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Aldous Huxley

Aldous Leonard Huxley [ˈɔːldəs ˈhʌksli] (* 26. Juli 1894 in Godalming, Surrey (England); † 22. November 1963 in Los Angeles) war ein britischer Schriftsteller. Er wurde als Universalgelehrter bezeichnet.[1] Sein bekanntestes Werk ist der 1932 erschienene dystopische Roman Schöne neue Welt. 1937 wanderte Huxley in die Vereinigten Staaten aus.

Berühmt wurde Aldous Huxley vor allem durch Romane und zahlreiche Essays. Er veröffentlichte aber auch Kurzgeschichten, Gedichte, Reiseberichte und schrieb Drehbücher. In seinen Romanen untersuchte und kritisierte Huxley gesellschaftliche Sitten, Ideale und Normen und den möglichen Missbrauch wissenschaftlicher Errungenschaften durch den Menschen. Die Werke seiner früheren Schaffensphase können als eher humanistisch motiviert gelten. Später wandte er sich vor allem spirituellen Themen zu, wie Parapsychologie und mystische Philosophie.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Huxley wurde als Sohn des Schriftstellers Leonard Huxley und dessen erster Frau Julia Frances Arnold in Großbritannien geboren. Auf der väterlichen Seite gehören mehrere Wissenschaftler zu seinen Vorfahren, darunter sein Großvater Thomas Henry Huxley. Zur britischen Intellektuellenfamilie Arnold auf der mütterlichen Seite zählt der Schriftsteller und Kulturkritiker Matthew Arnold, ein Großonkel Huxleys. Der Biologe und Schriftsteller Julian Huxley war der Bruder Aldous Huxleys, der Biologe und Nobelpreisträger Andrew Fielding Huxley ein Halbbruder.

Als Kind wurde Huxley an der Hillside School in Malvern (Worcestershire) unterrichtet, mehrere Jahre lang auch von seiner eigenen Mutter, bis sie schwer erkrankte. Danach besuchte er das Eton College in Berkshire. Seine Mutter starb 1908, als er vierzehn Jahre alt war. 1911 erkrankte er am Auge und war danach drei Jahre lang fast blind. Ab Oktober 1913 studierte er Literatur am Balliol College in Oxford. Als er Anfang 21 war, machte er die Schriftstellerei zu seinem Beruf. Sein erstes Buch The Burning Wheel wurde 1916 veröffentlicht, als er 22 Jahre alt war.

Im Januar 1916 meldete er sich als Freiwilliger zum Dienst im Ersten Weltkrieg, wurde aber nicht angenommen, da er auf einem Auge immer noch halb blind war (später verbesserte sich sein Sehvermögen wieder). Im selben Jahr arbeitete er als Herausgeber der Literaturzeitschrift Oxford Poetry und schloss im Juni sein Studium mit Bestnote ab. 1917 war er einige Monate lang bei der Royal Air Force tätig und dort für die Bestellung von Material zuständig. Ein Jahr lang unterrichtete er Französisch am Eton College, wo Eric Blair (besser bekannt als George Orwell) und Steven Runciman zu seinen Schülern zählten. Als Lehrer war er zwar unfähig, für Ordnung im Unterricht zu sorgen, wurde aber wegen seiner brillanten sprachlichen Fähigkeiten bewundert.

Während des Krieges hatte Huxley viel Zeit in Garsington Manor verbracht, dem Wohnsitz von Lady Ottoline Morrell. 1919 heiratete er die Belgierin Maria Nys, die er dort kennengelernt hatte. Im nächsten Jahr wurde sein Sohn Matthew geboren. Huxley arbeitete nun als Journalist und Kunstkritiker. In seinem Roman Crome Yellow (1921) karikierte er den Lebensstil von Garsington, was seine Freundschaft mit den Morrells aber nicht beeinträchtigte. In den 1920er Jahren hielt er sich mit seiner Frau und seinem jungen Sohn öfter in Italien auf und besuchte dort seinen Freund D. H. Lawrence.

Seine Romane erzählen von einer Entmenschlichung der Gesellschaft durch wissenschaftlichen Fortschritt, vor allem die Dystopie Brave New World von 1932 (deutsch: Schöne neue Welt). Gleichzeitig schrieb er auch über pazifistische Themen, zum Beispiel in dem Roman Geblendet in Gaza (1936).

1937 zog Huxley nach Kalifornien. Hier setzte seine zweite Schaffensphase ein, die geprägt war von einer neuen Hinwendung zum Menschen. Der dezidierte Kritiker, Satiriker und scharfzüngige Realist lernte 1938 Jiddu Krishnamurti kennen. Unter dem Einfluss buddhistischer Lehren wandte er sich verschiedenen Weisheitslehren zu, insbesondere der Mystik und einem religiösen Universalismus. Diese neue Orientierung spiegelt sich in dem Roman After Many a Summer (1939) und noch deutlicher in Time must have a stop (1944). In der theoretischen Schrift The Perennial Philosophy (1946) legte Huxley seinen philosophischen Standpunkt dar.

