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Česká Lípa

Česká Lípa
Basisdaten
Staat: Tschechien
Historischer Landesteil: Böhmen
Region: Liberecký kraj
Bezirk: Česká Lípa
Fläche: 6609,6322[1] ha
Geographische Lage: 50° 41′ N, 14° 32′ O
Höhe: 258 m n.m.
Einwohner: 37.444 (1. Jan. 2019)[2]
Postleitzahl: 470 01
Kfz-Kennzeichen: L
Verkehr
Straße: I/9
Bahnanschluss: 080 Bakov nad Jizerou–Ebersbach
081 Děčín–Česká Lípa
086 Liberec–Česká Lípa
087 Lovosice–Česká Lípa
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 15
Verwaltung
Bürgermeister: Romana Žatecká (Stand: 2014)
Adresse: nám. T. G. Masaryka 1
470 01 Česká Lípa
Gemeindenummer: 561380
Website: www.mucl.cz
Lage von Česká Lípa im Bezirk Česká Lípa

Česká Lípa (deutsch Böhmisch Leipa) ist eine Stadt im Liberecký kraj im Norden Tschechiens.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage


Die Stadt liegt 263 m über dem Meeresspiegel am Fluss Ploučnice (Polzen), in den am westlichen Stadtrand die Bäche Šporka (Rohnbach) und Robečský potok (Robitzer Bach) einmünden.

Geschichte


Die Stadt war ursprünglich eine kleine Siedlung im Besitz der Herren von Leipa. Sie erhielt 1381 Stadtrechte. Die Stadt gehörte wechselnden Herrschaftsinhabern, darunter Albrecht von Wallenstein. Neben dem Schloss Nový Zámek war die Herrschaft Leipa die einzige seiner zahlreichen Besitzungen (Herzogtum Friedland, Herzogtum Sagan, Herzogtum Glogau, Herzogtum Mecklenburg), die seiner Witwe Katharina, geborenen Gräfin Harrach, als Witwensitz belassen wurde; die einzige Tochter, Prinzessin Maria Elisabeth von Friedland (1626–1662), ehelichte 1645 Rudolf Freiherrn von Kaunitz, wodurch Leipa bis 1848 in den Besitz der Familie Kaunitz kam.

1850 wurde Böhmisch Leipa zur Bezirksstadt und zu einem Eisenbahnknotenpunkt in der Monarchie Österreich-Ungarn. Des Weiteren befand sich der Sitz des Gerichtsbezirks Böhmisch Leipa in der Stadt. Seit 1864 verfügte die Stadt über eine staatliche Realschule.[3] Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte Böhmisch Leipa mehrere industrielle Produktionsbetriebe, darunter auch eine Pianofabrik, und außer einer Oberrealschule auch ein Gymnasium.[4]

Nach dem Ersten Weltkrieg fiel der Ort 1918 an die Tschechoslowakei aufgrund des Vertrags von Saint-Germain. Durch das Münchner Abkommen wurde die Stadt 1938 bis 1945 als Teil des Sudetenlandes dem Deutschen Reich eingegliedert. Sie war Sitz des Landkreises Böhmisch Leipa im Reichsgau Sudetenland, Regierungsbezirk Aussig. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 wurde ein Großteil der deutschböhmischen Bevölkerung 1945 bis 1946 vertrieben, unter Berufung auf die Beneš-Dekrete enteignet und zum Verlassen der Stadt gezwungen.

Am 1. Dezember 1930 hatte Böhmisch Leipa 13.714 Einwohner, am 17. Mai 1939 waren es 12.000 und am 22. Mai 1947 11.991. Viele Neubürger aus Mittelböhmen und der Slowakei, sogenannte „Repatrianten“, und Roma siedelten sich in der Nachkriegszeit hier an.

