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Akustikkoppler




Der Akustikkoppler ist ein Gerät zur Übertragung von digitalen Daten über eine analoge Teilnehmeranschlussleitung. Akustikkoppler wurden in den 1970er bis gegen Ende der 1980er Jahre verwendet und erlauben die Datenübertragung über den Hörer von Fernsprechtischapparaten. Bei einem Akustikkoppler ist keine elektrische Verbindung mit dem Festnetzanschluss nötig, weil diese in vielen Ländern und bei vielen Netzbetreibern nicht erlaubt war.

Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise


Akustikkoppler kommen zum Einsatz, wenn kein analoges Modem zur Verfügung steht oder eine elektrische Verbindung des Modems mit dem Telefonnetz nicht möglich oder erlaubt ist. Akustikkoppler nutzen den Telefonhörer eines bestehenden Telefons zum Senden und Empfangen der modulierten Tonsignale. Sie verfügen dazu über ein Mikrofon und einen Lautsprecher, die an den entsprechenden Gegenstücken im Telefonhörer befestigt werden.

Es gibt zwei Arten von Akustikkopplern:

Aufgrund ihrer Bauart sind Akustikkoppler störanfällig gegenüber externen Geräuschen und abhängig von der Qualität des Telefons bzw. des Telefonhörers. Aufgrund des unvermeidlichen Verlusts an Signalqualität durch den akustischen Übertragungsschritt erreichen Akustikkoppler nicht die Datenübertragungsraten der direkten elektrischen Verbindung des Modems mit dem Telefonnetz. Bei älteren Akustikkopplern reichen die Übertragungsraten nur von 300 bis 2.400 Bit/s. Spätere Modelle, zum Beispiel Konexx Coupler oder Road Warrior Telecoupler II, erreichen in der Praxis Datenübertragungsraten bis zu 33.600 Bit/s; damit ist etwa das Abholen von E-Mails aus einer Telefonzelle in vertretbarer Zeit möglich.

Rechtliche Situation


In den 1980er-Jahren war der Betrieb von selbst gebauten Akustikkopplern im Telefonnetz der Deutschen Bundespost illegal und mit hohen Geldstrafen belegt. Trotzdem nahm die Zahl der selbst gebauten Geräte deutlich zu, nachdem der Chaos Computer Club 1985 in der Hackerbibel eine vergleichsweise einfach zu realisierende Bauanleitung für einen Selbstbau-Akustikkoppler – das sogenannte „Datenklo[1] – veröffentlicht hatte.

Parallel zu den Akustikkopplern wurden auch die ersten direkt mit der Telefonleitung verbundenen Modems verfügbar. Auch hier war der Anschluss frei erhältlicher Geräte an das deutsche Telefonnetz verboten; die Post erlaubte in ihrem Netz nur die Verwendung Post-eigener Modems, die entweder monatlich gemietet oder zu – im Vergleich mit frei erhältlichen Geräten – höheren Preisen von der Post gekauft werden mussten.

Sonstiges


Akustikkoppler werden im deutschen Sprachraum gelegentlich auch als Datenfön bezeichnet, nach der einst populären Dataphon-Baureihe S21 der Firma Woerltronic aus Cadolzburg.

Einzelnachweise


  1. Schwarz-Schilling: Toll, woll. In: Der Spiegel. Nr. 38, 1985 (online ).

Weblinks


Wiktionary: Akustikkoppler – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Akustikkoppler  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien








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