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Aderhaut




Die Aderhaut, auch Choroidea oder Chorioidea genannt,[1] ist der größte Abschnitt der mittleren Augenhaut (Tunica media bulbi). Sie bildet die Mittelschicht zwischen weißer Augenhaut (Sclera) und Netzhaut (Retina) in der hinteren Hälfte des Augapfels.

Inhaltsverzeichnis

Schichten


Die Aderhaut besteht aus verschiedenen Schichten:

Die Lamina suprachor(i)oidea ist die äußerste Schicht und besteht aus elastischem Bindegewebe und pigmentierten Bindegewebszellen.

Die Lamina vasculosa ist die zur Sklera gelegene, also äußere Gefäßschicht und enthält die größeren Arterien und Venen. Sie sind in Bindegewebe eingebettet, das ebenfalls stark pigmentiert ist. Sie lässt sich in zwei Teilschichten mit zur Netzhaut hin abnehmenden Gefäßdurchmessern einteilen: die retinanahe Sattler'sche Schicht und die skleranahe Haller'sche Schicht.[2]

Das Tapetum lucidum ist nicht bei allen Säugetieren vorhanden, bei Mensch, Schwein und Kaninchen fehlt es beispielsweise. Bei den meisten Säugetieren ist dagegen im hinteren Augenbereich ein pigmentarmer Bezirk ausgebildet. Dieser besteht entweder aus abgeplatteten Zellen (z. B. bei Raubtieren), teilweise mit Kristalleinlagerungen (z. B. Hund) oder speziell angeordneten Bindegewebsfasern (z. B. Pferde, Wiederkäuer). Diese bewirken eine Beugung und Reflexion des Lichts und wirken wie ein Restlichtverstärker, da sie das Licht erneut auf die Photorezeptoren der Netzhaut leiten. Daher ist das Tapetum lucidum vor allem bei dämmerungsaktiven Tierarten von Bedeutung. Es bewirkt auch das charakteristische Aufleuchten der Augen angestrahlter Tiere in der Dunkelheit.

Die Lamina chor(i)oidocapillaris oder Choriocapillaris ist die Endverästelung des Choroids und bildet eine wenige Mikrometer dicke, zur Netzhaut hin gelegene Gefäßschicht, die die Ernährung der äußeren Schichten derselben sicherstellt. Die Quasi-Membran besteht aus einem feinen Netz gefensterter Kapillaren die oberhalb der Basalmembran des Pigmentepithels ein durch dreifingrige Endverbindungen charakterisiertes segmentiert versorgtes Geflecht[3] bildet. Die Choriocapillaris wird dabei mit der Schicht aus nächstgrößeren Gefäßen (der Haller-Schicht des Choroids) über Senkarteriolen und -venolen versorgt.[4] Die eng verbundenen Endothelzellen der Blutgefäße und sie umgebende eng verbundene Epithelzellen des retinalen Pigmentepithels (RPE) bilden hier gemeinsam die Blut-Retina-Schranke.

Die Lamina basalis (Synonyma: Complexus basalis, Lamina vitra oder Bruch'sche Membran) liegt direkt der Pigmentschicht der Retina an und stellt die Verbindung zu dieser her.

Die Darstellung des blutgefüllten Choroids konnte bis zur Entwicklung der tief eindringenden Optischen Kohärenztomografie[5] nicht ausreichend hoch aufgelöst im Lebenden erfolgen. Die Dynamik des Choroids auch im Zusammenhang mit der Aufrechterhaltung verschiedener physiologischer Parameter, sowie der Einfluss bei der Akkommodation und dem Augenwachstum sowie Erkrankungen wie der Kurzsichtigkeit oder altersbedingte Makuladegeneration sind bisher noch nicht ausreichend verstanden und Gegenstand aktueller Forschung.

Anmerkungen


  1. In der aktuell als internationaler Standard für humananatomische Termini geltenden Terminologia Anatomica von 1998 wird anstatt Chorioidea die Bezeichnung Choroidea bevorzugt. In der für Veterinäre verbindlichen Nomina Anatomica Veterinaria ist die alternative Schreibweise Chorioidea in Klammern nachgestellt. In der aktuellen Ausgabe des deutschsprachigen Standardwerks für Wirbeltierzoologie (Westheide & Rieger, 2010) wird ausschließlich die Schreibweise Chorioidea verwendet.
  2. Debora L. Nickla, Josh Wallman: THE MULTIFUNCTIONAL CHOROID. In: Progress in retinal and eye research. Band 29, Nr. 2, März 2010, ISSN 1350-9462 , S. 144–168, doi:10.1016/j.preteyeres.2009.12.002 , PMID 20044062, PMC 2913695 (freier Volltext).
  3. S. S. Hayreh: Segmental nature of the choroidal vasculature. In: British Journal of Ophthalmology. Band 59, Nr. 11, 1. November 1975, ISSN 1468-2079 , S. 631–648, doi:10.1136/bjo.59.11.631 , PMID 812547 (bmj.com [abgerufen am 7. Januar 2017]).
  4. Heimann K.: The Development of the Choroid in Man. (PDF) In: www.karger.com. Karger Publishing, 17. Dezember 1971, abgerufen am 7. Januar 2017 (englisch): „The primitive choriocapillaris forms during the first 2 months; the layers, which eventually become Haller’s layer and Sattler’s layer.“
  5. Boris Považay, Bernd Hofer, Cristiano Torti, Boris Hermann, Alexandre R. Tumlinson: Impact of enhanced resolution, speed and penetration on three-dimensional retinal optical coherence tomography. In: Optics Express. Band 17, Nr. 5, 2. März 2009, ISSN 1094-4087 , S. 4134–4150, PMID 19259251 (nih.gov [abgerufen am 7. Januar 2017]).

Literatur


Siehe auch





Kategorien: Anatomie des Auges



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