Demographie

Bis 1945 war Böhmisch Leipa überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1830 05.804 in 700 Häusern, darunter 639 Juden (in 21 Häusern)[5][6]
1857 08.442 am 31. Oktober[7]
1900 09.217 (als Gemeinde 10.731) fast ausschließlich deutsche Einwohner[4]
1910 09.916 davon 495 Tschechen[8]
1930 13.714 davon 3.081 Tschechen[8]
1939 11.963 davon 1.089 Evangelische, 10.306 Katholiken, 114 sonstige Christen und 22 Juden[8]
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr 1950 1961 1970 1980 1991 2001 2011
Einwohner 14.932 15.864 17.658 24.862 39 463 39.358 36.017

Name


Der Name Česká Lípa leitet sich von dem alten böhmischen Adelsgeschlecht von Leipa (tschechisch z Lipé) bzw. dem tschechischen Wort Lípa für Linde ab.

Stadtgliederung


Die Stadt Česká Lípa besteht aus den Ortsteilen Častolovice (Schaßlowitz), Česká Lípa (Böhmisch Leipa), Dobranov (Dobern), Dolní Libchava (Niederliebich), Dubice (Kleinaicha), Heřmaničky (Hermsdorf), Lada (Jägersdorf), Manušice (Manisch), Okřešice (Aschendorf), Písečná (Pießnig), Stará Lípa (Altleipa), Vítkov (Leskenthal), Vlčí Důl (Wolfsthal) und Žizníkov (Schießnig)[9].

Grundsiedlungseinheiten sind Častolovice, Česká Lípa-historické jádro, Dobranov, Dolní Libchava, Dolní Špičák (Niederspitzberg), Dubice, Dubická, Heřmaničky, Holý vrch, Horní Špičák (Oberspitzberg), K Manušicím, Ke Stružnici, Kopeček, Lada, Manušice, Městský park, Na Bídě, Nádražní, Nový Žizníkov, Obecní les, Okřešice, Písečná, Pod Holým vrchem, Poříčí, Průmyslový obvod, Rasova Hůrka, Robeč (Robitz), Sídliště Lada, Sídliště Sever, Sídliště Střelnice, Slovanka, Smetanovo nábřeží, Stará Lípa, Střední Špičák (Mittelspitzberg), Svárov (Schwora), Špičák (Spitzberg), U hřbitova, U Libchavy, U nemocnice, U Okřešického rybníka, U panelárny, U stadiónu, U staré cihelny, Vítkov, Vlčí Důl, Vřesoviště, Za Starou Lípou und Žizníkov[10].

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Častolovice u České Lípy, Česká Lípa, Dobranov, Dolní Libchava, Dubice u České Lípy, Heřmaničky u Dobranova, Lada, Manušice, Okřešice u České Lípy, Písečná u Dobranova, Stará Lípa, Vítkov u Dobranova, Vlčí Důl und Žizníkov[11].

Sehenswürdigkeiten


Persönlichkeiten


Literatur


Weblinks


Commons: Česká Lípa  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. http://www.uir.cz/obec/561380/Ceska-Lipa
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  3. E. Seewald: Die Errichtung der Oberrealschule. In: Jahres-Bericht der Ober-Realschule in Böhmisch-Leipa für das Schuljahr 1864. Böhmisch-Leipa 1865, S. 29 ff. .
  4. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 2, Leipzig und Wien 1905, S. 162 .
  5. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 1: Leitmeritzer Kreis, Prag 1833, S. 320, Ziffer 26).
  6. Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 197, Ziffer 4).
  7. Statistische Übersichten über die Bevölkerung und den Viehstand in Österreich. Wien 1859, S. 40, rechte Spalte .
  8. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Böhmisch Leipa (tschech. Ceská Lípa). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/561380/Obec-Ceska-Lipa
  10. http://www.uir.cz/zsj-obec/561380/Obec-Ceska-Lipa
  11. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/561380/Obec-Ceska-Lipa



Kategorien: Ort im Okres Česká Lípa | Gemeinde im Liberecký kraj | Česká Lípa

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Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Česká Lípa (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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Stand der Informationen: 01.03.2020 10:32:15 CET - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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