2. Weißrussische Front - de.LinkFang.org

2. Weißrussische Front



Die 2. Weißrussische Front (russisch 2-й Белорусский фронт) war eine militärische Formation der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg, die zwischen Februar 1944 bis zum Kriegsende im Mai 1945 an der Ostfront im Einsatz stand.

Inhaltsverzeichnis

Aufstellungen


Die Front wurde erstmals am 24. Februar 1944 auf Befehl des sowjetischen Oberkommandos unter Heranziehung des Oberkommandos der Ende 1943 aufgelösten Nordwestfront gebildet. Ihr unterstanden die 47., 61. und die 70. Armee sowie die 6. Luftarmee und die Dnepr-Flottille. Später wurde auch die 69. Armee dem Oberkommando der Front unterstellt. Am 5. April wurde die Front auf Befehl der Stawka aufgelöst und das Oberkommando in die Reserve überführt. Die Truppen der 2. Weißrussischen Front wurden der 1. Weißrussischen Front unterstellt. Am 24. April 1944 wurde auf Befehl der Stawka vom 19. April 1944 aus dem Kommando der 30. Armee zum zweiten Mal eine 2. Weißrussische Front gebildet, der die 33., 49. und 50. Armee aus dem Bestand der Westfront unterstellt wurden. Im weiteren Verlauf des Krieges wurden der 2. Weißrussischen Front die 2. Stoß-, 3., 19., 43., 48., 65. und 70. Armee, die 1. und 5. Gardepanzerarmee, die 4. Luftarmee und die Dnepr-Flottille unterstellt.

Einsatz


1944

Während der Operation in den Polesier Sümpfen (südliches Pripjat-Gebiet) vom 15. März bis 4. April 1944 gelang es den Truppen der 2. Weißrussischen Front (Erste Formation), die gegnerischen Kräfte über den Styr bis Kowel zurückzudrängen und damit die Voraussetzungen für die Offensive in Richtung Brest-Lublin zu schaffen.

Die neuformierte 2. Weißrussische Front (Zweite Formation) führte im Mai 1944 lediglich Operationen von lokaler Bedeutung in Weißrussland durch, bevor vom 23. – 28. Juni 1944 die Mogilew-Operation als Teil der Operation Bagration den ersten größeren Einsatz dieser Heeresgruppe darstellte. Dabei gelang es, den Dnepr zu überschreiten und die Stadt zu befreien. Anschließend unterstützte die Front vom 29. Juni – 4. Juli 1944 die Minsker Operation. Am 5. Juli 1944 unternahm die Front die Białystoker Operation, die mit der Befreiung der Stadt am 27. Juli 1944 endete.

Im Zusammenwirken mit anderen Fronten gelang es, zwischen August und November 1944 das westliche Weißrussland zu befreien und bis zur Grenze nach Polen und Ostpreußen vorzustoßen.

1945

Im Januar 1945 wurde Marschall der Sowjetunion Konstantin Konstantinowitsch Rokossowski Kommandeur der 2. Weißrussischen Front und führte sie während ihrer letzten beiden großen Offensiven. Als Teil eines Großangriffs von vier sowjetischen Fronten am 12. Januar 1945 griff die 2. Weißrussische Front Ostpreußen an. Am 9. April 1945 fiel die Festung Königsberg an die Rote Armee. Nachdem die Kräfte der 2. Weißrussischen Front hier nun nicht länger gebunden waren, rückte sie nach Westen bis ans Ostufer der Oder vor. Während der ersten beiden Aprilwochen führten die sowjetischen Truppen eine Umgruppierung ihrer Heeresverbände in Ostdeutschland durch. Marschall der Sowjetunion Georgi Konstantinowitsch Schukow konzentrierte seine 1. Weißrussische Front, die bisher entlang der Oder von Frankfurt im Süden bis an die Ostsee stationiert war, im Vorfeld der Seelower Höhen. Die 2. Weißrussische Front rückte in die verlassenen Stellungen nördlich der Höhen nach. Während der Durchführung dieser Umgruppierung öffneten sich Lücken im Frontverlauf, durch die die bei Danzig eingekesselte deutsche 2. Armee über die Oder entkommen konnte.

In den frühen Morgenstunden des 16. Aprils begann die Berliner Operation, die Schlussoffensive zur Eroberung Berlins mit Angriffen der 1. Weißrussischen Front und im Süden der 1. Ukrainischen Front unter Marschall Konew. Am 20. April schloss sich die 2. Weißrussische Front dem Angriff an. Am 25. April war die 2. Weißrussische Front aus ihrem Brückenkopf südlich von Stettin ausgebrochen und eroberte bis Kriegsende das deutsche Territorium nördlich Berlins bis an die Linien der britischen 21st Army Group im Westen, die an einigen Stellen über die Elbe vorgedrungen war.

Am 10. Juni 1945 wurde das Oberkommando der Front aufgrund des Stawka-Befehls vom 29. Mai 1945 in das Oberkommando des nördlichen Kriegsschauplatzes umbenannt.

Frontkommando


Zeittafel


1944

1945




Kategorien: Militärischer Verband (Rote Armee) | Militärischer Verband im Zweiten Weltkrieg (Sowjetunion)



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