Aelius Aristides


Publius Aelius Aristides Theodorus (griechisch Πόπλιος Αἴλιος Ἀριστείδης Θεόδωρος, auch Ailios Aristeides, * 26. November 117 in Hadrianutherai oder Hadrianoi in Mysien; † wohl 181) war ein griechischer Rhetor und Schriftsteller und ein Vertreter der sogenannten „Zweiten Sophistik“.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Eudaimon, der Vater von Aristides, war Priester im Tempel des Zeus am mysischen Olympos. Man nimmt an, dass Eudaimon und Aristides zusammen das römische Bürgerrecht erhielten, als Kaiser Hadrian 123 bei einer Reise durch Mysien seinem Geburtsort die Stadtrechte verlieh. Entsprechend damaliger Sitte nahm Aristides praenomen und nomen gentile des Kaisers an, also Publius Aelius.[1]

Aristides erhielt seine Ausbildung an verschiedenen Orten des römischen Reiches, so in Smyrna und Athen (unter anderem bei Herodes Atticus). Er machte eine Reise nach Ägypten und Ende 142 nach Rom. Dort hielt er im Frühjahr des folgenden Jahres vor dem Kaiser Antoninus Pius eine Rede „auf Rom“, in der er die römische Herrschaft über den Mittelmeerraum als segensreich und friedensbringend feierte.

Wegen einer chronischen Erkrankung, die während seines Aufenthalts in Rom ausgebrochen war, hielt Aristides sich zeitweilig im Asklepieion von Pergamon und im Heilbad Allianoi auf; er glaubte an Asklepios als seinen persönlichen Schutzgott. Ab 147 lebte Aristides vor allem in Smyrna. Er lehnte es ab, öffentliche Ämter zu übernehmen, hielt aber zahlreiche Reden zum Lob von Städten, bei Festen und auf die Götter. Wohl 176 traf Aristides mit Kaiser Mark Aurel und dessen Sohn Commodus zusammen. Er starb auf seinem Landgut.

Werk


Aristides wird zur „Zweiten Sophistik“ gerechnet, die im 2. Jahrhundert n. Chr. unter den Bedingungen des römischen Reiches eine Rückbesinnung auf die griechische Kultur der klassischen Zeit versuchte. Er schrieb, obwohl er das römische Bürgerrecht besaß, in griechischer Sprache. Im Gegensatz zu anderen Vertretern der „Zweiten Sophistik“ verfasste Aristides seine Reden und Schriften in streng attizistischem Stil und machte nur vereinzelt Zugeständnisse an den prunkvolleren Asianismus.

Von den zahlreichen Werken des Aristides sind nur wenige erhalten: epideiktische (bei festlichen Anlässen gehaltene) Reden, zwölf Schuldeklamationen, die sechs „heiligen“ Reden über seine Krankheit und Gedichte. Auch unechte Schriften sind überliefert.

Epideiktische Reden

Zu den epideiktischen Reden, die bei einem festlichen Anlass gehalten wurden, gehören zehn Prosahymnen, fünf Städtereden, acht Angriffs- und Rechtfertigungsreden und zehn Reden aus besonderem Anlass.

Schuldeklamationen

Πρεσβευτικὸς πρὸς Ἀχιλλέα Presbeutikòs pròs Achilléa; Schuldeklamation. Handschrift aus dem 10. Jahrhundert (Parisinus graecus 2951)

„Heilige Reden“

Ἱεροὶ λόγοι Hieroí lógoi; Berichte vom Heiligen. Bericht über den Aufenthalt im Asklepieion in Pergamon aus dem Jahre 170/171. Überliefert teilweise im Papyrus Bingen 24 aus dem 5. Jh. und im Codex Bodleianus Canonicus graecus 84. Übersetzt von Heinrich Otto Schröder.

Zugeschriebenes

Τέχναι ῥητορικαί Technaí rherorikaí; Traktate zur Rhetorik. Die Echtheit wird bezweifelt.

Ausgaben


Die grundlegenden älteren Ausgaben stammen von Wilhelm Dindorf (1829) und Bruno Keil (1898, nur Band 2: Reden 17–53; Nachdruck Berlin 1958). Seit 1976 erscheint eine neue Ausgabe von Charles Allison Behr und Friedrich Walter Lenz (Band 1: Reden 1–16).[2] Daneben gibt es zahlreiche Einzelausgaben.

Das Gesamtwerk wurde ins Englische übersetzt von C. A. Behr: Aelius Aristides. The complete works. 2 Bände, Brill, Leiden 1981, 1986 (zuvor geplant als Gesamtausgabe in der Loeb Classical Library, 4 Bände, London 1973-; nur Band 1 erschien).

Übersetzung der Hieroí lógoi:

Literatur


Weblinks


Fußnoten


  1. Schröder: Heilige Berichte. Heidelberg 1986, S. 9
  2. Loeb Vol.1. General introduction









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Stand der Informationen: 04.11.2021 06:22:58 CET

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