Albert Krantz (Theologe)


Albert Krantz, auch Crantz oder Crantzius, (* 1. Januar 1448 in Hamburg; † 7. Dezember 1517 in Hamburg) war ein Gelehrter und Geistlicher sowie Syndicus und Diplomat im Auftrag der Hansestädte Lübeck und Hamburg.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Albert Krantz, Sohn von Eggert Krantz (1423–1478)[1], bezog nach dem Besuch der Hamburger Domschule 1463 die Universität Rostock (1465 Baccalaureus, 1467 Magister,[2] 1480 Professor, 1481–86 Dekan der Artistenfakultät) und wurde 1482 dort zum Rektor gewählt. 1483 nahm er an der Graböffnung seines Namenspatrons Albertus Magnus in Köln teil und traf dabei auch mit Konrad Celtis zusammen.

1486–91 trat Krantz als Syndicus in lübische Dienste (wohl wegen des Rostocker Domstreits[3]) und unterstützte dort den Syndicus Johannes Osthusen. 1491 ging Krantz nach Mainz (Doktorgrad im Kanonischen Recht) und beendete 1493 in Perugia sein Studium (Dr. theol.).

Seit Mai 1493 lector primarius am Hamburger Dom, gleichzeitig als Syndicus für Lübeck, Hamburg und Beauftragter der Hanse tätig, verfasste er in den folgenden Jahren philosophische und theologische Schriften. 1496/97 beriet er als Senatssyndicus den Hamburger Bürgermeister Hermann Langenbeck gemeinsam mit dem Lübecker Syndicus Mattheus Packebusch bei der Überarbeitung des Stadtrechts (Stadtbuch), das 1497 Gesetzeskraft erlangte.[4] Der Streit des Rates mit dem Domkapitel in Hamburg unterbrach seine diplomatische Tätigkeit, ebenso bedingte das Interdikt eine Pause in der Lektur, die Krantz zur Abfassung einer umfassenden Geschichte des norddeutsch-hansischen Gesamtraumes in sechs Büchern nutzte (1500–02, mit Nachträgen bis 1504/09). 1503 vermittelte er gemeinsam mit dem Schleswiger Herzog Friedrich unter Leitung des Bischofs und päpstlichen Gesandten Raimund Peraudi den Vertrag zwischen den mit Sten Sture d. Ä. verbündeten sechs wendischen Städten unter Führung Lübecks und Johann I. von Dänemark.

Die postum gedruckten Werke Wandalia (Köln 1519), Saxonia (Köln 1520), Chronica regnorum aquilonarium [Dania, Suecia, Norvagia] (dt. 1545, lat. Straßburg 1546) und Metropolis (Basel 1548) vereinen die Betrachtungsweise des überlegenen hansischen Diplomaten, des durch italienische Vorbilder geprägten Humanisten sowie des reformwilligen, aber konservativen Theologen. Auch nach der Wahl zum Domdekan in Hamburg 1508 amtierte Krantz dort als Syndicus bis zu seinem Tod.

Besondere Bedeutung hat sein historisches Werk als „Geschichtsschreiber des Nordens“, der Geschichte Niedersachsens, Skandinaviens und Osteuropas, insbesondere deren Kirchengeschichte, und der Wandalia, Geschichte der Wenden.

Werke


Materialien


Literatur


Weblinks


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Einzelnachweise


  1. Monmouth University
  2. siehe dazu: Immatrikulation , Promotion zum Bakkalar und Promotion zum Magister von Albert Krantz im Rostocker Matrikelportal
  3. Stoob: Albert Krantz; S. 91–96
  4. Carl Mönckeberg: Geschichte der freien und Hansestadt Hamburg. Hamburg: Perstehl 1885, S. 149









Kategorien: Historiker | Rektor (Universität Rostock) | Syndicus der Hansestadt Lübeck | Senatssyndicus | Rechtswissenschaftler (15. Jahrhundert) | Rechtswissenschaftler (16. Jahrhundert) | Kirchenrechtler (kanonisches Recht) | Deutscher | Geboren 1448 | Gestorben 1517 | Mann | Syndicus der Hansestadt Hamburg




Stand der Informationen: 19.12.2020 05:14:51 CET

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