1953 ließ er sich auf ein von Humphry Osmond betreutes Experiment ein, welches die Wirkung von Meskalin auf die menschliche Psyche zum Inhalt hatte. In der folgenden Korrespondenz mit dem Autor prägten beide das Wort psychedelic für die Wirkung dieser Substanz. Die Essays The Doors of Perception und Heaven and Hell beschreiben diese Wirkung und das Experiment, welchem er sich bis zu seinem Tod noch etwa zehnmal unterzog.

1955 starb Huxleys Frau Maria an Krebs. 1956 heiratete er die Geigerin, Schriftstellerin und Psychotherapeutin Laura Archera (1911–2007), die später eine Biografie Huxleys schrieb (This Timeless Moment, 1969).

1960 wurde bei Huxley Kehlkopfkrebs diagnostiziert. Danach verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Er hielt Vorträge über die „Möglichkeiten des Menschen“ (Human Potentialities) am Medical Center der University of California in San Francisco und am Esalen Institute in Big Sur. Diese Vorträge stehen im Zusammenhang mit dem Aufkommen des Human Potential Movement in Kalifornien. 1962 erschien Huxleys letzter Roman Island (deutsch Eiland), eine positive Utopie, in der Huxley auch seine Erfahrungen mit Drogen eingearbeitet hat. Im selben Jahr wurde er zum Mitglied der britischen Royal Society of Literature gewählt. Seit 1960 war er Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters.[2]

Am Nachmittag des 22. November 1963 starb Aldous Huxley im Alter von 69 Jahren. Kurz vor seinem Tod ließ er sich von seiner Ehefrau Laura auf seinen Wunsch hin zwei Mal 100 Mikrogramm LSD verabreichen.[3] Am Mittag desselben Tages fand das Attentat auf John F. Kennedy statt, von welchem Huxley, der einige Stunden später starb, allerdings nicht mehr erfuhr. Die Berichterstattung über dieses Ereignis überschattete, wie auch die Nachricht über den Tod von C. S. Lewis, der ebenfalls am 22. November 1963 starb, die Meldung über Huxleys Tod. Im Dezember 1963 fand ein Gedenkgottesdienst in London statt, geleitet von Huxleys älterem Bruder Julian. Die Asche des Verstorbenen wurde im Familiengrab beigesetzt. Dieses befindet sich auf dem Friedhof in Compton, einem Dorf bei Guildford in Surrey.

Igor Strawinsky widmete seine letzte Komposition für Orchester seinem Freund Aldous Huxley: die Variations, komponiert zwischen Juli 1963 und Oktober 1964, uraufgeführt vom Chicago Symphony Orchestra in Chicago am 17. April 1965.

Einflüsse


Huxley wurde stark von Frederick Matthias Alexander beeinflusst, den er sogar als Romanfigur in Geblendet in Gaza aufnahm.

Huxley war mit dem Biologen J. B. S. Haldane befreundet und parodierte ihn und seinen Vater John Scott Haldane durch Figuren in seinen Werken. Darüber hinaus beeinflusste J. B. S. Haldanes Werk Daedalus über die Entwicklung von Föten in künstlichen Gebärmüttern Huxleys Roman Brave New World.[4]

Werke


Romane

Erzählungen

Lyrik

Reiseberichte

Essays

Philosophische Schriften

Drehbuch

Kinderbuch

Briefe

Literatur


Monographien
Aufsätze
Lexika

Weblinks


 Commons: Aldous Huxley  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege


  1. Tanya Lieske: Zum 125. Geburtstag von Aldous Huxley - Unterhaltsamer Intellektueller. In: Deutschlandfunk. Deutschlandradio, abgerufen am 9. August 2019 (deutsch).
  2. Honorary Members: Aldous Leonard Huxley. American Academy of Arts and Letters, abgerufen am 12. März 2019.
  3. Laura Huxley: The most beautiful death vom 8. Dezember 1963 (engl., abgerufen im November 2015)
  4. Bill Bryson: Eine kurze Geschichte von fast allem. (A short story of nearly everything). Goldmann-Verlag, München 2005, ISBN 3-442-46071-9, Kapitel 16, S. 307–308.
  5. 1969 als Oper uraufgeführt, siehe Die Teufel von Loudun, von Ken Russell 1971 verfilmt, siehe Die Teufel (Film).
  6. Pride and Prejudice (1940) in der Internet Movie Database (englisch)



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