftseilbahn Iltios–Chäserrugg auf den Gipfel des Chäserrugg dazu. Heute sind die Bahnen Teil des Skigebiets Obertoggenburg.

1950 und 1954/55 wurden Rettungsgrabungen an der inzwischen zur Ruine verfallenen Burg Starkenstein vorgenommen. Der grösste Teil der Burganlage ist heute durch einen Steinbruch zerstört. Nur Teile des Bergfrieds sind erhalten.

2010 wurde die ehemalige politische Gemeinde Alt St. Johann und das zu ihm gehörende Dorf Unterwasser und der Weiler Starkenbach mit der Gemeinde Wildhaus auf den 1. Januar 2010 zur neuen Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann vereinigt. Der höchste Punkt auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde war der Hinterrugg mit 2306 m ü. M. und der tiefste Punkt mit 868 m jene Stelle, an der die Thur das Gemeindegebiet verlässt. Die Nachbargemeinden waren Wildhaus, Nesslau bzw. ab 2005 Nesslau-Krummenau, Stein SG, Amden, Quarten, Walenstadt und Grabs.

Tourismus


Alt St. Johann und das damalige zugehörige Dorf Unterwasser blicken auf eine lange touristische Tradition zurück, so wurde bereits 1934 die Standseilbahn zum Iltios gebaut, der seither zahlreiche weitere Transportanlagen folgten. Heute gehört Alt St. Johann mit Wildhaus und Unterwasser zum Skigebiet Obertoggenburg, welches 60 km Skipisten an den Churfirsten vereinigt und auf dem Chäserrugg eine Höhe von 2262 m erreicht. Im Sommer und Winter ist es Ausgangspunkt für Wanderungen und Skitouren zum Säntis wie auch zu den Churfirsten.

Durch das Gemeindegebiet verläuft der 60 Kilometer lange Thurweg, ein Wanderweg, der entlang der Thur von Wil nach Wildhaus führt.

Sehenswürdigkeiten


Im Juli 2011 wurde in der ehemaligen Untermühle, einem Toggenburger Haus, die Klangschmiede als Sitz der Klangwelt Toggenburg eröffnet. Hier soll die traditionelle Schellen- und Hackbrettproduktion erhalten und als Schauhandwerk mit Ausstellungen öffentlich zugänglich gemacht werden.[4]

Hornschlittenrennen


Seit 1988 fand jeweils im Februar das weit über das Toggenburg hinaus bekannte Hornschlittenrennen statt. In Spitzenjahren nahmen bis zu 200 Schlitten daran teil. Das letzte Rennen fand 2013 statt.[5]

Persönlichkeiten


Galerie


Weblinks


Commons: Alt St. Johann  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. a b Gabrielle Schmid: Alt Sankt Johann SG (Obertoggenburg) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 84; angegebene Lautschrift: [ˈaːɬt saŋkχt ˌjohan].
  2. http://search.ortsnamen.ch/onapp3.php?dsid=4000608 (Link nicht abrufbar) unter ortsnamen.ch; angegebene Lautschrift: ąlt sąn̄t johąn̄.
  3. Glossarium Helvetiae Historicum: Alt St. Johann
  4. Klangschmiede Alt St. Johann auf der Website der Klangwelt Toggenburg
  5. Tagblatt Ostschweiz



Kategorien: Ort im Kanton St. Gallen | Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz | Wintersportgebiet in der Schweiz | Geographie (Wildhaus-Alt St. Johann) | Gemeindegründung 1803 | Gemeindeauflösung 2010

Werbung:


Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Alt St. Johann (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.


Stand der Informationen: 01.03.2020 02:39:52 CET - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.