Adam Johann von Krusenstern - de.LinkFang.org

Adam Johann von Krusenstern




Adam Johann von Krusenstern (russisch: Ива́н Фёдорович Крузенштерн, wiss. Transliteration Ivan Fëdorovič Kruzenštern; * 8.jul./ 19. November 1770greg. in Haggud bei Rappel, Estland; † 12.jul./ 24. August 1846greg. auf Schloss Ass bei Gilsenhof, Wierland) war ein deutsch-baltischer Admiral der russischen Flotte und führte die erste russische Weltumseglung durch.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Krusenstern wurde im Seekadettenkorps in Kronstadt ausgebildet und nahm zwischen 1787 und 1790 an den Kriegen gegen Schweden teil. Er leistete von 1793 bis 1799 Dienst in der britischen Flotte in Nordamerika, Afrika und Asien.

Von 1803 bis 1806 war er Leiter der russischen Weltumsegelungsexpedition. Ziel der Expedition war es, die damals zu Russland gehörenden Gebiete an der Nordwestküste Amerikas zu untersuchen und Handelsverbindungen mit Japan aufzunehmen. Krusenstern segelte als Kapitän des Schiffes Nadeschda am 7. August 1803 aus Kronstadt ab und kehrte am 19. August 1806 wieder dorthin zurück. Diese erste russische Weltumsegelung war durch neue Entdeckungen und durch die genaue Aufnahme und Erforschung zuvor wenig bekannter Länder und Meere eine der ergebnisreichsten Reisen des 19. Jahrhunderts.[1] Die Expedition erforschte die Meerenge von Sangar (heute: Tsugaru-Straße), die Westküste der Insel Jesso (heute: Hokkaidō), die La-Pérouse-Straße, die Küste der Insel Sachalin, die Kurilen, die Ostküste Kamtschatkas und die Aleuten. Die Expedition wurde unter anderem von Arzt und Naturforscher Freiherrn Georg Heinrich von Langsdorff, Otto von Kotzebue und Wilhelm Gottlieb Tilesius von Tilenau (1769–1857) begleitet, der sich der Erforschung von Fischen, Weichtieren und Meeresvögeln widmete (nach Ausscheiden des Malers Kurljandzew übernahm er dessen Aufgaben als Expeditionszeichner).

Weiterer Teilnehmer der Weltumsegelung war Juri Fjodorowitsch Lisjanski.

1806 wurde Krusenstern zum Admiral, zum Leiter des Seekadetten-Korps in Sankt Petersburg und zum Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg ernannt. 1810 wurde er korrespondierendes Mitglied der Académie des sciences in Paris.[2] 1815 wurde er zum auswärtigen Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.[3] 1820 wurde er Mitglied (Fellow) der Royal Society of Edinburgh.[4] Von 1827 bis 1842 war er Direktor des Seekadettenkorps und wurde 1841 zum Generaladmiral ernannt. 1827 wurde er als korrespondierendes Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.[5] Am 31. Mai 1842 wurde ihm der preußische Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste verliehen.[6]

Krusensterns Cousinen, Christine Gertrude von Krusenstern und Wilhelmine Friederike von Krusenstern, waren die zweite und dritte Frau des deutschen Schriftstellers August von Kotzebue.

Krusenstern starb am 12. August 1846 auf seinem Landsitz Ass in Estland und wurde in der Domkirche zu Reval beigesetzt. Vor dem Seekadettenhaus in Sankt Petersburg wurde ihm 1876 ein Denkmal errichtet.

Krusenstern war verheiratet mit Julie von Taube. Sein Sohn Paul Theodor von Krusenstern war als Polarforscher bekannt. Sein Sohn Otto (1802–1881) war Generalleutnant, Gouverneur und Senator in Sankt Petersburg und Julius (1807–1888) Senator und Leiter der Zivilverwaltung im Königreich Polen. Seine älteste Tochter heiratete den Historiker Theodor von Bernhardi und war die Mutter von Friedrich von Bernhardi.

Krusenstern als Namensgeber


Veröffentlichungen


Literatur


Weblinks


Commons: Ivan Fedorovich Kruzenshtern  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Andreas W. Daum: German Naturalists in the Pacific around 1800. Entanglement, Autonomy, and a Transnational Culture of Expertise. In: Hartmut Berghoff, Frank Biess, Ulrike Strasser (Hrsg.): Explorations and Entanglements: Germans in Pacific Worlds from the Early Modern Period to World War I. New York 2019, S. 85–87, 94.
  2. Verzeichnis der Mitglieder seit 1666: Buchstabe K. Académie des sciences, abgerufen am 6. Januar 2020 (französisch).
  3. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 140.
  4. Fellows Directory. Biographical Index: Former RSE Fellows 1783–2002. (PDF-Datei) Royal Society of Edinburgh, abgerufen am 28. Dezember 2019.
  5. Mitglieder der Vorgängerakademien. Iwan Fjodorowitsch von Krusenstern. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 18. April 2015.
  6. Der Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste: Die Mitglieder des Ordens, Band I (1842–1881), Seite 56, Gebr. Mann-Verlag, Berlin, 1975








Kategorien: Adam Johann von Krusenstern | Admiral (Russisches Kaiserreich) | Seefahrer | Weltumsegler | Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften | Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften | Träger des Demidow-Preises | Träger des Pour le Mérite (Friedensklasse) | Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften | Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen | Mitglied der Royal Society of Edinburgh | Korrespondierendes Mitglied der Académie des sciences | Ehrendoktor der Universität Tartu | Deutsch-Balte | Russe | Geboren 1770 | Gestorben 1846 | Mann | Namensgeber für ein Schiff








Stand der Informationen: 03.07.2020 02:02:31 CEST

Quelle: Wikipedia (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.

Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.